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Montag, August 26, 2019

Kurzreviews Mai/2019

Hiermit präsentiere ich wiederum die 16 Filme und 7 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Mai gesehen habe:


Serien-Staffeln
Rick and Morty (Season 1) (2013-2014) - (6,5-8+)
Rick and Morty (Season 2) (2015) - (6,5-8,5+)
Miami Vice (Season 1) (1984-1985) - (7-8,5)
Rick and Morty (Season 3) (2017) - (6,5-7,5)
Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer [Game of Thrones] (Season 8) (2019) - (8-8,5)
Deadwood (Season 1) (2004) - (8-8,5+)
Das Geheimnis von Twin Peaks [Twin Peaks] (Season 1) (1990) - (7-8,5)

Filme
The Dark Side of the Moon (1990)
Eines der unzähligen "Alien"-Plagiate im B-Movie-Gewand, zu dem sich nicht erheblich mehr sagen lässt. (B-Movie-Skala: 5)

Dunkirk (2017)
Filme die an mir vorübergehen, die Erste: Christopher Nolans Kriegsfilm kommt mir ungemein technokratisch vor, wie eine mechanische Sektion der Ereignisse in Dünkirchen im Jahre 1940, klinisch zerlegt und unterkühlt präzise neu arrangiert. Hinsichtlich der technischen Umsetzung ist das demzufolge zweifelsohne beeindruckend, insbesondere der Versuch eine allumfassende Erfahrung des Geschehens zu kreieren, wiederzugeben und zu evozieren. In der Hauptsache kommt dabei Nolans experimentellem Umgang mit der Wahrnehmung von Zeit Bedeutung  zu, wie er verschiedene, einander überlappende Zeit-Ebenen unterschiedlicher Dauer parallel montiert und nebeneinander ablaufen lässt, dieselben Vorkommnisse aus zeitlich, räumlich und personell variierenden Perspektiven in unterschiedlichen Zeiträumen präsentiert, wodurch sich das jeweilige Zeitempfinden je nachdem scheinbar auszudehnen oder zusammenzuziehen, dessen Relativität regelrecht greifbar zu werden scheint. Dieser aposteriorische Ansatz verdient äußerste Wertschätzung und ringt Bewunderung ab. Dahingegen kann man sich niemals des Eindruckes erwehren, hier einem fraglos faszinierten Wissenschaftler bei der Arbeit zuzusehen, mit ihm gemeinsam distanziert und unbeteiligt durch ein Vergrößerungsglas auf eine Versuchsanordnung zu blicken, die er nach Belieben steuert und manipuliert und für die such das Setting subaltern herausstellt. Resultierend nimmt das Gezeigte zu keiner Sekunde mit, schafft keine emotionale Resonanz und wirkt seltsam entmenschlicht, besonders schwerwiegend in Momenten, die vor allen anderen Emotionen erzeugen sollten - ein altbekanntes Problem in Nolans Schaffen, der per se nicht in der Lage zu sein scheint, den menschlichen Faktor genuin zu erfassen. (6)

5 Zimmer Küche Sarg [What We Do in the Shadows] (2014)
(Inzwischen in Serie gegangener) Geheimtipp aus Neuseeland, der das Kunststück fertigbringt dem hinlänglich angestaubten Vampir-Horror und der nicht minder angestaubten Mockumentary-Gattung tatsächlich frischen Wind einzuhauchen. Das liegt zuvorderst daran, dass "What We Do in the Shadows" trotz aller Albernheiten niemals Gefahr läuft, zur hysterischen, überkandidelten Parodie zu verkommen, nicht wie vergleichsweise die ZAZ-Chaos-Komödien in einem vollkommen aus der Realität fallenden Meta-Universum angesiedelt ist, sondern stets bei seinen nahbaren Charakteren bleibt, sie in einer zwar komödiantischen, nichtsdestoweniger kohärenten Welt agieren lässt, ihnen den Freiraum gestattet, ihren Lebensstil, ihre Subkultur entschlossen zu vertreten und Recht auf ihr Außenseitertum in der verschlafenen Abgelegenheit Neuseeland stolz zu verteidigen und zu behaupten. Die Figuren, ihre Anachronismen und die an den Tag (oder die Nacht?) gelegte Selbstverständlichkeit des trocken dargebrachten Vampir-Alltags machen somit das Gros des Witzes aus. Und das funktioniert, obendrein vor Kulisse Neuseelands, das an sich bereits das Flair hinterwäldlerischer Abgeschiedenheit evoziert, vorzüglich und generiert unzählige urkomische Begegnungen. (7,5)

The Body [El cuerpo] (2012)

Die Ehre der Prizzis [Prizzi's Honor] (1985)
Filme die an mir vorübergehen, die Zweite: schauspielerisch gibt's nichts zu bemäkeln, namentlich Anjelica Huston verdient jede ihr zuteilgewordene Bekundung und Form des Lobes. Den Film an sich fand ich alldieweil kreuzöde, träge und uninteressant, musste ihn mehrmals beginnen, bevor ich ihn schlussendlich mit meiner unablässig davon wandernder Konzentration ringend zu Ende bringen konnte. Viel hängen geblieben ist nicht. (5)

Coach Carter (2005)
Penetrant-bemüht auf Inspiration gebürstetes Sportler-Drama, ostentativ in jedem Gestus der Verständigung und der pseudo-sozialkritischen Milieubetrachtung, im selben Augenblick derart von sich selbst überzeugt, dass es komplett ignoriert, wie formelhaft und oberflächlich es seine Charaktere behandelt, um wie viele Meilen und Kilometer eine ernstzunehmende, bewegende Wiedergabe der Schicksale der Beteiligten verfehlt wird. Samuel L. Jackson passt andererseits perfekt in die Rolle des Coaches und macht das ganze einigermaßen erträglich. (4)

