Donnerstag, September 15, 2016

Kurzreviews September/I/2016

Hiermit präsentiere ich wiederrum die 5 Filme und 1 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat September gesehen habe:


Serien-Staffeln
Seinfeld (Season 2) (1991) - (6-7)

Filme
Need for Speed (2014)
Schön sind die handwerklich an ältere Vertreter des Autorennfilms angelehnten, also mit handgemachten Stunts und ohne CGI-Überfluss realisierten Rennszenen und Verfolgungsjagden, immersiv inszeniert und spannend anzuschauen. Gerade in der Verneigung vor den Größen des Genres wird deutlich, wie sehr tatsächlich durchgeführte Fahrmanöver und Karambolagen noch heute dem Vergleich mit computergenerierten Spektakeln a la "The Fast & The Furious" standhalten. Technisch macht die Videospielverfilmung demnach Spaß, beim Drehbuchschreiben wäre eine stilistisch gehaltvollere Inspirationsquelle als "Gone In 60 Seconds" hingegen erschwinglicher gewesen. (6,5)

Der Schrecken vom Amazonas (1954)
Verliere ich mal wieder den Glauben an das kontemporäre Kino, erhellt ein ungetrübter Klassiker wie Jack Arnolds "Creature from the Black Lagoon" mein Gemüt, einer der schönsten Monsterfilme seiner Zeit und selbst nach über einem halben Jahrhundert voll im Saft, fantastisch gefilmt, spannend und subtil, mit einer Kreatur, die Monster und Protagonist zugleich ist. Ganz, ganz toll. (8,5)
 
The Floating Castle - Festung der Samurai (2012)
Unterhaltsamer Kampf weniger gegen viele, das ein oder andere nette Schlachtengetümmel ohne ein Höchstmaß an Spektakularität zu erreichen, kein grimmiger Heldengesang, sondern eine erheiternde Aneinanderreihung von Scharmützeln, aufschlussreiches Taktieren und eine Ansammlung von bunt-prägnanten Charakteren. (6)

Schlachthof 5 (1972)
Eigensinnige Verquickung von Biographie- und Kriegsdrama mit einem Schuss Science Fiction, die durch ihr interessantes assoziatives Erzählkonzept in den Bann zieht, aufgrund der nicht-linearen Erzählweise ein emotionales Muster vermittelbar macht, gleichwohl auf der anderen Seite tonal etwas schwankend wirkt, angesichts des Protagonisten nie ganz mitreißt oder betroffen macht. (6,5)

Der Unsichtbare (1933)
Mit eigensinnigem Sinn für Humor, manche Teile des Films sind mehr Slapstick als Grusel, präsentiert uns James Whale eine frühe Version des größenwahnsinnigen und vom Wahnsinn geplagten Wissenschaftlers. Auffällig, neben dem an den Tag gelegten Witz ungeachtet aller Untaten, sind selbstredend die Unsichtbarkeits-Effekte, die auch heute noch beeindrucken. (7)























5 - 6,9 (34,5)

Donnerstag, September 01, 2016

Kurzreviews August/II/2016

Hiermit präsentiere ich wiederum die 10 Filme und 5 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat August seit der letzten Liste gesehen habe:


Serien-Staffeln
Jackie Chan Adventures (Season 1) (2000-2001) (6-6,5)
Seinfeld (Season 1) (1989-1990) (6-6,5)
Raumschiff Enterprise (Season 3) (1968-1969) - (mit Star Trek- und Kindheitsnostalgiebonus: 9-10)
Orange Is the New Black (Season 2) (2014) - (6,5-7)
Jean-Claude Van Johnson (Pilot) (2016) - (4)

Filme
Avengers: Age of Ultron (2015)
Fügt sich in das MCU wie ein weiteres Mosaiksteinchen in einem Werk, bei dem jedes weitere Teilstück als vollwertiges, vollendetes Kunstwerk verkauft wird, ohne dass sich absehen lässt, ob es im großen Ganzen eine künstlerische oder überhaupt eine nennenswerte kreative Leistung ergibt. Es fehlt der konstruktive Impetus, der es über den Eindruck des Franchisebuildings erhebt, denn wie gewohnt wird im zweiten Avengers Assemble-Film viel, laut und bunt gekämpft, doch schütter erzählt und selbst im Kontext des MCU dürftig nennenswertes erreicht. "Ultron" wirkt von Vorn bis Hinten wie eine mittelmäßige, uninteressante Füllerepisode einer unterhaltsamen, aber nährstoffarmen Fantasy-Serie, in die daran gemessen ein unbegreiflich überzogenes Budget versenkt wurde. Bis auf die üblichen gelungenen Momente der Avengers untereinander, die ordentlichen Actionszenen und den ein oder andere One-Liner von Ultron gibt das verschwindend denkwürdiges her. (5)

Ant-Man (2015)
Mit ein bisschen mehr Wagemut hätte das, wer weiß, der beflügelte Underdog im MCU werden können ("Guardians Of The Galaxy" ausgenommen), die Ameisen-Idee gefällt und der Ausflug ins Genre des Heist-Films macht in dieser Kombination besonders Spaß. Stolpern tut der Film überall dort, wo eine einen Film zufriedenstellend ausfüllende Geschichte und ausgearbeitete, zu Ende gebrachte Charakter-Erzählbögen der Stellung des Films im großen Plan des MCUs geopfert werden. Auf diese Art fallen hinlänglich bekannte Elemente, wie der zur Genüge durchgekaute Expositionscharakter oder die Trainingsmontage, halbherzig, überstürzt und innovationslos aus, weil sie gar nicht mehr oder besser erzählt werden dürfen - ein symptomatischer und exemplarischer Makel aller MCU-Beiträge. Viele gelungene, unterhaltsame Momente und Alleinstellungsmerkmale, sowie die an sich sympathische Besetzung gleichen das immerhin zur Genüge aus. (6)

Noch ein Käfig voller Narren (1980)
Ein lauwarmer Aufguss, der den Witz und Charme des Vorgängers kaum zu reproduzieren vermag, da das Herzstück, die Charaktere und das Spannungsfeld zwischen der Travestie-Welt und dem erzkonservativem Bürgertum, zu Gunsten einer klamaukigen und lahm erzählten Verwechslungskomödie reduziert, insbesondere Michel Serrault zu einer reinen Witzfigur degradiert wird. (5,5)

Die Nackte Kanone (1988) & Die Nackte Kanone 2 1/2 (1991)
Tausend Mal gesehen und trotzdem lache ich immer wieder Tränen. (7,5)

Ariane - Liebe am Nachmittag (1957)
Ein vergnügliches Lustspiel mit vielen charmanten Billy Wilder-Momente, detailfreudig inszeniert und beschwingt gespielt. Während ich Gary Cooper als Fehlbesetzung empfand, entzückt Audrey Hepburn, mein persönlicher Favorit war sowieso Maurice Chevalier - und seine Reaktion, wenn er Cooper die Tür öffnet, ist pures Gold. Das Ende hingegen fand ich hingegen leicht ärgerlich. Nicht Wilders Bester, nichtsdestotrotz schön. (6,5)

