Mittwoch, Februar 01, 2017

Kurzreviews Dezember/2016

Oh weh, das nenne ich eine üble Verspätung. Weihnachten war stressig, alles, was mich nebenbei noch beschäftigte nicht minder, weswegen ich erst heute dazu gekommen bin, die Reviewliste für Dezember fertigzustellen - im Februar. Ja, ja, ja, ich weiß was sie jetzt denken: so lange, wie ich für diese Liste gebraucht habe, lassen die meisten Leute ihren Weihnachtsbaum nicht stehen (außer meiner Patentante und das ist kein schlechter Witz, sondern die Wahrheit), immerhin ist die letzte Liste von wann, November? Und bereits diese war kam am 7. Dezember mit einer Woche Verspätung. Nichtsdestotrotz habe ich es endlich fertiggebracht, die Dezemberausgabe zu Ende zu bringen und möchte sie gerne veröffentlichen, um das wahrhaft schreckliche Jahr 2016 end-, end-, endlich hinter mich zu bringen und abzuschießen, meine -zuschließen.
Da ich mich wenig um meinen Blog gekümmert habe, werde ich dieses Jahr zudem wahrscheinlich kein Wort zu den Oscars verlieren. Jedoch ein Blick auf die Nominierungen dieses Jahres genügt, um festzustellen, dass sie dem nichtssagenden Filmjahr 2016 entsprechend langweilig ausgefallen sind. Weitere Kommentare sind im Grunde genommen überflüssig.

Bevor ich somit zur eigentlichen Liste komme, möchte ich noch ein, zwei kleine formale Änderungen erwähnen, die ich künftig ab 2017 anwenden werde:
Nummer 1 betrifft den bereits in der Oktober/II/2016-Liste eingeführten Umgang mit Verlinkungen zu Reviews aus älteren Reviewlisten Filme betreffend, zu denen mir nichts neues zu sagen mehr einfallen will oder kann (in dieser Liste: "Der Mann mit dem goldenen Colt"). Bei "Coraline" habe ich es noch gehandhabt, dass eine Veränderung der Wertungen mit dem Vermerk "Neuer Wertung" unter dem Link selbst notiert ist. Künftig wird die neue Wertung beim alten Review zu finden sein, mit der alten Wertung als kleine Zahl danebenstehend (Beispiel "Coraline": (98,5)).
Nummer 2 betrifft die Titel von Filmen und Serien, genauer deren Original-Titel, die ich ab dieser Liste in eckigen Klammern hinter dem deutschen Titeln hinzufügen werde (ich hadere noch mit mir selber, ob ich das rückwirkend für ältere Listen durchsetze). Das grundlegende Schema bleibt bestehen: deutsche Titel entnehme ich der OFDB, Original-Titel der IMDB. Ein Spezialfall fällt bei asiatischen Filmen an: den Original-Titel entnehme ich bei diesen ebenso der IMDB, ergänze indes die entsprechende Schriftweise des Originallandes (etwa Kanji bei japanischen, Hanzi bei chinesischen Produktionen) und in runden Klammern den geläufigen englischen Titel (Beispiele finden sich in dieser Liste). Deutsche Alternativtitel nenne ich nach wie vor mit einem aka "xy" vor dem regulären Review.

Weil die Dezemberlist sich so schlimm verspätet hat, kommen übrigens die gesamte Januar-Liste erst am 15.2. 25.2. und die gesamte Februar-Liste am 1.3 3.3.

Und somit präsentiere ich endlich wiederrum die 23 Filme und 5 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Dezember gesehen habe:


Serien-Staffeln
Seinfeld (Season 9) (1997-1998) - (6-7)
Children of Dune (2003) - (7-7,5)
Black Books (Series 1-3) (2000, 2002, 2004) (6,5-7,5)

