Samstag, August 08, 2015

Kurzreviews Juli/II/2015

Gestern bei rottentomatoes.com gewesen, das Tomatometer für "Fantastic Four" gesehen - und:

Sagte ich nicht, es könne kaum schlimmer werden als die JAlba-Filme?

Armer, armer Josh Trank.

Wie dem auch sei: hiermit präsentiere ich wiederum die 18 Filme und 3 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Juni seit der letzten Liste gesehen habe:

Serien-Staffeln
Veronica Mars (Season 1) (2004-2005) (7-7,5)
Rom (Season 1) (2005) (8-8,5)
Buffy - Im Bann der Dämonen (Season 2) (1997-1998) (7-7,5)

Filme
Evolution (2001)
Spaß bereitet der Film, wenn er seiner Idee und der bunten Vielfalt an Kreaturen Raum lässt. Das macht er leider zu selten, fokussiert anstelle dessen die lustig gemeinten Eskapaden von David Duchovny und den unerträglich verkrampft auf witziger Sidekick getrimmten Orlando Jones. Trotzdem, nur Gott weiß weshalb, mag ich den, läuft gut im Samstagnachmittagprogramm nebenher. Guilty Pleasure. (5)

Mystery Men (1999)
Noch ein Guilty Pleasure: eine sein Potential sicherlich kaum ausschöpfende Superheldenparodie und Außenseitergeschichte, die mit guten Darsteller und witzigen Ideen punkten kann. Mir gefallen speziell das Setting, das tief 90er-Atmosphäre atmet, sowie Geoffrey Rush und Greg Kinnear. (6)

Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug (1980)
Treffende Parodie auf den Flugzeug-Katastrophenfilm mit Gags in Sekundentakt, allen Orts versteckt in Bild und Ton. (7)

Hook (1991)
Ultra-schwülstiges Fantasy-Kostüm-Kitschfest von Steven Spielberg, dessen anschaulichen Kulissen und kreative Geschichte derart in Familiensülze ertränkt werden, dass man es kaum ertragen möchte. Wäre als das Musical, als das er ursprünglich gedacht war, vielleicht besser aufgehoben gewesen. (5)

Entity - Es gibt kein Entrinnen vor dem Unsichtbaren das uns verfolgt (1982)
Zu Beginn gewöhnungsbedürftiger Suspensefilm (nach einer wahren Geschichte, bla, bla) mit einem unsichtbaren, absolut bösartigen Eindringling. Die lange Laufzeit teilt sich in intensiv bedrohliche, äußerst bedrückende Momente der Hilflosigkeit einerseits, dramalastige andererseits, die Barbara Hershey Raum zur Portraitierung ihres Charakters geben. Ron Silver steuert ferner eine ernstzunehmende, weil glaubhafte wissenschaftliche, psychologische Perspektive bei. Definitiv interessant. (7)
Tränen der Sonne (2003)
Antoine Fuqua tut sein Bestes, einen Spagat zwischen spannender Verfolgungsjagd vor schöner Kulisse, Kriegsaction und Genozid-Zeigefinger zu realisieren, kommt dennoch nicht ohne aufrechte G.I.s, die schlussendlich das Richtige tun, stets auf ihre Vorgesetzten zählen können, und ambivalenzlos böse maximalpikmentierte Verfolger aus. Besonders mutlos: das Happy End. (4,5)

Minority Report (2002)
Steven Spielberg mogelt sich mit seiner sicherlich gelungen Hetzjagd mit hitchcock'schem Flair leider um den spannenden Grundgedanken und den ethischen Diskurs drum rum, liefert dafür solide Sci-Fi-Kost mit chic designter Zukunftsvision. (7)

Air Force One (1997)
So sagenhaft dumm-patriotisch, dass man ihn gar nicht ernst nehmen kann. Destillierter Pro-Amerika-Edel-Action-Trash. (Trash-Skala: 5)

Jurassic Park (1993)
Was soll ich sagen? Ich habe damals mit Dinos gespielt! Steven Spielbergs fantastische Saurier-Tour überzeugt heute noch, ist fantastisch inszeniert und in seiner Wirkung schlicht nicht reproduzierbar. (8,5)

