Samstag, Mai 28, 2011

Bad Dog!

Batman bekommt einen neuen Sidekick! Nachdem Christopher Nolan jede Chance für Robin in "seiner" Trilogie zu nichte gemacht hat, wurde der Post frei für einen neuen, passenderen Begleiter des dunklen Ritters frei: BATDOG!Was zunächst nach einem dummen Scherz klingt (und der Kalauer im Name ist definitiv einer, doch man möge dem Team dies verzeihen, es bot sich wohl einfach an), ist tatsächlich die Realität. Und wie man Nolan kennt, wird der Hund dabei durchaus nicht lächerlich in die Story integriert, sondern mit Realismus, dunkler Hintergrundgeschichte, Psychologie und Drama - und so. Was bisher zu dem knuffigen Heldennachwuchs durchgesickert ist, klingt zumindest vielversprechend: sein Name wird Cerberus lauten (in "Inception" bewies Nolan ja schon seine Neigung zur griechischen Sagenwelt mit Ellen Pages "Ariadne"). Seine Vergangenheit liegt im Dunkeln, es ist nur soviel bekannt, dass er Teil eines diabolischen Experiments war, wodurch er zum hyperintelligenten und -agilen Tier wurde, das Bruce Wayne rettet, nachdem Batman durch einen Angriff Banes, bei dem sein treuer Butler Alfred ums Leben kam, schwer verwundet flüchten muss. Wayne, somit beinahe völlig auf sich gestellt, entwickelt langsam eine tiefte Beziehung zu seinem neuen tierischen und einzigem Freund, dessen Motivation indes im Dunkeln bleibt. Nach und nach deckt er die Fähigkeiten Cerberus' und versteht es, ihn in seinem Kampf gegen das Verbrecher miteinzubinden...
Klingt doch toll! Alles weitere würde zu viel der Story vorwegnehmen, weswegen ich dies mit einem Spoiler-Schutz versehen habe. Lesen auf eigene Gefahr!



Dienstag, Mai 24, 2011

Tintin

Ich bin ein riesiger "Tim und Struppi"-Fan. Die Comics habe ich als Kind verschlungen, die Serie aus den 90ern gucke ich heute noch mit Freuden. Hergé, Autor dieser kongeniale Abenteuer-Comics, hatte ein sehr interessantes Leben und seine Biographie allein liest sich sehr spannend.Nun verfilmen Steven Spielberg und Peter Jackson, zwei große Fans der Comics, die "Tintin"-Geschichten, führen abwechselnd Regie und bringen die Abenteuer auf die große Leinwand. Anlässlich dieser bevorstehen Ereignisse und der Veröffentlichung des ersten Teasers dazu, habe ich mich wieder einmal ein wenig mit dem Leben Hergés und seinen Geschichten beschäftigt.
Das führte zu einem äusserst umfangreichen Blog-Artikel und eingedenken dessen, dass längere Blog-Artikel wohl etwas abschreckend wirken können, teile ich diesen hier in drei eigene Posts. So könnte ihr Euch den Umfang selbst aussuchen, den ihr bereit seit zu lesen - oder nicht.

Zur atmosphärischen Untermalung bietet es sich selbstredend an, das "Tim und Struppi"-Theme der 90er Serie im Hintergrund laufen zu lassen. Viel Spaß!