Filme
Hellboy - Die goldene Armee [Hellboy II: The Golden Army] (2008)
Wie bereits erwähnt: nochmal eine Steigerung gegenüber dem bereits tollen Vorgänger. Wir kennen Hellboy und seinen Freundeskreis inzwischen gut genug (ein John Meyers, der uns an die Hand nimmt, ist nicht mehr von Nöten), ihre Marotten, Vorzüge und Makel. Folglich kann Guillermo del Toro den Teufel befreit von der Leine lassen, taucht genüsslich in dessen Welt ein, schildert ihn und seine Mitstreiter als liebenswerte Außenseiter, die mit ihrem Schicksal und ihrer Rolle in der Welt merklich hadern. Stimmungstechnisch geht er einen etwas anderen Weg als der Vorgänger oder die Comics, platziert Ron Perlman (erwähnte ich schon, dass man nicht besser casten konnte?) & Co. in einer stimmungsvollen, reich bevölkerten Fantasywelt, die parallel zur der der Menschen existiert, verleiht ihr darüber hinaus einen melancholischen Glanz von vergangener Schönheit und Ehrfurcht. Es ist eine glaubhafte Bühne auf der die Charaktere miteinander agieren, teils eine tragische Dimension bekommen, sogar der Antagonist Prinz Nuada besitzt mehr Facetten anstatt ausschließlich die des bösen Widersachers. Und gerade das ist es, was den Film, auch jenseits des massiven Aufwands, der hinter den sagenhaften, detaillierten, fantastischen Kostümen, Kulissen und Kreaturen steckt, so wunder-, wunderschön macht, weil er seine Charaktere und ihre Probleme ernst nimmt, ihnen Tiefe (im Rahmen des Möglichen) verleiht, sie sich entwickeln lässt und dies zum dominierenden Element macht, ohne den Fantasy-Abenteuer-Teil darunter leiden zu lassen.
Wenn man will, mag man kritisieren, dass del Toro eine ganze Menge Material in den Film gestopft hat, an manchen Sachen vorbeizurasen scheint, oft an der Grenze schrammt, die Kontrolle über dieses sagenhafte Fantasy-Füllhorn zu verlieren. Gleichwohl (in meinen Augen) hat er die Kontrolle gewahrt, sich nicht hinreißen lassen und einen großartigen, großartigen Fantasyfilm mit tollen, bezaubernd-charmanten Charakteren, mit so viel Herz und Wärme, Tragik und Melancholie, charakterlicher Tiefe und Spektakel geschaffen, dass es unwahrscheinlich erscheint, dass das alles unter einen Hut zu bekommen gewesen war. Allerspätestens in der Szene, wenn Hellboy und Abe in der Bibliothek sitzen, über die Damen ihres Herzens lamentieren, dazu Bier trinken und "I can't smile without you" zum Besten geben, muss man einfach sein Herz an den Film verlieren - es sei denn, man hat keins. Schön, dass es sowas gibt. (9)

Okami - Die tätowierte Killerin [子連れ狼 親の心子の心 Kozure Ôkami: Oya no kokoro ko no kokoro (Lone Wolf and Cub: Baby Cart in Peril)] (1972)
Beim dritten Teil der Reihe wurde mir noch bewusst, wie sehr sich Geschmack mit der Zeit verändern kann. Der vierte hat mir nun vor Augen geführt, wie geringfügig sich Geschmack mit der Zeit verändern kann - manchmal lehrt sie einen bloß sich selbst besser zu verstehen. Ich finde ihn unvermindert misslungen, die Geschichte der tätowierten Killerin, in Koike Kazuos Manga eine der beklagenswertesten Figuren und tragischsten Erzählungen, vermögen Drehbuch und Regisseur Saito Buichi, der Misumi Kenji ablöst, nicht in adäquaten Worten und Bildern einzufangen, Azumia Michis Rachefeldzug entwickelt bei weitem nicht die Dramatik ihres Pendants im Manga. Ähnlich wie der Subplot um Yagyu Ganbei wirkt sie zu beiläufig, zu desinteressiert vorgebracht. Hinzu kommt, dass die obligatorische, frei hinzugedichtete finale Massenschlacht weiteren Schaden anrichtet, einen plumpen, viel zu actionbetonten Nachklapp liefert, der innopportun von der stillen, nachdenklichen Traurigkeit, die Oyukis Schicksal erzeugen sollte, ablenkt, ihn regelrecht negiert. Schade drum. (6)