Die Mädchen der Ginza (1960)
Mein erster Mikio Naruse. Steht Kenji Mizoguchis Werken hinsichtlich des pessimistischen Frauenbilds in nichts nach. Tatsächlich ist die Regie regelrecht zurückhaltend, unaufdringlich, verweigert die eine, alles bestimmende Katastrophe, die Keiko stürzen lässt, betont unverblümt die allgegenwärtige Unausweichlichkeit des gesellschaftlichen Käfigs, die allenenthalben selbst oder vor allem im Kleinen auftretenden Barrieren, die ein Entkommen unmöglich machen. Erschreckender Fatalismus ist die Konsequenz. Ganz starke Leistung von Hideko Takamine. (8,5)

Loriots Ödipussi (1988)
Typischer Loriot-Humor, Einzelsketche die mehr lose denn stimmig durch die Handlung beisammen gehalten werden. Loriot und Evelyn Hamann machen das natürlich toll, aber gegen mehr Katharina Brauren hätte ich nichts einzuwenden gehabt. (7)

Die Letzte Nacht der Titanic (1958)
Der Titanic den ihr gebührenden Rang der heimlichen Hauptdarstellerin zuzugestehen, lag James Cameron besser, er verlieh ihr die entsprechende cineastische Gravitas. Roy Ward Bakers Perspektive ist merklich nüchterner, beinahe dokumentarisch, das Schiff dient eher als Kulisse für die Vielzahl von Charakteren, aus denen höchstens Kenneth More hervorsticht. Was sich in den ersten 30 Minuten als zäh erweisen kann, trägt später, schließlich nimmt der Untergang der Titanic den Großteil der Laufzeit ein, bittere Früchte, wenn der schmerzliche, überzogene Melodramatik vermeidende Realismus in Verbindung mit dem nicht unkritischen Querschnitt durch alle gesellschaftlichen Klassen die tragische Katastrophe auf traurige, greifbare Weise Nahe bringt. (8)

Blau ist eine warme Farbe (2013)
Schwierig den Film losgelöst von den die Entstehung umkreisenden Debatten und Kontroversen zu betrachten. Zumal die Kritik an den recht expliziten Sexszenen nicht von der Hand zu weisen ist, sie bis zu einem gewissen Grad pornographischen Charakter aufweisen. Überhaupt schwankt der Regiestil oftmals zwischen sensibler Authentizität einerseits und aufdringlich erscheinendem Voyeurismus andererseits. Über jeden Zweifel erhaben sind die scheinbar unter extremem Bedingung erbrachten darstellerischen Leistungen von Adèle Exarchopoulos und Léa Seydoux, für die allein es sich lohnt, diese drei Stunden intensiven Dramas zu erleben. (7)

Naked Lunch (1991)
Hier muss ich passen, ich habe nichts gerafft, konnte allenfalls oberflächlich interpretieren oder vielleicht projizieren - jedoch diesen ultra-schrägen, wirren, hermetischen Drogen-Trip kann ich unmöglich einordnen - allerdings habe ich das Buch auch nicht gelesen. Liegt's vielleicht daran? (keine Bewertung)

Chihiros Reise ins Zauberland (2001)
Magisches, an Fantasie überbordendes Anime-Märchen, besinnlich, witzig und vielschichtig. Einfach wunderschön! (8,5)

Die Unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff (1982)
Natürlich nicht so gut wie der Vorgänger, witzig aber allemal, insbesondere der William Shatner-Cameo ist pures Gold wert. (6,5)

Die Falschspielerin (1941)
Vergnügliche Screwball-Komödie, die gekonnt mit Schein und Sein spielt. Und Barbara Stanwyck ist einfach unwiderstehlich-hinreißend. (7)

Sonicman (1979)
Trash-Gold, ein fleißig zusammengeklauter Superheldenmumpitz aus Spanien, voller urkomischer Szenen, variationsreicher Superheldenfähigkeiten und bahnbrechender Special Effects. Cameron Mitchell schießt als pseudo-philosophischer Bösewicht den Vogel ab. (Trash-Skala: 8)




















18 - 6,4 (115,5)

Kommentare:

Flo Lieb hat gesagt…

Hab den Hype um Veronica Mars nie verstanden, fand die Serie im ersten Jahr durchschnittlich, die beiden Folgestaffeln waren qualitativ jeweils nochmals ein Rückschritt. Buffy hab ich auch seit der sehr schlechten zweiten Folge der 1. Staffel nicht mehr weiterverfolgt, auch hier wird mir die Fanbase nicht ersichtlich.

