Freitag, November 06, 2009

Es ist ein Kreuz mit Rammstein

Ach ja, sie sind schon schlimm. Und dazu auch noch Deutsch! Was machen die Rammsteiner nur, wie beschämen sie unser Kulturgut? Immer diese Skandale und immer diese Perversitäten...

Zugegeben, dass neue Video zu ihrer Single "Pussy" ist mehr als diskutabel - nicht weil ich den Text oder das Video als anstößig finde (mein Gott, ist doch nur Sex!), sondern weil ich es in der Tat als ein wenig sensationslüstern empfinde. Damit erhitzt man natürlich die Gemüter und ist von jetzt auf gleich wieder im Gespräch. Und ihr neue Album "Liebe ist für alle da" gewinnt an Attraktivität.



Trotzdem schätze ich Rammstein, eben weil sie kein Blatt vor den Mund nehmen und sich nicht selber zur Zensur nötigen. Und ihre Lieder sind einfach wunderbar rhythmisch und die Texte einfach wunderbar sinnlos (auch wenn man, sofern es einen dahin drängt, einen gewissen Sinn reininterpretieren kann).
So ist Rammstein nun mal und wie sie es selbst ausdrücken: "Außer uns will ja keiner mehr böse sein".

Aber selbst die Skandalband überschreitet natürlich mit Texten wie "Stacheldraht im Harnkanal" eine Grenze, die einigen Menschen sauer aufstößt. Auch wenn man so etwas absolut nicht ernst nehmen kann, geschweige denn ernst nehmen sollte, selbst wenn es derartig pervers rüberkommt, so gibt es doch genug Deutschländer Würstchen, die darin und noch einigen Details mehr eine Gefahr erkennen.
Zumal es für diese Leute in Deutschland eine Anlaufstelle der Zensur gibt: die Indizierung.



Wer gerade fröhlich ist, kann gut und gerne bei der BPjM einen Antrag für eine Indizierung stellen, für welches Medium auch immer er will. So geschehen für die neuste Ausgeburt von Rammstein. Und im Gegensatz zu bislang fehlgeschlagenen Versuchen, diese Band auf den Index zu setzen, scheint man diesmal Erfolg gehabt zu haben: die BPjM stimmt der Meinung des Antragsstellers zu und stellt sich ein Deutschland mit "Liebe ist für alle da" auf dem Index wesentlich sauberer und reiner vor!

Ja, dieses Album steht nun auf dem Index und ist nur noch unter der Ladentheke für Erwachsene zu kaufen. Warum? Zum Beispiel deswegen:

Zitat von Schnittberichte.com:


Ausschlaggebend soll unter anderem das Lied "Ich tu dir weh" sein. Weiterhin auch das Artwork, welches eine jugendgefährdende Darstellung von S/M- Praktiken darstellen soll.



Die größte Lachnummer stellt allerdings diese Begründung dar:

Zitat von Schnittberichte.com:

Ebenfalls wurde durch Mitglieder des Gremiums die Meinung vertreten, dass der Titel "Pussy" zum ungeschützten Geschlechtsverkehr in Zeiten von Aids animieren würde.


Ich empfinde das übrigens insofern als inkonsequent oder gar dümmlich, da Rammstein mit Liedern wie "Mein Teil", welches natürlich ganz Deutschland in die Anthropophagie getrieben hat, zwar auch seine Probleme hatte, die letztendlich aber immer noch frei verkäuflich sind...
Zumal selbst wenn wir Deutschen nun von den "hetzerischen" Texten verschont bleiben, garantiert der Tag kommen wird, wo wir von ausländischen Rammstein-Fans überfallen und verzehrt, zuvor jedoch gequält werden!



Aber was soll's, letztendlich macht diese Aktion das Album für einige bestimmt noch interessanter. Und mir kann’s letztendlich auch egal sein, da ich das Album so oder so nicht gänzlich gelungen finde und nicht im Traum auf die Idee käme, mir das selbige zuzulegen. Ich find’s aber einfach lustig, was hier in Deutschland manchmal für ein Terz gemacht wird.