Max Schmeling (2010)
Schlagt mich (hö hö hö), aber den fand ich für Uwe Boll-Maßstäbe ansehnlich, im Vergleich mit dem tumben 08/15-ARD/ZDF/Degeto-Geschichtsbewältigungs-Drama diesem ebenbürtig oder zumindest unwesentlich schlechter. Dass Henry Maske keinen sonderlich begabten Schauspieler abgibt, dürfte niemanden verwundern. Überrascht hat mich Bolls für seine Verhältnisse kompetenter Umgang mit diesem Handicap, wie er diese Schwäche halbwegs ins Gegenteil verkehrt und zu seinem Vorteil zu nutzen versteht, Maskes beeindruckende Boxer-Physis nicht ungeschickt in den Fokus zu rücken, seine etwas grobschlächtige Art und Sprechweise zum kontrastierenden Wesenszugs Schmelings macht. Mag ein Zufallstreffer gewesen sein. Ansonsten ist das insgesamt Bolls mutmaßlich verträglichstes Werk, wie gesagt: ein Standard-TV-Geschichts-Drama mit Nazi-Bezug. (5,5)

Dead or Alive: Final (2002)
Zu Miike Takashis krönendem Abschluss der Trilogie (Teil 1, Teil 2) fehlen mir glattweg die Worte. Er scheint mir ein Wanderer zwischen den Welten zu sein, eine irrmachende Erfahrung und Verschmelzung, eine Kulmination der beiden Vorgänger in einer wilden Fusion gegen allen Widerstände, die sich herzlich wenig um eine klassisch nachvollziehbare Narrative schert. Das ist nicht ungewöhnlich für Miike, wird von ihm in diesem Fall jedoch auf die Spitze getrieben, was den Zugang zusehends erschwert. Möglicherweise war "Dead or Alive: Final" auch niemals anders gedacht. (7)

Der Sturm [The Perfect Storm] (2000)
Tricktechnisch außer Zweifel höchst beeindruckend und wegweisend, inhaltlich konträr dazu platt pathetisches bis ablenkend reißerisch, ständig auf Nebenschauplätze abschweifend in einem Maße, dass das existenzialistische Überlebens-Drama rund um George Clooneys Trawler-Crew regelrecht marginalisiert wird, zumal sich Clooneys Bill Tyne nachgerade manisch verhält und seine Mannen am laufenden Band rücksichtslos in Lebensgefahr bringt. Mag für an tumbes Spektakel gewöhnte amerikanische Mainstream-Sehgewohnheiten angemessen sein, verfehlt in Wahrheit jeden Anflug einer ernstzunehmenden dramatischen Seemanns-Tragödie. (4,5)

Verrückt nach Mary [There's Something About Mary] (1998)
Extended Cut. Der Höhepunkt und das Aushängeschild von Peter und Bobby Farrellys Komödien-Schaffenswerk, zugleich der wahrscheinlich größte Erfolg ihrer Karriere. Und daran gab's seinerzeit beinahe kein Vorbeikommen, immer wieder wurde mir vorgehalten, wie brüllend komisch die "Wichse im Haar"-Szene sei, was für ein ausuferndes Vergnügen die Zahnklammer-Szene darstelle, und, und, und. Trotz alledem blieb mir der Kino-Besuch erspart, so dass ich nicht in seinen Genuss kommen konnte, bevor die Heimkino-Auswertung anstand und... ich fand ihn leidlich amüsant. Diesen Eindruck hat die erneute Sichtung bestätigt: er hat seine witzigen Momente, allerdings sind es eher die Darsteller, die voller Innbrunst das schräge Figureninventar zum Leben erwecken und das Ding am Laufen halten. Die vielen kleinen Peinlichkeiten und besonders der Gross-out-Humor wirken jedenfalls heute reichlich zahm und gestrig, im Grunde genommen hatten sie diesen Punkt damals schon frühzeitig erreicht. (6)

Brother (2000)
Kitano Takeshis erste und einzige US-Ko-Produktion, von der er sich selbst nicht allzu begeistert zeigte. Grundsätzlich stimme ich Roger Eberts prägnant formulierter Aussage zu, dass "Brother" ein typischer Kitano-Film ist, bloß nicht sein bester. Warum das so ist, lässt sich hingegen schwer in Worte fassen. Zunächst bringt Yamamotos Ankunft in L.A. eindrucksvoll Entfremdung und Verlorenheit zum Ausdruck, was maßgebliche Unterstützung von Joe Hisaishis großartigem Score erfährt, den ich zu den besten Kitano-Hisaishi-Kollaborationen rechne. Im weiteren Verlauf entfaltet sich eine gewalttätige Gangster-Saga, in der die Bandenmitglieder reihenweise ins Gras beißen. Wer aufgrund dessen ein Action-Feuerwerk erwartet, kennt indessen Kitano schlecht und wird umgehend eines Besseren belehrt: wie in "Sonatine" haftet den Bandkriegen nichts glorreiches, triumphales an. Die Feuergefechte gehen rabiat, gnadenlos und schmucklos von statten und sind fluchtartig vorbei, der Tod eines Menschen wirkt unterdessen stets bitter, betrüblich und im höchsten Maße sinnlos, was am deutlichsten bei Yamamotos langjährigem Weggefährten zu Tage tritt, der sich für seinen Aniki unnötig opfert. Ein düsteres, blutrotes, schweres Leichentuch liegt über der gesamten Handlung und der Ausgang scheint von Anfang an gewiss, nicht zuletzt Kitanos Protagonisten, der lediglich auf das Unvermeidliche zu warten, geradezu darauf zuzusteuern scheint. Dadurch erscheint "Brother" nahezu bleiern, fatalistisch, kann auf der anderen Seite seine Figuren selten von ihrer menschlichen Seite zeigen, wie es ihren Pendants in "Sonatine" vergönnt war. Diese wenigen Ausnahmen beschränken sich in erster Linie auf Terajima Susumu, der den besagten Weggefährten Yamamotos verkörpert, und Omar Epps. Knapp formuliert sieht man in "Brother" die meiste Zeit Kriminellen beim Sterben zu und das über einen unselig langen Zeitraum hinweg, da zwar der Tod an sich schnell und unversehens eintritt, die Opfer auf dem Weg dorthin jedoch einen langen, mitleidlosen Prozess durchlaufen. Bei einer Sache lehne ich mich hinzukommend weit aus dem Fenster, auf die Gefahr hin, zu viel rum zu interpretieren: womöglich kann man "Brother" Kitanos politischstes Werk nennen, allerwenigstens erscheint es auffällig, dass hier eine Koalition ausschließlich ethnischer Minderheiten versucht sich zu behaupten, nur um am Ende einer kaukasischen, gesichtslos bleibenden Gruppierung zu unterliegen. Wie gesagt: vielleicht ist das zu viel des Guten. (7,5)