Hook mag ich dagegen sehr. Vermutlich Spielbergs meist unterschätztes Meisterwerk.

Und jetzt hau ich ab, ehe die Steinigung beginnt :-)

Okami Itto hat gesagt…

Huch, bin ich denn so schlimm? ;-)

Hypes - dieser Doppelgänger der Begabung, betrügen die Kunst! ;-)
Ich halte nichts von Hypes, in den meisten Fällen haben die nichts mit der Qualität des eigentlichen Gegenstands, um den sie kreisen, zu tun (etwa "Breaking Bad"). Aber, im Versuch Dir die Auffassung eines nicht-ganz-Fans, zumindest jedoch interessierten Verfolgers näherzubringen, sage ich ein, zwei Worte zu "Buffy" und "Veronica Mars" - die wohlgemerkt nicht als Überzeugungsarbeit zu verstehen sind, sondern allein dazu dienen sollen, meinen Standpunkt im Rahmen etwas zu verdeutlichen.

"Buffy" war für mich und in meinem Freundeskreis zur Schulzeit stets (unbegründet) verpönt, hatte den Ruf als Mädchen-Serie. Somit hat es Jahre gebraucht, bei mir Interesse für die Serie zu wecken ("Firefly" hatte einen nicht unwesentlichen Anteil daran). Die ersten Folgen sind in der Tat schwach, ein Umstand, den sie sich indes mit den meisten Serien teilt, was außerdem rasch überwunden ist. Dann lernt man Buffys Freundeskreis mit allen Stärken und Schwächen schnell zu schätzen und zu lieben, ebenso wie die Verknüpfung von Fantasy und alltäglicher Teenie-Not, die mal subtil, mal überdeutlich ausfällt, meistens jedenfalls gelungen ist. Insgesamt kreierte Joss Whedon eine tolle, vorbildhafte Mixtur aus Fantasy-, Action-, Humor- und dramatischen Elementen, ohne dabei seine Charaktere aus dem Blickfeld zu verlieren und ihre Leiden stets ernst nahm. Das war damals zweifelsohne eine große Sache, bot viel Identifikationsfläche, weswegen ich den Hype durchaus verstehen kann (und ich bin gerade mal bei der dritten Staffel).

"Veronica Mars" ist ähnlich, gerade hinsichtlich der starken weiblichen Hauptfigur, jedoch schwieriger, da mit Vorliebe ambivalent, weniger in einer fantastischen und bestimmter in der "wirklichen" Welt verortet. Die Situationen und Kriminalfälle spielen sich oftmals in ethischen und moralischen Grauzonen ab, reflektieren mehr die Zwiespältigkeit der menschlichen Natur, so dass es für den Zuschauer viele Male heißt, sich auch damit auseinanderzusetzen. Das Rob Thomas dennoch einen vergleichbaren beschwingten, wie stimmigen Mix aus Ernst und Leichtigkeit pflegt, bewahrt "Veronica Mars" einen gehörigen Grad an Zugänglichkeit, ohne sich zu Ungunsten mancher Elemente in Hinsicht auf ein leicht zu definierendes Zielpublikum einschränken zu müssen.

Wie dem auch sei: in beiden Fällen kann ich die Fanbase mindestens verstehen, die Gegenposition trotzdem nicht minder. Wenn man kein Faible für die Art und Weise dieser Serien hat, dann wird man mit Sicherheit nicht glücklich damit.

Und "Hook": fand ich als Kind super, finde ich heute noch sympathisch und wo Spielberg drauf steht, ist selbstredend Spielberg drin. Nur fand ich, dass er hier nur die eine Note spielt und die heißt: Familienkitsch, Familienkitsch, Familienkitsch. Und das ist einfach nicht meins.