Donnerstag, November 05, 2009

Da sprach er noch von Qualität...

OK, in meinem vorletzten Post habe ich mir meine eigene Schreibfaulheit vorgeworfen, einhergehend mit dem Versprechen, trotz der mangelnden Anzahl an Beiträgen, zumindest einen gewissen Grad an qualitativem Inhalt der Beiträge zu wahren. Jedoch, auf was stieß ich als nächstes im Netz?

Man sehe und staune:

Das konnte einfach nicht so stehen gelassen werden und musste in meinen Blog - Qualität hin oder her. Ich mein, wow, wie schlecht kann eine Kopie wirklich sein, wenn sich ein Inder einer großen Vorlage anmimmt?

Das erinnert mich zudem an den guten alten, leider jedoch vom Aussterben bedrohten Video-Blog von PropheT: INSIDE THE CYNIC. Einzig aufgrund diesen Videos:

Da ITC demnächst wohl leider der einsame Tod in den Unweiten des Internets ereilen wird, wollte ich hier noch einen letzten Salut an ihn richten:

R.I.P. Inside the Cynic!

Mittwoch, November 04, 2009

Zwei Filme - eine Idee?

Montag, November 02, 2009

Skribifax - sein oder nicht sein

Nein, ich bin bei weitem kein Skribifax. Sporadisch seien meine Texte, das hin und wieder mag sie bestimmen. Dennoch gibt es wohl kaum eine Entschuldigung gegen meine Faulheit, die sich demonstrativ hier (darüber hinaus natürlich auch) manifestiert - indem mein Blog durch Abwesenheit von Beiträgen glänzt. Diese Tatsache würde sich garantiert nicht bemerkenswert ändern, so wenn sich eine größere Leserschaft hier einfinden würde, auch wenn sich beides gewiss gegenseitig beeinflussen mag. 

Das hier soll keine larmoyante Entschuldigung an eine nicht oder kaum vorhandene Leserschaft sein, ebenso wenig ein Erflehen von Aufmerksamkeit (Gott bewahre!), sondern einzig eine aus der hier demonstrierten Schreibfaulheit gezogene Erkenntnis und ein darauf basierendes "sich selber Schelten" - aber gut, Schelten können schließlich alle alten Weiber. So will ich denn versuchen, was auch schon in der Vergangenheit mein Bestreben war, der fehlenden Quantität eine dies ausgleichende Qualität in die andere Waagschale zu werfen. Jedoch habt Nachsicht mit mir! Denn wie schon erwähnt: ich bin höchstens ein Skribent, aber kein Skribifax. 


Also, auf gut gelingen!



Donnerstag, August 20, 2009

Vom Mond und meinen Händen

Heut war es heiß. Gar unerträglich heiß. Wohl heißer als derzeit in Spanien. Heißer als ein Marsch durch die von Sonnenlicht überflutete Toskana. Es war einfach ZU heiß. Vor allem, wenn man bis 12 Uhr in einem überlaufenen Gebäude fest sitzt und die Luft in jedem Raum mit dem Wort "stickig" kaum noch zu beschreiben ist.

Ja, ihr habt es erkannt: mir war es zu warm am heutigen Tage. Mir ist es zwar schnell zu warm, da ich mich bei etwas gemäßigteren Temperaturen wohler fühle, dennoch dürfte es den meisten meiner Mitmenschen ähnlich ergangen sein und der Schweiß ist in wahren Strömen geflossen (hätten wir Fahrstühle im Gebäude, so hätte es heute bei uns eine "Shining"-Ähnlichen Sitaution mit Schweiß gegeben). Mit diesen Menschen in einem kleinen Raum zu hocken und über Geschichte zu diskutieren, gereichte der Situation somit gewiss nicht zur Besserung. Zumal ich des morgens vergas, mir eine dem Wasserverlust durch Transpiration trotzende Flüssigkeit mitzunehmen...

