Montag, Oktober 16, 2017

Kurzreviews Oktober/I/2017

Hiermit präsentiere ich wiederrum die 10 Filme und 7 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat Oktober gesehen habe:


Serien-Staffeln
Doctor Who (Season 6) (1968-1969) - (6-8,5+) 
Doctor Who: The Return of Doctor Mysterio (2016) - (6,5+)
Stranger Things (Season 1) (2016) - (6-7)
Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert [Star Trek: The Next Generation] (Season 5) (1991-1992) - (10)
Doctor Who (Series 10) (2017) - (7-8,5+)
Archer: Dreamland (Season 8) (2017) - (7-7,5+)
Doctor Who (Season 7) (1970) - (6,5-7,5+) 

Filme
Tad Stones - Der verlorene Jäger des Schatzes! [Las aventuras de Tadeo Jones (Tad, the Lost Explorer)] (2012)
Sind die Kinder zu jung für "Indiana Jones", bietet "Tadeo Jones" ein nettes Einstiegsprogramm, das alle denkbaren Klischees samt und sonders überraschungsarm durchkaut, sowie einen liebenswürdigen Helden (ein bemerkenswert unbemerkenswerter Everyguy, der sich durch seine Leidenschaft und Abenteuerlust auszeichnet) samt knuffiger Entourage. (6)

Es [It] (2017)
Andy Muschietti ist eine bemerkenswerte Stephen King-Adaption gelungen, zu der freilich die Darsteller einen unschätzbaren Löwenanteil beisteuern, sie regelrecht tragen. Oftmals ist es schlicht ein Genuss, ihnen zuzusehen, den Losers Club in Aktion zu erleben. Fast alle Jungschauspieler machen einen ausgezeichneten Job (einzig Chosen Jacobs konnte mich nicht immer überzeugen), wobei die Krone unweigerlich an Sophia Lillis geht. Überhaupt gefällt die Herangehensweise, sich im ersten Teil zur Gänze auf die Erlebnisse der Protagonisten im Jugendalter zu konzentrieren, was dem Freundeskreis viel nötigen Raum zur Entfaltung gibt, sie nicht zu Nebendarstellern in Rückblenden degradiert, obendrein den Coming of Age-Aspekt willkommen betont (den zu ignorieren bzw. dessen Betonung zu kritisieren höchstens von fundamentalem Missverstehen der Vorlage zeugt). Die Horrormomente fügen sich nicht immer nahtlos in diese Geschichte ein, sind in der Regel allerwenigstens effektiv und dahingehend verständig inszeniert, eine bedrohliche Stimmung zu evozieren, auch dank Bill Skarsgård, der eine vortreffliche Darbietung als Pennywise liefert. Kurzum: eine lobenswerte Neuverfilmung, deren Erfolg Hoffnung macht. (8)
Red State - Fürchte Dich vor Gott! [Red State] (2011)
Oh je, Kevin Smith war kräftig wütend, teilt demgemäß kräftig aus, gibt sich unverhohlen zynisch und verdrossen, hetzt mitleidlos Sektenmitglieder und Polizeikräfte aufeinander und nimmt dabei keine Gefangenen. Das resultiert in einem dermaßen ungezügelten Rundumschlag, dass kein homogenes Ganzes entstehen will, Smith in einer Vielzahl von einzelnen Versatzstücken versinkt, die alles wollen, letztlich wenig erreichen. (5)

Tusk (2014)
Kevin Smith goes "Human Centipede" mit Walrössern. Wie "Red State" in Bausch und Bogen gegen einen allgemein verträglichen Konsens gebürstet, eine groteske Ausgeburt eines Scherzfilms, der sich seines Tons nie sicher sein kann, darüber eine ureigene, absonderliche Wirkung erzielt, die zwischen bizarrem Amusement und blanken Degout schwankt. Da er über kein eigentliches Ziel verfügt, in erster Linie Verwirrung stiftet, ist das Ergebnis ähnlich unentschlossen und verstreut wie "Red State". (5,5)

Der Blade Runner [Blade Runner] (1982)
(Final Cut).

Explorers - Ein phantastisches Abenteuer [Explorers] (1985)
Wie "Monster Squad" die fabelhafte Wirklichkeitswerdung eines Jungentraums. Man stelle sich bloß vor: als Science Fiction-Fan eröffnet sich einem die Möglichkeit, ein eigenes Raumschiff zu basteln und damit tatsächlich auf Tuchfühlung mit Außerirdischen zu gehen! Wer wäre da als Heranwachsender nicht begeistert? Zumindest in den 80ern. Und im Gegensatz zur unterwältigenden Serie "Stranger Things" (s.o.) weiß Joe Dante diese Magie, das zauberhaft abenteuerliche, die jugendliche Begeisterung in kindlich sehnende Bilder einzufangen. Wenn auch größtenteils problembefreit: wunderschön zum Wohlfühlen. (7)

Casanova (2005)
Der triggert mich bekannterweise in vielfacher Weise positiv: eine romantische Kostüm-Komödie vor barocker Kulisse plus ein wenig Sturm und Drang, ein aufreizender Bilderbogen, ein frivoles Lust- und Verwirrspiel, köstlich gespielt und hingebungsvoll romantisch. Ein hinreißender Genuss - naja, für mich wenigstens. (7,5)

Vidocq (2001)
Für den habe ich seit jeher eine absonderliche Schwäche. Ich denke, das liegt an der düsteren Atmosphäre, die Pitof heraufbeschwört, eine auf eigentümlich kapriziöse Art und Weise bildgewaltige Darstellung Paris als dreckiger, liederlicher Moloch, wo hinter der Fassade gesellschaftlichen Umbruchs grauenhaftes geschieht, eine zutiefst narzisstische Upperclass unaussprechliches verrichtet, während die Bevölkerung im Chaos versinkt. Den digitalen Look müsste ich eigentlich hassen, in Wahrheit gibt er der Geschichte jedoch eine angemessenen schäbige Erscheinungsform, die der Hässlichkeit des Erzählten Tribut zollt: verzerrte Blickwinkel, groteske Nahaufnahmen, ein nichts beschönigender Voyeurismus machen "Vidocq" zu einem gleichermaßen unangenehmen, wie faszinierenden Fantasykrimi. (6,5)