Das Leben des Georges Prosper Remi


Am 22. Mai 1907 bekommen Alexis und Elisabeth Remi ein Kind. Ihr Sohn erblickt in Etterbeek bei Brüssel zum ersten mal das Licht der Welt und wird Georges Prosper Remi genannt.Die ersten Jahre seines Lebens werden bezeichnend für seine gesamte Vita, gemessen an den schwierigen Umständen. Georges wächst in einer stark katholischen und konservativen Gesellschaft auf, seine ersten Schuljahre verbringt er während des Ersten Weltkriegs unter deutscher Besatzung. Ab 1920 besucht er mit Erfolg die erzkatholische Schule "Saint-Boniface" und tritt einem katholischem Pfadfinderbund bei, mit welchem er viele Reisen in europäische Länder utnernimmt. Im Februar 1923 erscheint mit "Die Abenteuer von Totor" im Pfadfindermagazin "Le Boy-Scout Belge" der erste Comic des schon zur Schulzeit passionierten Zeichners Remi. Dies bedeutet den Initialschuss für die Karriere des Jungen, der später unter dem Pseudonym seiner umgestellten Initialien RG als HERGÉ Berühmheit erlangen wird.Zu dieser Zeit tritt Hergé der "Movement d’Action catholique" und der "Association catholique de la Jeunesse belge (A.C.J.B.)" bei und bekommt Kontakt zu sich immer mehr radikalisierenden katholischen Jugendorganisationen. In folge dessen macht Hergé Bekannftschaft mit Léon Degrelle und Raymond De Becker, späteren Kollaborateuren mit den deutschen Besatzern, für die er Bücher illustriert.1925 macht er seinen Realschulabschluss und arbeitet anschließend für die katholischen Zeitung "Le XXe Siècle" zunächst in der Verwaltung. Die in klerikalen und konservativen Kreisen vielgelesene Zeitung erlebte vor allem unter Pater Norbert Wallez eine intensive Radikalisierung, die keinen Hehl aus ihrem radikal-politischen Duktus machte.Hergé absolviert im Jahre 1927 seinen Militärdienst, kehrt im Anschlussjahr 1928 zur "Le XXe Siècle" zurück, wo ihm nun die Verantwortung für die Kinderbeilage "Le Petit Vingtième" übertragen wird. Seine Arbeit als Illustrator verschafft ihm Ansehen innerhalb des Verlags, das ihn jedoch nicht zufriedenstellt. Er beschließt einen Comic im amerikanischen Stil zu zeichnen und veröffentlicht vom 10. Januar 1929 bis zum 8. Mai 1930 im "Le Petit Vingtième" den ersten "Tintin"-Comic: "Tintin au pays des Soviets" (dt. "Tim im Lande der Sowjets"). Dieses erste Abenteuer entstand unter starkem Einfluss des antibolschewistischen Wallez, der, neben Hergés Hauptquelle, "Moscou sans voiles" (dt. "Moskau ohne Schleier") von Joseph Douillet, in dem der Autor bereits einen absurd verklärten antikommunistischen Ton pflegte, für ein entsprechendes Ergebnis sorgt. 1930 veröffentlicht Hergé daneben mit "Quick et Flupke" (dt. "Stups und Steppke") den Anfang einer weiteren Comic-Reihe, welche die Abenteuer zweier Straßenjungen aus Brüssel beschreibt, die jedoch nie den Erfolg der "Tim und Struppi"-Comics erreichen wird. Mit "Tintin au Congo" (dt. "Tim im Kongo") setzt Hergé die Abenteuer des Reporters Tim fort, jedoch wieder durch den Einfluss Norbert Wallez' belastet, was diesmal für ein stark Pro-Kolonialistische Bild sorgt und bei den jugendlichen Lesern Begeisterung für die belgische Kolonialisierung und katholische Missionierung des Kongo regen soll. Auch wenn sich Hergé von seinen früheren Arbeiten später distanziert, werden ihm diese stets zum Vorwuf gemacht. 1931 folgt Tims Ausflug nach Amerika, der für das Kongo-Abenteuer zurückweichen musste. 1932 heiratete Hergé die Sekretärin von Wallez, Germaine Kieckens.Im selben Jahr veröffentlicht er "Les cigares du pharaon" (dt. "Die Zigarren des Pharaos"). Mit dem folgenden fünftem "Tim und Struppi"-Abenteuer ändert sich schließlich der politische Ton der Comics: aufgeschreckt durch die Ankündigung Hergés, dass Tim im nächsten Band nach China reisen würde, appeliert Pater Gosset, Kaplan der chinesischen Studenten an der Katholischen Universität Löwen, an den Autor bei diesem Thema Vorsicht walten zu lassen. Er macht Hergé mit Tschang Tschong-Jen bekannt, der an der Brüsseler Académie des Beaux-Arts Bildhauerei studiert, zwecks Vermittlung der chinesischen Kultur. Zwischen den beiden entwickelt sich eine intensive Freundschaft, die bei Hergé das engagierte Bestreben einer exakten Darstellung fremder Kulturen und Schauplätze enstehen lässt."Le lotus bleu" (dt. "Der Blaue Lotos") wird somit zur Zäsur in Hergés Œuvre, die Botschaft ist deutlich antiimperialistisch und das Bild der in Eruopa ansonsten wohlwollend betrachteten Japanern kritisch. Das sorgt bei Erscheinen des Bandes für scharfe Kritik, insbesondere durch japanischen Diplomaten. Hergé verewigt Tschang Tschong-Jen als Zeichen seiner Dankarbkeit in der Geschichte durch den jungen Chinesen "Tschang", der ein guter Freund von Tim wird. Der reale Tschang kehrt nach Beendigung seines Studiums nach China zurück, der Kontakt zwischen den Freuden bricht jedoch bei der Eroberung Chinas durch Japan ab.1935 arbeitet Hergé für die französische Wochenzeitschrift "Coeurs vaillants". Deren Zeitungsredaktion fordert eine Kontrastfigur zu Tim, eine Geschichte mit einem Kind als Protagonist. So entsteht die Serie "Jo, Zette et Jocko" (dt. "Jo, Jette und Jocko"), in deren Zentrum zwei Geschwister und ihr Schimpanse stehen. Insgesamt umfasst die Reihe drei Abenteuer in fünf Bänden, von denen allerdings erst das letzte, "La Vallée des cobras" (dt. "Das Tal der Kobras"), "Tintin" als ebenbürtig erachtet wird.1939 wird Hergé in die belgische Armee einberufen, kann somit einer Einladung Song Meilings, der Frau Chiang Kai-sheks, als Anerkennung für "Le lotus bleu", nicht folgen. Zugleich unterbricht dies seine Arbeit an "Au pays de l’or noir" (dt. "Im Reiche des Schwarzen Goldes"). Die Besetzung Belgiens durch Deutschland beendet seinen Militärdienst. "Le Petit Vingtième" wird von den Besatzern eingestellt, Hergé akzeptiert daher eine Anstellung bei "Le Soir", der in Brüssel am weitesten verbreiteten französischsprachigen Zeitung, die inzwischen von seinem alten Freund Raymond De Becker geleitet wird. Alexander von Falkenhausen, Chef der Militärverwaltung, instrumentalisiert indes die Zeitung als Sprachrohr für die deutschen Besatzer und Propagandamittel. Hergé ist gezwungen Kompromisse bei seinen Geschichten einzugehen, "Au pays de l’or noir" muss wegen seines unverkennbaren anti-faschistischen Tons bis 1950 unvollendet bleiben. Er weicht aus auf "Le crabe aux pinces d’or" (dt. "Die Krabbe mit den goldenen Scheren") aus, die den ersten Auftritt von Kapitän Haddock beinhaltet. Die Fortsetzungsgeschichte erscheint in der Zeitschrift "Le Soir Jeunesse" ab Oktober 1940.Wegen des Papiermangels ändert sich die Arbeitsweise von Hergé, die Seitenzahl wird eingeschränkt, weswegen