Batman v Superman: Dawn of Justice (2016)
Extended Cut. Um die überstrapazierte Floskel zu bemühen: die zusätzlichen Minuten machen das Aufeinandertreffen spürbar runder. Lex Luthers Masterplan gibt nicht mehr das schlimm widersinnige Bild der Kinofassung ab, einige Nebenstorystränge wirken vollständiger, den Charakteren tun die ergänzenden Szenen ebenfalls gut. Wem, wie mir, die Kinofassung bereits Spaß bereitet hat, sei die längere Fassung bedenkenlos ans Herz gelegt, Zweiflern mag sie den ergiebigeren Film bieten, gewohnheitsmäßigen Hatern ist sowieso nicht zu helfen. Für mich vergingen die drei Stunden jedenfalls wie im Flug. (7)

Der Große Coup (1973)
Raffinierter und einfach großartiger Gangster-Thriller mit charismatischen, ausgefuchsten Protagonisten und brutalem Gegenspieler, von Don Siegel spröde, schmucklos und unromantisierend in Szene gesetzt. (8,5)

Feuchtgebiete (2013)
10 Minuten gelaufen und ich fragte mich, was der Film noch zu erzählen haben könnte. Viel kam schlussendlich nicht bei rum, bereits nach dieser kurzen Zeit hatte die Geschichte in all ihrer pseudo-skandalösen Sex- und Ekel-Manier an Zugkraft verloren. Was schade ist, denn David Wnendt und sein Team pflegen einen Stil mit visueller Finesse, der tatsächlich nach Kino statt nach der x-ten auf Kinoformat aufgeblähten Tatort-Episode ausschaut. Wie viel Schuld der Vorlage zuzuschreiben ist, kann ich nicht sagen, so oder so geht der anfängliche Schwung, den die Handlung bei der anfänglichen, fernab von einer klinischen Reinlichkeitsstilisierung und Äshtetisierung geprägten Erkundung des eigenen Körpers und seiner Körperfunktionen durch die höchstens bedingt sympathische Protagonistin an den Tag legt, schnell verloren, wenn sich der Fokus fernerhin Richtung biederer Familienträumereien und plattester Trauma-Bewältigungspsychologie verschiebt. Was bei der Stange hält, ist tatsächlich einzig und allein die Inszenierung, die man sich in solcher Form für mehr deutsche Kinoproduktionen wünscht. (5)

Insidious: Chapter 2 (2013)
Die Zeit, zu der ich die Filme von James Wan mochte, liegt im Grunde genommen hinter mir, immer schon war er ein Hit or Miss-Kandidat, das "Insidious"-Sequel fällt in letztere Kategorie. Zugegeben: er versucht nicht zu sehr das Jump Scare-Schema durchzuexerzieren, bietet an Stelle dessen jedoch keinen Ersatz, das Verweben von verschiedenen Zeitebenen und die Tendenz zur Übererklärerei von Szenen des ersten Teils rauben dem Film das dämonische Flair und das eigentlich angsteinflößende ungewisse Unbekannte. Unspannend, ungruselig, nicht mal unfreiwillig komisch. (3)

Conjuring 2 (2016)
Die Nacht der schaurigen Koteletten und creepy Nonnen. Zwar besteht Abnutzungsgefahr bei den Gruselmethoden Wans aufgrund von Wiederholungen, zumal er geringfügig neues liefert, sich motivisch großzügig bei alteingesessenen Horrorklassikern bedient. Was indessen nicht heißt, dass sie ihre Wirkung verfehlen würden, in bedrohlich-stimmiger Atmosphäre inszeniert Wan das spukhaften Geschehen mit Spannung, bevor er es in Schockeffekten kulminieren lässt, bemüht sich um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen ruhigeren Szenen, Aufbau der schaurigen Vorkommnisse und Jump Scares. Wie in allen seinen Filmen braucht man hier ebenso wenig Innovationen oder sagenhaft Intellekt herausforderndes erwarten, insbesondere, wo die christlichen Aspekte überbetont werden, für genügend Gänsehautmomente ist jedenfalls gesorgt und solides Horrorfutter liefert er allemal. (6,5)































10 - 6,1 (60,5)

Sonntag, August 28, 2016

Und Homers neue Stimme heißt...

Christoph Jablonka

Zumindest meinen das beiwohnende Fans erkannt zu haben, als Pro7 am Donnerstag, dem 25.8. der neuen Synchronstimme von Homer Simpson als Fan-Event ihre eigene Premiere in Berlin in der Astor Filmlounge auf dem Ku'damm zuteilwerden ließ. Homer Simpsons langjähriger und legendärer Sprecher Norbert Gastell verstarb tragischerweise im Alter von 86 Jahren am 26.9.2015 und hinterließ eine noch klaffendere Wunde im Ensemble der Synchronsprecher der "Simpsons" als ihrerzeit Elisabeth Volkmann. Die deutsche Schauspielerin, Komikerin und Synchronsprecherin sprach bis zu ihrem Tod im Juli 2006 Homers treuherzige und liebende Lebenspartnerin Marge und bereits nach ihrem Ableben entwickelte sich eine hitzig geführte Debatte darüber, wer ihre Nachfolge antreten würde oder überhaupt antreten könne. Ihre Stimme war im Bewusstsein des deutschen Publikums mit der Rolle auf eine Art und Weise verschmolzen, dass eine Neubesetzung unmöglich erschien und von Vornherein für die Nachfolgerin zu einer unüberwindbar scheinenden Bürde werden musste. Schlussendlich stellte sich Anke Engelke dieser schwierigen Aufgabe, eine Entscheidung, die mit Sicherheit nicht jeden erfreute. Aber Engelke machte und macht ihre Sache bis heute ausgezeichnet, dabei orientiert sie sich stimmlich näher an Marges amerikanischen Sprecherin Julie Kavner als an der Interpretation Elizabeth Volkmanns.
Indessen sind Norbert Gastell und Homer dahingehend noch eine Stufe schwieriger, schließlich, was für die Verschmelzung von Stimme und Rolle für Elisabeth Volkmann und Marge Simpsons gilt, gilt für diese beiden in noch größeren Maße. Gastell sprach den jähzornigen, naiven, genusssüchtigen, faulen Familienvater von 1991 an ohne Unterbrechung bis zu seinem Tod, also sage und schreibe 24 Jahre lang. All dessen Charakterzüge zum Leben zu erwecken oblag seiner unverkennbaren, wechselvollen Stimme, was ihm ebenso ebenso kongenial, wie unverwechselbar gelang und zu seiner bekanntesten Arbeit als Synchronsprecher machte. Angesichts dieser Hingabe und dieses Zeitraums musste zwangsläufig eine besondere und besonders wirksame Beziehung und Zusammengehörigkeit zwischen Künstler und Rolle entstehen, zumal es sich dabei um eine derartig kulthaft verehrte Serie wie "Die Simpsons", ferner noch die innerhalb der Serie mutmaßlich ikonischste Rolle handelt. Aber das ist noch mehr: Norbert Gastells Stimme IST Homer Simpson. Sie ist alles, was ihn in der deutschen Fassung ausgemacht und definiert hat, schon allein deswegen, weil sie von Anfang an, seit den ersten Folgen Teil des Charakters war, sie ist der Klang, der einem in den Sinn kommt, denkt man an Homer Simpson. Weshalb sie in der deutschsprachigen Welt schwerlich, im Grunde genommen überhaupt nicht mehr von der Figur zu trennen ist - ein Umstand, der sowohl Gastells Sukzessor, als auch die Personen, die ihn erwählen, vor eine noch schwerwiegendere, noch unmöglicher erscheinende Aufgabe stellt.