Die Besucher [Les visiteurs (The Visitors)] (1993)
WTF ist hier bei der Synchronisation bloß schief gelaufen? Selbst Rainer Brandt würde sich bei dieser hanebüchenen Ansammlung idiotischer Albernheiten, die allen Beteiligten in der deutschen Fassung ohne Rücksicht auf Sinn und Verstand oder Sinn für Humor in den Mund gelegt werden (von 10 Gags pro Sekunde zünden vielleicht zwei), ratlos abwenden. Womit ich der an sich bereits albernen Zeitreisekomödie nicht zugestehen möchte, im Original merklich witziger oder intelligenter (wie es der deutsche Wikipedia-Artikel redlich darzustellen sucht) auszufallen, nichtsdestotrotz setzt die aufgekratzte Blödelsynchro dem Unfug die Narrenkappe auf, kann unter keinen Umstände in normalem geistigen Zustand über Spielfilmlänge durchgehalten werden (und ich liebe Rainer Brandt-Synchros), sofern man sie überhaupt 5 Minuten durchzustehen vermag. Ich bin ein wenig rat- und sprachlos, wie ich eine offizielle Kinosynchro zu finden habe, die wie eine lustig gemeinte Fan-Synchro aus dem Internet anmutet. Andererseits ist ein Mindestmaß an Faible für Schnoddersynchros bei mir vorhanden - so oder so bewegen wir uns hiermit ganz scharf an der Grenze des Erträglichen. Nur auf welcher Seite? (3)

Blade Runner 2049 (2017)
In einer Kinolandschaft, wo einfallslose Nachstellungen 80er-Jahre-Klassiker oder müde Neuerzählungen derselben Geschichte dominieren, fällt Denis Villeneuves Sequel merklich aus dem Rahmen, allein deswegen, weil er verbaliter eine Fortsetzung gedreht hat: der Versuch, das Original weiterzuentwickeln, weiterzuerzählen, anstelle einer Zweitausfertigung, deren einziges Anliegen darin liegt, den Vorgänger an Spektakularität zu übertreffen. Villeneuves Erzählmodus ist äußert ruhig, langsam, er schickt seinen Protagonisten in Verkleidung einer Detektivgeschichte auf Identitätssuche, nach der Natur seiner selbst und seiner Artverwandten in einer entfremdenden Welt. Was wenig Raum für herkömmlichen Science Fiction-Pomp oder Action lässt, dafür in wundervollen Bildern eine schmerzhafte Suche nach sich selbst, nach dem Ursprung, nach der Zukunft ausbreitet. Ich weiß noch nicht, wie sich "Blade Runner 2049" bei weiteren Sichtungen entwickelt, der Ersteindruck ist ohne jede Frage zutiefst eindrücklich, überwältigend, berauschend, die Bilder nehmen einen gefangen (obgleich ich Jordan Cronenweth gegenüber Roger Deakins knapp den Vorzug geben würde), die Geschichte wirkt trotz der langen Laufzeit und des Erzähltempos anregend, aber nie ermüdend oder überheblich. Letztlich empfiehlt sich Villeneuve auch mit diesem Film als einer der interessantesten Regisseure, die zurzeit Kino machen. (9)

Star Trek - Der Film [Star Trek: The Motion Picture] (1979)
Als Trekkie fällt eine objektive Bewertung des oft gescholtenen ersten Kinoabenteuers der Enterprisecrew naturgemäß schwer. Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich Gefallen an Robert Wise Ansatz einer 2001-esken Odyssee finde, den Zuschauer via Blickwinkel der Kamera eine unvergleichliche Weltraumerfahrung machen zu lassen. Der visuelle Aspekt, das über den fremdartigen Anblick des Inneren der Wolke gleitende Auge sind dementsprechend das stärkste, was der Film zu bieten weiß, erzählerisch steht er dahinter leider zurück. (7)
















10 - 7,5 (74,5)

Montag, Oktober 09, 2017

Montag, Oktober 02, 2017

Kurzreviews September/2017

Hiermit präsentiere ich wiederrum die 15 Filme und 4 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat September gesehen habe:


Serien-Staffeln
X-Men (Season 1) (1992-1993) - (6,5-7)
Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer (Season 7) (2016) (7-8,5)
Doctor Who (Season 5) (1967-1968) - (6-8,5)
Tabu [Taboo] (Series 1) (2017) - (7-8,5)

Filme
Samurai Cop (1992)
Amir Shervan, die Ausgeburt an Inkompetenz. Sein "Action-Thriller" "Samurai Cop" ist resultierend Trash, der seinesgleichen sucht, ein hoffnungslos unfähiger Versuch Filme wie "Lethal Weapon" zu kopieren, angereichert um alberne Schussgefechte, lächerliche Martial Arts-Kloppereien und überflüssige Sex-Szenen, hundsmiserable ins Werk gesetzt. Grandios! (Trash-Skala: 8)

Don't Breathe (2016)
Nach seinem "Evil Dead"-Remake präsentiert uns Fede Alvarez einen nervenaufreibenden Home Invasion-Thriller vor der der trostlosen Kulisse Detroits, geschickt gesteigert dadurch, dass Alvarez seine Protagonisten und damit den Zuschauer unaufhörlich in die Enge treibt, dabei ambivalent in der Figurenzeichnung bleibt, da man sich kaum eindeutig auf die eine (Einbrecher und Diebe, obgleich aus nachvollziehbarer Motivation) oder die andere (ein erblindeter, von der Gesellschaft im Stich gelassener Veteran) schlagen möchte. So oder so aufregend bis zuletzt. (7,5)

Die Mumie [The Mummy] (2017)
Von A bis Z völlig verkorkster Einstieg in ein Franchise, das von mir aus schnellstens wieder in der Versenkung verschwinden kann. Wer braucht bitte ein Universal-Monsters-Pendant zum bereits das Kino quälenden MCU? Ich mag Tom Cruise als Darsteller, er ist in der Tat einer der letzten großen Hollywoodstars, in der Regel ein Garant für ordentliche Blogbusterunterhaltung - hier ist er dahingegen ganz und gar fehlbesetzt, lenkt dem Fokus unnötig vom einzig Highlight des Films, Sofia Boutella als eponyme Mumie, ab, seine Versuche Komödie zu machen sind peinlich missglückt, die Chemie zwischen ihm und der langweiligen Annabelle Wallis ist inexistent. Addiert man dazu Russel Crowe und wirft einen Blick auf die Regie (Alex Kurtzman, inklusive Kumpan Robert Orci auf der Liste der Produzenten)... schönen Dank, da gucke ich lieber hundert Mal die beiden Brendan Fraser-Mumien-Filme. Und bitte, bitte, bitte lasst die Finger vom Gilman. Der einzige, dem ich zutraue, jenem eine würdevolle Neuverfilmung zu verpassen, ist Guillermo del Toro - und der hat bereits etwas vergleichbares abgedreht. (3)