er mehr Gags und Action in den Geschichten unterbringt, um die Spannung halten zu können. Und natürlich kann er keine politischen oder aktuellen Themen mehr gefahrlos einbinden, so dass er sich fantastischem Material widmet: in "L’étoile mystérieuse" (dt. "Der geheimnisvolle Stern") erzählt er von einer Expedition zu einem ins Meer gestürzten Meteoriten, "Le Secret de la Licorne" (dt. "Das Geheimnis der Einhorn") und "Le trésor de Rackham Le Rouge" (dt. "Der Schatz Rackhams des Roten") handeln von einer Schatzsuche und "Les 7 boules de cristal" (dt. "Die sieben Kristallkugeln"), wie "Le temple du soleil" (dt. "Der Sonnentempel") thematisieren einen Inka-Fluch. In den Geschichten liegt der Fokus mehr auf den handelnden Personen und mit Professeur Tryphon Tournesol (dt. Professor Bienlein) führt Hergé in "Le trésor de Rackham Le Rouge" eine neue wichtige Figur ein, die Teil der "Ersatzfamilie" Tims wird. Die Änderung finden großen Anklang beim Publikum und bis heute gehören die sechs während des Krieges entstandenen Alben zu den beliebtesten Geschichten Tims.Dennoch wurde Hergé in die Propagandamaschinerie miteingebunden. 1940 illustrierte er das antijüdische Buch "Fables" von Robert de Vroylande im typisch zeitgenössischen antisemitischen Stil, der Antagonist in "L’étoile mystérieuse" ist unverkennbar ein in Amerika lebender jüdischer, rücksichtsloser Bankier.1943 stellt Hergé Edgar Pierre Jacobs als Hilfe bei der Überarbeitung einiger älterer Geschichten an, zu dessen signifikantesten Arbeiten die Zeichnungen der Kostüme und der Hintergründe in "Le sceptre d’Ottokar" (dt. "König Ottokars Zepter"), sowie das Titelbild zu "Le temple du soleil" und die Mitarbeit an "Les 7 boules de cristal" gehört.Am 3. September 1944 endet die Besetzung Brüssels, die Alliierten schließen "Le Soir". In den folgenden Jahren muss sich Hergé den Vorwürfen stellen, er sei Nazi-Sympathisant gewesen, wird viermal von verschiedenen Gruppen verhaftet, jedoch nie veruteilt. Dennoch findet er aufgrund seiner Mitarbeit bei der nationalsozialistisch kontrollierten Presse zunächst keine neue Anstellung. Stattdessen arbeitet er mit Edgar Pierre Jacobs und der neuen Assistentin Alice Devos an der Nach-Kolorierungen der bisherigen Alben.
1946 stellt ihn schließlich Raymond Leblanc, ein ehemaliger Résistance-Kämpfer, ein, der das Magazin "Tintin" gründet. Es erscheint das erste mal am 26. September 1946, von da an im wöchentlichen Intervall, jeweils mit zwei Seiten neuer "Tintin"-Abenteuer. Dem Magazin ist ein beachtlich Erfolg beschieden mit einer Auflage von über 100.000 Exemplaren. Als Edgar Pierre Jacobs Mitarbeit zunimmt, verlangt er die Nennung als Ko-Autor, was Hergé ablehnt, wodurch ihre Zusammenarbeit ein Ende findet. Jacobs wendet sich einer eigenen, erfolgreichen Serie zu, die ebenfalls in "Tintin" publiziert wird: "Les Aventures de Blake et Mortimer" (dt. "Blake und Mortimer").Hergé selbst belastet die Arbeit an "Tintin" sehr und 1949 erleidet er während der Arbeit an der neuen Version "Au pays de l’or noir" einen Nervenzusammenbruch. Die erzwungene Pause dauert vier Monate und 1950 folgt ein weiterer Zusammenbruch während er an "Objectif Lune" (dt. "Reiseziel Mond") arbeitet.
Am 6. April 1950 wird das Studio Hergé gegründet, in dem verschiedene Assisteten, zu den bedeutensten zählen Bob de Moor und Jacques Martin, Hergé entlasten und vornehmlich Details und Hintergründe zeichnen. In Zusammenarbeit mit dem Studio enstehen zwischen 1952 und 1958 "Objectif Lune", "On a marché sur la Lune" (dt. "Schritte auf dem Mond"), "L’affaire Tournesol" (dt. "Der Fall Bienlein") und "Coke en stock" (dt. "Kohle an Bord").Privat kommt es nach fünfundzwanzig Jahren Ehe zur Krise zwischen Hergé und seiner Frau Germaine, weil er sich in die junge Zeichnerin Fanny Vlaminck verliebt hat. Zudem plagen ihn Alpträume von weißen Flächen, weswegen ihm ein konsultierter schweizer Psychoanalytiker rät, die Arbeit an den Comics aufzugeben. Dementgegen arbeitet Hergé an der Geschichte "Tintin au Tibet" (dt. "Tim in Tibet"), die von September 1958 bis November 1959 veröffentlicht wird. In ihr unternimmt Tim eine Rettungsexpidition in den Himalaja, wo sein Freund Tschang mit einem Flugzeug abgestürzt ist. Auf diese Art schafft es Hergé, seine Alpträume künstlerich zu verarbeiten. Dieses wohlmöglich persönlichste Abenteuer bezeichnet er später als seine Lieblingsgeschichte. Darüberhinaus steht die Geschichte für einen neuen Abschnitt in Hergés Leben, eine Zeit des Wandels.1963 erscheint "Les bijoux de la Castafiore" (dt. "Die Juwelen der Sängerin") und 1966 "Vol 714 pour Sydney" (dt. "Flug 714 nach Sydney"). 1975 lassen sich Hergé und Germaine scheiden, ein Jahr später wird "Tintin et les Picaros" (dt. "Tim und die Picaros") veröffentlicht. 1977 heiraten Hergé und Fanny Vlaminck. 1981 treffen sich Hergé und Tschang Tschong-Jen, der die Kulturrevolution als Straßenkehrer überstanden hat, nach über vierzig Jahren wieder. Tschang zieht 1985 nach Paris, wo er bis zu seinem Tod 1998 lebt.
Am 3. März 1983 erliegt Georges Prosper Remi alias Hergé in der Klinik Saint-Luc in Brüssel den Komplikationen einer Blutarmut, an der er schon einige Jahre litt. Er wird, seinem Wunsch entsprechend, auf dem Friedhof am Dieweg im Brüsseler Stadtteil Uccle beerdigt, obwohl der Friedhof 1950 für neue Gräber geschlossen worden war.In seinem Testament verfügte Hergé, dass "Tintin" von niemandem weitergeführt werden darf. Tims nie vollendetes letztes Abenteuer "Tintin et l’Alph-Art" (dt. "Tim und die Alphakunst") wurde nur in Form von Skizzen und Notizen veröffentlicht. Hergés Ehefrau Fanny schloss die Hergé-Studios 1987 und gründete die Hergé-Stiftung, die 2001 verhinderte, dass "Tim in Tibet" in China unter dem Titel "Tim und Struppi im chinesischen Tibet" erscheint. 1988 wurde auch das Magazin Tintin eingestellt.Zurück bleibt ein nicht mehr aus der Comic-Welt wegzudenkendes Abenteuer-Werk, das tatsächlich ein jüngeres und älteres Publikum zugleich anspricht. Wegen der vielseitigen, aufregenden Abenteuer, die bisweilen auch nicht eines politischen Kommentars entbehren und Zeugnis eines turbulenten Jahrtausends sind. Wegen der eingängigen Charaktere, die Kultcharakter besitzen und nicht nur unter tintinophilen einen hohen Stellenwert belegen. Wegen den exotischen Schauplätzen, die der Reporter Tim mit seinem treuen Gefährten Struppi bereist. Und wegen den humanen Botschaften von Rechtschaffenheit und Frieden.
Zugleich sind sie aufs engste mit dem ereignisreichen Leben Georges Prosper Remis verknüpft, der die Serie bis zu seinem Tod gepflegt und darüber hinaus nicht mehr aus den Händen gegeben hat, ausgenommen an seine Ehefrau.