Zatoichi's Vengeance [座頭市の歌が聞える Zatôichi no uta ga kikoeru] (1966)
Irgendwann muss bei einer derart langlebigen, zudem inhaltlich relativ gleichförmigen Reihe der Punkt kommen, an dem man sich zwangsläufig wiederholen muss. Im Falle von "Zatoichi" bin ich mit "Zatôichi no uta ga kikoeru" (dem ein gehörig generischer englischer Titel verpasst wurde, der eine Verwechslung mit "Zatoichi's Revenge" praktisch vorprogrammiert) wohl an diesem Punkt angelangt, an dem ich höchstens die Standards und Standardmäßigkeit des Gezeigten runterbeten kann. Wobei "Zatôichi no uta ga kikoeru" sattsam denkwürdiges zu bieten weiß, beispielsweise den blinden Biwa-spielenden buddhistischen Priester, der Ichi Paroli bietet, oder die verbitterte Prostituierte Oshino, sowie Ichis Beziehung bzw. Einfluss auf  den Jungen Taichi. Insofern ist der inzwischen 13. Teil abermals hochwertige Jidai-geki-Unterhaltung, die sich im guten oberen Mittelfeld eingliedert. (7)

Stan & Ollie (2018)
Erfindet das Genre des Biopics nicht neu, erzählt im Gegenteil recht konservativ von der Freundschaft, die kurzzeitig in eine Krise gerät, bevor die verwandten Seelen schlussendlich wieder zusammenfinden. Was ihn für Fans des Duos reizvoll macht, ist der Blick hinter die Kulissen des porträtierten Abschnittes im Leben der zwei, der großzügig Raum für sentimentale Betrachtungen und Rückbesinnung gibt, sowie Steve Coogans und John C. Reilly herausragendes Schauspiel. Mir hatten sich in der Schluss-Szene gar Tränchen in die Augen geschlichen, irgendwas muss Jon S. Baird also richtig gemacht haben. (7)

Aquaman (2018)
Hatte ich meine Freude dran, "G.I. Joe: The Rise of Cobra" nicht unähnlich. James Wan gibt sich ganz und gar dem bunten Comic-Tumult hin und präsentiert uns eine spaßige Unterwasser-Achterbahnfahrt voller Schauwerte, Gedöns und Liebe zum Detail, zuzüglich zu den tollen, altgedienten Nebendarstellern. Im Gegensatz zum MCU legt er das dankbarerweise nicht epochaler an als es ist und sein sollte, konzentriert sich vollends auf das schwungvolle Abenteuer des Underdogs unter den DC-Helden, dessen Schwimmflossen Jason Momoa vermöge seines Charismas und seiner bloßen Präsenz prächtig ausfüllt. Die Unterwasser-Welt und all ihre Eigenarten stellen ein weiteres dickes Plus der Verfilmung dar und geben optisch mindestens so viel her wie die Weltraum-Ausflüge der "Guardians of the Galaxy". Viele MCU-Gurken wünschten sich, sie könnten jemals den Unterhaltungsfaktor von "Aquaman" erreichen. (6,5)

Schatten der Wahrheit [What Lies Beneath] (2000)
Ja, es ist bloß eine an Hitchcock angelehnte Fingerübung aus den Händen von Robert Zemeckis, der dem Meister sicherlich nicht das Wasser reichen kann, trotzdem genügend Spannung produziert und in Gestalt dieses kleinformatigen Thrillers überzeugt. Mehr sollte das doch gar nicht werden. (6,5)

Takeshi Kitanos Dolls [ドールズ Dōruzu (Dolls)] (2002)
Wo "Brother" ein einziger betrüblicher Todesreigen war, ist "Dolls" eine episodenhafte, poetische, bildschöne Meditation über die Liebe, inklusive all der Melancholie und Tragik, die bei Kitano Takeshi zu erwarten war. Denn ähnlich wie es sich bei "Brother" keinesfalls um ein heroisierendes Gangster-Epos handelt, braucht man bei "Dolls" nicht auf eine kitschige, rosarote Märchenwelt der Zuckerguss-Liebe zu hoffen. Hingabe, Aufopferung und Verlust spielen bei Kitano eine ebenso ausschlaggebend Rolle, wie das reine, schwer fassbare Gefühl des Verliebtseins, das er versucht, jenseits von kindischer Liebelei oder verklärtem, hohlen Schmonzetten-Getue, zu ergründen und zu erfassen. Demzufolge offenbaren die verschiedenen Blickwinkel auf die Liebe bei "Dolls" stets ein zweischneidiges Schwert, das auf die ein oder andere Weise Erfüllung und Verdammnis zugleich zu verheißen scheint, eine untrennbare Symbiose bedeutet, die kein Übel, das man um des Guten willen in Kauf zu nehmen hat, darstellt, sondern sich als elementarer Wesenszugs der verschiedenen Beziehungen herausstellt. Ohne den Schmerz keine Liebe. Ohne Liebe keine Zweisamkeit. (8)
































16 - 6,3 (100,0)

Freitag, April 20, 2018

Ludwig Vhans Zimmerhoven?