Critters 2 - Sie kehren zurück [Critters 2: The Main Course] (1988)
Welcher Dämlack kam auf die filmzerstörerische Idee, den Critters in der deutschen Fassung hö, hö, hö-lustige Kommentare in den Mund zu legen? Und mir egal, ob sich die zahlreichen Synchronisations-Gegner befriedigt und selbstgefällig die Hände reiben: ich gucke viel im Original,  ab und zu dennoch gerne gelungen synchronisierte Filme - dazu gehört dieser nicht. Sowieso ein minder spaßiger Abklatsch des Erstlings, der zwar nahtlos an diesen anschließt, sympathische Charaktere sein Eigen nennt, ein, zwei schräge Ideen parat hält, jedoch nie richtig Tempo aufnehmen will, macht er umso mehr deutlich, dass es sich bei der "Critters"-Reihe höchstens um die B-Version von Gremlins handelt. (B-Movie-Skala: 5)

Fright Night - Die rabenschwarze Nacht [Fright Night] (1985)
80er-Rehash des guten, alten Vampirfilms plus zeitgenössischem Flair, der sich durch Roddy McDowalls abgehalfterten Film-Vampirjäger selbstironischer gibt als er tatsächlich ist. Aber bei allem Unterhaltungsfaktor, den McDowalls Auftritte hergeben, erzählt Tom Holland auch eine Geschichte von Teenagerliebe und sexuellem Erwachen, Themen, die er in einigen Szenen ganz ausgezeichnet evoziert, unterstützt von Chris Sarandons verführerischer Ausstrahlung. "Fright Night", denke ich, hat einen Ruf, den der Film letztlich nicht einhalten kann, doch was er bietet, ist eine gelungene Mischung aus Horror, juveniler Erotik, schicken Effekten und einer Prise Humor. (7)

Mein Nachbar der Vampir [Fright Night Part 2] (1988)
Manche können mit dem Sequel mehr anfangen, ich gehöre nicht dazu. Von den vielen reizvollen Ideen, etwa die Bedrohung nun durch einen weiblichen Vampir, empfand ich keine als hundertprozentig zufriedenstellend umgesetzt, die stärker charakterisierte Entourage der Obervampirin erweckt gar den Eindruck, es hier mit einer verlorengegangen Buffy-Staffel zu tun zu haben. (6)

Ein Brief an Momo [ももへの手紙 Momo e no tegami (A Letter to Momo)] (2011)
Ein thematisch vielen Studio Ghibli-Produktionen nicht unähnlicher Anime, wenn das Übernatürliche in den Alltag der jungen Momo einbricht, ihr dabei hilft, ihre persönlichen Schwierigkeiten zu überwinden und sich in ihrer neuen Umgebung zurecht zu finden. Insofern nichts neues, nichtsdestoweniger äußerst sympathisch, feinfühlig und gleichermaßen unterhaltsam, wie aufrichtig im Ansinnen, zumal wunderschön animiert. (7)

Undisputed IV: Boyka Is Back [Boyka: Undisputed IV] (2016)
Habe ich lange vor mir hergeschoben, unter anderem da, entschuldige Todor Chapkanov, Isaac Florentine nicht mehr den Regie-Posten innehatte. Leider macht sich das bemerkbar, letzten Endes liefert der vierte Teil nicht mehr auf demselben Niveau wie die Vorgänger Florentines, dessen Inszenierung es immerhin einen zu vergessen geschafft hat, einen B-Actionklopper zu sehen. Numero 4 kann das nicht, trotz einer brauchbaren Geschichte und ordentlichen Fights ist das von vorne bis hinten unverkennbar B-Material, die finale, unspektakuläre Schießerei sogar merklich drunter. Wenigstens anguckbar dank der Martial Arts-Stunts und Scott Adkins. (B-Action-Skala: 6,5)

Die Blaue Dahlie [The Blue Dahlia] (1946)
Klassischer Film Noir nach einem Drehbuch von Raymond Chandler, dessen größter Pluspunkt das weitverzweigte Figurengeflecht darstellt, das es zu durchschauen gilt und das bis zur "großen Enthüllung" die Tätersuche willkommen erschwert. Allerdings hinterlassen nicht alle Charaktere einen nachhaltigen Eindruck, Alan Ladd erscheint etwas langweilig als Held der Geschichte und Veronica Lane mag man meinen ist einzig aufgrund der notwendige Präsenz einer Femme fatale im Film. Schwach außerdem die Konfrontation am Ende, die in einer konfusen Whodunit-Konvention mit wenig Wirkung verpufft. (6,5)
The Equalizer (2014)
In Unkenntnis der 80er-Serie. Kurios, in mancherlei Hinsicht ist "The Equalizer" die "Punisher"-Verfilmung, auf die Comicfans gewartet haben. Oder die "Hitman"-Verfilmung, die sich alle erhofft haben. Überhaupt: warum adaptiert Antoine Fuqua nicht "Hitman" mit Denzel Washington als 47 (der ist nicht schwarz? Who the fuck cares, ich könnte mir inzwischen keinen besseren in der Rolle vorstellen). Fuqua ist ein klarer Hit-or-Miss-Kandidat, unter seinen Hits findet sich dafür eine ganze Reihe gelungener Actionthriller, zu denen sich "The Equalizer" dazugesellt. Gerade die Weigerung, ihn zum Action-Overkill verkommen zu lassen, die gute Inszenierung, speziell in den ruhigeren Momenten des ersten Drittels, Washingtons Charisma, Marton Csokas und schlussendlich die Steigerung in den Schlusskampf erheben ihn über das handelübliche Actioneinerlei. (7,5)

