Montag, November 25, 2013

Kurzreviews Oktober/November/2013

Ach herje, was war denn hier passiert? Die monatlich geplante Veröffentlichung meiner Reviewlisten hat einen kleinen "Außsetzer" erlebt, weshalb die letzte veröffentlichte Liste gerade mal die Filme im September enthält. Danach: Schweigen. Naja, wenn man mal davon absieht, das zwischenzeitlich die zwar vorbereitete, jedoch nicht ausgearbeitete Liste für den Oktober in unfertigem Zustand für einen kurzen Moment öffentlich gegangen war.
Inzwischen habe ich ein bisschen Freiraum erhalten und konnte die besagte Liste doch noch komplettieren, aufgrund des mittellangen Zeitraums hat sich indes inzwischen zum Oktober der November gesellt. Aber wie zu sehen ist, hat die Zeit dennoch gerade mal 17 Filme und 8 Serienstaffel (da weiß ich von ganz anderen Zahlen in engeren Zeiträumen zu berichten) zugelassen, was mitunter meinem recht zeitfressendem Studium zuschulden ist. Dafür gibt es die nächste Liste erst zur Dezember Halbzeit - hoffentlich.

Aber ohne weitere Verzögerungen präsentiere ich hiermit wiederum die 17 Filme und 8 Serienstaffeln (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Oktober und November gesehen habe:

Serien-Staffeln
Black Books (Season 3) (2004) - (6,5/10)
New Girl (Season 2) (2012) - (6/10)
Chuck (Season 1) (2012) - (7/10)
Avatar - Der Herr der Elemente (Buch 1: Wasser) (2005) - (7,5/10)
ALF (Season 1-2) (1986-1987) - (7/10)
Samurai Champloo (2003) - (8,5/10)
Babylon 5 (Season 1) (1994) - (8,5/10)

Filme
Taxi (1998)
Ein kleiner Spaß für Fans von schnellen Autos und PS-Posing, mit sympathischen, schrulligen Charakteren. (7/10)

Re-Animator (1985)
Kult-Fun-Splatter nach H.P. Lovecraft, kurzweilig und gerade wegen Jeffrey Combs und dem sinistren David Gale ein großer Spaß. (7,5/10 auf einer B-Movie-Skala)

Gravity (2013)
Eine technische Offenbarung, tatsächlich geschickt eingesetztes 3D, faszinierende Plan-Sequenzen und eine irres Gefühl der Immersion. Dagegen fällt die Geschichte mit halbgarer, unüberzeugender, holzhammerartig präsentierten Wiedergeburtssymbolik gewaltig ab. Auf den Überlebenskampf beschränkt ist der Film spannend, technisch überwältigend, sogar wegweisend, inhaltlich hingegen enttäuscht Alfonso Cuarón auf ganzer Linie - leider. (6/10)

Die Stahlfaust (1977)
aka "Der eiserne Panzer". Ein Prachtexemplar 70er-Jahre-Kung-Fu-Filme, das geschickt seine nicht allzu nährreiche Geschichte häppchenweise erzählt und dazwischen mit viel, großartig choreografiertem Kung-Fu aufwartet, was einen zusätzlichen Reiz durch seine namenhaften Akteure gewinnt. (7,5/10)

From Beyond - Aliens des Grauens (1986)
Lovecraft in herrlich krudem B-Gewand mit ein bisschen sublimiertem Sex-Gehalt und schicken Latexeffekten (nicht miteinander verbunden... meistens). Kurzweilig und atmosphärisch. (7/10 auf einer B-Movie-Skala)

Immer Ärger mit Harry (1955)
Alfred Hitchcock macht Komödie - und scheitert. Weniges erinnert an den Meister, die absurde Komik bedient einen ganz eigenen Geschmack und über weite Strecken langweilt der Film ganz gewaltig, trotz sympathischer Figuren und guten Darstellern. (4/10)