Traitor (2008)
Mit Terrorismus-Thrillern kann man mich jagen, "Traitor" hat mir wider Erwarten ganz gut gefallen. In erster Linie dem Action-Thriller verhaftet, versucht Jeffrey Nachmanoff allerwenigstens, kein eindimensionales, simplifizierendes Bild des prekären Themas und der Beteiligten zu zeichnen. Ohne Frage liegen die Sympathien mehr auf der Seite der Behörden, es ist und bleibt schließlich ein amerikanischer Film. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings nicht, dass sie in einem durchgängig positiven Licht erscheinen, ebenso wenig wie die Terroristen apodiktisch wie verklärte Fanatiker und misanthropische Monster umrissen werden. Die Verfolger verdienen Kritik, den Verfolgten wird, bei aller Ablehnung und Verurteilung ihrer verabscheuenswürdigen Taten, als Menschen gerecht zu werden versucht: manche manipulieren ihre Soldaten, instrumentalisieren die Religion, andere glauben unverfälscht an die Rechtschaffenheit ihrer Taten, politisch, wie religiös, sind obendrein nicht unsympathische Zeitgenossen, wieder andere stellen sich als verzweifelte, desorientierte und hilflose Opfer heraus, die für eine Sache eingespannt werden, die sie nicht gänzlich verstehen. Don Cheadle in der Rolle des eponymen Verräter in mannigfaltiger Hinsicht steht zwischen allen Fronten, nimmt gleichermaßen eine Vermittlerposition zwischen den Parteien, sowie die Funktion eines emblematischen Punkts, an dem alle Konfliktherde psychisch und moralisch zerren, ein. Gewiss bleibt der Film seinem Genre-Naturell verpflichtet, eine tiefgehende, kontemplative Auseinandersetzung mit dem Thema findet nicht statt, es fehlt der Mut dahin zu gehen, wo es wirklich weh tut und auf political correctness zu verzichten. Nichtsdestotrotz ein guter Ansatz. (harsche Wertung: 6,5)

Sharknado 4: The 4th Awakens (2016)
Wie beim dritten Teil richtig erkannt, war das der vorläufige Höhepunkt des Asylum-Trash-Outputs, Nr. 4 kann trotz des temporeichen Las Vegas-Beginns nicht mehr bieten, wird schnell langweilig, beliebig, wirkt von seiner Idee selbst ermüdet. Ein, zwei Szenen amüsieren, ansonsten sollte das bitte endlich den Schlusspunkt darstellen. (Trash-Skala: 4)

Lost in Translation (2003)
Sah ich das erste Mal auf dem Höhepunkt meiner "The Lord of the Rings"-Manie und weil es sowas gänzlich anderes war, konnte mich Sofia Coppolas kleine, feine Charakterstudie seinerzeit gehörig umhauen. Die gleiche Begeisterung löst er heute bei mir nicht mehr aus, nach wie vor halte ich ihn für ein gelungenes Porträt zweier im Leben gestrandeter Seelen, zeitlich betrachtet an unterschiedlichen Punkten ihres Seins, ungeachtet dessen innerlich miteinander zutiefst vertraut und verwandt. Um diese Verlorenheit zu symbolisieren, konnte Coppola, zumindest für die "westliche" Perspektive, keinen besseren Handlungsort wie Tokio wählen, der selbst auf unvoreingenommene Zuschauer wie eine schräge, nicht allein sprachlich unmöglich zu verstehende Welt wirken muss, in der man sich ebenso fehl am Platze fühlt wie die beiden Protagonisten. Was den Film hingegen wirklich hervorstechen lässt sind die Schauspielleistungen von Bill Murray und Scarlett Johansson, wunderbar zurückhaltend und doch voller Aussagekraft, sie machen vor allem anderen den Film bis heute sehenswert. (8)
Wenn die tollen Tanten kommen (1970)
Unfassbar unlustige deutsche Chauvi-Komödiengrütze, prall gefüllt mit grässlichen Schlagernummern, um die bereits knappe, miserabel ausgefüllte Geschichte, wenn man es so nennen möchte, auf Filmlaufzeit zu strecken. War damals ein Kinohit? Passt. Armes Deutschland. (1)

