Dienstag, Februar 01, 2011

Kurzreviews Januar/2011

Es geht einfach nicht mehr ohne. Kaum noch eine Liste kann ich ohne einen Nachruf verfassen. Es ist wirklich traurig...

Die deutsche Filmwelt betrauert den Tod Bernd Eichingers, der 24. Januar 2011 in Los Angeles einen Herzinfarkt erlitt. Sein Einfluss auf den deutschen Film war bestimmend und sein Gespür suchte seinesgleichen. Wer bleibt dem deutschen Film jetzt noch?

R.I.P.

Gestern am 30. Januar verstarb zudem John Barry in Oyster Bay nach einer langjährigen Krankheit an einem Herzanfall. Der legendäre Komponist ist vor allem wegen des James Bond-Themes bekannt und kann auf zahlreiche Auszeichnungen, darunter 5 Oscars, zurückblicken. Er war ein kongenialer Musiker und sein Tod ist wahrhaft traurig.

R.I.P.

Dies ist, wenn man mal die vorherige Liste ausser Acht lässt, die erste Review-Liste des Jahres 2011. Zum Januar diesmal allerdings nur eine Liste, schließlich kam die zweite Liste vom Dezember etwas verspätet und hat somit der ersten Januar-Liste den Platz geklaut. Also, auf ein erfolgreiches Jahr 2011!

Hier die 17 Filme (ausgeschlossen Serien und Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe), die ich im Monat Januar gesehen habe:

Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
Einer meiner All-Time-Favorites von John Carpenter. Eines der wenigen Beispiele für ein das Original übertreffendes Remake: dichte Atmosphäre, ein bedrückendes Gefühl eingeschlossen zu sein und der ständigen Bedrohung. Gut getrickst und mit einem immer coolen Kurt Russell. Und ich mag das Titeltheme. (9/10)

From Beyond - Aliens des Grauens (1986)
Etwas trashige Lovecraft-Adaption von Stuart Gordon, die sich aber auch nicht hundertprozentig ernst nimmt. Macht Spaß, gerade wegen dem etwas kruden B-Charmes. (6,5/10)

(500) Days of Summer (2009)
Muss ich mir langsam Sorgen machen, dass ich auf Liebesfilme stehe? Der hier ist allerdings auch ein besonderer und nicht eindeutiger Liebesfilm, auch wenn es um Liebe geht. Gesunde Mischung zwischen Drama und Komödie mit einem glänzenden Joseph Gordon-Levitt und einer bezaubernden Zooey Deschanel. (8,5/10)

Hero (2002)
Ist inhaltlich mitunter etwas schwach auf der Brust, aber diese wunderschönen, poetischen Bilder! Ein wahrer Genuss für die Augen und das letzte drittel ist auch dramaturgisch mitreißend. Beim Gucken immer die schönen Bilder geniessen! (6,5/10)

Meister der Shaolin (1982)
Oder "Shaolin - Kloster der Rächer" oder einfach "Shaolin Temple". Überlange Martial-Arts-Demo, die außerhalb der Kampfszenen unzulänglich inszeniert und erzählt ist. Wäre es nicht Jet Lis Einstand beim Film, würde "Meister der Shaolin" leicht in der Masse der Shaolin-Filme untergehen. Und trotzdem wollte ich den Film direkt im Anschluss nochmal gucken. Warum? (6/10)

Verblendung (Teil 1) (2009)
Sehr spannender Romanverfilmung Stieg Larssons, die Appetit auf mehr macht. Mit sehr gewöhnungsbedürftigen Antihelden zwar, dennoch interessant und fesselnd und wunderbar unamerikanisch. Mir graut's vor dem Remake, selbst wenn's von David Fincher kommt. (8/10)

Der Fluch der goldenen Blume (2006)
Die Definition eines bunten Films. Wie die gesamte Trilogie von Zhang Yimou prachtvoll ausgestattet und in wunderschönen Bildern eingefangen - dagegen mit schwächelndem Inhalt. Doch im großen und ganzen wirkt er gehaltvoller als die Vorgänger. Mir gefällt's. (7/10)
Black Swan (2010)
Darren Aronofsky lässt den Symbolik-Holzhammer kreisen, vergisst dabei jedoch die Definition von Subtilität. Natalie Portman bemüht sich redlich, ist jedoch leicht fehlbesetzt und ihre Darstellung (vor allem als Ausdruck von Naivität) wirkt arg gewollt, obgleich sie durchaus gut spielt. Maßlos überhypt und abermals mit vorgegaugeltem Tiefgang. (6/10)

New York für Anfänger (2008)
Britischer Anbiederungsversuch an amerikanische Komödien. Simon Pegg hilft einigermassen durch den zahnlosen satirischer Biss und ein schlechter werdendes letztes Drittel, trotzdem eben mehr amerikanische Komödie. (5/10)

Shaolin - Kinder der Rache (1983)
Sequel zu "Meister der Shaolin", dass seine simple und altbekannte Geschichte geradlinig erzählt. Kämpfe gibt es zwar weniger, doch, sofern man sich mit asiatischen Kindern anfreunden kann, die Charaktere sind kindlich sympathisch. Nett. (7/10)

Tron (1982)
Der Klassiker aus den 80ern ist natürlich nicht unbedingt stark erzählt, dafür umso stärker visualisiert und die Thematik interessant umgesetzt. Die abgefahren Optik macht heute genauso viel Spaß wie damals. (7,5/10)

Undisputed III: Redemption (2010)
Auch die erneute Sichtung beweist: großartiger Martial-Arts-Klopper, mit großartig choreographierten Fights, einem großartigen Scott Adkins und sogar abseits des Rings von Isaac Florentine gut in Szene gesetzt. Großartig! (8,5/10)

Paranormal Investigations (2007)
Billig rutergekurbelter Geister-Horror, der wohl nur sanfte Gemüter zu erschrecken vermag, alle anderen bloß ob seiner Dummheit und unzureichenden Inszenierung langweilt. (3/10)

Die Superbullen (2011)
Jepp, sogar den habe ich geguckt. Und als gebürtiger Kölner kann ich das ein oder andere tatsächlich witzig finden, den Rest einfach nur peinlich, niveaulos und zum Fremdschämen - ein einziger facepalm. Ganz lustig. ;-) (6/10)