Nachdem sich Pro7 lange Zeit in Schweigen gehüllt hatte, auf wen die Wahl fallen würde (selbst bei oben erwähntem Event ließen sie es sich nicht nehmen, keinen Namen fallen zu lassen), steht inzwischen für viele Fans fest: der Münchener Schauspieler und Synchronsprecher Christoph Jablonka ist die neue Stimme von Homer Simpson, konnte sich gegen 30 weitere Anwärter durchsetzen und steht dieser wahnsinnig, wahnsinnig heiklen Berufung gegenüber. Er ist ein gestandener und bewährter Synchronsprecher, war etwa die Station Voice für Pro7 von 1992 bis 2000 und übt die gleiche Stellung seit 2009 für Sky aus. Seine Stimme lieh er einem breiten Spektrum von Figuren in einer Vielzahl von Serien und Filmen, so war er zu hören in größeren Produktionen wie "Flags Of Our Fathers", "J. Edgar", "Gran Torino", "Big Fish", in mittelgroßen wie "Final Destination", "Der blutige Pfad Gottes" oder "Doomsday", hin und wieder zudem in Albernheiten wie "The Happening" oder "Bonnie & Clyde vs. Dracula". Er sprach den herrlich irren Kung Fu-Priester McGruder in Peter Jacksons abgefahrenen Splatter-Klassiker und "Psycho"-Hommage "Braindead" (aka "Dead Alive"), einen der Trolle in "Der Hobbit - Ein unerwartete Reise" oder Peter Dinklage in "Narnia", manchmal auch bloß einen Straßenverkäufer wie in "Kevin - Allein in New York". Für "Star Trek" hat er seine Stimme in "Star Trek VI - Das unentdeckte Land" und "Star Trek Enterprise" hergegeben, ebenso wie für "Godzilla - Der Urgigant" (ich glaube, das ist der 17. in der Reihe der "Godzilla"-Filme). Außerdem hatte er Sprechrollen in Serien wie "Law & Order", "Die Tudors", "Poirot", "Community", "Herkules" oder "How I Met Your Mother". Häufig ist er für Zeichentrickfilme und -serien tätig, oftmals für japanische Anime, etwa "Vampire Hunter D: Bloodlust", "Das Schloss im Himmel", "Ghost In The Shell", "One Piece", den "Transformers"-Cartoon, "Drawn Together" oder sogar "South Park Imaginationland".
Kurzum: hier folgt auf Gastell ein erfahrener und versierter Synchronsprecher - der in den ersten Folgen, die auf der Präsentation von Pro7 zu sehen und hören waren, offenbar Fans und Kritiker gleichermaßen ausnahmsweise nicht zu Wutausbrüchen und Hassbekundungen getrieben, im Gegenteil die meisten zufrieden gestellt hat, viele empfinden Jablonka der Stimme von Gastell recht nahe kommend. Das gibt doch Grund zu Hoffnung. Wer einen Vorgeschmack haben möchte, kann sich die dreist abgefilmten paar Sekunden bei YouTube zu Gemüte führen. Ansonsten heißt es warten, bis die neuen Folgen auf Pro7 anlaufen.

Hinter dieser selbstredend gravierenden Neubesetzung ist ein wenig untergegangen, das ein weiterer langjähriger Sprecher "Die Simpsons" verlässt: Ulrich Frank, der Ned Flanders, den gottesfürchtigen Nachbarn der Simpsons, seit langer, langer Zeit seine Stimme geliehen hat, geht in den (wohlverdienten) Ruhestand und hinterlässt ebenfalls eine schwer zu füllende Lücke. Wer ihn künftig ersetzt, steht indes noch nicht fest.

Montag, August 15, 2016

Kurzreviews August/I/2016

Hiermit präsentiere ich wiederrum die 17 Filme und 2 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat August gesehen habe:


Serien-Staffeln
Veronica Mars (Season 1) (2004-2005) - (7,5-8)
Mozart in the Jungle (Season 1) (2014) - (6-7)

Filme
Hawking - Die Suche nach dem Anfang der Zeit (2004)
Zwischen der Vermittlung von Begeisterung für Physik und der Darstellung des Lebens und der Leiden seines Protagonisten findet die gehobene TV-Produktion ein ausgeglichenes Maß, ohne zu fachsimplerisch oder erzwungen kitschig und melodramatisch zu werden. Sehr gute Leistung von Benedict Cumberbatch. (6,5)

Marty (1955)
Zur Abwechslung die Liebesgeschichte nicht eines Paares der besseren Gesellschaft, sondern aus der Perspektive des einfachen, bürgerlichen, hart arbeitenden und mit mittelmäßigem Aussehen gesegneten Mannes mit nachvollziehbaren Träumen und Problemen, zeichnet nebenbei ein authentisches Bild des alles umgebenden Milieus, seiner Schauplätze, Situationen und Beziehungsgeflechte. Vielleicht war es dieser relative Realismus, weswegen bei mir ein Funken Langeweile aufkam, zumal ich manche Aspekte recht bieder fand, nichtsdestoweniger ein schöner Spiegel seiner Zeit, mit tollem Hauptdarsteller. (7)

The Abyss (1989)
Schon in seinem ersten großen subnautischen Abenteuer ließ sich James Cameron merklich von vorangegangenen Klassikern inspirieren, die Tauchstation und ihre Crew mit Truckermentalität erinnert etwa an "Alien", die "Make Peace, not War"-Botschaft borgt großzügig von "The Day the Earth Stood Still". Viele stören sich an dieser simplen Moral und den kitschigen Szenen zwischen Ed Harris und Mary Elizabeth Mastrantonio, was jedoch ohne Zweifel für den Film spricht, sind seine intensiven Unterwasserszenen, für die Cameron bereits ein sicheres Händchen und untrügliches Gespür an den Tag legt und die Effekte. (7)

Batman: The Killing Joke (2016)
Legendärer Comic, misslungene Adaption. Die erste halbe Stunde gehört Batgirl, gemessen an den folgenden Geschehnissen ein nachvollziehbarer Ansatz, der dahingegen vollkommen verschenkt, unnötig und ablenkend geworden ist, thematisch nichts beitragen kann, außerdem durch seine sexualisierte Darstellung von Barbara Gordon einen faden Beigeschmack hinterlässt. Doch hier hört es leider nicht auf, denn selbst für die eigentliche Erzählung, die grosso modo Panel für Panel nachstellt, erweist sich Sam Lius Regie als ideenloser Reinfall, was die Vorlage nicht von sich aus hergibt, weiß er nicht zu ergänzen, findet zu keinem Zeitpunkt zur Stimmung des Comics. Ich glaube, nie war es in einer Alan Moore-Adaption offensichtlicher, dass seine Geschichten ausgesprochen mediumgebunden sind, sich nicht ohne weiteres 1 zu 1 transponieren lassen. Schade um den verpassten Genuss, die beiden ikonischen Sprecher Kevin Conroy und Mark Hamill in einer würdigen Umsetzung von "The Killing Joke" zu hören. Zu lang geraten, fehlgeleitet und am Wesentlichen vorbei. (4,5)