Okami - Der weiße Pfad der Hölle [子連れ狼 冥府魔道 Kozure Ôkami: Meifumadô (Lone Wolf and Cub: Baby Cart in the Land of Demons)] (1973)
Für den vorletzten Teil kehrt Misumi Kenji, der maßgeblichen Anteil daran hatte, die Reihe groß zu machen, zum vierten und letzten Mal auf den Regiestuhl zurück, erzählt eine relativ verworrene, wenigstens aber das Interesse haltende und konzentrierte Geschichte, die Actionszenen versucht er durch ungewöhnliche Kadrierungen zu variieren, welche die Schwertkämpfe bisweilen an den Rand des Geschehens weichen lassen. Im Großen Finale führt er die vielfältigen, verschiedenste Interessen umfassenden Erzählstränge zufriedenstellend zusammen und bietet einen spektakulären, wie drastisch-konsequentem Endpunkt. (8)

Iron Tiger [方世玉續集 Fong sai yuk 2] (1993)
Im Unkenntnis des Erstlings: typischer Kung-Fu-Klamauk der 90er-Jahre, der seine Albernheiten hauptsächlich im Spannungsfeld der Geschlechter, Mann und Frau, Mutter und Sohn, Gatte und Gattin zuzüglich Nebenfrau, situiert findet, garniert mit Kung-Fu-Slapstick, patriotischem Pathos und hysterischen Frauchen, die samt und sonders Jet Lis Charme kaum widerstehen können, von Corey Yuen gewohnt rasant und mit viel Wire-Fu gestaltet. (6)

Total Risk [鼠膽龍威 Shu dan long wei (Meltdown)] (1995)
aka "High Risk". Wong Jing realisiert mit sicherer Hand einen "Die Hard"-Epigonen, den er auf HK-Art um einige explosive Action-Elemente erweitert, von denen John McClane bloß träumen kann. Bevor es zur das Konzept determinierenden Geiselnahme und Einzelkämpferausgangslage kommt, insofern abweichend, dass sich Jet Li mitsamt Entourage inklusive kreischenden Weibchen der Terroristen zu erwehren hat, gönnt Wong den Figuren einen ausgedehnten Vorlauf, stellt die Protagonisten ausführlich vor, formuliert Jet Lis tragische Vorgeschichte mit Kelvin Wong aus. Besonderen Fokus legt er auf Jacky Cheungs hanswurstige Parodie des repräsentativen HK-Kung-Fu-Stars Marke Bruce Lee oder Jackie Chan mit Star-Allüren, was, neben des offensichtlichen platten Comic Relief, zunächst als flamboyante Kontrastfigur zum besonnen agierenden Helden seinen Zweck erfüllt, im Grunde genommen Lis Kit Li überhaupt erst definiert, später jedoch unüberlegterweise zu sehr in den Mittelpunkt rückt, Raum für unzählige affige Slapstickeinlagen macht (gefühlt hat er mehr Laufzeit als Li). Im Ganzen geizt der Film nicht mit HK-gewohnten Humoreinlagen, welche die Action laufend unterbrechen. Wie Wong die verschiedenen Teile mischt, Albernheiten, Action und Ernst wie selbstverständliche Teile des Ganzen nebeneinander stehen lässt, das ergibt einen prächtigen, temporeichen Cocktail, wie er so einzig in HK möglich erscheint. (7)

Jack Frost - Der eiskalte Killer [Jack Frost] (1997)
Anti-Weihnachten! Absurder, billig runtergekurbelter Horror-Mumpitz mit schlecht getrickstem, vermutlich witzig-gemeintem Killer, selbst für Trash-Fans langweilig. (Trash-Skala: 2)