John Wick (2014)
Ein Überraschungshit, der Keanu Reeves aus der Versenkung geholt hat. Zugegeben: die Schießereien sind stylish, rasant choreografiert, die Optik kann sich passend dazu sehen lassen. Nur hört es dort bereits auf, über diesen massiven Style over Substance kommen die Stuntleute David Leitch und Chad Stehlski in ihrem Regie-Debut nie hinaus, verlieren sich ferner in ihrem World-Building-Versuch und Coolness-Flair, womit sie einen angemessen grimmigeren Ton verpassen. Sintemal die Rache-Geschichte emotional nach dem Einstieg nicht mehr Schritt hält und Reeves offen und ehrlich die Leindwandpräsenz für diese Rolle vollständig abgeht. (6,5)

Monster Busters [The Monster Squad] (1987)
Die Goonies auf Monsterjagd und mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen: rundherum eine schäumende Jungensfantasie, wie sie nur aus den 80ern stammen konnte, kompakt, temporeich und unterhaltsam. (6,5)

Die Nacht der Creeps [Night of the Creeps] (1986)
Eine Zitate austeilende, Namedropping betreibende Hommage an geläufige Horror und Sci-Fi-Tropen, beschauliches Späßchen. (6)

Die Rache der Eierköpfe [Revenge of the Nerds] (1984)
Durch und durch 80er-Jahre Blödelkomödie, durch die depperte deutsche Synchro noch verstärkt. Geistesblitze braucht man hier demnach selbst von den Nerds (oder "Scheissern"...) nicht zu erwarten, wie der Film sich sowie so eher in der Bestätigung denn Widerlegung von Nerd- und Jock-Klischees ergeht. Und angesichts der kontemporären Nerdkultur verlieren viele (Un)Taten der Nerds (u.a. das heimliche Filmen nackter Studentinnen der verfeindeten Verbindung, inklusive Verkauf der dadurch erschlichenen Bilder...) deutlich an Charme, von der indiskutablen "Vergewaltigungsszene" ganz zu Schweigen. (6)

Der Bucklige von Soho (1966)
Und es ward Farbe im Edgar Wallace-Kosmos! Nach den ersten Eingewöhnungsschwierigkeiten kann man nicht umhin, Alfred Vorhers Einstieg in die bunte Welt des Wallace-Krimis seiner exploitativen Qualitäten wegen zu schätzen, die der in Krimi-Konventionen festgefahrenen Reihe auch im übertragenen Sinne wieder etwas Farbe verliehen haben. (7)




















15 - 6,4 (96)

Mittwoch, September 20, 2017

Kurzreviews August/2017

Hiermit präsentiere (aufgrund eines Urlaubs, dazugehörigen Urlaubsvorbereitungen und einer Prüfung) ich wiederrum die 18 Filme und 3 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat August (Monat September folgt in seiner Gesamtheit) gesehen habe:


Serien-Staffeln
Chuck Norris: Karate Kommandos (1986) (10.000 auf der "HOLY SHIT, IT'S A CHUCK NORRIS-CARTOON"-Skala)
Doctor Who (Season 4) (1966-1967) - (6-8) 
Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert [Star Trek: The Next Generation] (Season 4) (1990-1991) - (10)

Filme
Der Mann mit der Narbe [Hollow Triumph] (1948)
Ein Film Noir unter dem Radar, zumindest scheint es mir so, vermutlich, da Steve Sekelys Krimi-Drama konsequent gegen logische Widerstände gebürstet ist, welche die reizvolle, für einen Noir vorzüglich taugliche Grundidee immer wieder aufkommen lassen. Gleichwohl das sollte einzig Wahrscheinlichkeitskrämer interessieren, schließlich füllt diese Idee die knapp bemessene Laufzeit mit genügend hochspannenden Momenten, den Rest besorgt John Altons überaus chice Kameraarbeit. (7)

Mein Freund Harvey [Harvey] (1950)
Ein Plädoyer gegen die triste Wirklichkeit und das Soll-Diktat des grau-drögen Establishments, beschwingt und herzlich erzählt, vollends belebt durch James Stewarts "Harvey-Schauspiel", bis heute das Vorzeigebeispiel der ungewöhnlichen schauspielerischen Interaktion mit einem unsichtbaren Charakter. (7)

Beowulf (1999)
Graham Baker hat richtig erkannt, dass die Adaption klassischen Materials wie der "Beowulf"-Sage von Zeit zu Zeit (zwecks Zugänglichkeit) einer Frischzellenkur bedarf und, zugegeben: die Idee, die Geschichte in ein postapokalyptisches Setting zu versetzten, allgemein das Production Design, sowie die Re-Interpretation Beowulfs als Gadget-bewehrter Martial-Arts-Halbblut-Dämonenjäger (inklusive der Besetzung Christopher Lamberts mit fescher Gerald-Haarfarbe) funktionieren wider Erwarten ganz gut, sehen sogar ganz brauchbar aus, der Techno-Soundtrack ist bereits Geschmackssache. Ferner steigt der Streifen flott ein, kann über die gesamte Länge die Spannung jedoch nur so gerade aufrecht erhalten, hätte eines versierteren Action-Regisseurs und -Choreografen bedurft, wirkt schlussendlich wie der Pilot zu einer trashigen 90er-Fantasy-Action-Serie. (Trotz Rhona Mitras Ausschnitt: B-Movie-Skala: 5,5)
God is God - Juno Reactor from Juno Reactor on Vimeo.
Inbred (2011)
Ungewohnter Schauplatzwechsel: statt in der amerikanischen Pampa finden unsere Protagonisten die titelgebenden "Inbreds" diesmal in good ol' Britain - was in einem zünftigen, gut getricksten Ekel-Schlachtfest endet, außer zynischem "Humor" trotzdem nichts zu bieten weiß. (3)

Mike Mendez' Killers [Killers] (1996)
Billigst runtergekurbelter Amateur-Trash (Betonung liegt auf Amateur), der neben seiner nicht existenten Story, den endlosen, selbstgefälligen Monologen, der miesen Inszenierung den größten Fehler begeht: er langweilt grässlich, kommt sich dabei doch vor wie eine coole Horror-Taratinoneske mit satirischem Potenzial. Ne, ne, das war nichts. (1)