The Toxic Avenger, Part II (1989)
Im zweiten Teil der kultigen Troma-Trash-Reihe fängt der Wahnsinn erst richtig an, was vermutlich an der Reise nach Japan liegt... unglaublich ideenreiche Geschmacklosigkeiten, niveaulose Witze und billig produziert, aber soooooooooooooooooo unglaublich unterhaltsam! (8,5/10 auf einer Trash-Skala)

Killing Zoe (1994)
Wenn der Name Tarantino nicht drauf stände... schriller Heist-Wahn für 6-jähriger ab 18 von Tarantinos Kumpel Roger Avary, der weniger Spaß macht, als er machen könnte. Vielleicht sogar ein wenig mit dem ganzen Nichts überladen. (5/10)

Altar des Satans (2001)
Jedes einzelne Horrorfilm-Klischee stumpfsinnig abgearbeitet - und alles ernst genommen, ohne einen Funken von Ironie oder Humor. Dafür dann auch null gruselig, spektakulär unspannend, vorhersehbar, blutarm und mit Konfektions-Ü30-Teenie-Darstellern. Mies. (2/10)



17 - 6,5 (110)

Samstag, Januar 29, 2011

Boll, Stars und Mafia

Ein pures WTF ziert diesen Film, in dem auch Uwe Boll mitwirkt - wenn auch nicht als Regisseur. Einen bunten Haufen ehemaliger Stars (Franco Nero, Bud Spencer, Robert Wagner...), B- und C-Darsteller (Bill Duke, Michael Madsen, Lou Ferrigno) und ein bisschen Unterstützung aus deutschen Landen (Claude-Oliver Rudolph, Günther Kaufmann) hat er da um sich gescharrt und dieser Film wird garantiert mies, mies, mies. Bitte ignorieren, selbst als Kuriosität.

Donnerstag, Januar 27, 2011

It's done, Mr. Gervais!

Das musste selbstredend von mir nachgereicht werden: Ricky Gervais, dieser kongeniale, britische Komödiant, rechnete bei den Golden Globes 2011 mit der Selbstbeweihräucherung der Filmindustrie ab - und dafür wird er wohl künftig nicht mehr zu den Globes eingeladen, noch wird eine Nominierung eines Films seiner Beiteiligung je wieder in Betracht gezogen werden. Damit hat er offensichtlich sein Ziel erreicht, sagte er doch noch vor der Show:

“I don’t think I went far enough… Obviously not, because they invited me back. So, I’m going to do it again, do a proper job. And I guarantee they will not invite me back.”
Was für ein Armutszeugnis für die Globes!

Dienstag, Januar 25, 2011

Batman vs. Catwoman und Bane

"The Dark Knight Rises" hat endlich seine Gegenspieler:
Bane und Catwoman werden im dritten Nolan-Batman mit von der Partie sein und sie werden gespielt von Tom Hardy ("Band of Brothers", "Black Hawk Down", "Star Trek: Nemesis", "Inception") und Anne Hathaway ("Plötzlich Prinzessin", "Brokeback Mountain", "Der Teufel trägt Prada", "Get Smart").Das Christopher Nolan wieder auf einen bewährten Darsteller zurückgreift ist nicht ungewöhnlich, so überrascht mich Tom Hardy auch nicht wirklich, bloss mit Bane hatte ich nicht gerechnet. Mal sehen, wie der Charakter in das neue Batman-Konzept passt.Catwoman wundert mich hingegen nicht, schließlich ist sie ein beliebter ambivalenter Charakter, indes Anne Hathaway, auch wenn ich nichts gegen sie als Darstellerin habe, kann ich mir als Catwoman nicht direkt vorstellen. Für diese Rolle hätte ich mir eine etwas verführerische, weiblichere Person vorgestellt. Aber wer weiß! An Heath Ledger glaubte ich zunächst ja auch nicht...

Donnerstag, Januar 20, 2011

Kurzreviews Dezember/II/2010

Ich bin es endlich angegangen. Wie versprochen, so begonnen - auch wenn es seine Zeit gedauert hat. Seit Mai 2010 habe meine Kurz-Reviews regelmäßig gepostet, mit einer kleinen Intervalländerung zwischendruch zwar, dennoch beständig, was mich, in tiefster Eigenkritik und mit etwas Selbstbewusstsein, selbst überrascht hat. Denn ich bin kein Mensch der Gleichförmigkeit und Regelmäßigkeit. Doch hier habe ich es durchgehalten... bis 2011.Am 1.1.2011 wollte ich, wie die Regelmäßigkeit es gebietet, die zweite Review-Liste des Monats Dezember 2010 veröffentlichen. Begleitend beabsichtigte ich einen kleinen Rückblick auf die Review-Listen des Jahres 2010, die Bewertungen und Anzahl im Großen und Ganzen zusammenfassend, also wirklich ganz klein. Tatsächlich war diese Liste am 1.1. kurzzeitig online. Die Betonung liegt hierbei auf "kurzfristig", denn sie war nicht komplett und ungenügend verfasst, eben eine reine Rohfassung. Dieser Zustand bestand bis heute, denn Weihnachtsstress, Silvesterfeier und der neue, meine Freizeit deutlich einschränkenden Job haben eine Bearbeitung verhindert.Doch inzwischen habe ich es geschafft, habe mich durchgerungen, mich hinzusetzen und der Liste den letzten Schliff zu verpassen. Was bedeutet, dass neben den zentralen Reviews diese Einleitung, der angesprochene Rückblick auf die Listen des Jahres 2010 (zumindest seit Mai...) und ein kleines Gedenken an das Sterben großer Legenden des Films hinzugekommen sind. Es ist viel Text, ich weiß, aber dafür habe ich auch lange Zeit nichts mehr gepostet:

2010 habe ich 14 Reviewlisten (diese mit eingeschlossen) veröffentlicht, die kurze Besprechungen und Bewertungen zu 177 Filmen umfassen. Insgesamt habe ich 1190 Punkte auf einer 1 bis 10-Skala an diese Filme vergeben, durchschnittliche 7 Punkte pro Film - was ich als sehr viel erachte. So viel zu den blossen Zahlen!Was gibt es denn inhaltlich zu den Listen zu sagen?
Zunächst einmal das übliche, wie es in jeder Liste zur Sprache kommt: Filme, bei denen ich eingeschlafen bin (kommt sehr, sehr, sehr häufig vor...) oder aus einem anderen Grund vorzeitig abgebrochen habe, sind nicht in die Listen mitaufgenommen (einzige Ausnahme: "Rome Is Bleeding"). Ebenso habe ich aufgrund des Zeitaufwands keine Serien in den Listen vermerkt. Daneben ist noch zu erwähnen, dass ich dieses Jahr nicht sehr häufig Filme im Kino genossen habe und somit einiges "aktuelles" nicht bewerten konnte. Grundsätzlich favorisiere ich darüberhinaus so oder so ältere Filme.Auffällig war vor allem zu Beginn der Liste die hohe Dichte an "Star Trek", auch abseits der Serien und Filme, da des Öfteren typische "Star Trek"-Darsteller ihren Weg in die Listen auch in "Star Trek"-fremden Produktionen gefunden haben. Seien es Kim Catrall, William Shatner oder Robert Picardo. Natürlich ein blosser Zufall (oder...?), nichtdestotrotz Zeuge meiner wieder entdeckten Leidenschaft zu "Star Trek", die seit meinen Kindestagen deutlich abgeflaut war.
Zurück in Kindestage hat mich meine Nostalgie auch in Form der "Asterix"-Filme gebracht. Spontan hatte ich mich entschlossen, die guten alten Tage mit der Sichtung dieser wiederaufleben zu lassen. Das umfassten dann letztendlich nicht alle Filme der Reihe, aber immerhin die wichtigsten. Und tatsächlich macht das sympathische Duo Asterix und Obelix auch heute noch viel Spaß - in den richtigen Geschichten.
Ebenso spontan wollte ich mich nochmal an Dario Argento versuchen und habe es zumindest geschafft, mir zwei seiner legendäreren Filme ("Suspiria" und "Profondo Rosso") erneut zu Gemüte zu führen. Und obgleich sie ihren Reiz haben, musste ich damals gestehen, dass sich mir der Ruf Argentos einfach nicht erschließt...Viel spezieller und wichtiger sind für mich indes die kleinen "Entdeckungen". Die ganzen kleinen und großen Filme, die ich lange im Fernsehen oder der Videothek ignoriert habe, die aber einfach großartig, wenn auch meistens vergessen, sind. Ebenso wie Filme neueren Datums, die 2010 veröffentlicht wurden, und den meisten uninspirierten und seelenlosen Blogbuster zeigen, was es heißt, mit Herz bei der Sachen zu sein. Hier sind sie, die großen kleinen Entdeckungen:

  • Als purer Lovecraft erwies sich John Carpenters "Die Mächte des Wahnsinns", den ich lange Zeit im Fernsehen gemieden habe. Dabei ist der Film in seinem Sog, in seiner Stimmung der Ausweglosigkeit und seiner Atmosphäre einfach wunderbar schaurig. Und Sam Neill ist großartig in der Hauptrolle.
  • Sherlock Holmes hat mich dieses Jahr sehr fasziniert, was sich in einigen Sherlock Holmes-Verfilmungen in den Listen wiederspiegelt ("Der Hund von Baskerville" von 1983, die "Holmes vs. Jack the Ripper"-Versionen). Dabei war die wahre Entdeckung die großartige Serie mit Jeremy Brett. Hier gilt: schaut euch diese Serie an! Eine bessere Holmes-Adaption gibt es nicht!
  • Wenn auch nicht überragend, dafür als kleiner Film interessant genug war "Final Cut" mit Jude Law. Eine kleine britische Produktion, die den Trick von "Blair Witch Project" etwas variiert schon zuvor verwendete, dabei aber wesentlich überzeugender funktioniert als der lahme US-Low-Budget-Pseudo-Grusler.
  • Aus der erste Staffel der "Masters of Horror"-Reihe, zu der mehr oder weniger bekannte Horrorfilm-Regisseure wie John Carpenter oder Dario Argento Kurzfilmbeiträge lieferten, habe ich den ein oder anderen gesehen und die insgesamte Mittelmäßigkeit des ganzen zur Kenntnis genommen, wie auch gelungene und sehr unterhaltsame Folgen wie John Landis "Deer Woman" oder Takashi Miikes "Imprint" entdeckt. Ebenso sollte Joe Dantes kurioses Zombie-Politikum "Homecoming" nicht unerwähnt bleiben.
  • Martia-Arts-Entdeckung des Jahres ist natürlich Isaac Florentines "Undisputed III: Redemption", in dem Scott Adkins wieder mal zeigen konnte, was für ein großartiger Fighter er ist. Die Kämpfe sind hervorragend choreographiert und inszeniert, die Geschichte ist zwar klischeehaft und vorhersehbar, ohne jedoch dabei langweilig zu werden. Ja, auch Amerikaner können gute Martial-Arts-Kracher drehen... mit einem israelischen Regisseur und einem britischen Hauptdarsteller.
  • Aus der unzähligen Zahl der miesen Asia-Horrorfilme, vorzugsweise mit einem gruseligen, untoten Mädchen mit langen Haaren, sticht "R-Point" oder "Ghost Soldier" in unseren Landen deutlich hervor. Die Mischung aus Krieg und Horror erweist sich als dicht atmosphärischer, spannender Überlebenskampf in einer ausweglosen Situation. Einzig die Identifizierung der asiatischen Darsteller kann sich bisweilen als problematisch erweisen, da sie in Uniform schwer auseinander zu halten sind, aber da machen westlichen Darsteller keine Ausnahme. Ach ja, die Asiatin mit langen Haaren gibts auch hier - zum glück selten präsent.
  • Einfach spassiger Anti-Weihnachtsfilm ist "Santa Slay", in dem Bill Goldberg als satanischer Weihnachtsmann mordend durch eine Kleinstadt wütet. Allein der Anfang ist einen Blick wert!
  • Meine Ingmar Bergman-Boxen setzten schon Staub an in meinem Regal, als ich endlich dazu gekommen bin "Wilde Erdbeeren" zu sehen. Ein meisterliches Werk über Leben und Tod, nahezu die Essenz aus Bergmans Œuvre. Rührend, großartige, eben ein Meisterwerk durch und durch.
  • Für ein Biopic von 1956 ist "Vincent van Gogh - Ein Leben in Leidenschaft" eine sehr unterhaltsame Angelegenheit, mit wunderschön Bildern und eindrucksvollen Darstellerleistungen von Kirk Douglas und Anthony Quinn.
  • "Scott Pilgrim vs. the World" ist DER ultimative Nerdgasm, den niemand zu schätzen wusste - ausser Nerds. Eine wahre Schande! Denn so einen vielseitigen Einfallsreichtum und so eine perfekte Inszenierung findet man heute nur noch selten.
  • "Gefahr und Begierde" nehme ich in die Liste nicht wegen des Films auf, denn trotz Ang Lees intensiver Emotionalität ist der Film bloß ein Gerüst für einen großartigen Film. Dafür habe ich mit diesem Film (und mit "Das Mädchen mit dem Perlenohrring", den ich allerdings nicht gesehen habe) Komponist Alexandre Desplat entdeckt. Ein sehr guter Musiker, den die meisten vielleicht aus "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" kennen. Für mich eine kleine musikalische Offenbarung.
  • "Sideways" lag lange aufgenommen, doch ungesehen auf der Festplatte. Erst im Nachhinein hat er richtig seine Wirkung bei mir entfaltet, dafür umso eindringlicher. Wunderschöner, realitätsnaher Road Trip von Paul Giamatti und Thomas Haden Church, wunderbar isnzeniert von Alexander Payne. Toll!
  • Mit Barry Sonnenfelds Kinoadaption der "Addams Family" habe ich endlich wieder mal eine wirklich lustige Komödie entdeckt, voller schwarzem Humor und bestens aufgelegter Darsteller, die im Fernsehen zumeist ein tragisches Nachmittagsprogrammdasein fristet. He! Dieses Komödie ist 10-mal das, was heutige Schrottfilme sein wollen, die einfallslos dieselben Gags immer wieder durchkauen und sich selbst als "Komödie" bezeichnen, wo doch Schnarchmittel wesentlich treffender wäre.
  • Ebenso ein Schattendasein fristend, diesmal allerdings im Kabel1-Nachtprogramm meistens gemeinsam mit der minderen Mogelpackung "Stephen King's Quicksilver Highway" verbraten, ist die von Zombiefilm-König George A. Romero inszenierte Stephen King Adaption "Stark - The Dark Half". Ein spannender Horrorfilm mit einer dichten Atmosphäre, sehr guten Darstellern, allen voran Timothy Hutton, und schaurig-schöner Musik von Christopher Young. Ein sträflichst unterbewerteter Thriller, der mir sogar besser gefällt als Romeros "Dawn of the Dead".
  • Ich mochte eigentlich noch nie die lächerlichen "Flugszenen" in Wuxia-Filmen. Wer dieses Genre kennt, weiß was ich meine. Doch eine erneute Sichtung von "Tiger & Dragon" unterzog mich einem radikalen Wandel dahingehend, dass ich zumindest in besagtem Film diese Flugeinlagen als sehr schön und fast spirituell empfinde. Genau wie den Film.