Die Truman Show [The Truman Show] (1998)
Die Prämisse birgt Potenzial für Missverständnisse und falsche Erwartungen, derjenige, der dachte eine ätzende Abrechnung mit dem Konzept des Reality-TV zu sehen bekommen, muss sich auf eine Enttäuschung gefasst machen. Peter Weir präsentiert uns keine ausgemachte Medien-Satire, obzwar er an Seitenhieben nicht spart, sondern eine tragikomische Auseinandersetzung mit Existenzialismus, Determinismus, freiem Willen, Gesellschaft und Individuum, sowie religiösen Implikationen, arrangiert um Jim Carreys Everyman und Ed Harris Künstler mit Gott-Komplex. Mehr entkrampft nachdenklich denn amüsant. (8)

Gremlins - Kleine Monster [Gremlins] (1984)
Anti-Weihnachten! Alle Jahre wieder sind Gizmo und seine teuflisch-chaotische, trotzdem liebenswerte Brut, ihr anarchischer Unsinn, mit dem sie diesen Mikrokosmos amerikanischen Vorstadttums heimsuchen und auf den Kopf stellen, dessen urigen Einwohner und natürlich Joe Dantes stimmiger, detailtiefer Regie-Stil ein höllischer Spaß. Einer meiner Lieblinge. (9)

Okami - Blutiger Schnee [子連れ狼 地獄へ行くぞ!大五郎 Kozure Okami: Jigoku e ikuzo! Daigorô (Lone Wolf and Cub: White Heaven in Hell)] (1974)
Der sechste Teil bildet den Abschluss der Kinofilmreihe, bedauerlicherweise ohne sie tatsächlich abzuschließen. Unter Kuroda Yoshiyukis Regie schlägt der Beitrag zudem eine absonderliche Richtung ein, entfernt sich vom Gefühl her am weitesten vom Manga, der plötzliche Hang zum Fantasy-Horror kommt einem deutlichem Bruch zum Samurai-Tropus gleich, zumal die Fünf-Räder-Technik der Yagyu gänzlich aus dem Kontext gerissen bis auf den blanken Effekt seinen Sinn verliert. Wie insgesamt der ausgeprägte Hang zum etwas trashigen, actionlastigen B-Movie schwer ignorierbar ist. Es bleiben allerwenigstens der gelungene Teil mit Yagyu Kaori (der Ersatz für Sayaka) und das aberwitzige Finale im Schnee, in dem sich Wakayama Tomisaburo im mit Skiern und MG bewehrten Kinderwagen und Katana in der Hand einer Ninja-Streitmacht erwehrt, die ihn ihrerseits auf Skiern akrobatisch attackiert, während Ôki Minoru Artillerie-Sperrfeuer aus seinem Kanonenschlitten bereitstellt. Einen irrsinnigeren und bombastischeren Schluss hätten man sich nicht wünschen können. (7)

Tatis Schützenfest [Jour de fête] (1948)
Ja, es ist ein Klassiker der französischen Komödie und das spielerische, unerschöpfliche Ideenreichtum, das Tati mit seinem Fahrrad zur Ausführung seiner komödiantischen Eskapaden an den Tag legt, ist schon ziemlich toll. Weswegen es mir umso schwerer fällt auszudrücken, warum mich sein "Schützenfest" höchstens leidlich amüsiert hat. Möglicherweise fehlt mir das Faible für das beschauliche Leben dieser Art einer französischen Dorfgemeinschaft. Hängt nicht mein Herz dran. (6,5)

Stirb langsam [Die Hard] (1988)
Anti-Weihnachten! Kann man nicht viel zu sagen, ist und bleibt einer der besten Actionfilme, die je gemacht wurden. (10)