Ich verdanke den Geschichten unzählige schöne Kindheitserinnerungen, die bis heute andauern und die ich nicht missen will. Ich denke, das geht vielen auf der ganze Welt nicht anders. Deswegen gedenke ich hier mit der höchsten Andacht diesem passionierten Comic-Autor, der ein unvergessliches Werk geschaffen hat.

Wer mehr über Hergé, Tintin, Milou und alle die anderen wissen will, wird hier fündig:

The Adventures of Tintin


Nahezu sein ganzes Leben lang arbeitete der Belgier Hergé (1907–1983) an den Abenteuer-Geschichten des Reporters Tim (Tintin) und seinen Freunden. Nach seinem Ableben verfügte er testamentarisch, dass niemand die Reihe fortführe, übergab überdies die Rechte in die Hände seiner Frau aus zweiter Ehe, Fanny Vlaminck.
Die langelebige und bis heute erfolgreiche Serie besteht in erster Linie aus den in sich abgeschlossenen Abenteuern, die der Reporter Tim erlebt. Oft enthalten die Geschichten einen politischen Kommentar, hin und wieder auch Science-Fiction- und Fantsy-Elemente.Tim ist ohne Frage ein typischer Held: aufrichtig, mutig, einfallsreich, intelligent und guten Gewissens. Für jede noch so augenscheinliche ausweglose Situation findet er eine Lösung, er stellt sich stets auf die Seite der Unterdrückten und führt einen selbstlosen Kampf gegen das Böse und das Verbrechen, wo sich die Möglichkeit ihm nur bietet. Von Beruf ist er Reporter, auch wenn man ihn diesen selten ausüben sieht, und er hat augenscheinlich keine Familie, ebenso wenig wie Beziehungen zu Frauen. Seine Freunde und Bekannte werden sozusagen zu seiner Ersatzfamilie, die untereinader stark verbunden sind.Immer in Begleitung seines treusten Freundes, des Foxterriers Struppi (Milou) reist er dabei um die Welt, an die exotischsten Orte, ob China, Indien oder Südamerika, aber auch weniger exotische Gebiete, wie England, Russland oder die Fantasiestaaten Syldavien und Bordurien. Struppi, der zu Beginn der Reihe mit Tim sprechen zu können scheint, später jedoch nur hin und wieder in Sprachblasen seinen Gedanken Ausdruck gibt, hilft Tim bisweilen aus vielen ausweglosen Situationen (Stickwort: Fesseln). Für viele war er der heimliche Star der Comics, bis er durch Kapitän Haddock in der Gunst des Publikums abgelöst wurde. Benannt wurde er übrigens nach der ersten Liebe des 18-jährigen Hergé, Marie-Louise Van Cutsem, deren Spitzname "Milou" lautete.Später stieß Kapitän Haddock (Capitaine Haddock) zum Heldenduo dazu und war fortan ein ebenso treuer, wie rechteschaffener Begleiter und guter Freund. Teils ist er gar selbst der Grund für das ein oder andere Abenteuer. Obwohl er ein bärbeißiger, oftmals schlecht gelaunter Pfeiferauchender Seefharer mit der Neigung zu cholerischen Wutausbrüchen, die ihn zu gern in die fantasievollsten Schmipftiraden ausbrechen lassen (der legendärste ist mit Sicherheit "Hunderttausend heulende und jaulende Höllenhunde!" ("Mille millions de mille sabords")), und passionierte Whisky-Trinker, bevorzugt seine Lieblingsmarke "Lock Lomond", mit einem Alkoholproblem ist, ist er doch wegen seines aufrechten Charakters ein liebenswerter Mensch. Und seien wir mal ehrlich: er besitzt wesentlich mehr Charakter als jeder pseudo-ruppiger Sidekick in der Geschichten der Unterhaltungsliteratur. Sein Name rührt aus dem Englischen haddock, was Schellfisch bedeutet und seinen erster Auftritt feierte er 1940 in "Die Krabbe mit den goldenen Scheren".3 Jahre später gesellte sich in "Der Schatz Rackhams des Roten" ein wieterer fester Bestandteil der Ersatzfamilie Tims hinzu. Der geniale, doch zerstreute und schwerhörige Professor Balduin Bienlein (Professeur Tryphon Tournesol; tournesol=Sonnenblume) ist Erfinder einiger bemerkenswerter (ein Raketenantrieb und Farbfernseher), amüsanter (düsenangetriebene Rollschuhe), wie schrecklicher (eine Schallwaffe) Erfindungen und damit oft genug der Auslöser für die haarstreubensten Abenteuer. Eine weitere Erfindung und typisches Erkennunsmerkmal des Professor ist sein Pendel, dass wie ein Geigerzähler auf wertvolle Gegenstände reagiert. Er selbst ist von kleinem Wuchs und ein liebenswürdiger Charakter. Sollten man ihn allerdings reizen, verfällt er in eine unbändige Raserei und gibt den meisten stämmigeren Männern Fersengeld, Kapitän Haddock inklusive. Seine Schwerhörigkeit, die er immer als Harthörigkeit herunterspielt, ist des Öfteren Grund für amüsante Missverständnisse. Nach anfänglicher Abneigung hegt Kapitän Haddock insbesondere zu ihm eine tiefe Freundschaft und entwickelt einen Beschützerinstinkt für den Professor. Immer wenn sein Freund in Gefahr ist, lässter er alles stehen und liegen, um ihm zur Hilfe zu eilen. Hergé selbst bezeichnete Auguste Piccard als Inspiration für den tüddeligen Professor.Ein weiterer, fester Bestandteil des Bekanntenkreis sind die überheblichen Detektive Schulze und Schultze (Dupont et Dupond), die jedoch mehr tollpatschig, denn fähig ihrem Dienst nachgehen und meistens für die Slapstickeinlagen im Comic verantworlich sind. In Unvercovermissionen pflegen sie in der jeweiligen traditionellen Landestracht Zentrum des Gelächters zu sein und geraten darüberhinaus häufig genug mit der lokalen Justiz aneinander. Bei Ermittlungen geben sie sich stets überlegen und klischeehaft, obgleich es meistens Tim ist, der die Lösung letztendlich findet. Ihren ersten Auftritt feierten die Zwillingsbrüder 1932 in "Die Zigarren des Pharaos". Allerdings wurden ihnen nachträglich ein Cameo in "Tim im Kongo" gegönnt. Hergés Inspiration für die beiden Kultcharaktere waren höchstwahrscheinlich sein Vater und dessen Zwillingsbruder.Daneben gibt es noch unzählige, immer wieder auftauchende Nebenfiguren, gute, wie böse, die alle ihren eigenen Eindruck auf den Leser hinterlassen. Ein paar der wichtigsten versuche ich hier zu nennen:


  • In "Der Blaue Lotos" rettet Tim dem jungen Chinesen Tschang das Leben, der ihm fortan ein treuer Freund wird, beinahe ähnlich einem jüngerem Bruder. Der Charakter ist eine Würdigung von Hergés gutem Freund Tschang Tschong-Jen, der einen bedeutenden Einfluss auf Hergés Schaffen hatte.
  • Pjotr Klap ist ein liatuischer Pilot mit Augenklappe, der zunächst mit einem Kampfflieger Jagd auf Tim und Haddock macht, später jedoch die Seiten wechselt und sich zum Freundeskreis der beiden dazugesellt.
  • Oftmals während seiner Ausflüge in den arabischen Orient trifft Tim auf den Herrscher des fiktiven Landes Khemde, Emir Ben Kalisch Ezab. Seit ihrem ersten Aufeinandertreffen sind die beiden befreundet. Der Sohn des Emirs, Abdallah, ist ein unterträgliches, verwöhntes und verzogenes Gör, das seine Umwelt mit Streichen terrorisiert und dem einzig der gutherzige, emotionale Emir in Liebe verbunden ist.
  • Eher zufällig wird Tim Adjutant General Alcazars, Diktator der fiktiven, von bürgerkriegsunruhen erschütterten Republik San Theodoros, der dort mit seinem Wiedersacher General Tapioca im Streit liegt und die sich kontinuierliche gegenseitig putschen. Später sind Tim und Alcazar gute Bekannte.
  • Die berühmte Bianca Castafiore, ein ganz und gar von sich überzeugte Opernsängerin, trägt mit Vorliebe, sehr zum Missfallen ihrer Zuhörer, die Juwelenarie aus Gounods "Faust" vor und ist besonders unbeliebt bei Kapitän Haddock, deren Namen sie stets falsch ausspricht.
  • Fridolin Kiesewetter ist Versicherungsvertreter und ein nervendes Plappermaul, der bei jeder Gelegenheit Kapitän Haddock bedrängt. Gleichzeitig ist Kiesewetter Hergés Parodie seiner spießbürgerlichen Landsleute.
  • Nestor ist der treue Diener Haddocks auf Schloss Mühlenhof. Dort diente er schon den frühren Besitzern, den kriminellen Gebrüdern Vogel-Faull. Zwar hat er einen Hang zum Lauschen, ist abgesehen davon ein gewissenhafter und formibdalber Butler.