Wie bei jedem Ding gibt es gleichsam hier die Kehrseite der Medaille und die ein oder andere Enttäuschung hat sich auch bei mir eingestellt. Ich bin nicht schnell zu enttäuschen, denn meine Erwartungen sind fast immer von vorneherein auf ein Minimum reduziert. Doch diese hier haben es geschafft.
  • Der Vorgänger wirkte frisch und Regisseur Jon Favreau hatte genug Ideen in peto - doch für "Iron Man 2" sind ihm dann wohl die Ideen ausgegangen, denn die Geschichte wurde absolut uninspiriert und öde weitergeführt, mit einem einfallslosen Bösewicht, einer typischen Vater-Sohn-Konflikt-Geschichte, der großen Hollywood-Love-Story, die die knisternde Spannung zwischen Tony Stark und Pepper Potts einfach mal im Liebesklischeesumpf ertränken lässt, und ganz viel große kleine Jungens-Unsinn. Das der Film nicht total uninteressant geworden ist, liegt allein an den Darstellern und ist insbesondere Robert Downey Jr. zu verdanken.
  • In meiner Sherlock Holmes-Begeisterung musste ich selbstredend das Duell zwischen ihm und Jack the Ripper sehen, doch beide Verfilmungen zu dem Thema sind eher lahm. Hatte ich etwa zuviel von den 60er und 70er-Jahren erwartet?
  • Einer meiner meisterwarteten Action-Filme des Jahres war "Ninja: Revenge Will Rise", der sich dann leider als gänzlich unspektakulärer, fast trivialer Beitrag zum B-Action-Genre herausstellte, bei dem einzig der Look stimmt. Selbst die Fights sind meistens zu öde und der fehlende Inhalt macht sich hier doch bemerkbar.
  • Seine relativ hohe Wertung hat "Inception" von mir erhalten, doch gemessen an der Prämisse war er doch sehr enttäuschend. Die umfassend Traum- und Unterbewusstseinthematik wird zugunsten eines simplen Action-Spionage-Thriller-Konstrukts reduziert, das sich in seiner Psychologie mainstreamanbiedernd simpel heraustellt. Der Inhalt ist luftig-locker, die Charaktere rein symbolhaft und die Traumwelten erschreckend einfallslos. Dafür waren immerhin die Darsteller und Tricks top. Dennoch: total überhypt und pseudointellektuell.
  • Ich war mir nie sicher, was ich von einem Sequel zu einem Bruce Lee-Klassiker halten sollte, doch die Bilder und Trailer sahen gut aus, zudem ist Hauptdarsteller Donnie Yen ein Kampfsport-Gott. Doch "Legend of the Fist: The Return of Chen Zhen" erhebt leider zu hohe Ansprüche und entwickelt sich in eine ungünstige Richtung, will epochal sein und eine große Geschichte erzählen. Dass das ganze dann doch wieder in dem üblichen "Heldenhafte chinesische Einzelkämpfer gegen böse japanische Unterdrücker"-Getue endet, das in jedem einzeln chinesischen Film der letzten Jahre vorkam, zeugt von der blossen Einfallslosigkeit der Macher. Hinzu kommt, dass Donnie Yens Chen Zhen in dieser Geschichte bis zum Finale kaum eine Rolle spielt und gänzlich verschenkt wird. Was auch bedeutet, dass Martial-Arts-Fights äusserst spärlich gesät, dafür durchaus gelungen inszeniert sind. Das Finale ist hingegen total misslungen.