We Are Still Here - Haus des Grauens [We Are Still Here] (2015)
Die Ausgangslage ist vielversprechend: ein trauerndes Paar, ein unheimliches Haus einschließlich dunkler Vergangenheit, die sich insbesondere im lichtscheuen Keller geisterhaft manifestiert, eine verschworene Dorfgemeinde, alles vor einer 70er-Jahre-Kulisse - Ted Geoghegan hat einen beträchtlichen, in alle Richtungen austeilenden Mischmasch fabriziert, dem er zu allem Überfluss um eine Wahrsagerin und Seancen bereichert. Mit all diesen Elementen ist er freilich merklich über das Ziel hinausgeschossen, was sich am auffälligsten in der cheesigen sektengleichen örtlichen Bevölkerung niederschlägt, sowie im blutigen Finale, das in seinem chaotischen Gemetzel nur noch ulkig ist. Sollte das eigentlich eine Komödie/Parodie sein? (6)

Ein Held auf Rollerblades [Search for the Jewel of Polaris: Mysterious Museum] (1999)
aka "Mysterious Museum - Rollerblade Knights". Für einen günstig produzierten, kindgerechten TV-Fantasyfilm mit Trash-Neigung fand ich den ganz in Ordnung und sympathisch. Blöd, ja, aber ich kann und will ihm nicht böse sein. (5)

Herkules [Hercules] (1983)
Ach, an den habe ich seinerzeit mein Trash-Herz verloren, ihm bedenkenlos die Trash-Königswürde erteilt. Er ist und bleibt toll, ein würdiger Souverän, im Grunde genommen nicht allein als Trash-Film, sondern als Fantasyfilm an sich. Wie könnte man diese wilde, kunterbunte, traumgleiche Verarbeitung griechischer Sagen nicht lieben? (Trash-Skala: 10)

Ein Königreich vor unserer Zeit I [Wizards of the Lost Kingdom] (1985)
Und nun zum kompletten Gegenteil: nichts anderes als inkohärenter, zum Schießen komischer Fantasy-Trash ohne Budget. Ich sage nur: KUSCHELCHEWBACCA. (Trash-Skala: 7)

James Bond 007 - Der Mann mit dem goldenen Colt [The Man with the Golden Gun] (1974)

Die Tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten [Those Magnificent Men in Their Flying Machines or How I Flew from London to Paris in 25 hours 11 minutes] (1965)
Die verschiedensten Klischeegeburten der jeweiligen Länder und ihre Darsteller miteinander interagieren, konkurrieren und sich untereinander frotzeln zu sehen, das ist herrlich. Dass das eigentliche Flugrennen der geschürten Erwartung nicht ganz standhalten kann, ist angesichts der fabelhaften Flugmaschinen und staunenswerten Kameraarbeit mehr als verschmerzbar. (7,5)

Die Rache des Ungeheuers [Revenge of the Creature] (1955)
Der Gil-Man wird seiner natürliche Umgebung entrissen und im Zoo eingesperrt. Leider schweift die Handlung davon zu sehr ab in Richtung John Agar und (zweifachen) Love Interest Lori Nelson, zu weit weg von der Interaktion mit dem "Monster", wodurch sich bis zum großen Ausbruch und der anschließenden Jagd Längen einstellen und selbst dann will keine richtige Fahrt aufkommen. Sicher, es ist ein B-Monster-Movie, das war das Original allerdings auch und verstand es deutlich mehr in seiner knappen Prämisse unterbringen können. (6)

Santa Claus (1959)
Kann man das einen Anti-Weihnachtsfilm nennen? OK, Santa Claus spielt die Hauptrolle - wie genau seine Horde von Kinderarbeitern (deren Darsteller zu grauenhaft miserablen Gesangseinlagen und von ihren Eltern offensichtlich unter Androhung von Prügelstrafen auf das Set gezwungen wurden), sein High-Tech-Fairy-NSA-Labor, Merlin als magischer Q, sowie zu allem Überfluss der Teufel, der seinen unfähigsten Handlanger entsendet, Santas Weihnachtstour gründlich zu sabotieren (nebenbei ein arbiträr ausgewähltes Mädchen zum Diebstahl, ein ebenso zufällig erwähltes Rowdy-Trio zu allerlei Schabernack zu nötigen) sich in dieses unfassbare Gesamttrashwerk fügen... nun, diesen Wahnsinn sollte jeder für sich selber erfahren. Unter Vorwarnungen! (Trash-Skala: 7)











































23 - 6,7 (153,5)

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