Doch Tim hat nicht nur Freunde, sondern auch viele Feinde.
  • Ganz besonders seinen Erfeind, der Mulitmillionär und internationale Verbrecher Roberto Rastapopoulos macht ihm das Leben schwer. Oder ist es eher umgekehrt? Rastapopoulos ist in jedewede denkbare illegale Aktivität verwickelt, ob Drogen- oder Menschenhandel, Waffenschmiggel, Entführung oder Erpressung, der gewissenlose Gangsterboss schreckt vor nichts zurück und gerät dadurch meistens an den heldenhaften Reporter.
  • Haddocks früherer erster Offizier war Allan Thompson, der jedoch die Alkoholsucht seines Kommandanten ausnutze, um die Kontrolle über das Schiff "Karaboudjan" zu übernehmen und sie für Rauschgiftschmuggel zweckzuentfremden. Er und Tim treffen immer wieder aufeinander, später wird er ein Handlanger von Rastapopoulos. In der neugezeichneten Version von "Die Zigarren des Pharaos" wurde auch er nachträglich hinzugefügt.
  • Ein ebenso wiederkehrender Antagonist ist der vermutlich deutsche Psychiater Dr. J.W. Müller, der zunächst als Geldfälscher und Schmuggler, später als Kriegstreiber in Khemed auftritt.
  • Ein besonderer und im Gedächtnis bleibender Antagonist ist der Japaner Mitsuhirato, mit dem Tim in "Der Blaue Lotus" aneinander gerät. Er ist einer der gefährlichsten, weil intelligentesten und skurpellosesten Gegner des Reporters. Er gilt als einer der rigorosesten Charaktere (man beachte die vielzähligen Superlativen...) der ganze Reihe und ist eine faszinierende Persönlichkeit, für mich sogar einer der besten Bösewichte aller Zeiten.
Neben den vornehmlich vorhandenen Abenteuer-Elementen gibt es in den "Tim und Struppi"-Geschichten auch viele komödiantische Szenen, inbesondere vorgetragen durch die tollpatschigen Detektive Schulze und Schultze. Doch auch unsere Helden, ebenso wie die Bösewichter sind sich nicht zu fein, ein unglücklich platzierte Bananenschale zu übersehen... japp, der Humor besteht überwiegend aus Slapstickeinlagen, gemäß dem Vorbild der 20er-Jahre-Stummfilmära. Doch auch die absurd-komischen Situationen haben ihren besonderen Reiz, ob es die impertinent aufdringliche Gesprächtiraden Friedolin Kiesewetters, die durch die Schwerhörigkeit Bienleins provozierten Missverständnisse oder, der Klassiker und Lieblingsgag der Reihe, die Metzgerei Schnitzel (Boucherie Sanzot) sind. Hergé findet stets ein Maß zwischen Ernst und Humor, kreiert dabei sehr viel Charme.Der Zeichnungen Hergés sind äusserst charakteristisch und sein Stil ist als Ligne claire (dt. klare Linie) in die Comicgeschichte eingegangen. Die wesentlichen Merkmale dieses Stils sind die präzise Konturen und die flächige einfarbige Kolorierung, sowie der weitesgehende Verzicht auf Schraffuren, Schattierungen und Farbverläufe. Charaktere und Mimik sind meistens von einfacher Darstellung, während die Hintergründe und Details sehr detailliert und realistisch wiedergegeben sind. "Tim und Struppi" wurde daher vor allem wegen der wahrheitsgetreuen und genauen Darstellung von Mode und der Umgebung (z.B. Autos) geschätzt. Hergé selbst bezeichnete die Comicreihe der Bécassine als sein Vorbild.

Spielberg/Jackson vs. Tintin

Nach 24, fast 25 Comic-Bänden, 2 Fernsehserien, einem Puppenfilm, 2 Zeichentrickkinofilmen, 2 Realverfilmungen, Hörspielserien, unatorisierten Forführungen, Parodien und Hommages versuchen sich nun Steven Spielberg und Peter Jackson an einer Umsetzung der wundervollen Comics Hergés. Kann das was werden?Die guten Nachrichten: sowohl Steven Spielberg, als auch Peter Jackson sind gute Regisseure und große Fans der Vorlage, John Williams komponiert die Musik und die Poster sehen wirklich chic aus:


















Die schlechte Nachricht ist, das die Adaption von "Le trésor de Rackham Le Rouge" (dt. "Der Schatz Rackhams des Roten") im Zemeckis-Stil via Motion-Caputring verfilmt wird - in 3D...Dementsprechend sehen die Figuren in der Regel doof aus und werden den Comics nicht mal ansatzweise gerecht. Und 3D ist sowieso scheiße. Das ist schade, denn schließlich ist der Film wirklich fantastisch besetzt mit Jamie Bell als Tim, Andy Serkis als Haddock, Simon Pegg und Nick Frost als Schulze und Schultze, sowie Daniel Craig als Roter Rackham. Erwähnte ich schon, dass 3D scheiße ist?Sieht dieses Bild etwa nach Tim aus? Mir wäre eine Realverfilmung tausendmal lieber gewesen als diese seelenlosen, vom Comic weit entfernten Fratzen, die in Bewegung auch nicht viel besser aussehen. Gemessen an diesem Bild, kann man im Prinzip bloß hoffen, dass man Tims Visage nur selten zu Gesicht bekommt. Sogar Jean-Pierre Talbot und Georges Wilson hatten mehr Charme als das.Indes Spielberg und Jackson sind fähige Künstler, weswegen ich tatsächlich noch ein bisschen Hoffnung habe, dass sie den Charme und den Witz der Vorlage erhalten; dass die wunderbaren Darsteller diesen hässlichen Figuren Leben einhauchen; dass die hässlichen Figuren letztendlich auf der großen Leinwand überzeugender wirken. In dieser Hoffnung hier der Teaser... 3D wird btw so oder so nutzlos sein bei diesem Film, wie sonst auch.

Samstag, Mai 21, 2011

The goddamn Elfman

Ich mag die "Batman"-Soundtracks von Hans Zimmer und James Newton Howard (der gerne mal vergessen wird), doch ganz ehrlich: Hans Zimmers "Kompositionen" sind ein Scheiß gegen diese Meisterstück von Danny Elfman, insbesondere ab 2:27.

DAS ist Filmmusik, DAS ist Kunst, statt des konstanten Lärms, den Hans Zimmer in nahezu jedem seiner Filme fabriziert. Das ist:

Mittwoch, Mai 18, 2011

Was für eine Woche

Was für ein beschissener Monat! Wirklich.