Shadow - In der Gewalt des Bösen [Shadow] (2009)
Ordentlicher Horror, der immer mal wieder die Richtung wechselt und so zumindest nicht anödend vorhersehbar ausfällt, einen passablen (wenn auch konfusen) Endtwist parat hält, alles zweckdienlich mit einer politischen Haltung nektiert. (6)

Haus der 1000 Leichen [House of 1000 Corpses] (2003)
Hab ich den bei der ersten (weit, weit zurückliegenden) Sichtung gehasst, fand ihn grauenhaft, widerlich... vielleicht lag es an meinem zarten Kindesalter und der damit verbundenen Unwissenheit. Zeit gibt zum Glück bekanntlich Rat, somit half mir die über die Jahre gewonnene Bekannschaft mit dem Horrorfilm den diesem Film angedachten Zugang zu bescheren (was ja bloß beinahe 14 Jahre in Anspruch genommen hat...). Jedenfalls gefiel mir Rob Zombies Hommage an den Terrorfilm der 70er (und darüber hinaus) bedeutend besser, konnte ich die Anspielungen besser verarbeiten und zusammen mit seinem vielgestaltigen, visuell ausreizenden, exaltierten Stil entsprechend würdigen. (7,5)

Hinter dem Horizont - Das Ende ist nur der Anfang [What Dreams May Come] (1998)
Maximal verkitschtes Kitschfest, geradezu unterträglich klebrig-süßlich und religiös verklärt, vergraben unter einem Übelkeit erregenden Berg an Zuckerguss, der jeden Anflug von ernst zu nehmender Auseinandersetzung mit dem Thema unter sich erdrückt, einschließlich der im Grunde fantasievollen und teils atemberaubend getricksten Darstellung des Jenseits. (3)

The Champ [Resurrecting the Champ] (2007)
Daumen hoch für Samuel L. Jackson und Josh Hartnett, jeder der einen heroischen Boxerfilm erwartet hat, wird hingegen enttäuscht sein: Rod Luries Drama nach einer wahren Begebenheit dreht sich in Wahrheit um das Schicksal seiner beiden Figuren, Vaterkomplexe und seichte Kritik am (Sport)Journalismus, bleibt einerseits wohltuend am Boden der Tatsachen, versteigt sich nicht in eine gekünstelt pathetische Darstellung, kratzt andererseits in jedem Bereich höchstens an der Oberfläche. In erster Linie brauchbar wegen den Darstellern. (6)

Man of Steel (2013)
So allmählich werde ich (in Grenzen) zum DCU-Apologeten, insbesondere angesichts jedes weiteren konzerngerechten, kunstfeindlichen Auswurfs des MCU. Die Zweitsichtung von "Man of Steel" etwa sagte mir beachtlich mehr zu, obgleich seine Schwächen weiterhin bestehen bleiben. Trotzdem gefallen mir Zack Snyders und Christopher Nolans Ansätze zu einer modernisierten Version Supermans und ihre Art, diese Geschichte mit den Mitteln ihres Kinos (auf der Suche nach einem alternativen, frischen Erzählmodus und -rythmus) neu zu erzählen von Mal zu Mal besser. Denn während Marvel nichts mehr kann außer Marketingtaugliche Werbespots als Filme unverhältnismäßig erfolgreich zu verkaufen, bleiben die DC-Verfilmungen allerwenigstens diskutierwürdig. Und gibt es noch einen Funken Gerechtigkeit in der Welt, bleibt dieser Ansatz länger in Erinnerung, als das erzählerische Vakuum anderer Superheldenverwurstungen. (7)

Sunshine Reggae auf Ibiza (1983)
Oh weh, oh weh. Eine weitere Ausgabe deutscher Bodensatzkomödie. Womit ich keine Fans vor den Kopf stoßen möchten (ich habe schließlich meine eigenen Blödelkomödien und geliebten Trashfilme), allerdings kann man das jenseits nostalgischer Doofheitsverklärung nicht ernsthaft in irgendeiner Form zufriedenstellend finden. Das Ganze ist nicht bloß peinlich doof und schmerzhaft unlustig, es ist genauso peinlich doof und schmerzhaft unlustig umgesetzt. Wenn das komödiantische Highlight ein sich quer über Ibiza vergewaltigender Karl Dall ist, bleibt einem einzig und allein das mit einem Facepalm zu quittieren und zu flüchten. Tragischerweise hat sich der Mainstreamgeschmack des deutschen Publikums scheinbar bis heute keinen Milimeter weiterentwickelt. (1,5)

Baby Driver (2017)
Gemessen an Edgar Wright bisherigem Schaffen seine im Vergleich ernsteste, erwachsenste Arbeit, wenn auch alles andere als humorbefreit, inszenatorisch beinahe bis zur letzten Konsequenz rythmisch arrangiert um seinen Soundtrack, um das Wechselspiel zwischen Bild und Ton. In den Händen von Wright ein cineastisches Fest, das zudem eine gute, abwechslungsreiche, herrlich gespielte (insbesondere Jon Hamm und Jamie Foxx) Gangsterstory erzählt, die bei zunehmender Laufzeit an Drastik merklich zunimmt. Etwas schade finde ich, dass die Autoverfolgungsjagden einen kleineren Teil einnehmen als erwartet, dafür sind sie wunderbar und ohne CGI-Schnickschnack durchgeführt. Übrigens: an alle, die kritisieren, die Songauswahl würde zu beliebig ausfallen: es ging hier nie um fröhliches Popkulturzitierraten, um diesen oder jenen Song nach bekannten, wiederkehrenden Mustern einzuordnen zu können.Wichtig ist, wie Wright die Lieder mit der Handlung und der Mise-en-scene nektiert, praktisch wie Bild und Ton miteinander tanzen. Und das funktioniert ganz ausgezeichnet. (7,5)

Passagier 57 [Passenger 57] (1992)
Straighter Actionthriller aus der Hochzeit Wesley Snipes, auf das Duell zwischen ihm und Bruce Payne konzentriert, sogar mit etwas Raum für Snipes Martial Arts-Können. (6,5)

Lawrence von Arabien [Lawrence of Arabia] (1962)
Unfassbares Meisterwerk von monumentalem Ausmaß, der Kampf des Menschen gegen die Natur, seine eigene, wie die der natürlichen Umgebung der Wüste, in überwältigenden Bildern festgehalten, grandios geschauspielert und insgesamt zu einem der größten Genüsse, die das epochale Kino je hervorgebracht hat, gereift. Meisterhaft! (10)