Das ist meine Quintessenz zu meinen Review-Listen des Jahres 2010. Es hätten schlimmer kommen können, z.B. garantiert wenn ich öfter ins Kino gegangen wäre...


Doch 2010 war auch ein sehr trauriges Jahr, ein Jahr des Hinscheidens großer Filmlegenden, derer ich hiermit noch einmal gedenken möchte. Der Vielzahl verstorbener Größen der Filmwelt angemessenden Tribut zu zollen, ist äusserst schwierig, denn es sind so viele von uns gegangen, bekannte, wie weniger populäre. Große Männer wie die Regisseure Claude Chabrol und Arthur Penn oder Produzenten-Gigant Dino De Laurentiis haben praktisch gemeinsam die ewige Filmruhmeshalle betreten und sich zu Legenden wie Dennis Hopper oder Tony Curtis gesellt, ebenso weniger populäre Filmschaffende, wie "Star Wars - Das Imperium schlägt zurück"-Regisseur Irvin Kershner oder Quentin Tarantinos Cutterin Sally Menke.
Sehr getroffen hat mich der Tod von Komödienstar Leslie Nielsen, der in meiner Kindheit für unzähligen Stunden des Gelächters gesorgt hat und wenn ich mich dafür aus meinem Bett geschlichen habe, um durch einen Türspalt ins Wohnzimmer linsen zu können, wo meine Eltern gerade "Die nackte Kanone" sahen, gefolgt von meiner Entdeckung, da ich laut loslachen musste.

Und das sind bloß diejenigen, die ich in meinem Blog zuvor betrauerte. 3 Männer hätten zudem noch ihren Weg in die Listen gefunden, wäre ich noch dazu gekommen:
Regisseur Blake Edwards, der durch Filme wie "Frühstück bei Tiffany", "Die Tage des Weines und der Rosen" oder die "Pink Panther"-Filme bekannt geworden war, ist am 15. Dezember an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben.Ihm Gesellschaft leistet der B-Film-Regisseur Jean Rollin, der am selben Tag einer langlebigen Krankheit erlag. Der französische Regisseur war vor allem wegen seiner Vampirfilme und Freizügikeit bekannt.Nicht mehr 2010, sonderm am 2. Januar 2011 verstarb Darsteller und Charaktergesicht Pete Postlethwaite ("Alien 3", "Die üblichen Verdächtigen", "William Shakespeares Romeo + Julia"), der stets einen bleibenden Eindruck hinterlies und wenn es nur in Nebenrolle war, an Krebs.2010 verstarben noch unzählige weitere großen und kleinen der Filmwelt, die ich kaum alle zu erwähnen mich Stande sehe: "Lost Boys"-Darsteller Corey Haim starb am 10. März dieses Jahres wie Leslie Nielsen und John Forsythe an den Folgen einer Lungenentzündung, Peter "Jim Phelps" Graves verstarb 4 Tage später an den Folgen eines Herzinafarktes. Jean Simmons († 22. Januar) und Patricia Neal († 8. August) verstarben an Lungenkrebs, Lynn Redgrave († 2. Mai) an Brust- und Simon MacCorkindale († 14. Oktober) an Darmkrebs. Tom Bosley wurden Staphylokokken zum Verhängnis und beendeten am 19. Oktober sein Leben. Lena Hornes Herz hörte am 9. Mai auf zu schlagen und Gary Coleman erlitt durch einen Sturz eine schwere Kopfverletzung aus der er nicht mehr erwachen sollte, so dass sich seine Frau am 28. Mai dazu entschloss, die lebenserhaltenen Maßnahmen abzustellen.

An alle diese Menschen, auch dijenigen die ich vergessen habe und die, die nicht aus dem Bereich des Films kamen

R.I.P.


Nichtsdestotrotz geht das Leben weiter, bei mir mit den 12 Filmen (ausgeschlossen Serien und Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe), die ich im Monat Dezember seit der letzten Liste gesehen habe:

Iron Monkey (1993)
Robin Hood meets Wong Fei Hong, kombiniert mit asiatischem Humor. Erfolgsvehikel für Donnie Yen, solide inszeniert von Yuen Woo-Ping, daher allerdings auch leider arg Wire-Fu-lastige Kämpfe. Nichtsdestotrotz unterhaltsam. (7/10)

Tiger & Dragon (2000)
Schönes Wuxia-Drama über Rache, Kampfkunst und unerfüllte Liebe von Ange Lee. Zhang Ziyis Charakter ist bisweilen unterträglich arrogant und Chow Yun-Fats Li Mu Bai entnervend lehrmeisterhaft, während Michelle Yeoh ein emotionales Gegengewicht aufbietet. Übrigens der einzige Film, bei dem die bekannten "Wuxia-Flugeinlagen" nicht störend, sondern schwerelos schön erscheinen. Wie der gesamte Film. (8,5/10)

Die Nackte Kanone (1988)
Die absurden Witze, teils aus der Original-Serie "Police Squad" entliehen, machten mir als Kind Spaß und tun sie dank Leslie Nielsen (R.I.P) auch heute noch, während Ricardo Montalban (R.I.P.) als wunderbarer Klischee-Bösewicht von Bondausmassen glänzt. Immer noch zum Schreien komisch. (7/10)

Leprechaun 5 - In the Hood (2000)
In Unkenntniss des ersten Teils sage ich dennoch: mit diesem Sequel dürfte die Reihe die Grenzen des Wahnsinns überschritten haben, wenn ein kleiner irischer Kobold auf der Jagd nach seinem Gold Gangsterrappern das Fürchten lehrt. Leider wird Warwick Davis zeitweillig arg zugunsten des protagonistischen Rapper-Trios und ihrer Hip Hop-Eskapaden vernachlässigt. Dennoch ein einziger, leidlich amüsanter Mindfuck. (6/10 auf einer Trash-Skala)

Kate & Leopold (2001)
Immer noch rätselnd, warum ich überhaupt diesen Film geguckt habe, kann ich sagen: der Film ist doof! Aus der halbwegs interessante Prämisse macht der Film GAR NICHTS, ist inhaltslos, Meg Ryan nervt und die Chemie zwischen ihr und Hugh Jackman oder ein plausibler Grund für ihre Romanze ist nicht vorhanden. Wie gesagt: doof. (3/10)

Heartless (2009)
Kleines britisches Moralstück-Aporem mit Fantasy- und Horror-Einschüben, das leider nicht über die Mittelmäßigkeit hinauskommt, dabei als urbaner Horror durchaus Potential gehabt hätte und immerhin mit Jim Sturgess einen guten Hauptdarsteller vorweisen kann. Dennoch hat Philip Ridley hier viel verschenkt. (5/10)

Das Siebte Zeichen (1988)
Akzeptabler Apokalypse-Thriller mit Demi Moore, Michael Biehn und Jürgen Prochnow, der wieder christliche Religion als ergiebigen Nähboden für Fantasyfilme offenbart, ohne viel aus dem Potential zu schöpfen. Immerhin mit mysteriöser Atmosphäre und ein wenig spannend. (6,5/10)

Stephen King's Stark (1993)
Lange auf Kabel 1 verpasst, jetzt endlich gesehen: unterschätzte Stephen King-Verfilmung von George A. Romero, spannend, atmosphärisch, mit guter Musik von Christopher Young und starken Darstellerleistungen, insbesondere von Timothy Hutton. Gehört von der Filmwelt unbedingt wiederentdeckt. (8/10)

Ip Man (2008)
Mehr ein den Legenden-Status Yip Mans förderndes, denn akkurates Biopic. Dafür gibt's fast alle gefühlten 5 Minuten Schlägereien und was für großartig choreographierte Kloppereien! Donnie Yen ist in der Hauptrolle superb, allerdings gibt es hier auch nicht viel charakterliche Tiefe auszuspielen. Dennoch ein starkes Martial-Arts-Epos. (7,5/10)

Königin für tausend Tage (1969)
Englische Geschichte auf Hollywood-Art, Heinrich VIII. vs. Anne Boleyn auf ihre Liebelei beschränkt und die politischen Auswirkungen gänzlich ignorierend, was den Film mitunter recht langweilig erscheinen lässt. Dafür ist er gut ausgesattet und gespielt, mit Richard Burton als Heinrich und Geneviève Bujold als Lady Boleyn passend besetzt. Aber eben zu dick Hollywoodesk aufgetragen, vor allem das Ende... (6/10)

Stephen King's Quicksilver Highway (1997)
Mick Garris inszeniert auf TV-Niveau eine Geschichte von Stephen King und (Etikettenschwindel!) eine von Clive Barker (der bessere Autor von beiden wird selbstredend unterschlagen...). Sicher nicht gruselig und einfach nur unfreiwillig (oder freiwillig?) komisch, insbesondere der schräg kostümierte Christopher Lloyd. Schlimmer jedoch: streckenweise arg ermüdend. (3/10)

Scott Pilgrim vs. the World (2010)
Müsste mehrmals auf der Liste stehen, da meine BluRay schon in meinem Laufwerk heißläuft... das ultimative Nerd-Fest, furios inszeniert von Edgar Wright. Einfach nur großartig! (9,5/10)



12 - 6,4 (77)

Mittwoch, Januar 12, 2011

Was soll ich sagen...

Seit Weihnachten war es bei mir erst mal wieder still. Mir fehlte einfach zum einen die Motivation oder die Ideen zum Bloggen, zum anderen hat mich die Arbeit ein wenig davon abgehalten. Doch ich werde in Zukunft wieder versuchen, ein wenig zu posten. Ein bissl. Hin und wieder.
Am 1.1. war ja sogar eine Review-Liste kurzzeitig online, jedoch habe ich sie wieder rausgenommen, aus Gründen der Vollständigkeit und Überarbeitung. Sie kehrt die Tage bestimmt zurück, inklusive kleinen Rückblick auf die Listen des Jahres 2010.

Was ich jetzt noch gerne sagen möchte:

FROHES NEUES JAHR! Diesmal ohne Chuck Norris, der hat sein eigenes Feuerwerk abgefeuert...

Freitag, Dezember 24, 2010

Frohe Weihnachten!

Fast hätte ich es vergessen: FROHE WEIHNACHTEN! FROHES FEST!

Mittwoch, Dezember 22, 2010

The Assassination of Yogi Bear by the Coward Booboo

Who the fuck is Yogi Bear? Egal, das Video hier finde ich auf jedenfall... interessant.



Hier btw das Original mit Brad The Pitt:

Samstag, Dezember 18, 2010

The Chuck nukes Blogger

Blogs sterben, User verschwinden spurlos. Doch das ist erst der Anfang. Denn demnächst werden alle Blogs sterben! Der Grund ist einfach, doch elementar: niemand hat die Ernennung CHUCK NORRIS zum Texas Ranger gewürdigt!
Deshalb prophezeie ich, demnächst werdet ihr und alle eure Blogs mysteriösen Roundhousekicks zum Opfer fallen! Es hat schon begonnen: mys bleibt verschwunden und Jens wurde zeitweillig ausgeknockt. Gerüchte gehen um, die von Barstoppeln am Tatort flüstern - die Mordwaffe? Wer weiß...

Mittwoch, Dezember 15, 2010

Kurzreviews Dezember/I/2010

Wie schon angekündigt, meine Weisheitszähne machten sich zu Nikloaus von dannen und vegetieren inzwischen in einem Gals bei mir zu Hause herum - genau wie ich am Tag der OP, wenn auch ohne Glas und im Bett. Dabei war ich nicht einmal ganzkörperlich narkotisiert...
Nein, bei mir war es lediglich eine lokale Betäubung, weswegen ich sozusagen die Extraktion live miterlebte. Gespürt habe ich freilich nichts. In der Tat war ich mehr überrascht vom zügigen Prozess der Entfernung. So hat es kaum 20 Minuten in Anspruch genommen, meine Beisserchen zu entfernen. Angenehm war das sich wiederholende knackende Geräusch dennoch nicht.Ungünstigerweise ergab es sich nach der OP, dass die Apotheke das erforderliche Schmerzmittel nicht vorrätig hatte, ergo es nachzubestellen und abzuholen war. Bis dahin war ich indes ohne Schmerzlinderung, aber dankbarerweise mit Narkose - noch. Zur Ablenkung gab ich mich ein paar Filmen hin (s.u.), zu denen unter anderem "Hot Fuzz" seinen Platz fand. In einem perversen Anfall von schwarzem Humor entschied die Narkose zu einer besonders passenden Szene des Films ihre Wirkung allmählich zu beenden, um den Schmerzen freien Lauf zu lassen... (und des folgenden Bildes wegen ist mein Blog demnächst wohl ab 18, obgleich der Film ab 16 Jahren freigegeben ist)Meine Beschwerden waren zu diesem Zeitpunkt vergleichsweise schmerzhaft, wie man es sich beim gebeutelten Timothy Dalton vorstellt... naja, vielleicht nicht ganz. Aber es tat verdammt weh! Glücklicherweise trafen wenig später meine Drogen ein und dank Novaminsulfon hat sich das sehr rasch wieder gelegt. Womit meine Erfahrungen mit den Schmerzen einer Weisheitszahn-Extraktion zwar recht kurz waren, dennoch äusserst intesiv zwischen dem Abklingen der Narkosse und dem Wirken des Schmerzmittels... Was mich dennoch nicht davon abhält, hiermit wiederum die 13 Filme (ausgeschlossen Serien und Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe) zu präsentieren, die ich bisher im Monat Oktober gesehen habe... und diesmal ist verdammt viel Asia dabei! Schließlich musste ich das ein oder andere nachholen, wie das "Ip Man"-Se- und Prequel, das "Fist of Fury"-Sequel oder "Detective Dee"...

Der Grauenvolle Mr. X (1962)
Edgar Allan Poe im Hammer-Gewand, once more. Roger Corman inszeniert 3 adaptierte Kurzgeschichten des Meisters, ohne es mit der Werktreue allzu genau zu nehmen. Dafür ist Vincent Price omnipresent und insbesondere das "Weinduell" zwischen ihm und Peter Lorre ist kurios witzig und eine Sichtung wert. Ansonsten... eben typisch Hammer-Studios. (6/10)

Amusement (2009)
Standard-Horror, der in seiner episodenhaften Erzählform bei jedem klischeehaften Horrorfilm-Setting (psychopathischer Truckfahrer, Killer-Clowns, ablegene Grusel-Pension etc.pp.) klaut. Null Story, eher kurios als gruselig und ganz bestimmt nicht gut, dennoch leidlich amüsant - Katheryn Winnick kann sich allerdings sehen lassen! (4,5/10)

Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich (2004)
Äusserst gelungenes Sequel zum witzigen Vorgänger, der durch Dustin Hoffman und Barbara Streisand als Gregs Eltern perfekt ergänzt wird. Weitere unglaublich witzige Situationen und Missverständnisse sind garantiert und das Gespann De Niro/Stiller ist göttlich! (8,5/10)

Spawn (1997)
Nicht mehr und nicht weniger als ein "The Crow"-Epigone (Comic-Vorlage, düster, Rache, unsterblicher Held, Martial-Artist als Hauptdarsteller...), dafür dann doch äusserst mies, ohne Geschichte, ohne Charaktere oder Charakterentwicklung, dazu passende Darsteller, meistens miese Effekte und ein nerviger John Leguizamo. Wirklich sehr mies... (2/10)

Hot Fuzz (2007)
Tritt all den beschissenen Spoof-Komödien mit ihren Pipi-Kacka-Witzchen in die Eier und zeigt, wie eine Parodie und Hommage auszusehen hat. Aberwitzige Einfälle en masse, hervorragend inszeniert von Edgar Wright und mit dem unfehlbaren Gespann Simon Pegg und Nick Frost - einfach toll! (8/10)

Hellboy (2004)
Ich liebe die Comics und Guillermo del Toro setzt sie fantastisch um, mit Atmosphäre und viel Herz für die Geschichte, Inszenierung und die Charaktere. Sogar die Effekte sind mehr als beachtlich. Die Besetzung Ron Perlmans als Hellboy ist im Grunde die beste Casting-Entscheidung des Jahrhunderts. Ganz toller, wunderschöner Fantasy-Film! (8,5/10)Legend of the Fist: The Return of Chen Zhen (2010)
Warum jetzt ein Sequel zum Bruce Lee-Klassiker "Fist of Fury"? Sicherlich ist Donnie Yen ein großartiger Kampfsportmeister und beweist damit auch hier, warum er der derzeitige Topstar Hong Kongs ist - doch mit diesem Film hat man weder ihm, noch Bruce Lee einen Gefallen getan, denn die Geschichte und Kämpfe sind zu unspektekulär, Chen Zhen spielt selten eine signifikante Rolle in der typischen "unterdrücktes China gegen Japan"-Variation und es herrscht kräftiger Action-Mangel. Der Film schaut zwar gut aus, ist insgesamt leider enttäuschend. (5,5/10)

Detective Dee and the Mystery of the Phantom Flame (2010)
Unterhaltsamer Mystery-Krimi, in dem Tsui Hark durch dichte Atmosphäre, eindrucksvolle Settings und einer rätselhaften Geschichte bei der Stange hält und dabei den ein oder anderen denkwürdigen Moment schafft. (7/10)

Ip Man 2 (2010)
Dem Vorgänger sehr ähnlich, variiert jedoch das Setting ein wenig: statt Freiheitskampf gibt es soziale Probleme und Ehrebehauptung gegen den Westen, statt böser Japaner böse (und korrpute) Engländer. Daneben sind die Fights immer noch zahlreich und hervorragend choreographiert von Sammo Hung, bis auf ein paar kaum störende Wire-Fu-Einsätze, und Donnie Yen ist immer noch grandios als Yip Man. (7,5/10)

Lone Wolf and Cub: Sword of Vengeance (1972)
Beginn der Film-Reihe, derentwegen mein Blog und ich unsere Namen tragen. Mitunter das beste, was Samurai-Filme und Jidai-gekis hevorgebracht haben. Eine originäre Geschichte und blutige Schwertkämpfe großartig inszeniert von Kenji Misumi. Tomisaburô Wakayama entspricht zwar physiognomisch nicht ganz dem Kozure Okami aus dem Manga, doch überzeugt in der Rolle durch seine Ausstrahlung, während der damals noch 4-jährige Akihiro Tomikawa als Daigoro für sein Alter eine beeindruckende Performance darbietet. Mit dem Film könnt ihr mich totschlagen! (9/10)The Legend Is Born - Ip Man (2010)
Prequel zu den beiden erfolgreichen "Ip Man"-Filmen. Weniger Action, mehr (Standard-)Geschichte und ein anderer Hauptdarsteller, zudem scheint die Musik bisweilen vom "Last Samurai"-Score "inspiriert". Nichtsdestotrotz gibt es viele Fights, die sehr gut choreographiert sind, aber leider auch nicht ohne zwar seltenes, nichtsdestotrotz störendes Wire-Fu auskommen. Und der Film vereint Sammo Hung und Yuen Biao gemeinsam vor der Kamera! (7,5/10)

True Legend (2010)
Die Cameos von Michelle Yeoh, Gordon Liu und David Carradine können nicht über Yuen Woo-Pings misslungenen Film hinwegtäuschen. Dafür sind die Geschichte und Charaktere zu unausgegoren und uninteressant. Allerdings hat der Film einen Kuriositätsfaktor: wenn er zu Ende ist, geht er einfach weiter! Die Action ist indes ansehnlich. (5/10)

Inception (2010)
Ich habe mal gesagt, "Inception" sei ein sehr dummer Film - das möchte ich revidieren: er ist nicht so clever, wie er es gerne wäre und vorgibt zu sein. Artistisch macht der Film zu wenig aus seiner Thematik, die insgesamt, gemessen an der Prämisse, arg fanatsielos präsentiert wird, die Charaktere sind reine Symbolschablonen und die Action-Szenen sind zwar gut, ermüden jedoch rasch. "Inception" hätte mehr sein können, wurde leider "nur" ein sehr guter Blogbuster, mit seichtem Tiefgang. (7,5/10)


13 - 6,7 (86,5)

Sonntag, Dezember 12, 2010

Inception in Real-Time

Sehr gute Idee zu "Inception", die einzelnen Ebenen im Splitscreen gleichzeitig abzuspielen. Ich fand den Film zwar noch nie schwer verständlich, finde das Video dennoch cool.

Mittwoch, Dezember 08, 2010

TRON: Legacy Fanmade

Mir gefällt dieser fanmade Trailer zum Tron-Sequel "TRON: LEGACY". Und ich bin immer noch auf den Film gespannt, trotz 3D.

Samstag, Dezember 04, 2010

Killerspiele vs. British Comedy

Ich habe gerade keine Ahnung, was ich posten soll, aber das hier fand ich extrem lustig, daher...

Mittwoch, Dezember 01, 2010

Kurzreviews November/II/2010

Alle gehen sie von uns. All die großen und kleineren Filmlegenden. Dazu gesellten sich kürzlich weitere große Namen der Filmgeschichte:

Am 28. November starb Leslie Nielsen an den Folgen einer Lungenentzündung. Schon als Kind liebte ich die "Nackte Kanone"-Reihe und auch heute kann ich mich über diese köstlichen Nonsense-Komödien herrlich amüsieren. Wofür vor allem Nielsens unvergleichluche Darstellung Frank Drebins die Ehre gebührt. Trotz seines Type-Castings mochte ich den Darsteller und trauere sehr um seinen Tod im Alter von immerhin 84 Jahren.

R.I.P.

Allein ist er freilich nicht, denn zur Zeit tritt man im Filmgeschäft in Mengen ab und somit gesellt sich Irvin Kershner zur Komödienlegende Nielsen. Vielen sagt der Name bestimmt nichts, schließlich war Kershner in erste Linie hinter der Kamera als Regisseur aktiv. Er war es, der Filme wie den inoffiziellen Bond "Sag niemals nie", "Robocop 2" und seine, wohl größte Leistung, "Das Imperium schlägt zurück", der bis heute den besten Teil der "Star Wars"-Saga darstellt, inszenierte. Am 27. November verstarb Kershner nun an den folgen einer langjährigen Krankheit.

R.I.P.

Und einen Nachruf habe ich noch nachzureichen, denn am 11. November starb Dino De Laurentiis im Alter von 91 Jahren. Die Produzenten-Legende stand hinter nahezu 600 Filmen, darunter Werke von Federico Fellini ("Achteinhalb" erfährt De Laurentiis eine Huldigung durch Fellini) und Roberto Rossellini, als auch Filme wie "Barbarella", "Blue Velvet", "Conan der Barbar", "Dune - Der Wüstenplanet" oder das "King Kong"-Remake von 1976 (welches in den Ruin trieb). Er war ein ganz großer im Filmgeschäft.

Cui honorem, honorem: Requiescat in pace!


Dennoch präsentiere ich wiederum die 4 Filme (ausgeschlossen Serien und Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe), die ich im Monat November seit der letzten Liste gesehen habe:

Manche mögen's heiß (1959)
Der Komödienklassiker von Billy Wilder und neben "Das Verflixte 7. Jahr" der wohl am ehesten mit dem Namen Marilyn Monroe assoziierte Film. Macht bei jedem Angucken Spaß, wird nie langweilig und ist wirklich humorvoll. Zu Recht ein Klassiker. (9/10)

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes No. 1 (2010)
Der Anfang vom Ende ist dank David Yates inszenatorisch bloß auf TV-Niveau und wirkt wie der Zusammenschnitt einer Serie. Nichtsdestotrotz ist der Film düster und bis auf einige Hänger durchaus spannend und gut inszeniert - für TV-Niveau. (6,5/10)

Alarmstufe: Rot 2 (1995)
Einer meiner Lieblingsfilme von Steven Seagal und äusserst unterhaltsamer "Die Hard"-Epigone. Statt Hochhaus oder Schiff gibt es hier einen gekaperten Zug, durch den sich der noch nicht ganz derart gravierend aufgedunsene Seagal töten darf, um seine Nichte (japp, Katherine Heigl) zu retten. Actionreich und eben Seagal. Macht Spaß! (7[8/10] auf einer B-Action-Skala)

Didi - Der Doppelgänger (1984)
Als Kind mochte ich Dieter Hallervorden und irgendwie auch heute noch. So bereitet der Film mir auch heute noch eine große Freude und ich konnte mich köstlich dabei amüsieren. (6,5/10)



4 - 7,5 (30)