Dabei schien vor nicht allzu langer Zeit noch die Sonne, als ich nach Feierabend meinen Schritt nach Hause lenkte. Es war ungemein angenehm: ein schöner Spaziergang in der Sonne nach Hause, dabei Musik auf den Ohren, die ich seit Ewigkeiten nicht gehört hatte und die es dennoch schaffte, mir immer noch ein wohliges Gefühl zu erzeugen. Es war im Grunde einfach ein schöner Tag.
Eine Woche später eröffnet mir der Betriebsrat im priavten (mit einem unschlagbaren Timing...) dann, dass ihnen meinen Kündigung vorliegt und 7 Tage darauf habe ich die ordentliche Kündigung ganz offiziell. Nicht das ich darüber groß jammern möchte, denn letztenendes war es bloss ein kleiner Studentenjob, um die Zeit bis zum Studiumbeginn zu überbrücken. Dennoch die Verärgerung bleibt, denn es gab buchstäblich keinen Grund für meine Entlassung, ich habe gut und gewissenhaft gearbeitet, der einzige Fehler an mir bestand in meiner mangelnden Oberweite, wie dem Ende meine Probezeit, wodurch ich wohl zu teuer geworden wäre.

Indes, das bedeutet für mich das kleinere Übel. Viel schlimmer ist für mich der Verlust eines langjährigen Belgeiters: mein innig geliebter Kater und Weggefährte, der immer für mich da war, das Tier, mit dem ich aufgewachsen bin, musste am 11. Mai eingeschläfert werden.
Stolze 15 Jahre ist er alt geworden und er hatte ein wunderschönes Leben, dass auch den Menschen in seiner Umgebung Freude bereitet hat. Er war ein äusserst charakteristischer Kater mit seinen ganz eigenen Marotten und einem unverkennbaren Maunzen, ohne das es sehr still in unserem Haus werden wird. Bis zum Ende war er lebensfroh und fidel, wenn auch von gebrechlicher Statur und kränklicher Konstitution. An seinem letzten Tag konnte er dennoch nicht mehr und sein Weiterleben hätte eine einzige Riesenqual für ihn bedeutet, weswegen wir diese unendliche schwere Entscheidung für ihn treffen mussten.

Ich werde Dich unglaublich vermissen mein Dicker! So einen Kater wie Dich gibt es nie mehr, nirgens. Du warst wahrhaftig einzigartig!

R.I.P.

Sonntag, Mai 15, 2011

Kurzreviews Mai/I/2011

Hiermit präsentiere ich wiederum die 11 Filme (ausgeschlossen Serien und Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe), die ich bisher im Monat Mai gesehen habe:

Scream 2 (1997)
Wiederholt im Prinzip Teil 1 mit leichten Variationen und deutlich weniger Originalität, schlägt im Bereich der Inszenierung, Cleverness und Unterhaltsamkeit dabei jedoch immer noch jeden Teenie-Slasher von der Stange. (7/10)

Scorpio, der Killer (1973)
Klassisches Katz-und-Maus-Spiel zwischen Burt Lancaster und Alain Delon vor Wiener Kulisse, dass eine Spirale der Gewalt in einer gewissenlosen Branche portraitiert. Bis auf eine kleine Durststrecke zu Beginn spannend. (7/10)

Scream 3 (2000)
Treibt die Selbstreflexion und die Selbstparodie in höheren Sphären auf die Spitze. Man könnte sagen, der Film übertreibt. Das macht für Genre-Kenner sicherlich Spaß, ist hingegen mal ausnahmsweise oberflächlich weniger durchdacht. Da fehlt ein wenig das Gleichgewicht.(6,5/10)

Ohne Limit (2011)
Mein kleiner "Fight Club", die Überraschung des Kino-Jahres 2011 bisher: voller unerwarteter Wendungen, wie im Rausch inszeniert, mit lakonischem Humor und aktuellem Bezug. Nach dem Kinobesuch hätte bestimmt jeder gerne eine Kostprobe NZT. (7,5/10)

Die Schlange im Regenbogen (1988)
Wes Craven entführt Bill Pullman und den Zuschauer in die sehr eigene farbenfrohe, mysteriöse und spirituelle Welt Haitis und des klassischen Zombies mit schwarzer Magie und Voodoo. Vielleicht ein simpler, nichtsdestotrotz wunderbarer Fantay-Abenteuer-Horrortrip. (7/10)

RocknRolla (2008)
Guy Ritchies "Post-"Revolver"-Rehabitilationsversuch" geht wieder mehr in Richtung "Snatch" mit schrägen Charaktere, grotesken Situationen und Kleingangsterhumor. Wirkt jedoch weniger durchdacht und wahrlos zusammenhängend, hat dennoch den ein oder anderen Höhepunkt. (6,5/10)

Tatort: Herrenabend (2011)
Axel Prahl, Jan Josef Liefers & Co. sind nach wie vor das beste, weil unterhaltsamste Ermittlerteam. Der Kriminalfall ist hingegen spannungsarm und familiärproblematisch gewichtet, daher leider wenig interessant. (6/10)

Boy Soldiers (1991)
"Die Feuerzangbowle" meets "Die Hard" - und für einen "Stirb Langsam"-Epigone ist das durchaus anschaulich mit einem konstanten Spannungsbogen. Im B-Action-Bereich. (6/10 auf einer B-Action-Skala)

Der Graf von Monte Christo (Teil 1) (1998)
Gibt den Kurs schon vor: das wird nicht größer als eine TV-Verfilmung. Taugt als Exposition, ist jedoch wenig mitreißend. Darüberhinaus erscheint es lächerlich, das man Gérard Depardieu nicht wiedererkennt, wie clever er sich auch immer verkleidet haben mag. (6/10)

Der Graf von Monte Christo (Teil 2) (1998)
Die Einführung in und Unterwanderung der bonierten feinen Gesellschaft ist wesentlich unterhaltsam und stellt die Weichen für das Kommende. (6,5/10)

Blut, Schweiß und Tränen (2009)
Für mich das Fernsehfilm-Pendant zu "The King's Speech". Zwar weniger sympathisch, doch besser inszeniert, mindestens genauso grandios gespielt und historisch interessanter. Janet McTeer und Brendan Gleeson (ein kongenialer Churchill entgegen dem fehlbesetzten Timothy Spall) sind großartig und die Schlussszene ist einfach rührend. (8/10)





11 - 6,7 (74)

Samstag, Mai 14, 2011

Frank Elstner vs. Lena

Proudly brought to you by Harald Schmidt...