Drop Zone (1994)
Wie, Wesley Snipes schon wieder im Flugzeug? Jepp, im Grunde genommen könnte er hier ein und denselben Charakter wie in "Passagier 57" (s.o.) spielen, keiner würde den Unterschied merken. Inhaltlich geht das Geschose in Richtung eines "Gefährliche Brandung"-Epigonen (wenn Gary Busey die Seiten gewechselt hätte), begrenzt aufs Fallschirmspringen. Davon gibt es hier mehr als genug, was dem Actiongehalt der Geschichte nicht immer zu Gute kommt. Insgesamt der so gesehen familienfreundlichere Gegenpart zu "Passagier 57". Ich mag beide. Bonus für Busey. (6,5)

Macho Man (1985)
Und nochmal oh weh. Mag sein, dass das für Nürnberger ein Kultfilm ist und gemessen an den schrottigen deutschen Komödien... ist das immer noch ein lächerlich schlechter Versuch eines deutschen Kamfsportfilms, spannungs-, story- und actionarm, belustigend miserabel geschauspielert (das gesamte Werk musste nachträglich übersynchronisiert werden...) geradezu grotesk unfreiwillig komisch (die Sexszenen mussten laut Wiki aus dem Film entfernt werden... ausgerechnet dafür hat sich René Heller geschämt?), aber... irgendwo unterhaltsam ja. (Trash-Skala: 5)

Der Affe im Menschen [Monkey Shines] (1988)
Die ursprüngliche Idee sollte sein, George A. Romeros Lebenswerk anlässlich seines Todes (R.I.P.) chronologisch zu sichten, bisher bin ich damit nicht weit gekommen (bis auf "Night of the Living Dead"), hänge derzeit an "There's Always Vanilla" fest. Aber, aber, ein niemals realisierter Ausflug nach Gibraltar führte zu der fixen Idee, sich als Ersatz für das versäumte Erlebnis, sich von den dort ansässigen Berberaffen beklauen zu lassen, an "Monkey Shines" zu wagen: ein außerordentlich gelungener Tier-Psychothriller, der sich mehr nach den 70ern als den 80ern anfühlt (daher das Scheitern an der Kinokasse?), schleichend, charakterorientiert im Aufbau, mit beeindruckender Tierdressour, spannend bis zu letzt. Nur muss ich offen gestehen: Team Ella! So oder so empfand ich es als vertane Chance, die aus der Verbindung zwischen Affe und Mensch resultieren Aggression und Wildheit nicht stärker auf die Urinstinkte und angeborene Gewaltbereitschaft des Menschen zurückzuführen - woraus sich ferner bertrachtet zudem ein pfiffiger Schlussgag hätte ergeben können. Nichtsdestoweniger: eindrucksvoll! (7)

The Mismatched Couple [情逢敵手 Ching fung dik sau (Mismatched Couples)] (1985)
Wem es nach einer geballten Ladung 80er-Jahre HK-Klamauks dürstet, ist hier genau an der richtigen Adresse: ein blutjunger Donnie Yen blödelt, kämpft und (ganz besonders und etliche Male) tanzt (!) sich voller Elan durch diese Liebeskomödie, randvoll anregender, zum Himmel schreiend heiterer und spaßhafter Momente. Unbeschreiblich! Sagenhaft! Einfach toll! (8)


























18 - 5,8 (105,0)

Dienstag, August 08, 2017

Kurzreviews Juli/2017

Hiermit präsentiere ich wiederrum die 20 Filme und 2 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Juli gesehen habe:


Serien-Staffeln
Doctor Who (Season 3) (1965-1966) - (6-8)
Boardwalk Empire (Season 3) (2012) - (7,5-8,5+)

Filme
Final Destination 5 (2011)
Für mich ein sehr zufriedenstellender Abschluss der Reihe: ausgesprochen kreative, suspensereiche Tötungsszenarien, etwas gehaltvollere Charakteren als in manchen der Vorgänger und ein schöner Bogen zum Erstling. (7)

Brennpunkt L.A. [Lethal Weapon 2] (1989)
Die wutenbrannte Steigerung gegenüber dem Vorgänger, witziger, actionreicher, mehr Macho-Allüren und erhöhter Adrenalin-Pegel, aber eben auch zorniger, einem gewissen Verdruss Luft machend. (8,5)

Ariel (1988)
Spröde dargebrachten Aussteigergeschichte, die, kein Wort zu viel gesprochen und keine Minute zu lang, kurz und knapp das Schicksal seines Protagonisten lakonisch doch sympathisch schildert, mit für Aki Kaurismäki typischen leisen, feinen humorigen Untertönen. (7)

Fudoh: The New Generation [極道戦国志 不動 Gokudô sengokushi: Fudô] (1996)
Das Miike Takashi von Herzen gern Geschmacksgrenzen überschreitet, ist keine Neuigkeit, gerade in den 90er und frühen 2000er-Jahren war er nicht umsonst berüchtigt dafür, dem abgedroschenen Yakuza-Film mit bis zum Erbrechen abstoßenenden Einfällen Würze zu verleihen, das Genre gleichzeitig durch einen nicht zuletzt darin begründet liegenden comichaften, teils surrealen Charakter in gewisser Weise zu parodieren. So geschehen bei der Mangaverfilmung "Fudoh", die einmal mehr von Machtkämpfen und Ränken inner- und unterhalb der Yakuza-Clans erzählt, im Mittelpunkt: der eponymen Fudoh Riki, der sich zwecks Erfüllung seiner Ziele (in erster Linie Rache) einer ungewöhnlichen Gefolgschaft bedient. Im Gegensatz zum handelsüblichen, nicht zu sagen drögen hin und her der Gangster-Streitigkeiten sind es hier diese Bediensteten (kindliche Auftragskiller, ein Titan von einem Schläger, sowie nicht zu vergessen: das Schulmädchen, dass Pfeile zwischen ihren Beinen verschießt (!)), die Farbe in das Yakuza-Einerlei bringen, während der Rest konfus und für meinen Geschmack zäh ausfällt. (4)

Monster Club [The Monster Club] (1980)
Ein Anthologie-Film an der Schwelle der 80er und hier kurzerhand das Problem: Darsteller wie John Carradine oder Vincent Price, die Einzelgeschichten (eine tragische, eine amüsante und eine ausweglose), das putzige bis billige Make-Up, allgemein der Flair machen einen reichlich angestaubten, überholt wirkenden Eindruck, gruseln zudem bis auf die letzte Geschichte kaum. Ganz gleich: der titelgebende "Monster Club" mitsamt seinen irgendwie anachronistischen Musiknummern, possierlichen Masken und selbstredend Carradine und Price IST ein Highlight. Witziges Trivia laut Wikipedia: wahrscheinlich Vincent Price einzige Rolle als Vampir! (5)

Shark Hunter - Die Jagd nach dem Urhai [Shark Hunter] (2001)
Angesichts des ganzen Hai-Horror-Schrotts, der da draußen rumschwimmt (ha ha), muss ich gestehen, positiv überrascht zu sein. Beim Duell zwischen U-Boot und urzeitlichem Monster-Hai kommt genug Spannung auf, die Darsteller machen ihre Sache in Ordnung und die Effekte sind nicht nicht State of the art, aber zweckmäßig. (B-Movie-Skala: 6,5)

Tao Jie - Ein einfaches Leben [桃姐 Tou ze (A Simple Life)] (2011)
aka "Sister Peach". Kitschfrei, ohne übertriebene Melodramatik erzählt Ann Hui aus gebührender Distanz, dennoch notwendiger Nähe vom Älterwerden anhand des Schicksals Ah Taos, genannt Tao Jie, bewunderungswürdig gespielt von Deannie Yip, und ihrer Beziehung zu Roger (nicht minder toll: Andy Lau), für dessen Familie Tao als Amme tätig war. Einfühlsame, zu Herzen gehende, nachdenklich stimmende und, was nicht genug betont werden kann, grandios gespielte Reflexion eines Lebens. Großartig! (9)

Blow (2001)
Hochglanzpoliertes Biopic, das zwar schick aussieht, handwerklich gut gemacht ist, von dem man jedoch nichts mitnimmt. Die Bilder sind zu geleckt, die Geschichte zu episodisch, die Charaktere zu oberflächlich und fern (merke: ein Protagonist wird einem nicht zwingend näher gebracht, bloß, weil man ihm ein Mikrofon in den Kopf pflanzt). Als Charakterstudie zu oberflächlich, als Kritik am Drogenhandel zu konsumierbar. (5)

Die Tiefe [The Deep] (1977)
Was von der abenteuerlichen Schatzsuche in erster Linie im Gedächtnis bleibt sind die Riesenmuräne, Jacqueline Bissets T-Shirt und selbstredend die beeindruckenden Tauchszenen (ich persönlich würde noch Louis Gossett Jr. hinzufügen). Ansonsten: ein bisserl lang geraten und nicht immer durchgängig spannend, speziell abseits des Geschehens unter Wasser. (6,5)

Drei Amigos! [¡Three Amigos!] (1986)
John Landis macht von Grund auf sympathische Streifen, dieser miteingeschlossen. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass er hier mit durchgetretener Spaßbremse inszeniert, richtig Schwung wollte nicht aufkommen, die Amigos waren als Protagonisten weder sonderlich ausgereift, noch übermäßig liebenswert, mehr als Kurzweiligkeit konnte er mir zumindest nicht bieten. (6)

Bill & Ted's verrückte Reise durch die Zeit [Bill & Ted's Excellent Adventure] (1989)
Bill und Ted sind ja sozusagen ein Phänomen für sich: eigentlich die zwei größtmöglichen Dösköppe vor dem Herrn, die, wenn man ehrlich ist, traumtänzerisch in den Tag leben, nichts auf die Reihe kriegen, die Welt simplifizieren und durch ihr Lebensgefühl filtern, wo sie gerade gehen und stehen - trotzdem sind es eben dieser naiv-dusselige Charme und ihre von Grund auf positive, friedliche Weltanschauung, ich mag kaum das Wort Philosophie in den Mund nehmen, die die beiden zu so einnehmenden Charakteren und gewissermaßen zu den Vorzeigedeppen des Typus Jugendlichen, der in den 90ern einen gewissen Vorherrschaftsstatus erlangen sollte, machen. Dass die zwei in ihrem Kinofilm (der das Zeitreisethema eher nachlässig behandelt) zu den Gründungsvätern eines friedlichen Utopias werden (dessen Entstehen allerdings abhängig davon ist, dass sie ihre Geschichtsprüfung bestehen...), passt da ganz hervorragend ins Bild. Ein Lebenslustiges Zeugnis seiner Zeit! (7,5)

Im Dschungel ist der Teufel los (1982)
Noch so eine deutsche Komödie, die sich aus peinlichem Kalauerhumor, plattesten Slapstickeinlagen und einer Prise unangenehm selbstverständlichem Rassismus zusammensetzt. Im Gegensatz zu den besonders schmählichen Ilja Richter-Komödien zwar nicht gar so schrecklich und mit dankbar weniger Schlagernummern, gut kommen hier indes höchstens die Löwen weg. (3)

Barb Wire (1996)
In beschämender Unkenntnis von "Casablanca": die trashige B-Action-Variante, stilecht Korsett gerecht ausstaffiert mit Pamela Anderson Lees Hupen in Lack und Leder. Muss man kein großes Aufsehen drum machen: eine spaßige, nicht ernstzunehmende Angelegenheit. (B-Movie-Skala: 6)

Casablanca (1942)
Diese Lücke konnte ich nicht auf mir sitzen lassen. Folglich: ein überlebensgroßer Klassiker aus dem geheiligten Lande Hollywood, an dessen Ruf, an dessen Schatten man sich bloß die Zähne ausbeißen kann. Ich muss gestehen: es ist ein makelloser Klassiker. Alle Zitate, die wohlbekannt und integraler Bestandteil der Popkultur sind, wirken im Film selbst bereits gewaltig, dargebracht von gigantischen Stars in sensationellen Leistungen. Natürlich ist selbst "Casablanca" nicht perfekt, nichtsdestoweniger so nahe an der Perfektion, wie man es sich denken kann. Das Paradox: vielleicht ist es gerade diese Beinahe-Perfektion, die verhindert, dass er je mein Lieblingsfilm oder nur einer meiner Lieblingsfilme sein wird. Großartig, meisterlich ist er zweifelsohne. (9,5)