Der Letzte Kampf des Shaolin (1979)
aka "Last Hurrah for Chivalry". Das Intermezzo in John Woos Komödien-Zeit, ein ausgesprochen gelungener, mutmaßlich sogar sein bester Kung Fu-/Schwerkampf-Film, spannend, witzig, voller Wendungen und prägnanten Charakteren, antizipiert darüber hinaus souverän seine Heroic Bloodshed-Werke, bloß mit Schwertern und Fäusten anstelle von Pistolen, dafür bereits mit allen Tropen (Männerfreundschaft, Aufrichtigkeit, Verrat, extreme Gewalt, Heldenmut und Treue bis in den Tod), die später für ihn zu Markenzeichen werden sollten (ausgenommen: die Tauben). (8,5)

Ein Hauch von Zen (1971)
Schlichtweg DER Klassiker des Wuxia-Films, ein unfassbares Experiment, der Versuch, den eponymen "Hauch von Zen" in einer Geschichte zu finden und filmisch zu vermitteln. Da der Zen-Buddhismus an sich weder einfach zu begreifen, noch leichtfertig in Worten ausdrückbar ist, gestaltet es sich schwierig ein abschließendes Urteil zu fällen, ob dieses Experiment King Hu geglückt ist und woran man dies definitiv fest machen könnte. Seine Absichten sind keineswegs missionarischer, sondern erforschender Natur und zur Gänze darauf ausgelegt, eine Erfahrung zu erfassen und zu vermitteln. Und das ist ihm ohne Frage gelungen, die drei Stunden Film sind eine wunderbare und wunderschön gefilmte Reise in spirituelle Sphären, ohne prätentiös oder maßlos religiös zu werden, sich eine gewisse Ambivalent stets bewahrend. (9,5) 

Laughing Times (1980)
John Woo huldigt Charlie Chaplin und der amerikanischen Stummfilmkomödie, angehaucht mit autobiographischen Eindrücken, schließlich lebte er selbst in Kindestagen zeitweilig auf der Straße und in Armut, ganz wie seine Hauptfiguren. Die kärgliche Geschichte ordnet er voll und ganz den ausufernden Slapstickeinlagen unter, behält dafür von Anfang bis Ende konsequent sein Humor-Momentum bei, liefert Slapstick über Slapstick in Hülle und Fülle, amüsante und alberne Missverständnisse im Sekundentakt - was bei allem Amüsement auf die Dauer recht anstrengend werden kann. Zwischendurch findet er jedoch immer wieder die Zeit, besinnliche Momente für seine Charaktere einzuweben und ihr existentialistisches Drama zu akzentuieren. Dean Shek brilliert überdies als "Oriental Chaplin". Und das Finale ist ein gelungener Wirbel aus rasantem Slapstick und chaotischem Wahnsinn. (7)

Musik, Musik - da wackelt die Penne (1970)
Oh weh, krampfhaft gewolltes Gute-Laune-Musical für ein verklärtes Nostalgiker-Publikum, zum Fremdschämen unlustig und furchtbar auf hip getrimmt, statt einer Geschichte gibt sich eine bunte Vielfalt von Eintagsfliegen-Schlagersängern die Ehre und grauenhaften Gesangseinlagen zum Besten, die den biederen Unterton ausgeprägt unterstreichen. Und wow möchte man dem augenscheinlich unter Drogen stehenden Ilja Richter stets eine klatschen. (3)

Libero (1973)
Massenphänomene sind mir oft genug ein Rätsel, stammen sie nun aus dem Bereich der Pop-Musik (Justin Bieber), des Films (jedweder Hype), der Religion oder wie hier des Fußballs. Sich derart blindlings einem Phänomen hinzugeben, muss doch jeder Vernunft zuwiderlaufen, aber Vernunft scheint in unserer Zeit offenkundig keinen Pfifferling mehr wert zu sein. Jedenfalls bildet "der Kaiser" Franz Beckenbauer keine Ausnahme von der Regel und dieser hirnentleerte Dreck einer schamlosen Selbstbeweihräucherung, die sich nicht mal anmaßen dürfte, sich Film zu nennen, ist eine grauenhafte Ausgeburt eines solchen "Phänomens", ein Beleg dafür, wie gewissenlose geschäftstüchtige Werbefachidioten die Dummheit ihres Publikums fördern und sie fleißig schröpfen. Fürchterlich. (0)

From Riches to Rags (1980)
In seiner Lieblingskomödie macht John Woo wieder einmal den armen, malochenden, geschundenen, dennoch aufrichtigen, träumerischen, liebenswerten Hong Kong-Everyman, sympathisch in allen extremen Gefühlsäußerungen zum Leben erweckt durch Ricky Hui, zum Mittepunkt unserer Aufmerksamkeit, lässt ihn erst das finanzielle Glück erfahren, nur um ihn kurz darauf in einen tiefen Abgrund des Unglücks strüzen zu lassen, der sich im Nachhinein als ironische Frucht eines Missverständnisses erweist, bloß da ist der Schaden längst angerichtet. Die vielen Wendungen und die temporeiche Inszenierung garantieren eine schwungvolle und unterhaltsame Komödie, die im Finale in der Irrenanstalt eine dem Schauplatz entsprechende heiter-wahnsinnige Kulmination erfährt, alles sogar inklusive eines Funken Sozialkritik. (7)

Anatevka (1971)
Überlanges Musical vor der Kulisse einer Zeit des Umbruchs, trotz der dramatischeren Untertöne lebensbejahend, für Toleranz eintretend und mit eingängigen Gesangseinlagen, die nicht als gigantomanisches Tanzspektakel, sondern zurückhaltend inszeniert sind. Der emotionale Anker für alles ist Topol, dessen Leistung dem Film im Alleingang trägt. (7)

Der Tod und das Mädchen (1994)
Intensives und spannendes Kammerstück, das vornehmlich durch seine Schauspieler überzeugt, ein seinerzeit brisantes Tagesthema anpackt ohne eine einseitige Perspektive einzunehmen. (7)

Die Faust im Nacken (1954)
Zuvorderst der Inbegriff toller Schauspielleistungen mit Marlon Brando unangefochten an der Spitze, dessen vergleichslose Darbietung schmerzlich ins Gedächtnis ruft, was uns heutzutage im Kino fehlt: dieser ikonische, überlebensgroße, intensiv spielende Typus des Filmstars, der dem Kino-Schauspieler seinen strahlenden Glanz verliehen hat. Abgesehen davon hat Elia Kazans Beitrag zum Thema (Hafen)Arbeiter und Klassenkampf nach den anfänglich starken, eindrücklichen Bildern, die durch ihren Authentizität evozierenden Schein an den italienischen Neorealismus erinnern, bei mir im Verlauf der Handlung stark an Ausstrahlungskraft eingebüßt, die Kombination aus amerikanischem Realismus einerseits, groß aufgetragener Hollywood'scher Melodramatik andererseits wirkte auf mich störend unvereinbar, die großen Gesten und Gefühle sind gemessen am Thema unter Umständen zu groß - und ich kann nachvollziehen, warum das Finale bei manchen Unbehagen hervorruft. (7)

Scarface (1932)
Satz mit X. Klassiker des Gangsterfilms, Aufstieg und Fall eines größenwahnsinnigen und maßlos gewalttätigen Kriminellen kompakt und geradlinig, aber prägnant geschildert, mit nachhaltigen Bildern und einem Funken schwarzen Humor. (8)
Der Letzte Tango in Paris (1972)
Schwierig. Ungeachtet des ihn umgebenden Skandals ist das ein Film, mit dem man sich ausgiebig auseinandersetzen muss, da Bernardo Bertolucci gefühlt jede Einstellung mit vielschichtigen Bedeutungsebenen aufgeladen hat, obwohl er sich letzten Endes auf die einfach Formel des Widerstands gegen die und Suche nach einer Alternative zur gefühlskalten Gesellschaft runterkürzen lässt. Für mein Empfinden ist das zu überladen und zu anstrengend, die Schauspielleistungen sind toll, Marlon Brando abermals grandios, seine Rolle hingegen ein unerträgliches Arschloch. Müssten ich wiederholen, nur ist das mehr ein Durchstehen, denn Genießen, daher ein Durchringen. (6)

Scary Movie (2000) & Scary Movie 2 (2001)
Gehören in vollem Umfang in ihre Zeit, sind für mich in all ihrer infantilen Albernheit immer wieder ein Spaß. Guilty pleasure. (6)








































17 - 6,3 (107,0)

Montag, Juli 25, 2016

Kurzreviews Juni/Juli/2016

Oh je, das hat mal wieder gedauert mit der Reviewliste. Wie immer aus verschiedenen Gründen, ein ganz besonders anstrengendes Studiensemester, private Probleme, sowie mancher Text in dieser Liste, der schlussendlich aufwendiger war als erwartet - und so verschob ich die Liste und verschob sie und verschob sie. Jetzt endlich habe ich es geschafft, sie fertig zu stellen und meine wochenendliche Sichtung des neuen "Star Trek"-Films (super! Außerdem: "Star Trek Beyond" > "Star Wars VII") lieferte mir einen guten Zeitpunkt, um sie endlich rauszuschicken, zur Gänze außerhalb des etablierten Turnus. Deswegen gibt es die nächste Liste zudem erst wieder am 15. August, dann hoffentlich zeitig.

Leider sind zwischenzeitlich abermals einige Größen der Filmwelt von uns gegangen: Héctor Babenco (13. Juli, Regisseur von Filmen wie "Kiss of the Spider Woman", "Ironweed", "Carandiru"), Robin Hardy (1. Juli, vor allem bekannt für "The Wicker Man" (das berühmt-berüchtigte Original und NICHT die Bienen)), Michael Cimino (2. Juli, Regisseur von legendären Filmen wie "The Deer Hunter", "Heaven's Gate"), aus unserer Kinolandschaft Götz George (19. Juni, unser allseits mehr oder weniger bliebter Schimanski), anlässlich von "Star Trek Beyond" nicht zu vergessen: der zutiefst tragische Tod von Anton Yelchin (19. Juni) hinterlassen tiefe Narben in der Kinolandschaft, sie alle ein wenig in den Schatten gestellt hat indes Bud Spencer, der am 27. Juni verstarb und mit ihm ist ein Stück Kindheit von vielen, vielen Fans gestorben. Ich war nicht Fan wie manch anderer, aber auch ich habe seine Filme geliebt, über die Rainer Brandt-Synchros Tränen gelacht und mit meinem besten Freunde singe ich bis heute dieses Lied aus "Zwei wie Pech und Schwefel". Leb wohl, Bud! Lebt wohl ihr alle!

Nichtsdestotrotz präsentiere ich wiederrum die 28 Filme und 4 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln) Xtra large, die ich in den Monaten Juni und Juli gesehen habe:


Serien-Staffeln
Raumschiff Enterprise (Season 1-2) (1966-1968) - (mit Star Trek- und Kindheitsnostalgiebonus: 10)
Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer (Season 6) (2016) (8-8,5+, wäre doch die gesamte Staffel so wie die letzte Episode gewesen)
Chuck Norris: Karate Kommandos (1986) (10.000 auf der "HOLY SHIT, IT'S A CHUCK NORRIS-CARTOON"-Skala)

Filme
Ich Beide & Sie (2000)
Mal wieder Bobby und Peter Farrelly, dies Mal mit einer zotigen Jekyll und Hyde-Version, fundiert auf dem gewohnten Humor-Niveau und Jim Carreys Grimassierereien. Ich fand's überraschend planlos, ohne roten Faden und Humor-Kontinuität, eine Ansammlung von weniger witzigen Sketchen und irrelevanten Momenten im Format eines episodischen Road-Trips, Szenen, die größtenteils durch massenhaften und nervenden Pop-Song-Einsatz gnadenlos abgewürgt wurden, bevor sich ein Witz entwickeln oder entfalten konnte. (4)

Stalag 17 (1953)
Zu Beginn steht die Aussage, dass Billy Wilder keinen handelsüblichen Kriegsfilm drehen, vielmehr das Leben der Kriegsgefangenen beleuchten wollte. Und das tut er, zeigt keine grimmigen Kriegshelden, sondern einfache Soldaten, deren dringlichstes Ziel das unmittelbare Überleben bedeutet. Der bei Wilder obligatorische Humor unterstützt einerseits diese bodenständigere, mystifizierenden Heldenpathos vermeidende Darstellung, lässt das Lagerleben andererseits stellenweise fast zu leichtlebig erscheinen. Dem entgegen steht die hochspannende Suche nach dem Verräter, die zerstörerisches Misstrauen untereinander sät und für den ausgleichenden, nötigen Ernst sorgt. Ein hervorstechender Klassiker des POW-Films. (7,5)

Frau ohne Gewissen (2000)
Was bleibt zu dem groß zu sagen? Es scheint einer natürlichen Ordnung zu folgen, dass in den Händen Billy Wilders einer der ersten Film Noirs gleich zu einem der besten wurde. Stilbildend, mit weitreichendem Einfluss und überlebensgroß, ohne ein Gramm überflüssigen Fetts. Meisterwerk! (9,5)

Money Crazy (1977)
aka "The Pilferer's Progress". Was viele Fans zweihändigen Pistolenabfeuerns in Zeitlupe nicht wissen: bevor John Woo mit seinen elegischen Gangster-Action-Dramen HK-Filmgeschichte schrieb, war er, neben seinen ersten Gehversuchen im Bereich des Martial Arts-Films, einer der erfolgreichsten Komödienregisseure der Kronkolonie, galt als "Golden Boy of Hong Kong Comedy". Mit diesem hier nahm dieser Abschnitt seiner Karriere seinen Anfang, die erste Komödie in einer Reihe von solchen, im Handumdrehen ein Riesenhit - und der westliche Zuschauer kann sich ob des einfachen, derben Humors (der anscheinend das Gros seines Witzes aus kantonesischen Wortspielen bezieht, ein Fall für lost in translation), diverser Albernheiten und der schludrigen Inszenierung nur verwundert am Kopf kratzen, zusätzlich mit dem Bewusstsein, dass ausgerechnet dieser Film an den heimischen Kinokassen sogar "Star Wars" und "Saturday Night Fever" zu schlagen vermochte (andererseits geht mir das hierzulande gleichermaßen bei den diversen Ergüssen eines Till Schweigers, die vom Publikum bedenkenlos schaufelweise gefressen werden, während wirklich gelungene oder wichtige Filme darunter zu leiden haben). Ein Schlüssel zum Verständnis findet sich möglicherweise in den Figuren, Spiegelbilder von HK-Archetypen, inklusive des Everyman, der unaufwändig, wiewohl trickreich über die Runden kommen möchte, deren Schicksale das heimische Publikum offensichtlich mehr berührte, als diejenigen von Weltraumpiraten und mystischer Sternenkrieger. Und es ist ja nicht alles schlecht an dem Film: er kann witzig sein, Richard Ng und Ricky Hui sind ein herrlich schräges Gespann und Woo genießt es augenscheinlich, seinen Heldentypus zu parodieren. Zu Meisterschaft hat er es hiermit indes nicht gebracht. (5)

Dr. Dolittle (1998)
Ganz und gar formelhafte, klischeedurchtränkte, einfältig familientaugliche Komödie nach amerikanischen Paradigma, inhaltlich ziemlich doof und einfallslos. Das große Verkaufsargument also: das Gimmick der sprechenden Tiere, hie und da amüsant, in Wahrheit ansonsten bloß eine Bühne für vermeintlich lustige Prominenten-Cameos. Passt prima in Eddie Murphys Œuvre zu der Zeit. (4,5)

Shaun das Schaf - Der Film (2015)
Ein weiteres hochsympathisches Abenteuer aus dem Hause Aardman, ein großes Vergnügen für ein jüngeres und älteres Publikum gleichermaßen, gespickt mit Details, Ideen und Anspielungen, liebevoll gestaltet und mit ganz viel Herz zum Leben erweckt - vermag es außerdem ohne ein gesprochenes Wort mehr ausdrücken als jeder inhaltsleere Blogbuster mit tausend Worten. (8)

Venus im Pelz (2013)
Musen und Aphrodite, Leidenschaft und Sex. Roman Polanski inszeniert sich selbst in diesem Filmtheaterstück über das Verhältnis zwischen Schöpfer und Schöpfung, Mann und Frau, Fiktion und in ihr wohnenden Aussagekraft. In wie weit man das als Seelenstriptease oder Fenster zur Seele des Auteurs interpretieren möchte, hängt vom Betrachter ab. Ungeachtet dessen: sehr unterhaltsame, kurzweilige, gut gespielte Auseinandersetzung mit dem Selbstverständnis von Künstler und dem gespannten Verhältnis zu seinem Werk. (7)

Unknown User (2014)
aka "Unfriended". Mein Eindruck vom Trailer: sagenhaft dämlich und unfreiwillig komisch. Die Realität: eine positive Überraschung! Durch und durch gelungene Variation des Found-Footage-Konzepts, ein kreatives Wechselspiel mit allen möglichen Auswüchsen der Web-Kommunikation, im Rahmen des Genres die meiste Zeit glaubwürdig und spannend konstruiert, hauptsächlich effizient darin, nicht zu sehr das Übernatürliche in den Fokus zu rücken (und daraus eine aufgeblasene Mythologie entstehen zu lassen), die zweckdienliche geisterhafte Erscheinung dient in erster Linie dazu, durch ihre Allwissenheit die Protagonisten zur Beichte zu zwingen. Stattdessen wird die Schuldfrage der Charaktere verdichtet, letzten Endes ist konsequenterweise keiner der Beteiligten ohne Schuld. Überraschend gut. (7)
The Visit (2015)
M. Night Shyamalan meldet sich nach seiner bezeichnenden Abwärtskarriere item mit einem Found-Footage-Horror zurück und weiß ebenfalls zu überzeugen. Statt blankem Horror oder verstörender Intensität setzt er auf eine durchgängige creepy Atmosphäre und den Eindruck der Verunsicherung, aufgebaut auf dem Kontrast zwischen dem überzeugend dargestellten Geschwisterpaar und den irritierend schrulligen Großeltern. Hinzu kommt ein eigensinniger, abgründiger Sinn für absurden Humor. Gefällt. (6,5)

SPL 2: A Time for Consequences (2015)
aka "Lethal Warrior". 10 Jahre nach dem Martial-Arts-Thriller-Hit mit Donnie Yen inszeniert Soi Cheang ein Sequel, das sich nur den Namen und Darsteller Jacky Wu mit dem Vorgänger teilt, ansonsten gänzlich auf eigenen Füßen steht. Mit einem gehörigen Schuss schicksalhafter Melodramatik entfaltet sich eine aufregende Geschichte um Organhändler, familiäre Tragik und eine Freundschaft zwischen aufrechten Kämpfern am falschen Ort zur richtigen Zeit, gewürzt mit einigen deftigen handfesten Auseinandersetzungen und toll konzipierten Szenen, vereint zudem Wu mit Tony Jaa vor der Kamera und bietet dem charismatischen Jin Zhang Raum zur Profilierung. Nicht alle inhaltlichen Aspekte greifen nahtlos ineinander, ein Popsongeinsatz sorgt für Stirnrunzeln, insgesamt ein schöner Beweis für emotionale Martial-Arts-Action mit Story. (7)

Pretty Woman (1990)
Der Klassiker der romantischen Komödie der beginnenden 90er. Entweder man verabscheut dieses realitätsferne Märchen aus tiefstem Herzen - oder man verliert sein Herz daran. Leider, leider habe ich ein Faible für diese Art Liebesfilm, zumal Garry Marshall (R.I.P.) übermäßigen Kitsch größtenteils umschifft. Schön! (7)

Krampus (2015)
Gemahnt an bessere Joe Dante-Filme, doch obgleich Michael Dougherty amüsant die anti-besinnliche Seite feierlicher Familienzusammenkunft einfängt, überhaupt eine stimmungsvolle winterliche Atmosphäre evoziert, erreicht er einen vergleichbaren Spaß-Faktor nicht, nimmt sich zu viel Zeit, bis er zur Sache zu kommt, entwickelt kein durchgängiges Tempo und das Spektakel ist, trotz einiger witziger Einfälle und kurioser Kreaturen, vorbei, bevor es richtig angefangen hat. Musik gefällt. (5)

Der Tod steht ihr gut (1992)
Fühlt sich frappierend wie ein zu lang geratener "Tales from the Crypt"-Beitrag an, schwächelt vor allem in der zweiten Hälfte und wohin mit Bruce Willis weiß er ebenso wenig. Indes die Effekte sind heute noch ausgezeichnet, für die damalige Zeit sensationell, Meryl Streep und Goldie Hawn in ihrem Zickenkrieg ein großes Pläsier. Ironischerweise versteckt sich letztlich unter dem hochkarätigem Anstrich "nur" ein unterhaltsamer B-Film über den Schönheitswahn. (6)

Batman und das Phantom (1993)
Eine überaus gelungene Filmauskopplung aus der bereits mehr als gelungenen Zeichentrickserie, mit komplexen Figuren, schmerzvollen Vergangenheitsgeschichten und trotzdem mit packenden Actionszenen. Ein rundum gelungenes Batman-Abenteuer. (7,5)

Addams Family (1991)
In Unkenntnis des Originals. Funktioniert vorzüglich in seinem morbid-schwarzhumorigen Charme und seine Witzeleien über den Gegenentwurf zur amerikanischen Bilderbuchfamilie, noch besser sind die Darsteller, angeführt von Anjelica Huston, Raul Julia und Christopher Lloyd. (6,5)

Signs - Zeichen (2002)
Fauler Trick: es geht überhaupt nicht um eine Alien-Invasion. Die Außerirdischen sind ziemliche doofe MacGuffins, im Grunde genommen findet hier bloß ein Priester seinen Glauben wieder - und das auf die denkbar unlogischste, bescheuertste Art und Weise, wie Gott, das Schicksal oder was auch immer dies in die Wege leiten konnte. Dergestalt sabotiert das alberne Drehbuch die an sich von M. Night Shyamalan gelungen inszenierten Suspense-Szenen. Und ich mag James Newton Howards Score. (5)

Mission Adler - Der starke Arm der Götter (1991)
Mehr alberne Abenteuer-Komödie als Martial-Arts-Film, trotz einiger wie immer bei Jackie Chan spaßig choreografierter Akrobatik- und Stunt-Einlagen, etwa der finale Kampf im Windkanal. Da der Herr sich hier in Begleitung von gleich drei Ausgaben holder Weiblichkeit befindet, sei erwähnt: über das Frauenbild hüllt man lieber dezent den Mantel des Schweigens, mit dem Hinweis, dass Immunität gegenüber hysterischen Kreischanfällen Grundvoraussetzung ist. (6,5)

Stereo (2014)
Ich wusste gar nicht, dass es so etwas wie ein deutsches Remake von "A History of Violence" gibt... Unbestritten konnte Cronenberg das besser, dann wiederrum bin ich froh über jeden Versuch aus Deutschland, Genre-Film zu produzieren und der hier ist schließlich ein ganz brauchbarer Thriller, jedenfalls besser als die geballte Schweiger/Schweighöfer-Verblödung. (6,5)

Felidae (1994)
Ein wunderbarer Krimi mit scharfsinnigem Tierhelden und spannendem, intelligentem Fall. Passend zum Tenor der Geschichte und den gezeigten Grausamkeiten zeichnen sich Animationen und Musik durch einen zutiefst düster-atmosphärischen, hochkarätigem Stil aus. Und sowas tolles kommt aus Deutschland. (8,5)

Batman v Superman: Dawn of Justice (2016)
Ich hatte schlimmstes erwartet, vielleicht konnte er mich deswegen passabel unterhalten, in etwa auf dem gleichen dummen Niveau wie "Men of Steel". Irgendwo macht das Aufeinandertreffen trotz Nolan'scher Grimmigkeit Spaß, gebietet über viele gelungene Einzelversatzstücke: das Batman-Alfred-Duo würde ich gern wiedersehen, wenn man ihn lässt, gibt Henry Cavill einen ganz guten Superman, Gal Gadot als Wonder Woman überzeugt bereits in ihren ausgesprochen kurzen Szenen. Katastrophal ist das Drehbuch, das diese Elemente nicht zu einem funktionierendem Ganzem fügt oder den Konflikt zwischen den beiden ikonischen Heroen aufzubauen versteht, sich lieber in Nolan'schem pseudo-bedeutungsschwangerem Geschwätz ins Nirgendwo über das halbgöttliche Naturell oder das küchenpsychologische Profil von Superhelden ergeht. Hinzu kommen Sprünge in der Geschichte und der dazugehörige Schnitt, der Szenen eher zweckmäßig montiert, namentlich Lex Luther leidet darunter, dass sein Plan hinten und vorne keinen Sinn ergibt. Ein anderer Regisseur als Zack Snyder hätte fernerhin mutmaßlich mehr rausholen können als leidlich chice Bilder. Immerhin: das Spektakel hat mich an die Zeit erinnert, als ich mit Actionfiguren gespielt habe, wobei ich nicht mit Sicherheit sagen kann, ob das gut oder schlecht ist. Für einen Blogbuster von dieser Größenordnung jedenfalls zu wenig. (6)

Don Jon (2013)
Nettes Regie-Debut von Joseph Gordon-Levitt, dass den Aspekt der Pornografie und Porno-Sucht nicht zu sehr zum bestimmenden Element der Geschichte werden lassen möchte, ihn nur als einen Teil der in Oberflächlichkeiten und bedeutungslosen Ritualen erstarrten Hauptfigur vermittelt, aus der es sich zu befreien, Klischees und vorgetäuschte Welten zu überwinden gilt. Das ist mal witzig, mal besinnlich, flott inszeniert und guckt sich gut weg. Nicht überragend, aber... nett. (6,5)

Die Addams Family in verrückter Tradition (1993)
Mehr vom gleichen? Gerne doch! Ich finde das Sequel tatsächlich witziger und wenigstens gleichauf stimmig, Joan Cusack erweist sich als herrlich exaltiert-manische Ergänzung und das wahrhaft gruselige Feriencamp bietet willkommenermaßen mehr Spielraum für Christina Ricci. Sehr, sehr lustig. (7)

Ein Käfig voller Narren (1978)
Das Aushängeschild der kultigen Farce war seinerzeit das ostentative Suhlen in Transen-Klischees, sowie die Darstellung des homosexuellen Pärchens als sympathische, liebenswerte Protagonisten, was bemerkenswert genug ist. Damals wie heute bezieht das Aufeinandertreffen der frivolen, ausgelassenen, schillernden Nachtclubwelt mit ihrer betont divenhaften Diva, die/der auch ungeachtet des Geschlechts und amouröser Neigungen anstrengende Manierismen an den Tag legt, zum Glück mit Ugo Tognazzi einen ruhenden Gegenpol vorgesetzt bekommt, und der moralischen, sittenwächterhaften Welt seinen Witz über Extreme, bleibt nah an den Charakteren, ohne sie als reine Witzfiguren zu verpulvern. Dankenswerterweise entsteht so keine Gagparade platter Schwulenwitze amerikanischer Prägung, sondern eine über die Charaktere funktionierende, amüsante Konfrontation. (6,5)
Der Hexenclub (1996)
Unübersehbar 90er-Jahre Verquickung von Teenie-Außenseiter-Leiden und Übernatürlichem, mit Hang zu letzterem bei fortschreitender Laufzeit. Nicht gerade subtil, allerwenigstens mit nostalgischem Unterhaltungswert. (5,5)

Deadpool (2016)
"Deadpool" kann Spaß machen: manche Momente in den Actionszenen etwa, Colossus und Negasonic Teenage Warhead, der spürbar hochmotivierte Ryan Reynolds, die Darsteller im allgemeinen (Ed Skrein funktioniert als schleimiger Fiesling eindeutig besser) - gleichwohl der Humor ist höchstens punktuell gelungen, es überwiegen auf Biegen und Brechen eingebrachte pubertäre Witzeleien und Sex-Witzchen en masse und sie machen zu allem Überfluss den Kern des Geschehens aus. Ich weiß: das war nach dem Trailer zu erwarten und ich bin ganz sicher nicht enttäuscht (mangels Erwartungshaltung), trotz allem hätte ich mir einen gelungeneren, intelligenteren Beitrag für den Trend erfolgreicher R-Rated-Filme gewünscht. (5,5)