Kategorien: saudumm, untalentiert, arrogant, Scheißzicke, stirb

Donnerstag, Mai 05, 2011

Disney Punch

Update:
Das Video war kurzzeitig down. Habe das jetzt aktualisiert. Viel Spaß!

Ich mag ja Trailer-Mashups... den hier finde ich besonders gelungen und amüsant, sieht sogar besser aus als das Original. ;-)

Dienstag, Mai 03, 2011

Obélix Samba

Total Sommer, total französisch, tatsächlich seiner Herkunft entsprechend irgendwie paradiesisch. Ach, ich könnte mir das stundenlang anhören. xD
Der Sommer kann kommen!

Sonntag, Mai 01, 2011

Kurzreviews April/II/2011

Am 19. April 2011 verstarb Elisabeth Sladen, die als Sarah Jane Smith die vermutlich beliebteste Begleiterin des Doktors war, sowohl für Jon Pertwee, als auch für Tom Baker. Seit 2007 spielte sie die Rolle in ihrer eigenen, deutlich kindgerechteren Serie "The Sarah Jane Adventures" und im 2005er-Reboot von "Doctor Who" war sie "Gast-Companion" von David Tennant. Diesen Monat verstarb sie an Krebs und hinterlässt damit eine gigantisch klaffende Lücke im stetig wachsenden Docto Who-Universum.

R.I.P.

Hiermit präsentiere ich wiederum die 11 Filme (ausgeschlossen Serien und Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe), die ich im Monat April seit der letzten Liste gesehen habe:

The King's Speech - Die Rede des Königs (2010)
Der Oscar-Abräumer: mit einigen eigensinnigen Einstellung peppt Tom Hooper die ansonsten kaum mehr als solide Inszenierung und die ebenso konventionelle, wie absolut vorhersehbare Handlung auf. Die Darstellerleistungen sind über jeden Zweifel erhaben grandios, daneben bietet der Film indes wenig bemerkenswertes. (6,5/10)

Wächter über Himmel und Erde (2003)
"Musa" auf chinesisch... furioses Schwertkampfgeplänkel mit mystischem Einschlag. Bisweilen arg dramatisch, wie pathetisch und deutlich "mainstream", doch für zwischendurch ok. (5/10)

Scream - Schrei! (1996)
Äußerst originelle und ideenreiche Slasher-Hommage von Wes Craven, halb die Genre-Klischees bedienend, halb parodierend, fleissig die klassischen Vorbilder zitierend. Ein wahrer Spaß für jeden Horrorfilmfreund. (9/10)

In the Line of Duty 4 (1989)
aka "Red Force". Aufs Maul Gallore mit durchschaubarer Krimi-Handlung, dank Donnie Yen und Cynthia Khan äusserst spassig. Mit der Zeit alledings auch etwas ermüdend. (7/10)

La Mala Educación - Schlechte Erziehung (2004)
Tiefsinniges und doppelbödiges Drama im Film-Noir-Stil mit invertierten Geschlechterrolle, brilliant inszeniert von Pedro Almodóvar und wunderbar gespielt. (7/10)

Der Mann, der Sherlock Holmes war (1937)
Unterhaltsame Krimi-Komödie aus deutschen Landen, leicht skurril und locker inszeniert, mit sympathischem Heldenduett - sofern man Hans Albers und Heins Rühmann ertragen kann. (6,5/10)

Stephen King's Thinner - Der Fluch (1996)
Dafür das der Film besser in der "Twilight Zone" oder den "Tales from the Crypt" aufgehoben wäre, kommt die aufgebauschte Laufzeit ohne allzu viele Längen aus und er bleibt unterhaltsam bis zum Schluss. (6/10)

The Spirit (2008)
Antiklimaktisch, mangelnde Dramaturgie, ein unfreiwillig komischer Voice-Over, ein Look, der eher "Sky Captain and the World of Tomorrow" als an "Sin City" erinnert und ein wie wild chargierender Samuel L. Jackson - hiermit beweist Frank Miller eindeutig, dass er als Regisseur kaum mehr als Würdigung seiner selbst taugt. Wer gerne hübsche Frauen in schwarz-weiß sieht und Comic-Edel-Trash nicht abgeneigt ist, kann durchaus seinen Spaß an dieser sonst sehr anstrengenden Comic-Verfilmung haben. (3/10)Nur 48 Stunden (1982)
Eddie Murphys Debut ist eine grundsolide Buddy-Actionarbeit, ganz und gar 80er: reaktionär, chauvinistisch, voller testosteronüberbrodelnder Protagonisten. Walter Hill garantiert eben gute 80er-Action. (6/10)

Lord of Illusions (1995)
Clive Barker verfilmt sich wieder mal selbst und das stimmig. Streckenweise sehr Lovecrafteske Krimi-Noir, vor allem am Anfang mitreißend inszenierter Mystery-Horror. Letztendlich fehlt es hier und dort jedoch an der nötigen Ausgereifheit. (7/10)

Die letzten Amerikaner (1981)
Saufdoofer Titel für einen effizienten Backwood-Survivalfilm, der effektiv die ständige Bedrohung und Ferne der Zivilisation vermittelt, daneben das Zehn-Kleine-Negerlein-Prinzip nicht allzu absehbar abarbeitet. Zudem dankbarerweise wenig militärisch und praktisch nicht patriotisch im Ton. Bis zum Ende packend. (7,5/10)




11 - 6,4 (70,5)