Stephen Kings Es [Stephen King's It] (1990)
Die TV-Miniserie nach einem der vermutlich bekanntesten, größten Werke in Stephen Kings Œuvre hat vor allem mit zwei Dingen zu kämpfen: einerseits kann sie keine zeigefreudigen Wagnisse eingehen, weshalb gewalttätig Details, die nicht unwesentlich zur düster-bedrohlichen Stimmung der Geschichte beigetragen hätten, größtenteils unter den Tisch fallen oder unbefriedigendem bis unfreiwillig komischen Ersatz Platz machen müssen; andererseits die Zweiteilung der Erzählung, die sich in der stärkeren Hälfte den Erlebnissen der Protagonisten im Kindesalter, in der anderen dem letzten Gefecht der inzwischen Erwachsenen gegen das Urängste heraufbeschwörende Es widmet, denn diese Zweiteilung leidet unter dem unzureichend austarierten qualitativen Gleichgewicht der aufeinander angewiesenen Abschnitte: der Teil mit den Kindern ist besser geschauspielert, mysteriöser und einfach aufregender, während sich der Teil mit den Erwachsenen größtenteils zieht. Ohne Frage überragen tut das Ganze Tim Curry als Pennywise, der mich geringstenfalls jedoch seit je her eher amüsiert als gegruselt hat, wie ich allgemein wenig furchterregendes an der Verfilmung finden kann. Letztendlich empfinde ich Tommy Lee Wallace Version dennoch als gelungen, sie ist handwerklich überzeugend, alles rund um die Kinder ist wie gesagt spannend und Tim Curry schlicht und ergreifend ein purer Genuss. (6,5)

Beowulf & Grendel (2005)
"Beowulf & Grendel" ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite gefällt die merklich differenziertere Herangehensweise an die berühmte Sage, sie ist weniger pompös oder (dem Hollywoodverständnis nach) episch, stattdessen regelrecht persönlich, mitfühlend im Ton. Jan Kiesser liefert zudem schöne Naturaufnahmen und besonders Ingvar Eggert Sigurðsson gefällt in der Rolle des Grendel. Auf der anderen Seite entwickelt sich durch den rauen, ambivalenten Realismus des Geschehens keine tiefgreifende Dramatik, was gleichermaßen willkommen ist, wie es einer mitreißenden Dramaturgie stellenweise im Weg steht, da letztlich Sturla Gunnarsson eine Heldengeschichte ohne "wahren" Helden, Bösewicht oder Heldentaten erzählt. Wie genau man das im Endeffekt beurteilt, liegt daher stark in der eigenen Wahrnehmung dieses speziellen Blickwinkels auf die Geschichte. (6,5)

Critters - Sie sind da! [Critters] (1986)
Der ein klein wenig fiesere "Gremlins"-Epigone, im Geiste sich ähnelnd sind die Critters anders als die liebenswerten Chaoten aus Joe Dantes Klassiker, obgleich in ihrer Wirkung vergleichbar chaosstiftend, ihrem Wesen nach von einer bösartigeren Intelligenz und beschwören durch ihr klar definiertes todbringendes Ziel einen gänzlich anderen Sinn von Bedrohung. Gleichwohl ist "Critters" nicht minder ein Spaßfilm und macht daraus zu keiner Zeit einen Hehl, bewahrt sich einen "Gremlins" nicht unähnlichen Sympathiefaktor, etwa dank der grundsätzlich liebenswürdigen Charaktere. Jedenfalls einer der gelungensten "kleine Monster"-Filme der 80er. (7)

Die Nacht der lebenden Toten [Night of the Living Dead] (1968)
Der König des (gesellschaftskritischen) Zombiefilms ist tot, R.I.P. George A. Romero, keiner sollte je ernsthaft mit ihm gleichziehen. "Die Nacht der lebenden Toten" modernisierte essentiell den Zombie-Mythos, setzte den Grundstein für ein unfassbar erfolgreiches, langlebiges Horrorphänomen, das bis heute seinen festen Platz im Pantheon der Horrorfiktion beibehalten hat. Doch war Romero nicht allein Begründer, er war in der Tat der unangefochtene Meister dieses seines Subgenres, was er bereits mit seinem Erstling, der das Paradigma, das in "Dawn of the Dead" zur Perfektion fand, jedes noch kommenden Zombiefilms konstituierten sollte, zweifelsfrei unter Beweis stellte. Den letzten großes Zombiefilm to end all Zombie movies ist Romero uns dank Hollywoods Ignoranz schuldig geblieben und gäbe es wirklich diesen schwach glimmenden Funken der Gerechtigkeit in unserer Filmlandschaft, würde er als Bub oder Big Daddy wieder auferstehen, um sein Werk zu Ende bringen (und dieselben ignoranten, kunstfeindlichen Produzenten auf Nestroy-Art verspeisen). (8,5)
Dohee - Weglaufen kann jeder [도희야 Dohui-ya (A Girl at My Door)] (2014)
Sensible Schilderung einer vielgliedrigen, weitverzweigten Problematik, die das Thema der Kindesmisshandlung und des Rechts auf Selbstbestimmung vor einer koreanischen Dorf-Kulisse mitsamt aller dahingehenden Implikationen mit Vorsicht angeht, redlich beim Versuch nicht zu polemisch zu sein oder zu sehr die Moralkeule zu schwingen, trotz der unverkennbar eindeutigen Haltung dahinter. Herausragend sind die Darstellerleistungen, insbesondere Kim Sae-ron leistet beachtliches. (7)

Hobgoblins (1988)
Zu dem fehlen mir tatsächlich die Worte. Man könnte ihn eine Trash-Granate nennen, ob des katastrophalen Drehbuchs, der stümperhaften Darsteller, der miserablen Effekte, des lahmen Humors und... so ziemlich alles, was das Machwerk sonst falsch macht (also... ALLES!). Ich würde lügen, würde ich behaupten, nichts Unterhaltsames daran zu finden, aber... ernsthaft, das ist wahrhaftig Bodensatz. (Trash-Skala: 2)














20 - 6,7 (134,5)