Im Roman "Herr Mozart wacht auf" von Eva Baronksy findet sich niemand geringeres als Musik-Genius Wolfgang Amadeus Mozart nach seinem Ableben nicht wie erwartet im Jenseits wieder, sondern erwacht zu aller Überraschung und viel mehr noch zur eigenen Verwunderung in unserem Jahrhundert zu neuem Leben - wo er selbstredend fish out of the water-mäßig mit den modernen Errungenschaften aneckt und hadert, aber auch bemerken muss, wie allerlei altbekannte Probleme unverändert nicht aus der Welt zu schaffen sind. Und wäre dies Beethoven widerfahren? Dann würde er offensichtlich Hans Zimmer-artige pseudoepische Trailermusik komponieren... ulkig!

Montag, Oktober 16, 2017

Kurzreviews Oktober/I/2017

Hiermit präsentiere ich wiederum die 10 Filme und 7 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat Oktober gesehen habe:


Serien-Staffeln
Doctor Who (Season 6) (1968-1969) - (6-8,5+) 
Doctor Who: The Return of Doctor Mysterio (2016) - (6,5+)
Stranger Things (Season 1) (2016) - (6-7)
Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert [Star Trek: The Next Generation] (Season 5) (1991-1992) - (10)
Doctor Who (Series 10) (2017) - (7-8,5+)
Archer: Dreamland (Season 8) (2017) - (7-7,5+)
Doctor Who (Season 7) (1970) - (6,5-7,5+) 

Filme
Tad Stones - Der verlorene Jäger des Schatzes! [Las aventuras de Tadeo Jones (Tad, the Lost Explorer)] (2012)
Sind die Kinder zu jung für "Indiana Jones", bietet "Tadeo Jones" ein nettes Einstiegsprogramm, das alle denkbaren Klischees samt und sonders überraschungsarm durchkaut, sowie einen liebenswürdigen Helden (ein bemerkenswert unbemerkenswerter Everyguy, der sich durch seine Leidenschaft und Abenteuerlust auszeichnet) samt knuffiger Entourage. (6)

Es [It] (2017)
Andy Muschietti ist eine bemerkenswerte Stephen King-Adaption gelungen, zu der freilich die Darsteller einen unschätzbaren Löwenanteil beisteuern, sie regelrecht tragen. Oftmals ist es schlicht ein Genuss, ihnen zuzusehen, den Losers Club in Aktion zu erleben. Fast alle Jungschauspieler machen einen ausgezeichneten Job (einzig Chosen Jacobs konnte mich nicht immer überzeugen), wobei die Krone unweigerlich an Sophia Lillis geht. Überhaupt gefällt die Herangehensweise, sich im ersten Teil zur Gänze auf die Erlebnisse der Protagonisten im Jugendalter zu konzentrieren, was dem Freundeskreis viel nötigen Raum zur Entfaltung gibt, sie nicht zu Nebendarstellern in Rückblenden degradiert, obendrein den Coming of Age-Aspekt willkommen betont (den zu ignorieren bzw. dessen Betonung zu kritisieren höchstens von fundamentalem Missverstehen der Vorlage zeugt). Die Horrormomente fügen sich nicht immer nahtlos in diese Geschichte ein, sind in der Regel allerwenigstens effektiv und dahingehend verständig inszeniert, eine bedrohliche Stimmung zu evozieren, auch dank Bill Skarsgård, der eine vortreffliche Darbietung als Pennywise liefert. Kurzum: eine lobenswerte Neuverfilmung, deren Erfolg Hoffnung macht. (8)
Red State - Fürchte Dich vor Gott! [Red State] (2011)
Oh je, Kevin Smith war kräftig wütend, teilt demgemäß kräftig aus, gibt sich unverhohlen zynisch und verdrossen, hetzt mitleidlos Sektenmitglieder und Polizeikräfte aufeinander und nimmt dabei keine Gefangenen. Das resultiert in einem dermaßen ungezügelten Rundumschlag, dass kein homogenes Ganzes entstehen will, Smith in einer Vielzahl von einzelnen Versatzstücken versinkt, die alles wollen, letztlich wenig erreichen. (5)

Tusk (2014)
Kevin Smith goes "Human Centipede" mit Walrössern. Wie "Red State" in Bausch und Bogen gegen einen allgemein verträglichen Konsens gebürstet, eine groteske Ausgeburt eines Scherzfilms, der sich seines Tons nie sicher sein kann, darüber eine ureigene, absonderliche Wirkung erzielt, die zwischen bizarrem Amusement und blanken Degout schwankt. Da er über kein eigentliches Ziel verfügt, in erster Linie Verwirrung stiftet, ist das Ergebnis ähnlich unentschlossen und verstreut wie "Red State". (5,5)

Der Blade Runner [Blade Runner] (1982)
(Final Cut).