Eine Prise für tödliche Pfeifen (1977)
Allein der Titel müsste jeden Fan 70er-Kung-Fu-Filme Tränen in die Augen treiben - vor Begeisterung. Inhatlich gibt es wieder Verräter, pöse, pöse Ausländer (diesmal Russen), die in ordentlich Kloppereien ordentlich vermöbelt werden und viele bekannte Gesichter. Nur das letzte Gimmick, wie es ""Der eiserne Panzer" (s.o.) z.B. hatte, fehlt ein wenig. Nichtsdestotrotz ein Riesenspaß! (7/10)

Evil Dead (2013)
Okayes Remake, mehr atmosphärisch-bedrohlich denn tatsächlich gruselig, das sich trotz der abgenutzten Formel nicht zu sehr mit nervigen Protagonisten rumquält. Selbst die teils derben, blutigen Effekte empfand ich kaum als intensiv schockierend, nicht, weil ich zu abgehärtet wäre, sondern, objektiv betrachtet, weil sie zu kohärent in die Geschichte eingegliedert sind. Trotzdem bleibt unterm Strich ein sonderliches Produkt, dass nicht wirklich Horror ist und zu viel der Musik Roque Baños verdankt. (6/10)

Das Ding aus einer anderen Welt (1951)
Die Kommunismus-Parabel beiseite gelassen, ist Howard Hawks Science-Fiction-Klassiker ein besonders gemütlicher Film, gerade wenn draußen der Schnee auf Zedern fällt, mit einer Fülle von Charakteren und einem Monster, das zwar nie gruselt, aber zumindest eine gewisse Präsenz beweist. Nett, nett. (7/10)

Das Schwein von Gaza (2011)
Ganz schön herziges Projekt, dass einen prekären Konfliktherd nicht mit überfrachtetem Schwermut und überquellender Dramatik vermitteln will. Gerade die Perspektive eines einfachen Menschen mit alltäglichen Problemen ergreift den Zuschauer und degradiert diese Region nicht nur auf religiöse Fanatiker, Militärs oder schwafelnde Polemologen. Dadurch und durch die durchweg sympathischen, nicht einseitig geschilderten Charaktere (und ihre hervorragenden Darsteller) wird der Film deutlich zugänglicher. Ob er als Medium dahingehend funktioniert, dürfte wiederum eine individuelle Erfahrung sein. (7/10)

Attack the Block (2011)
Ganz unmittelbar will man sich mit den Protagonisten nicht identifizieren. Doch mit fortschreitender Laufzeit findet man mehr und mehr Gefallen an ihrem Überlebenskampf gegen zugegebenermaßen besonders flauschige Aliens. Dabei entwickelt Regisseur Joe Cornish auf kleinem Raum eine irre Dynamik, langweilt praktisch nie - und kratzt gar ein wenig die klischeehafte Gangster-Oberschicht seiner "Helden" etwas herunter. (7,5/10)

Das Tribute von Panem - The Hunger Games (2012)
Als kleiner Fan von "Battle Royale" wollte ich diesen Hype nicht mögen. Letztendlich hatte ich dann doch noch Spaß an dem Treiben, ungeachtet eventueller Plagiatsvorwürfe. Und das ist wahrscheinlich das größte Manko am Film: wo die Japaner schockieren, bemüht sich (oder darf nicht) Regisseur Gary Ross nicht zuviel zu zeigen und Grausmakeit nicht in den Mittelpunkt zu rücken, wodurch jeder Schockeffekt schnell verpufft. Somit bleibt, innerhalb, wie abseits der Arena, nicht viel unter der Oberfläche, summa summarum ist der Unterhaltungswert auf Blockbusterniveau vertretbar. (6/10)

Todesfaust des Cheng Li (1971)
Bruce Lees erster großer Martial-Arts-Film-Auftritt ist ein wenig dated, hat hin und wieder mit Länge zu kämpfen, insbesondere die Kampfchoreographien wirken oftmals beinahe behäbig und simpel gestrickt. Dafür verlässt sich der Film auch nicht ausschließlich auf das Charisma seines Stars. Die Präsentation Lees kämpferischen Könnens bis beinahe in die Filmmitte hinauszuzögern, um ihn schließlich mit einem Knall zu entfesseln, ist dahingegen ein geschickter Zug. (6,5/10)

Harold und Maude (1971)
Ebenfalls eine äusserst herzige Außenseitergeschichte, die einen gewissen Kultstatus besitzt, weil sie genüsslich, teils schwarzhumorig, durch ihre Charaktere das gefühlskalte, apodiktische, in gesellschaftlichen Konventionen erstarrte Establishment durch eine freie, selbstbestimmende, die Einfachheit und Vielfalt des Lebens huldigende Sichtweise kontrastiert. Dabei verstehen es Hal Ashby und sein Kamermann John A. Alonzo die Schönheit der Einfachheit in bezaubernd-ruhigen Bildern einzufangen. Ein großes Ja zum Leben. (8,5/10)

Undisputed III: Redemption (2010)
Die Rolle seines Lebens für Scott Adkins. Trotz abgenutzter und tausendmal durchgekauter Knastklischees ist es gerade Isaac Florentines Inszenierung geschuldet, dass der Film teurer aussieht als er eigentlich war und sich gleichzeitg nicht wie ein ausgespuckter Kaugummi zieht. Seine Charaktere sind gut profiliert, gerade Yuri Boyka, und seine Gegner prägnante Malefikanten. Selbst die Kämpfe im Ring befolgen eine mitreißende Dramaturgie und sind nichtsdestotrotz hevorragend wie spektakulär choreografiert. (8,5/10)

Dredd (2012)
Ein knallhartes, grimmiges Actionspektakel, das neben Karl Urban(s Kinn) und Olivia Thirlby, die ein wunderbar harmonierendes Team bilden, wegen seiner lapidar skizzierte und trotzdem glaubwürdigen Welt in seinen Bann zieht, dabei stets fantastisch ausschaut und ostentativen Blogbusterbrimborium Prägnanz entgegenhält. (8,5/10)

S-VHS (2013)
Was genau das Sequel besser macht, ist schwer zu sagen, schließlich ruminiert es denselben abgenutzten Found-Footage-Käse des ersten Teils. Nur haben die Macher diesmal dieses ich nenne es mal Stilmittel geschickter ausgekostet, die Geschichten deutlicher auf die äußerste Effektivität in Zusammenarbeit mit dem künsterlischen Gestus und den konzeptionellen Grenzen ausgerichtet. Die Wirksamkeit ist also gegeben. Und sehr viel mehr ist letztendlich auch von solch einer Horror-Anthologie nicht zu erwarten. (6,5/10)
















17 - 6,9 (118,0)

Dienstag, November 12, 2013

Please, Mr. Robot, would you please think of the children?

Mein Studium ist im vollen Gange und zeitfressend, weswegen ich im Moment kaum Zeit für meinen Blog finde. Aber eines muss ich unbedingt loswerden: die grausame Körperverletzung, die sich aus dem Trailer zum "RoboCop"-Remake erkennen lässt.

Was war eigentlich "RoboCop"? Mit "RoboCop" schuf Paul Verhoeven 1987 einen kleinen, aber feinen Science-Fiction-Actionfilm, der neben dem Konflikten einer Mensch-Maschine-Fusion, der glaubhaften Darstellung einer dystopischen, durch Verbrechern erschütterten Dystopie, auch beinahe satirische Potential bot, ein entlarvender Blick auf karrieregeile Yuppies und einer rücksichtslosen Upper Class. Dies kombinierte Verhoeven mit seinem typischen Gespür für harte Gewaltszenen, die neben reinem Splatter-Selbstzweck durchaus geeignet waren, einen düsteren Tenor über das Geschehen zu legen.

Es half dabei immens, dass Peter Weller ("The Adventures of Buckaroo Banzai Across the 8th Dimension", "Naked Lunch", "Dexter") eben kein Sunnyboy, kein strahlender Held im klassischen, filmischen Sinne war. Er war in jeder Hinsicht ein zwar ambitionierter, sympathischer Familienvater (dessen Familie man nie zu Gesicht bekommen musste, um sich seiner Hingabe an sie bewusst zu sein), aber eben ein normaler Typ, ein simpler Polizeibeamter - ein glaubhafter Charakter. Was den Geschehnissen, die seinem Wandel zum RoboCop vorrausgingen, umso mehr Dramatik verlieh. Bezeichnenderweise verzichtete Verhoeven im Verlauf des Films auf eine Wiedervereinigung der Familie, weil es simpel unnötig, redundant und ablenkend gewesen wäre.
Seit 2005 stand die bedrohliche Ankündigung des Remakes im Raum, doch erst Jahre Später, nachdem unter anderem Darren Aronofsky vom Projekt abgesprungen war (kommt einem bekannt vor), sollte das Projekt konkrete Formen annehmen. Nach einem avisierten Release-Datum 2013, soll es inzwischen Februar 2014 werden. Bleibt die Frage, wer sich anmaßt, den Platz von Verhoeven und seinem Team einzunehmen?
Da wäre zum einem der brasilianische Regisseur José Padilha ("Bus 174", "Elite Squad", "Secrets of the Tribe"), ein relativ unbekannter Filmemacher, an sich kein schlechtes Zeichen oder zumindest nichts, aus dem sich etwas negatives deuten lassen könnte. Die Hauptrolle übernimmt der schwedisch-amerikanische Schauspieler Joel Kinnaman ("Easy Money", "Johan Falk", "The Killing"), ebenfalls ein unverbrauchter Name und anscheinend ein versierter Schauspieler, der unterstützt wird von einer Riege namhafter Akteure wie Gary Oldman ("Harry Potter", Christopher Nolans "Batman"-Filme, "Tinker Tailor Soldier Spy"), Michael Keaton ("Beetlejuice", Tim Burtons "Batman"-Filme, "Jackie Brown"), Samuel L. Jackson ("Die Hard with a Vengeance", "Snakes on a Plane", "Django Unchained") und Jackie Earle Haley ("Little Children", "Watchmen", "A Nightmare on Elm Street"-Remake). Sympathisch ist überdies die Besetzung von Miguel Ferrer ("Twin Peaks", "Crossing Jordan", "Iron Man 3"), der bereits im Original eine tragende Rolle innehatte. Dazu gesellen sich leider, nicht wegen den Darstellern, sondern den Rollen, noch Abbie Cornish ("Somersault", "Bright Star", "Sucker Punch") und John Paul Ruttan ("Murdoch Mysteries", "Degrassi: The Next Generation", "This Means War") als Murphys/RoboCops Familie.
Insgesamt klingt das nicht einmal schlecht: ein prämierter, aber unbekannter Regisseur, ein scheinbar fähiger Hauptdarsteller und jede Menge interessante Besetzungen in weiteren Rollen. Was genau ist es also, was mir bei diesem Trailer den Magen umdreht?

Da wäre zum einen das grundsätzliche Design des Films, welches das düstere, dreckige Angesicht eines heruntergekommenden, von Gewalt und Verbrechen gekennzeichneten Detroits (das bis zu welchem Ausmaß reicht aus dem Trailer nur schwer zu erkennen ist) mit aaglatter Ipod-Optik anreichert. Darunter fällt insbesondere das sehr bemüht "modernisierte" Design von RoboCop ("Make it black" my ass), das mehr nach einem "G.I. Joe"-Epigone als nach eigener Kreativität ausschaut und den tatsächlich Roboter-haft wirkenden Ansatz des Originals für eine "stylishe" Kommandoeinheit opfert, was den Menschen viel zu sehr betont. Hinzu kommt das übliche Gemeckere über die PG-13-Freigabe. Damit ist eine Szene, wie die oben kurz angerissene praktisch unmöglich.
Und generell bin ich mit der Darstellung von Alex Murphy im Trailer alles andere als zufrieden, eben weil er konträr zum Original einen vorbildlichen, weißen Vorzeige-Sunnyboy und seine Familie in Szene setzt, und damit umso stärker generisch und anbiedernd wirkt. Die Krönung setzt dem Ganzen allerdings die Szene auf, wenn Abbie Cornish sich auf der Straße vor das Moped ihres werten Gatten wirft und in anschreit: "You got to talk to your son!". Spätestens an diesem Punkt war der Film für mich gestorben.
 

Freitag, November 08, 2013

Lebenszeichen zum zweiten

Was is gelb und kann nich schwimmen? Ein Bagger. Und wieso nicht? Weil er nur einen Arm hat.