Star Trek: Beyond (2016)
Es geht doch! Offenkundig kann man "Star Trek" modernisieren, ohne gleich auf alles zu scheißen, was das Franchise groß gemacht hat - so wie es Jar Jar Abrams genussvoll zelebriert hat. Gebt dem Film die richtigen Drehbuchautoren, den richtigen Regisseur, die richtigen Darsteller und statt blankem, frontalem, für die dumme Allgemeinheit glatt gebügeltem Verrat bekommt man die Synthese aus altem und neuem, die der Reihe zugutekommt. Der Film verzichtet nicht auf die frappant Star Wars-ähnlichen Elemente und Actioneinlagen, nähert sich im Kern dagegen end-, end-, endlich wieder Grundgedanken an, die man als "Star Trek" identifizieren kann.
Endlich gibt es wieder Föderations-Offiziere, die sich professionell und problemorientiert verhalten und nicht in unkoordinierte, lautstarke Panik ausbrechen. Endlich gibt es wieder Teamwork, eine auf einander angewiesene Crew bestehend aus Spezialisten und Experten und keine tumben Sci-Fi-Actionhelden im Alleingang. Endlich gibt es wieder Charakterdynamik und Beziehungen untereinander, die über einfallslose Love Interest-Liebeleien und platte Witze hinausgehen. Endlich gibt es wieder wirklich witzigen, trockenen Humor, der der Natur der Charaktere entspricht, fernab von peinlichen Albernheiten und Degradierungen von einzelnen zu dummen Witzfiguren. Überhaupt bleibt der Film frei von hochnotpeinlichen Szenen wie der Playboy-Posing-Szene oder der undramatischen Pseudo-Todesszenen aus "Into The Darkness". Endlich konnte ich das Kino wieder mal vollauf zufrieden verlassen, etwas, das seit einiger Zeit immer seltener vorkommt.
Simon Pegg und Doug Jung entwickeln zwar keine sagenhaft frische, himmelschreiend innovative Geschichte, dafür erzählen sie von einem aufregendem, spannendem Abenteuer, scheitern nicht an hochtrabenden Ansprüchen, konzentrieren sich darin auf die Charaktere, hegen und pflegen sie, zeigen, wie diese an ihren Herausforderungen wachsen. Sie machen grundsätzlich deutlich, dass sie Fans sind und als Drehbuchautoren ein Gespür für die Materie haben, ohne sich gleich blindem Fandom hinzugeben. In Kombination mit ihrem gelungenem Drehbuch erweist sich Justin Lin wider Erwarten als der rechte Mann für den Regiestuhl, inszeniert flüssig und mit dynamischer Kamera in den Actionszenen, ohne zu maß- und gedankenlos zu übertreiben oder sie zu stark zu gewichten, beweist auf der anderen Seite ein ausgleichendes Gespür für die ruhigeren, charakterorientierten Szenen, mit denen der Film weiß Gott nicht geizt. Witzige Momente sind wirklich witzig, traurige Momente wirklich traurig. Ja, es gibt tatsächlich Szenen von leiser, unaufdringlicher Trauer und herzergreifendem Abschied, in denen ich Tränchen wegdrücken musste, für die Lin genau die richtigen Bilder findet. Sogar der "Tod" der Enterprise wirkt nicht wie eine reine Effektexplosion oder ein emotionsloser Absturz eines Nutzgegenstands, er hat die nötige dramatische Gravitas, schockiert vermittelt über die Reaktionen der Besatzungsmitglieder und erzielt ein Gefühl von Verlust, wie beim Tod eines richtigen Charakters. Das sind alles Dinge, die in der Version von Abrams, Roberto Orci und Alex Kurtzman (bitte endlich Berufsverbot für die beiden letztgenannten) undenkbar gewesen wären (und gleicherweise in "Star Wars" alles andere als durchgehend gelungen ausgefallen sind). Neue und alte Elemente greifen wunderbar ineinander, Technik und Action geben dem Film ein ansehnliches neues Äußeres, im Herzen bewahrt er sich Entdeckerdrang, Abenteuerlust und Fortschrittsglauben, es herrscht ein Sinn für friedliches Zusammenleben, Kooperation statt Konfrontation, Konflikte zu bewältigen und gewaltlos beizulegen, ein ungemein bedeutsamer, elementarer Grundpfeiler der Star Trek-Philosophie humanistischer Prägung, der sich speziell in der Hintergrundgeschichte von Idris Elbas Antagonisten niederschlägt.
"Star Trek" ist endlich wieder ein ganzes Stück erwachsener und weniger runtergedummt, hat Charme, Witz und Seele, ebenso wie Action und Unterhaltung. Ich will nicht so tun, als wäre "Beyond" der perfekte Sci-Fi-Film, nicht mal so, als wäre er der perfekte "Star Trek"-Film. Nichtsdestotrotz ist er wirklich, wirklich gut und verdient Aufmerksamkeit, zumal, wenn man sich umschaut, wenn man verfolgt was derzeit überall auf unserer Welt vor sich geht, man nicht umhin kann festzustellen, dass der ursprüngliche Gedanke von Gene Roddenberrys "Star Trek" alles andere als obsolet ist, sich vielmehr erstrebenswerter denn je zuvor erweist, dass wir ihn nötiger haben als jemals zuvor. (7,5)
Ghostbusters 2 (1989)
Etwas planloser als sein kultiger Vorgänger, dank der unvermindert originären Idee, der wundervollen Cast und dem lausbübischen Humor (der nicht bedeutend schlauer daherkommt als wie mancher Witz aus dem Trailer zum gern gehateten dritten Teil) nach wie vor ein gigantisches Vergnügen. (8)

Fantastic Four (2015)
Don't believe the hate. Das Schöne am Reboot ist, dass es sich über weite Strecken gar nicht anfühlt wie ein Superheldenfilm, einem Sci-Fi-Film, dessen oberstes Bestreben es ist, Charaktere zu etablieren und sich ihrer Nöte anzunehmen, wesentlich näher zu sein scheint. Nicht das Spektakel steht im Vordergrund, sondern die Menschen dahinter, die später durch einen Unfall Superkräfte bekommen - und sie selbst dann nicht wie ein Geschenk, eine Transformation zu Übermenschen wahrnehmen, im Gegenteil mit ihnen hadern, sie als unwillkommener Fremdkörper verabscheuen. Das ist ein willkommener, innovativer, Möglichkeiten eröffnender Ansatz, der dem ganzen Genre gut tut - oder gut getan hätte, denn natürlich mussten Publikum und Kritiker, die immer nur die eine Art des Filmemachens zu kennen scheinen bzw. nur den Marvel Modus operandi intus haben und akzeptieren, den Film mit geballter Abneigung und Missgunst strafen, die er einfach nicht verdient hat. Freilich, er ist nicht das Non plus ultra des neuen Superheldenfilms, gerade in der zweiten Hälfte, vor allen Dingen im Finale schwächelt er merklich, turbulente Entstehungsbedingungen und Studioeinmischungen fordern sichtbar ihren Tribut, dabei hat Josh Trank nach neuen Wegen, ich möchte gar Auswegen sagen, aus dem Superheldeneinerlei gesucht. Scheinbar war er seiner Zeit voraus. Ich hoffe auf einen Director's Cut. (7)














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