Explorers - Ein phantastisches Abenteuer [Explorers] (1985)
Wie "Monster Squad" die fabelhafte Wirklichkeitswerdung eines Jungentraums. Man stelle sich bloß vor: als Science Fiction-Fan eröffnet sich einem die Möglichkeit, ein eigenes Raumschiff zu basteln und damit tatsächlich auf Tuchfühlung mit Außerirdischen zu gehen! Wer wäre da als Heranwachsender nicht begeistert? Zumindest in den 80ern. Und im Gegensatz zur unterwältigenden Serie "Stranger Things" (s.o.) weiß Joe Dante diese Magie, das zauberhaft abenteuerliche, die jugendliche Begeisterung in kindlich sehnende Bilder einzufangen. Wenn auch größtenteils problembefreit: wunderschön zum Wohlfühlen. (7)

Casanova (2005)
Der triggert mich bekannterweise in vielfacher Weise positiv: eine romantische Kostüm-Komödie vor barocker Kulisse plus ein wenig Sturm und Drang, ein aufreizender Bilderbogen, ein frivoles Lust- und Verwirrspiel, köstlich gespielt und hingebungsvoll romantisch. Ein hinreißender Genuss - naja, für mich wenigstens. (7,5)

Vidocq (2001)
Für den habe ich seit jeher eine absonderliche Schwäche. Ich denke, das liegt an der düsteren Atmosphäre, die Pitof heraufbeschwört, eine auf eigentümlich kapriziöse Art und Weise bildgewaltige Darstellung Paris als dreckiger, liederlicher Moloch, wo hinter der Fassade gesellschaftlichen Umbruchs grauenhaftes geschieht, eine zutiefst narzisstische Upperclass unaussprechliches verrichtet, während die Bevölkerung im Chaos versinkt. Den digitalen Look müsste ich eigentlich hassen, in Wahrheit gibt er der Geschichte jedoch eine angemessenen schäbige Erscheinungsform, die der Hässlichkeit des Erzählten Tribut zollt: verzerrte Blickwinkel, groteske Nahaufnahmen, ein nichts beschönigender Voyeurismus machen "Vidocq" zu einem gleichermaßen unangenehmen, wie faszinierenden Fantasykrimi. (6,5)

Die Besucher [Les visiteurs (The Visitors)] (1993)
WTF ist hier bei der Synchronisation bloß schief gelaufen? Selbst Rainer Brandt würde sich bei dieser hanebüchenen Ansammlung idiotischer Albernheiten, die allen Beteiligten in der deutschen Fassung ohne Rücksicht auf Sinn und Verstand oder Sinn für Humor in den Mund gelegt werden (von 10 Gags pro Sekunde zünden vielleicht zwei), ratlos abwenden. Womit ich der an sich bereits albernen Zeitreisekomödie nicht zugestehen möchte, im Original merklich witziger oder intelligenter (wie es der deutsche Wikipedia-Artikel redlich darzustellen sucht) auszufallen, nichtsdestotrotz setzt die aufgekratzte Blödelsynchro dem Unfug die Narrenkappe auf, kann unter keinen Umständen in normalem geistigen Zustand über Spielfilmlänge durchgehalten werden (und ich liebe Rainer Brandt-Synchros), sofern man sie überhaupt 5 Minuten durchzustehen vermag. Ich bin ein wenig rat- und sprachlos, wie ich eine offizielle Kinosynchro zu finden habe, die wie eine lustig gemeinte Fan-Synchro aus dem Internet anmutet. Andererseits ist ein Mindestmaß an Faible für Schnoddersynchros bei mir vorhanden - so oder so bewegen wir uns hiermit ganz scharf an der Grenze des Erträglichen. Nur auf welcher Seite? (3)

Blade Runner 2049 (2017)
In einer Kinolandschaft, wo einfallslose Nachstellungen 80er-Jahre-Klassiker oder müde Neuerzählungen derselben Geschichte dominieren, fällt Denis Villeneuves Sequel merklich aus dem Rahmen, allein deswegen, weil er verbaliter eine Fortsetzung gedreht hat: der Versuch, das Original weiterzuentwickeln, weiterzuerzählen, anstelle einer Zweitausfertigung, deren einziges Anliegen darin liegt, den Vorgänger an Spektakularität zu übertreffen. Villeneuves Erzählmodus ist äußert ruhig, langsam, er schickt seinen Protagonisten in Verkleidung einer Detektivgeschichte auf Identitätssuche, nach der Natur seiner selbst und seiner Artverwandten in einer entfremdenden Welt. Was wenig Raum für herkömmlichen Science Fiction-Pomp oder Action lässt, dafür in wundervollen Bildern eine schmerzhafte Suche nach sich selbst, nach dem Ursprung, nach der Zukunft ausbreitet. Ich weiß noch nicht, wie sich "Blade Runner 2049" bei weiteren Sichtungen entwickelt, der Ersteindruck ist ohne jede Frage zutiefst eindrücklich, überwältigend, berauschend, die Bilder nehmen einen gefangen (obgleich ich Jordan Cronenweth gegenüber Roger Deakins knapp den Vorzug geben würde), die Geschichte wirkt trotz der langen Laufzeit und des Erzähltempos anregend, aber nie ermüdend oder überheblich. Letztlich empfiehlt sich Villeneuve auch mit diesem Film als einer der interessantesten Regisseure, die zurzeit Kino machen. (9)

Star Trek - Der Film [Star Trek: The Motion Picture] (1979)
Als Trekkie fällt eine objektive Bewertung des oft gescholtenen ersten Kinoabenteuers der Enterprisecrew naturgemäß schwer. Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich Gefallen an Robert Wise Ansatz einer 2001-esken Odyssee finde, den Zuschauer via Blickwinkel der Kamera eine unvergleichliche Weltraumerfahrung machen zu lassen. Der visuelle Aspekt, das über den fremdartigen Anblick des Inneren der Wolke gleitende Auge sind dementsprechend das stärkste, was der Film zu bieten weiß, erzählerisch steht er dahinter leider zurück. (7)
















10 - 7,5 (74,5)

Samstag, Dezember 27, 2014

Kurzreviews November/II/2014

Hiermit präsentiere ich wiederum die 18 Filme und 1 Serienstaffel (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat November seit der letzten Liste gesehen habe:

Serien-Staffeln
Malcolm Mittendrin (Staffel 1) (2000) - (7-7,5)

Filme
RoboCop (2014)
Versagt bereits ab dem Punkt, an dem Joel Kinnaman als posender Arschloch-Cop in einer einfallslos abgespulten Korruptionsgeschichte eingeführt wird. Alles was folgt, könnte belangloser nicht sein, ohne Ecken und Kanten, ohne interessanten Protagonisten oder Antagonisten, ohne auch nur einen interessanten Gegenstand, von dem zu erzählen es sich lohnen würde. Die Original-Geschichte ist missverstanden und verdreht verarbeitet, die Ergänzung der Familie trägt zu nichts bei, halbherzige Versuche kontemporärer Satire und politischen Kommentars versumpfen im Nichts. Ohne Attraktionsmoment endet der Film in einem höhepunktlosen Showdown und rein gar nichts bleibt in der Erinnerung haften. (2) 
Total Recall (2012)
Selbst wenn ich es nicht erklären kann, hatte ich das Gefühl, als "Johnny Mnemonic"-Remake wäre das ein okayer Film geworden. Als unnötige Neuauflage des Verhoeven-Klassikers, die sein Design ideenlos aus "Blade Runner", "Minority Report", "I, Robot" et al. zusammenwürfelt, scheitert der Film jederzeit abseits der anguckbaren Action-Szenen und wen kümmert es ernsthaft, ob der größenwahnsinnige Heisenberg Australien erobert, wenn man sich vor Augen führt, was für eine irre Odyssee Paul Verhoeven auf dem Mars mit Mutanten und Aliens abgefeiert hat. (4)

Underworld: Awakening (2012)
Konzentriert sich ausnahmslos auf die deutlich graphischeren Action-Szenen und vernachlässigt die Mythologie, die irgendwo den Kern und Atmosphäre der Vorgänger ausgemacht hat. Somit reiht sich handlungsabstinent Schlachterei an Schlachterei, sieht chic aus, langweilt indes mächtig. Und wer hielt es bitte für eine gute Idee in den Action-Szenen an einer Tour den Lichtschalter immer wieder aus und an zu schalten? (4)

Pakt der Wölfe (2001)
Irre Genre-Synthese, ein ungestümer Mix aus Historienfilm, Action-/Martial-Arts-Action, Romanze, Fantasy, (romantisierter) Indianer-Mystik, Verschwörungen und Intrigen. Verhältnismäßig nicht immer stimmig, aber mit optischem Verve vorgetragen, stellenweise regelrecht überfahrend. (7)

Die Mumie (1999)
Flotter Abenteuer-Spaß mit heute noch tollen Special Effects, nicht mehr, nicht weniger. Wäre allerdings lahm ohne die Charaktere und ihre gut aufgelegten Darsteller. (7)

Katakomben (2014)
Die Schatzsuche in den Katakomben von Paris fällt bisweilen etwas albern aus, die Protagonistin ist wegen ihrer gefährlichen Obsession und der daraus resultierenden Bedrohung ihrer Mitmenschen nicht gerade sympathisch, das Found-Footage-Konzept wird hingegen ausnahmsweise effektiv genutzt, erweist sich der beengenden Atmosphäre tatsächlich als zuträglich. Bietet genug Gruseliges, lauernde Schatten hinter allen Ecken, um als Horrorfilm mindestens zu funktionieren. (6,5)
Die Mumie kehrt zurück (2001)
Ganz das Hollywood-Sequel, schneller, höher, lauter. Zwar mit schlechteren Effekten, dafür gibt es ein herzliches Wiedersehen mit den liebgewonnenen Charakteren, ergänzt um ein paar neue, die sich stimmig in das Universum fügen. Ein nicht minder unterhaltsamer Abenteuerausflug. (7)

Noroi: The Curse (2005)
Japanisches "Blair Witch"-Pendant, fernab vom üblichen Geistermädchen-Klischee, entwickelt sich schleichend, breitet seine Handlungsstränge erst weit aus, um sie im Finale zu einem unheimliche Ganzen zusammenzuführen, bewahrt sich dennoch seine Rätsel. Übrigens ebenfalls ein gelungener Einsatz des Found-Footage-Stils. (6,5)

Samstag, der 14. (1981)
Urige Horror-B-Movie-Parodie, mit bewusst offen bekundeter Zuneigung zum Genre und allen dazugehörigen Schwächen, ob absurde Figuren in grenzwertigen Dialogen oder Monstern in Billig-Kostümen - das muss man mögen, denn hier erwartet einen weder eine fein nuancierte humorvolle Zurschaustellung, noch ein Gaga-Gag-Feuerwerk à la Zucker, Abrahams, Zucker. (5,5)

Backwoods - Die Jagd beginnt! (2006)
Koldo Serra eifert fleißig Sam Peckinpah nach, eine Bedrohung führt zum Mord im Affekt, unbarmherzig bricht die Gewalt über die Protagonisten herein, der Weg führt in eine Sackgasse ohne Umkehrmöglichkeit. Dabei wird der Thematik nichts Neues abgewonnen, trotzdem ist die Präsentation gekonnt, eine Heldenzeichnung wird vermieden und  Serra beweist Händchen für Atmosphäre. Besonders gefallen Gary Oldman in seiner ganzen ambivalenten Pracht, sowie Lluís Homar. Schwächelt gegen Ende. (6,5)
Cheap Thrills (2013)
Bitterböser Thriller mit satirischen Anklängen, kompakt und auf den Punkt inszeniert, immer mal wieder unsere innere Stimme kitzelnd: was würden wir tun? Wo verorten wir unsere Grenzen? Klein und gemein. (7)

Enemy (2013)
Hat man erst den Deutungs-Schlüssel gefunden, ist das im Grunde eine simple Geschichte (ich werfe die Worte Apologie und leichten Hang zur Misogynie mal in die Runde), nur symbol- und Allegorie schwanger vorgetragen. Kann Gefallen, sofern man auf diese Art von Mindfuck Marke David Lynch steht und seine Filme lieber in kryptischen Bilder als in klaren Worten vor sich ausbreitet. In jedem Fall interessant inszeniert und eine Herausforderung für Denker. Lohnt eine zweite Sichtung. (6,5)

The Dark Knight Rises (2012)
Diesmal ging ich mit der Einstellung an den Film, dass sich mir nun, da mir inzwischen bewusst geworden war, dass unmöglich die durch "The Dark Knight" geschürte Erwartungshaltung erfüllt werden konnte, die Möglichkeit eröffne, mit offenem Geist und milderem Gemüt mich mit ihm auseinanderzusetzen - der Effekt blieb der derselbe. Zu Beginn versuchte ich Christopher Nolans (vorerst) letztes (eigenständiges) Batman-Abenteuer zu mögen. Ich mochte (und mag) Bane als Antagonisten, ungeachtet fragwürdiger Stimmenverfremdung, Anne Hathaway gibt eine reizvolle Catwoman, der Build-Up ist enorm und verspricht eine spektakuläre Klimax. Dann wandelt sich der Willen allmählich zur Forcierung, dann kommt die Ernüchterung. Nach wie vor lässt sich sagen: Nolan hat sich mordsmäßig übernommen, findet nie ein Maß für all das, was er in den Film integrieren wollte. Das persönliche Drama von Bruce Wayne kommt viel zu kurz, ist praktisch inexistent, Emotionen kann der Mann nach wie vor nicht schreiben oder inszenieren, die Bedrohung durch Bane löst sich in einer gewaltigen Kettenreaktion aus Ungereimtheiten auf, die bemühten Occupy- und Revolutions-Assoziationen führen zu nichts, da sie keine Bedeutung haben. Konkreter noch: es fehlt jede Form von Zeitgefühl, die Bevölkerung von Gotham kann nicht den Wunsch nach Rettung oder gar Erlösung wecken, da sie so gut wie nicht vorhanden ist, nichts tut, nicht leidet, nie in Gefahr scheint, sich ferner nicht durch einen Bus mit Waisenkindern aufwiegen lässt. Dem überstürzten Finale fehlt jede Dramatik, es ist einfallslos, vorhersehbar, spannungsfrei, die Wendungen in letzter Minute sind derart ausgelutscht, dass sie sich entweder Stunden vorher ankündigen oder, schlimmer noch, unsinnig sind. Die erschreckend schlampige Inszenierung versetzt all dem den Todesstoß. Mir bleibt zu sagen: die erneute Sichtung hat die Makel des Films nur noch deutlicher hervorstechen lassen. Schade drum. (4)

Doom - Der Film (2005)
Ein Verrat an der Vorlage, ein Spaß für B-Sci-Fi-Action-Fans. (6,5)

Inglourious Basterds (2009)
Quentin Tarantino huldigt Naziploitation, inszeniert ohne die eponymen Basterds in den Mittelpunkt zu rücken in 5 Kapiteln eine Vielzahl von hochkarätigen, spannenden Dialogen, kulminiert in einem feurigen Finale, lässt das Kino über den Faschismus triumphieren. Mit durchweg einprägsamen Szenen und guten Darstellern, aus denen unanfechtbar Christoph Waltz nochmal hervorsticht. (8)

The Children - In ihnen schlummert das Böse (2008)
Kinder im Horrorfilm sind kein Novum, das hindert Tom Shankland nicht daran, die trügerische Familienidylle gleich durch eine Gruppe unheimlicher Heranwachsender zu terrorisieren. Trotz eines überschaubaren Body-Counts mit einigen Härten hält er die Spannung konsequent aufrecht, lässt ganz allmählich mit steigender Intensität das Grauen in die bekannte Feiertagszusammenkunft eindringen. Es hilft, dass die Kinderdarsteller eine grandiose Vorstellung geben, mit ihrem merkwürdigen Verhalten stets eine Gänsehaut erzeugen, was sich teils daraus speist, dass nie ganz klar ist, was sie derart verändert und zu was sie noch fähig sind. Natürlich sehen die Erwachsenen die Bedrohung nicht kommen, reagieren erst, wie im Horrorfilm üblich, wenn es zu spät ist. Weil aber der elterliche Instinkt ihre klare Sicht vernebelt, die Kinder zudem perfid-geschickt agieren, erscheint dies nachvollziehbar und glaubwürdig. Vorsicht: nach diesem Film werdet ihr eure Kinder mit anderen Augen sehen! ;-) (7)

Dead Snow: Red vs. Dead (2014)
Schließt nahtlos an den Erstling an, lässt hingegen von Anfang an raushängen, dass er sich noch eine Spur weniger ernst nimmt. Das resultiert leider in einigen eher lustig gemeinten Scherzen, insbesondere das amerikanische Zombie-Jäger-Trio und der ständig mies gelaunte Polizeichef wirken viel zu gewollt, sind selten leibhaftig witzig. Und doch gibt es unterhaltsame Szenen, teils mit sehr schwarzem Humor, und die finale Schlacht zwischen Zombie-Nazis und Zombie-Kommunisten ist schon ein Späßchen. Aber nie ganz der Spaß, der den Vorgänger ausgemacht hat. Bonuspunkte für die Titanic-Referenz. (6)

Sex on the Beach 2 (2014)
Vielleicht liegt es daran, dass ich zwischenzeitlich die Serie gesehen habe, aber der zweite Ausflug der Inbetweeners ist sicherer im Umgang mit seinen Charakteren und der Situationskomik. Nachdem sie im Wasserpark jedoch ihren Höhepunkt erreicht haben, passiert eigentlich nichts aufregendes mehr. Für Fans. (6)


















18 - 5,9 (107,0)


Montag, Juli 22, 2013

Django Chained

Hat Quentin Tarantino mit "Django Unchained" etwa eine neue Welle des Anti-Sklavenfilms heraufbeschworen? Nun gut, bisher ist es nur Steve McQueen mit der Verfilmung Solomon Northups Autobiographie "12 Years a Slave", nomen est omen, jedoch nicht zuletzt angesichts Trayvon Martins tragischem Fall und der damit wieder entzündeten Diskussion latenten Rassismus betreffend, würde es mich doch sehr verwundern, wenn wir demnächst nicht end-, end-, endlich in den Genuss des seit "Scary Movie" versprochenen Sequels zu "Amistad" kommen - unter anderem.

Wie dem auch sei, zunächst liegt es an Steve McQueen die Passion und Suppression des Afroamerikaners durch den weißen Mann zu illustrieren. Zum dritten mal seit "Hunger" und "Shame" greift er dabei auf Michael Fassbender ("Fish Tank", "X-Men: First Class", "A Dangerous Method") zurück, der die Rolle des pösen, pösen Plantagenbesitzers übernimmt, derweil die Hauptrolle Chiwetel Ejiofor ("Children of Men", "American Gangster", "2012") innehat. Dazu sehen wir Benedict Cumberbatch ("Sherlock", "The Hobbit", "Star Trek Into Darkness"), Paul Dano ("Little Miss Sunshine", "There Will Be Blood", "Looper"), Paul Giamatti ("Sideways", "Cinderella Man", "John Dies at the End"), Brad Pitt ("Babel", "The Curious Case of Benjamin Button", "The Tree of Life") und Alfre Woodard ("Desperate Housewives", "Memphis Beat", "Steel Magnolias"). Das Drehbuch kommt von John Ridley ("U Turn", "Undercover Brother", "Red Tails") und als "Musik" hören wir sehr wahrscheinlich eine Hans Zimmer Resample-Compilation, wie es der Trailer bereits andeutet. Was bleibt noch dazu zu sagen? Da schielt jemand ganz gewaltig nach dem goldenen Jungen...

Samstag, Mai 21, 2011

The goddamn Elfman

Ich mag die "Batman"-Soundtracks von Hans Zimmer und James Newton Howard (der gerne mal vergessen wird), doch ganz ehrlich: Hans Zimmers "Kompositionen" sind ein Scheiß gegen diese Meisterstück von Danny Elfman, insbesondere ab 2:27.

DAS ist Filmmusik, DAS ist Kunst, statt des konstanten Lärms, den Hans Zimmer in nahezu jedem seiner Filme fabriziert. Das ist:

Montag, September 20, 2010

Inception Music Comparison

Und noch einmal "Inception", diesmal speziell die ebenso wie der Film die Meiungen spaltende Musik Hans Zimmers betreffend - ich unterstelle dem Film jetzt einfach mal, dass das Absicht war, womit er vermutlich wieder mal intelligenter aussieht, als er eigentlich ist.

Montag, Juli 26, 2010

Inception

Bald ist es soweit!
In den Staaten läuft er schon, der neue Film von "Dark Knight"-Regisseur Christopher Nolan, äußerst erfolgreich sogar. Letztendlich hat der Film mit vielen Erwartungen zu kämpfen, besonders nach "The Dark Knight" - doch ich bin fast absolut sicher, dass Christopher Nolan diese Erfüllen kann, nein, erfüllen wird. Indes erwarte ich nicht, dass er sie übertreffen wird.
Letztendlich hat er noch nie einen schlechten Film (sei es sein Erstling "Following", sein Durchbruch "Memento", das "Insomnia"-Remake, der magische "The Prestige" oder seine "Batman"-Filme) abgedreht, sondern, im Gegenteil, immer ein Händchen für interessante Geschichten und eine sichere Inszenierung gehabt - zwar nicht unbedingt meisterlich, wohl aber immer überdurchschnittlich gut.
























Und dann die Darsteller, diese großartige Darstellerriege mit dem großartigen, wenn auch unterschätzten Leonardo DiCaprio, Japan Import Ken Watanabe, Oscar-Gewinnerin Marion Cotillard, dem ebenso unterschätzten Cillian Murphy und dem immer genialen Michael Caine - jedem Cineasten müssten bei diesen Namen eine Kaskade an Vorfreude in Kopf entstehen! Nolan vertraut, wie man sieht, hierbei auf Bewährtes und alte Bekannte aus Batman-Zeiten - genau wie bei Komponist (und Deutschlandimport) Hans Zimmer (diesmal kommt nicht Nolans Stammkomponist David Julyan zum Einsatz, seine Art der Musik wäre wohl auch unpassend), der weiß Gott nicht ein Meister seines Faches ist (wenn auch einer der, wenn nicht gar der erfolgreichste Komponist Hollywoods). Tatsächlich ist seine Musik für "Inception" kein Geniestreich, wenn auch definitiv eine seiner besseren Arbeiten.

Ja, diese Geschichte um einen Traum in einem Traum, in dem ein Träumer träumend einen Traum träumend träumt (laut vielen Reviews ist es ebenso kompliziert) klingt vielverpsrechend, sieht vielversprechend aus und ist in vollem und ganzen vielversprechend.

Ich freue mich wie Sau auf den Kino-Besuch!