Aber irgendwann war es denn endlich 12 Uhr. Heimweg! Nach Hause! Der kühlen Dusche entgegen! Im trauten Heim ward sich zuerst auf die im Kühlschrank gelagerten Getränke geworfen! Und 10 Minuten lang ununterbrochen nur Flüssigkeiten konsumiert!
Doch danach hieß es den Tag sinnvoll zu verbringen. Aufgrund des letztendlich doch schönen Wetters war mir defintiv nicht danach, mich vor den PC zu setzen (auch wenn "Anno" und "Divinty II" lockten). Und so, den inneren Schweinezocker überwindend, zwang ich mich einer anderen Beschäftigung hinzugeben - und ich wurde fündig.
Lange ist es her, dass ich regelmäßig Klavier-Unterricht bekam und lange ist es her, dass ich einigermaßen spielen konnte. Dementsprechen ist es auch lange her, dass ich tatsächlich gespielt habe. Doch bei diesem Wetter, warum kann ich nicht erklären, schließlich schrie das Wetter nach einer Tätigkeit, die ich hätte draußen vollziehen können (ich hätte den weißen Flügel hinaustragen und draußen spielen können, wer weiß...), war mir einfach mal danach, wieder unserem Tasteninstrument melodiöse Töne zu entlocken. Meine Patentante, selber eine ausgezeichnete Künstlerin am Klavier, bat ich um ein Stück, was ich bis dato gar noch nie gespielt hatte: "Die Mondscheinsonate" von Ludwig van Beethoven. Ein Stück, das ich sehr zu schätzen weiß.





Mit ihrer Hilfe wollte ich versuchen, dieses Stück spielen zu lernen. Aber das Krux an der Sache war eben die Tatsache, dass ich grässlich aus der Übung bin - ein unvermeidliches Manko in Anbetracht der langen Abstinenz vom Klavier. Und so stellte ich mich dann auch am Klavier an... sicherlich, die Grundzüge beherrsche ich noch. Um dies zu vergessen war mein Unterricht von damals doch zu intensiv gewesen, als das sich das dort angeeignet Wissen und die dort erlernten Fähigkeiten einfach klamm und heimlich hätten davon machen können. Dennoch hatte ich sogar schon beim Notenlesen arge Probleme (vor allem die linke Hand betreffend, die aber schon immer meine Schwachstelle darstellte) und das gespielte klang dementsprechen auch her pfui als hui.
Doch zum Glück ist meine Patentante nicht nur eine geduldige Person, sondern vor allem eine hilfsbereite und mit ihrer Hilfe kam ich langsam wieder rein und allmälich ließ sich aus meinem Spiel die berühmte Melodie wieder erkennen.
Nach einigen Minuten Übens fand sich das in meinem Kopf angestaute wissen auch wieder in meinem Bewusstsein ein und so spielte ich, zwar nicht sonderlichen gut oder überragendem Können, aber doch mit einer gewissen Begeisterung und einen ordentlich Grad an Ehrgeiz.

Nun weiß ich nicht, wieviele von euch Klavier spielen oder, vor allem, wer schon mal das außerordentliche Vergnügen hatte, die "Mondscheinsonate" dem Klavier auszuzwingen, denn der-/diejenige oder diejenigen würde mich gewiss besser verstehen. Vielleicht liegt es auch an meiner Art zu spielen oder ich habe die falschen Finger an den betreffenden Stellte benutzt. Auf jedenfall ergaben sich bei dem Spiel an ein, zwei Stellen interessante Verrenkung der rechten Hand - und wenn man über einen derart langen Zeitraum seine Hand nicht in soetwas geübt hat, außer vielleicht an der Tastatu, kann das so enden wie eben bei mir: meine Hände schmerzen!

Aber, und das kommt zum Schluss, dass war es definitiv wert. Denn in mir ist erneut der Wunsch aufgeflammt, endlich mal wieder Klavier zu üben und zu spielen - und zwar kontinuierlich und nicht mit solch übertriebenen Pausen dazwischen! Trotzdem hoffe ich, dass meine Hände sich baldigst an diesen Zustand gewöhnen und nicht letztendlich so enden: