Dienstag, Juni 28, 2011

Sean Penn als Goth...

Das ist reichlich bizarr und liest man man den Plot etwas abstrahiert oder arg komprimiert klingt das auch so:
Sean Penn spielt in "This Must Be The Place" den alternden Gothic-Rockstar Cheyenne, der den Nazi verfolgt, welcher seinen Vater in Auschwitz gefoltert hat. Im Grunde ist das allerdings eine Geschichte von Versöhnung und Selbstfindung (!), selbst wenn Sean Penn als Goth geschminkt auf dem Poster wie eine Parodie auf Bill Kaulitz aussschaut... klingt nach Problemfilm.

Sonntag, Juni 26, 2011

Killer Elite

Uuuuh, das sieht geil aus! Das Lied der Scorpions überhöre ich einfach mal, angesichts der Kombination von Jason Statham, Clive Owen und Robert De Niro in einem augenscheinlich wunderbaren und etwas altmodischem Auftragskiller-Action-Thriller. Man ist gespannt!

Freitag, Juni 24, 2011

The Troll Hunter Strikes Back

???

Mittwoch, Juni 22, 2011

Nachschlag No. 3: Conan, the Red Band Trailered

Jason Momoa ist definitiv kein Ersatz für Schwarzenegger:

Montag, Juni 20, 2011

Hitman Absolution

Ich freu mich drauf!

Samstag, Juni 18, 2011

The Imperial Alpaca March

Ich steh ja aus irgendeinem unerklärlichen Grund auf Lamas und Alpacas...

Mittwoch, Juni 15, 2011

Kurzreviews Juni/I/2011

Hiermit präsentiere ich wiederum die 7 Filme (ausgeschlossen Serien und Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe), die ich bisher im Monat Mai gesehen habe:

Project A (1983)
aka "Der Superfighter". Jackie Chan, Sammo Hung, Yuen Biao und Piraten. EPIC! (9/10)The Expendables (2010)
Die Crème de la Crème des Actionfilms vereint unter der Leitung Sylvester Stallones. Explosive Action und ausreichend 80er-Flair lassen einen die unübersichtliche Kamera und den Stakkato-Schnitt erdulden. Netter Action-Spaß. (7/10 auf einer B-Action-Skala)

Alarmstufe: Rot (1992)
"Die Hard"-Epigone durch und durch, hier in der Steven Seagal-Variante. Dafür auf beachtlichem Niveau, zwar ohne clevere Wendungen, doch mit guter Action und dank Tommy Lee Jones und Gary Busey einprägsamen Bösewichter. (7/10 auf einer B-Action-Skala)

Die Unglaublichen - The Incredibles (2004)
Spaßiger Mix aus Superheldenparodie, Agentenhommage und mit den üblichen Familienelementen, vielleicht etwas actionlastig, doch bunt, witzig und unglaublich unterhaltsam. (7,5/10)

Mit teuflischen Grüßen (1967)
Walzt seine Prämisse unnötig aus und präsentiert jede neue Enthüllung zu beiläufig, wiederholt sich zudem. Wäre als Kurzfilm gewiss effektiv. (5/10)

Death Race (2008)
Paul W.S. Anderson versaut es mal wieder: die an Videospiele erinnernd inszenierten Rennszenen werden nach dem unterhaltsamen ersten mal ermüdend repetitiv, abseits der Strecke wird es ebenso mies wie vorhersehbar. Jason Statham kann nicht alles mit seinem Charisma retten, schon gar nicht wenn Anderson versucht, seine Mario-Kart-Komplexe zu bewältigen. (3,5/10)

Rette deine Haut, Killer (1981)
Ganze miese Musik für einen eigentlich sehr unterhaltsamen Krimithriller, der mit der Gewalt nicht gerade zimperlich nimmt. Besonders Alain Delons (synchronisierte) Oneliner sind unterhaltsam. (6,5/10)






7 - 6,5 (45,5)

Sonntag, Juni 12, 2011

Nachschlag No. 2: The Dark Chocolate Rises

Noch ein kleiner Nachschlag, diesmal zu "Batdog". Diese im comiclook gehaltene Storybookseite von "The Dark Knight Rises" enthüllt eine neue, interessante psychologische Abneigung Batmans gegen eine gewisse, süßliche Substanz. Wie das wohl in den Film integriert wird?

Samstag, Juni 11, 2011

Nachschlag No. 1: Tintin at the Mountains of Madness

Ein kleiner Nachschlag und Wunschtraum zu meinem etwas komplexeren "Tintin"-Beitrag:

Donnerstag, Juni 09, 2011

Haie in 3D... und im Supermarkt

Demnächst steht ein schöner Filmarathon an. Wie könnte ich ein solches Sammelsorium des Trashs auch ignorieren?
Den Anfang macht David R. Ellis "Piranha 3D"-Epigone "Shark Night 3D", der eine Inhaltsbeschreibung nicht allein dank des Trailer wohl erübrigt...

Aus Australien unter der Regie von Russell Mulcahy kommt "Bait 3D", ein Filmchen, dem der Trash-Oscar für seine Geschichte gebührt: Haie in einem Supermarkt! Bedarf es überhaupt noch weiterer Worten?

Bait 3D trailer von FilmBoy-gr
Diesen Cocktail reichere ich dann noch am besten mit "Sharktopus", sowie "Mega Shark vs. Giant Octopus" und dessen Sequel (!) "Mega Shark vs Crocosaurus" an, dann fehlt es mir an nichts mehr für einen schönen Trashfilm-Abend...

Dienstag, Juni 07, 2011

Zwei Gründe gegen Conan

Zwei Gründe, warum das "Conan"-Remake nicht funktionieren kann:Wie könnte Tyler Bates schon das hier schlagen?

Und Schwarzenegger? Nun ja, siehe dazu hier...
Erwähnte ich zudem den Regie-Rohrkrepierer Marcus Nispel? Hoffentlich täusche ich mich...

Sonntag, Juni 05, 2011

Hollywoods goldenes Zeitalter der Ideen

Es sieht ganz so aus als wäre die Qualitative Flaute in Hollywood vorbei. Nach Remakes, Reboots, Reimaginations, Pre- und Sequälereien hat man endlich wieder den Weg zu eigenen, originären Ideen gefunden. Mit Filmen wie "Hangover II", "Cars 2", "Kung Fu Panda 2", "Alvin And The Chipmunks 3", "Transformers 3", "Sherlock Holmes 2", "Johnny English Reborn", "Piranhas 3D 2" und "Paranormal Activity 3" kehrt Hollywood endlich zu den glorreichen Zeiten der Kreativität zurück.Exemplarische für diese Phase lässt sich das Remake von Brian De Palmas Stephen King-Adaption "Carrie" herauspicken, dass vom Autor des Spider-Man-Musicals Roberto Aguirre-Sacasa in Szene gesetzt wird und näher an der Vorlage sein soll. Letztere Aussage deutet eine neues Trendsetting an, denn, wie jemand andernorts schon bemerkte, "näher an der Vorlage" verspricht das neue "grittier, darker and more realistic" zu werden. In diesem Projekt steckt soviel überraschendes!Ein orgastischer Ausbruch von Originalität stellt die Umsetzung von William Gibsons Cyberpunk-Standardwerk "Neuromancer" dar, die ab 2012 gedreht werden soll (die Arbeit an den Spezialeffekten hat wohl bereits begonnen... wird hier bereits der Schwerpunkt der Verfilmung deutlich?). Drehbuch und Regie in Personalunion übernimmt Vincenzo Natali ("Cube", "Cypher", "Splice").Und auch ein vernünftiges Biopic ist wieder dringend von Nöten. Seid unbesorgt, Hollywood hat unsere Rufe erhört! Niemand geringerem als Evel Knievel, dem legendärem Stuntman, wird die Ehre durch Ric Roman Waugh, selbst erfahrener Stuntman, erwiesen. Er beabsichtigt, die Biographie "The High-Flying Life of Evel Knievel: American Showman, Daredevil, and Legend" von Leigh Montville zu verfilmen und neben den berühmten Stunts das Leben eines verrückten Hunds auf die große Leinwand zu bringen.Große Erwartungen also, die Hollywood bei uns hervorruft. Man ist gespannt, ob man diese außerordentliche Kreativität auch die nächsten Jahre beibehalten kann...

Mittwoch, Juni 01, 2011

Kurzreviews Mai/II/2011

Hiermit präsentiere ich wiederum die 22 Filme (ausgeschlossen Serien und Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe), die ich im Monat Mai seit der letzten Liste gesehen habe:

Ginger Snaps - Das Biest in Dir (2000)
Werwölfe und Menstruation, die erste. Recht einfallsreiche Werfolf-/Coming-of-Age-Kombination, vor allem anfangs dank seines schwarzen Humors spaßig, während es gegen Ende wieder konventioneller wird. (6,5/10)
Ong Bak 2 (2008)
Zuerst gehypt, dann verdammt: inexistente Geschichte, miese Inszenierung, sprunghafte Erzählung und einiges an unsinnigen Szenen. Erst gegen Ende gibts bemerkenswerte Martial-Arts-Fights, dank des fehlenden Films natürlich gänzlich undramatisch. (3/10)

The Assassin (1993)
Ich brauchte meine Zeit, um mich an den wieder zu wagen: die Geschichte ist nicht sonderlich einfallsreich, wenn auch unterhaltsam, jedoch die Inszenierung ist gewöhnunsbedürftig und bisweilen alles andere als gelungen. Die Schwertkämpfe überzeugen jedoch. (6/10)

Fast & Furious Five (2011)
Genau so dumm, prollig und vorhersehbar, wie man es erwarten würde, klaut einiges zusammen und ist in "Frying the Coke"-Hinsicht nah an "Bad Boys 2". Im Grunde eine einzige Fremdschäm-Angelegenheit, doch Menschen, die ein Faible für schnelle Autos, hübsche Frauen und Chauvi-Testosteron-Stiernackenkämpfe haben, werden ihren Spaß schon haben. (5/10)

Ich - Die Nummer eins (1973)
Ein bisschen Ost-/West-Spionage und ganz viel Paranoia, das Gefühl der Bedrohung von allen Seiten gut vermittelt, letztendlich allerdings irgendwie Hitchcock-Epigone. (6/10)

Gremlins - Kleine Monster (1984)
Mein Lieblings-Anti-Weihnachtsfilm, ideenreich und schräg-komisch in seinem anarchischen Chaos, angrichtet durch die liebenswerten Chaoten. Auch nach dem hundersten mal ein großartiger Fantasyfilm. (7,5/10)

Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt (2007)
Überladener, wie überlanger, enttäuschender Abschluss, dazu unglücklich erzählt. Die finale Seeschlacht entschädigt für vieles des ansonsten stark getrübtem, dennoch unterhaltsamen Mainstream-Piraten-Fantasy-Spektakels. (6,5/10)

Rush Hour (1998)
Chris Tucker nervt, doch Jackie Chan kann einen Film allein durch seine blosse Präsenz retten. Demsentsprechend wertet er auch diese konventionelle und ideenlose Standard-Buddy-Action-Komödie durch seine zahlmäßigen, wenn auch nicht außerordentlich spektakulären Akrobatikeinlagen auf. Darüberhinaus meine Bekanntmachung mit Jackie Chan aus Kindestagen. (6,5/10 mit Kindheits-Nostalgie-Bonus)

Tod auf dem Nil (1978)
Agatha Christie und Whodunit at it's best: eine mörderische (im wahrsten Sinne des Wortes), intensive Exposition (allerdings von Nöten), ein traumhaftes exotisches Setting und eine superbe Besetzung mit einem fantastischem Peter Ustinov an der Spitze. Es gibt im Grunde nur ein kleines Manko: der Fall ist so verdammt bemerkenswert und eingängig inszeniert, dass man ihn nie wieder vergisst. Und dennoch bleibt es auch beim hunderstenmal aufregend. (9,5/10)

Conan - Der Barbar (1982)
Der Barbarenfilm schlecht hin: archaisch, blutig, ein klein bisschen episch und mit dosierten Fantasy-Elementen. Wird daneben allerdings inbesondere von Arnold Schwarzenegger und Basil Poledouris großartigem Score getragen. (8/10)

Endstation Schafott (1973)
Etwas dick aufgetragenes und einseitig inszeniertes Anti-Todesstrafen-Plädoyer, dass seine ganze nachhaltige Kraft aus dem elegischen Ende bezieht. (7/10)

Scre4m (2011)
Kombiniert die Unterhaltsamkeit des zweiten und die Meta-Ebene des dritten Teils in einem ausgewogenen Gleichgewicht (was Teil 3 ja fehlte...). Ist vor allem in den Ghostface-Telefonaten und Szenen mit Courteney Cox Unterhaltsam. Teil 1 bleibt zwar unerreicht, Teil 4 überzeugt dennoch. (7/10)

Ip Man 2 (2010)
Mehr die Geschichte betonendes, glaubwürdigeres und mit immer noch hervorragend choreographierten Kämpfen, die einzig durch spärlich gesäte Wire-Fu-Einsätze gestört werden, versiertes Sequel. Das Ende versinkt leider wieder übertrieben im Pathos, während der End Fight mit zu dem besten gehört, was Martial-Arts-Filme zu bieten haben und Donnie Yen als Ip an ist über jedem Zweifel erhaben. (8/10)The Pirates of Langkasuka (2010)
Ein thailändisches Mainstream-Produkt und wie viele dergleichen hier weniger als mittelmäßig, klaut sich alles zusammen und ist nicht sonderlich überzeugend inszeniert oder gespielt. (4/10)

Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl (2003)
Die Musik von Hans-Zimmer-Praktikant Klaus Badelt nervt, doch Piraten und Karibik sind ein dankbares Setting für dieses bunte, temporeiche Fantasy-Spektakel, dass natürlich vor allem von Johnny Depps schräger Darstellung lebt. Diesen Mix mochte ich beim ersten mal nicht, kann mich dem Spaßfaktor heute allerdings nicht mehr entziehen. (7,5/10)

Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 (2006)
Schlägt einen anderen, ein wenig ersteren Ton an, versucht zudem die Reihe zur epischen Trilogie aufzublasen, was sich vor allem in der Laufzeit niederschlägt. Viele Action-Szenen sind stark übertrieben, bereiten jedoch viel Spaß, ebenso wie Johnny Depp. Ein herrlich kunterbuntes Sequel vor schöner Kulisse und mit guten Effekten. (7,5/10)

Rush Hour 2 (2001)
Ganz und gar ein Aufguss, der Anfangs mit Hong Kong als Setting alles richtig macht, bis er nach der Hälfte leider wieder nach Amerika wechselt. Christ Tucker nervt weiterhin und Jackie Chan retter wieder vieles. (6/10)

Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten (2011)
Irgendwie ein ganz anderer Film, bodenständiger und klassischer, jedoch auch dramaturigsch uninspiriert zusammengeklaut und vorhersehbar bis absurd konstruiert, mit wenigen Lichtblicken. Penélope Cruz' Rolle ist undankbar, wie überflüssig, einzig Johnny Depp, Geoffrey Rush und Ian McShane machen wirklich Spaß. Und doch hat auch diesmal das Piraten-Fantasy-Setting seinen besonderen Reiz. (6,5/10)

Loft (2008)
Dem deutschen Untertiel verwähre ich mich. Überraschend clever konstruierter Thriller aus Beglien, unvorhersehbar und spannend. Davon sollte es mehr geben. (7,5/10)

Gargoyles - Flügel des Grauens (2004)
Dümmliches Drehbuch, schlechte Darsteller, miese Regie, nervtötende Musik und die Effekte! Reicht von langweilig bis Trash und letzterem kann ich mich einfach nicht verschließen. Mieser Film, doch er macht einfach Spaß. (4/10)

Rush Hour 3 (2007)
Eine Idee gereicht zur Qualität noch nicht. Brett Ratner versucht moderat zu modernisieren, Jackie Chans Action-Einlagen sind deutlich weniger, die Kalauer nehmen zu, der rote Faden fehlt - einzig Chris Tucker tut das, was er zuvor tat: nerven. Versinkt noch mehr im Einheitsbrei der Buddy-Action-Komödien. (4,5/10)

Wer ist Hanna? (2011)
Ist selbstredend ganz anders, als er beworben wird: die Identitätsfindung der Hauptfigur spielt hier die erste Geige, angreichert durch Märchenmotive und ungewöhnlich, doch nicht weniger brilliant inszeniert von Joe Wright, mit dosiertem, wie geschickt eingesetztem ungewöhnlichem Soundtrack. (7,5/10)






22 - 6,4 (141)

Samstag, Mai 28, 2011

Bad Dog!

Batman bekommt einen neuen Sidekick! Nachdem Christopher Nolan jede Chance für Robin in "seiner" Trilogie zu nichte gemacht hat, wurde der Post frei für einen neuen, passenderen Begleiter des dunklen Ritters frei: BATDOG!Was zunächst nach einem dummen Scherz klingt (und der Kalauer im Name ist definitiv einer, doch man möge dem Team dies verzeihen, es bot sich wohl einfach an), ist tatsächlich die Realität. Und wie man Nolan kennt, wird der Hund dabei durchaus nicht lächerlich in die Story integriert, sondern mit Realismus, dunkler Hintergrundgeschichte, Psychologie und Drama - und so. Was bisher zu dem knuffigen Heldennachwuchs durchgesickert ist, klingt zumindest vielversprechend: sein Name wird Cerberus lauten (in "Inception" bewies Nolan ja schon seine Neigung zur griechischen Sagenwelt mit Ellen Pages "Ariadne"). Seine Vergangenheit liegt im Dunkeln, es ist nur soviel bekannt, dass er Teil eines diabolischen Experiments war, wodurch er zum hyperintelligenten und -agilen Tier wurde, das Bruce Wayne rettet, nachdem Batman durch einen Angriff Banes, bei dem sein treuer Butler Alfred ums Leben kam, schwer verwundet flüchten muss. Wayne, somit beinahe völlig auf sich gestellt, entwickelt langsam eine tiefte Beziehung zu seinem neuen tierischen und einzigem Freund, dessen Motivation indes im Dunkeln bleibt. Nach und nach deckt er die Fähigkeiten Cerberus' und versteht es, ihn in seinem Kampf gegen das Verbrecher miteinzubinden...
Klingt doch toll! Alles weitere würde zu viel der Story vorwegnehmen, weswegen ich dies mit einem Spoiler-Schutz versehen habe. Lesen auf eigene Gefahr!



Dienstag, Mai 24, 2011

Tintin

Ich bin ein riesiger "Tim und Struppi"-Fan. Die Comics habe ich als Kind verschlungen, die Serie aus den 90ern gucke ich heute noch mit Freuden. Hergé, Autor dieser kongeniale Abenteuer-Comics, hatte ein sehr interessantes Leben und seine Biographie allein liest sich sehr spannend.Nun verfilmen Steven Spielberg und Peter Jackson, zwei große Fans der Comics, die "Tintin"-Geschichten, führen abwechselnd Regie und bringen die Abenteuer auf die große Leinwand. Anlässlich dieser bevorstehen Ereignisse und der Veröffentlichung des ersten Teasers dazu, habe ich mich wieder einmal ein wenig mit dem Leben Hergés und seinen Geschichten beschäftigt.
Das führte zu einem äusserst umfangreichen Blog-Artikel und eingedenken dessen, dass längere Blog-Artikel wohl etwas abschreckend wirken können, teile ich diesen hier in drei eigene Posts. So könnte ihr Euch den Umfang selbst aussuchen, den ihr bereit seit zu lesen - oder nicht.

Zur atmosphärischen Untermalung bietet es sich selbstredend an, das "Tim und Struppi"-Theme der 90er Serie im Hintergrund laufen zu lassen. Viel Spaß!

Das Leben des Georges Prosper Remi


Am 22. Mai 1907 bekommen Alexis und Elisabeth Remi ein Kind. Ihr Sohn erblickt in Etterbeek bei Brüssel zum ersten mal das Licht der Welt und wird Georges Prosper Remi genannt.Die ersten Jahre seines Lebens werden bezeichnend für seine gesamte Vita, gemessen an den schwierigen Umständen. Georges wächst in einer stark katholischen und konservativen Gesellschaft auf, seine ersten Schuljahre verbringt er während des Ersten Weltkriegs unter deutscher Besatzung. Ab 1920 besucht er mit Erfolg die erzkatholische Schule "Saint-Boniface" und tritt einem katholischem Pfadfinderbund bei, mit welchem er viele Reisen in europäische Länder utnernimmt. Im Februar 1923 erscheint mit "Die Abenteuer von Totor" im Pfadfindermagazin "Le Boy-Scout Belge" der erste Comic des schon zur Schulzeit passionierten Zeichners Remi. Dies bedeutet den Initialschuss für die Karriere des Jungen, der später unter dem Pseudonym seiner umgestellten Initialien RG als HERGÉ Berühmheit erlangen wird.Zu dieser Zeit tritt Hergé der "Movement d’Action catholique" und der "Association catholique de la Jeunesse belge (A.C.J.B.)" bei und bekommt Kontakt zu sich immer mehr radikalisierenden katholischen Jugendorganisationen. In folge dessen macht Hergé Bekannftschaft mit Léon Degrelle und Raymond De Becker, späteren Kollaborateuren mit den deutschen Besatzern, für die er Bücher illustriert.1925 macht er seinen Realschulabschluss und arbeitet anschließend für die katholischen Zeitung "Le XXe Siècle" zunächst in der Verwaltung. Die in klerikalen und konservativen Kreisen vielgelesene Zeitung erlebte vor allem unter Pater Norbert Wallez eine intensive Radikalisierung, die keinen Hehl aus ihrem radikal-politischen Duktus machte.Hergé absolviert im Jahre 1927 seinen Militärdienst, kehrt im Anschlussjahr 1928 zur "Le XXe Siècle" zurück, wo ihm nun die Verantwortung für die Kinderbeilage "Le Petit Vingtième" übertragen wird. Seine Arbeit als Illustrator verschafft ihm Ansehen innerhalb des Verlags, das ihn jedoch nicht zufriedenstellt. Er beschließt einen Comic im amerikanischen Stil zu zeichnen und veröffentlicht vom 10. Januar 1929 bis zum 8. Mai 1930 im "Le Petit Vingtième" den ersten "Tintin"-Comic: "Tintin au pays des Soviets" (dt. "Tim im Lande der Sowjets"). Dieses erste Abenteuer entstand unter starkem Einfluss des antibolschewistischen Wallez, der, neben Hergés Hauptquelle, "Moscou sans voiles" (dt. "Moskau ohne Schleier") von Joseph Douillet, in dem der Autor bereits einen absurd verklärten antikommunistischen Ton pflegte, für ein entsprechendes Ergebnis sorgt. 1930 veröffentlicht Hergé daneben mit "Quick et Flupke" (dt. "Stups und Steppke") den Anfang einer weiteren Comic-Reihe, welche die Abenteuer zweier Straßenjungen aus Brüssel beschreibt, die jedoch nie den Erfolg der "Tim und Struppi"-Comics erreichen wird. Mit "Tintin au Congo" (dt. "Tim im Kongo") setzt Hergé die Abenteuer des Reporters Tim fort, jedoch wieder durch den Einfluss Norbert Wallez' belastet, was diesmal für ein stark Pro-Kolonialistische Bild sorgt und bei den jugendlichen Lesern Begeisterung für die belgische Kolonialisierung und katholische Missionierung des Kongo regen soll. Auch wenn sich Hergé von seinen früheren Arbeiten später distanziert, werden ihm diese stets zum Vorwuf gemacht. 1931 folgt Tims Ausflug nach Amerika, der für das Kongo-Abenteuer zurückweichen musste. 1932 heiratete Hergé die Sekretärin von Wallez, Germaine Kieckens.Im selben Jahr veröffentlicht er "Les cigares du pharaon" (dt. "Die Zigarren des Pharaos"). Mit dem folgenden fünftem "Tim und Struppi"-Abenteuer ändert sich schließlich der politische Ton der Comics: aufgeschreckt durch die Ankündigung Hergés, dass Tim im nächsten Band nach China reisen würde, appeliert Pater Gosset, Kaplan der chinesischen Studenten an der Katholischen Universität Löwen, an den Autor bei diesem Thema Vorsicht walten zu lassen. Er macht Hergé mit Tschang Tschong-Jen bekannt, der an der Brüsseler Académie des Beaux-Arts Bildhauerei studiert, zwecks Vermittlung der chinesischen Kultur. Zwischen den beiden entwickelt sich eine intensive Freundschaft, die bei Hergé das engagierte Bestreben einer exakten Darstellung fremder Kulturen und Schauplätze enstehen lässt."Le lotus bleu" (dt. "Der Blaue Lotos") wird somit zur Zäsur in Hergés Œuvre, die Botschaft ist deutlich antiimperialistisch und das Bild der in Eruopa ansonsten wohlwollend betrachteten Japanern kritisch. Das sorgt bei Erscheinen des Bandes für scharfe Kritik, insbesondere durch japanischen Diplomaten. Hergé verewigt Tschang Tschong-Jen als Zeichen seiner Dankarbkeit in der Geschichte durch den jungen Chinesen "Tschang", der ein guter Freund von Tim wird. Der reale Tschang kehrt nach Beendigung seines Studiums nach China zurück, der Kontakt zwischen den Freuden bricht jedoch bei der Eroberung Chinas durch Japan ab.1935 arbeitet Hergé für die französische Wochenzeitschrift "Coeurs vaillants". Deren Zeitungsredaktion fordert eine Kontrastfigur zu Tim, eine Geschichte mit einem Kind als Protagonist. So entsteht die Serie "Jo, Zette et Jocko" (dt. "Jo, Jette und Jocko"), in deren Zentrum zwei Geschwister und ihr Schimpanse stehen. Insgesamt umfasst die Reihe drei Abenteuer in fünf Bänden, von denen allerdings erst das letzte, "La Vallée des cobras" (dt. "Das Tal der Kobras"), "Tintin" als ebenbürtig erachtet wird.1939 wird Hergé in die belgische Armee einberufen, kann somit einer Einladung Song Meilings, der Frau Chiang Kai-sheks, als Anerkennung für "Le lotus bleu", nicht folgen. Zugleich unterbricht dies seine Arbeit an "Au pays de l’or noir" (dt. "Im Reiche des Schwarzen Goldes"). Die Besetzung Belgiens durch Deutschland beendet seinen Militärdienst. "Le Petit Vingtième" wird von den Besatzern eingestellt, Hergé akzeptiert daher eine Anstellung bei "Le Soir", der in Brüssel am weitesten verbreiteten französischsprachigen Zeitung, die inzwischen von seinem alten Freund Raymond De Becker geleitet wird. Alexander von Falkenhausen, Chef der Militärverwaltung, instrumentalisiert indes die Zeitung als Sprachrohr für die deutschen Besatzer und Propagandamittel. Hergé ist gezwungen Kompromisse bei seinen Geschichten einzugehen, "Au pays de l’or noir" muss wegen seines unverkennbaren anti-faschistischen Tons bis 1950 unvollendet bleiben. Er weicht aus auf "Le crabe aux pinces d’or" (dt. "Die Krabbe mit den goldenen Scheren") aus, die den ersten Auftritt von Kapitän Haddock beinhaltet. Die Fortsetzungsgeschichte erscheint in der Zeitschrift "Le Soir Jeunesse" ab Oktober 1940.Wegen des Papiermangels ändert sich die Arbeitsweise von Hergé, die Seitenzahl wird eingeschränkt, weswegen er mehr Gags und Action in den Geschichten unterbringt, um die Spannung halten zu können. Und natürlich kann er keine politischen oder aktuellen Themen mehr gefahrlos einbinden, so dass er sich fantastischem Material widmet: in "L’étoile mystérieuse" (dt. "Der geheimnisvolle Stern") erzählt er von einer Expedition zu einem ins Meer gestürzten Meteoriten, "Le Secret de la Licorne" (dt. "Das Geheimnis der Einhorn") und "Le trésor de Rackham Le Rouge" (dt. "Der Schatz Rackhams des Roten") handeln von einer Schatzsuche und "Les 7 boules de cristal" (dt. "Die sieben Kristallkugeln"), wie "Le temple du soleil" (dt. "Der Sonnentempel") thematisieren einen Inka-Fluch. In den Geschichten liegt der Fokus mehr auf den handelnden Personen und mit Professeur Tryphon Tournesol (dt. Professor Bienlein) führt Hergé in "Le trésor de Rackham Le Rouge" eine neue wichtige Figur ein, die Teil der "Ersatzfamilie" Tims wird. Die Änderung finden großen Anklang beim Publikum und bis heute gehören die sechs während des Krieges entstandenen Alben zu den beliebtesten Geschichten Tims.Dennoch wurde Hergé in die Propagandamaschinerie miteingebunden. 1940 illustrierte er das antijüdische Buch "Fables" von Robert de Vroylande im typisch zeitgenössischen antisemitischen Stil, der Antagonist in "L’étoile mystérieuse" ist unverkennbar ein in Amerika lebender jüdischer, rücksichtsloser Bankier.1943 stellt Hergé Edgar Pierre Jacobs als Hilfe bei der Überarbeitung einiger älterer Geschichten an, zu dessen signifikantesten Arbeiten die Zeichnungen der Kostüme und der Hintergründe in "Le sceptre d’Ottokar" (dt. "König Ottokars Zepter"), sowie das Titelbild zu "Le temple du soleil" und die Mitarbeit an "Les 7 boules de cristal" gehört.Am 3. September 1944 endet die Besetzung Brüssels, die Alliierten schließen "Le Soir". In den folgenden Jahren muss sich Hergé den Vorwürfen stellen, er sei Nazi-Sympathisant gewesen, wird viermal von verschiedenen Gruppen verhaftet, jedoch nie veruteilt. Dennoch findet er aufgrund seiner Mitarbeit bei der nationalsozialistisch kontrollierten Presse zunächst keine neue Anstellung. Stattdessen arbeitet er mit Edgar Pierre Jacobs und der neuen Assistentin Alice Devos an der Nach-Kolorierungen der bisherigen Alben.
1946 stellt ihn schließlich Raymond Leblanc, ein ehemaliger Résistance-Kämpfer, ein, der das Magazin "Tintin" gründet. Es erscheint das erste mal am 26. September 1946, von da an im wöchentlichen Intervall, jeweils mit zwei Seiten neuer "Tintin"-Abenteuer. Dem Magazin ist ein beachtlich Erfolg beschieden mit einer Auflage von über 100.000 Exemplaren. Als Edgar Pierre Jacobs Mitarbeit zunimmt, verlangt er die Nennung als Ko-Autor, was Hergé ablehnt, wodurch ihre Zusammenarbeit ein Ende findet. Jacobs wendet sich einer eigenen, erfolgreichen Serie zu, die ebenfalls in "Tintin" publiziert wird: "Les Aventures de Blake et Mortimer" (dt. "Blake und Mortimer").Hergé selbst belastet die Arbeit an "Tintin" sehr und 1949 erleidet er während der Arbeit an der neuen Version "Au pays de l’or noir" einen Nervenzusammenbruch. Die erzwungene Pause dauert vier Monate und 1950 folgt ein weiterer Zusammenbruch während er an "Objectif Lune" (dt. "Reiseziel Mond") arbeitet.
Am 6. April 1950 wird das Studio Hergé gegründet, in dem verschiedene Assisteten, zu den bedeutensten zählen Bob de Moor und Jacques Martin, Hergé entlasten und vornehmlich Details und Hintergründe zeichnen. In Zusammenarbeit mit dem Studio enstehen zwischen 1952 und 1958 "Objectif Lune", "On a marché sur la Lune" (dt. "Schritte auf dem Mond"), "L’affaire Tournesol" (dt. "Der Fall Bienlein") und "Coke en stock" (dt. "Kohle an Bord").Privat kommt es nach fünfundzwanzig Jahren Ehe zur Krise zwischen Hergé und seiner Frau Germaine, weil er sich in die junge Zeichnerin Fanny Vlaminck verliebt hat. Zudem plagen ihn Alpträume von weißen Flächen, weswegen ihm ein konsultierter schweizer Psychoanalytiker rät, die Arbeit an den Comics aufzugeben. Dementgegen arbeitet Hergé an der Geschichte "Tintin au Tibet" (dt. "Tim in Tibet"), die von September 1958 bis November 1959 veröffentlicht wird. In ihr unternimmt Tim eine Rettungsexpidition in den Himalaja, wo sein Freund Tschang mit einem Flugzeug abgestürzt ist. Auf diese Art schafft es Hergé, seine Alpträume künstlerich zu verarbeiten. Dieses wohlmöglich persönlichste Abenteuer bezeichnet er später als seine Lieblingsgeschichte. Darüberhinaus steht die Geschichte für einen neuen Abschnitt in Hergés Leben, eine Zeit des Wandels.1963 erscheint "Les bijoux de la Castafiore" (dt. "Die Juwelen der Sängerin") und 1966 "Vol 714 pour Sydney" (dt. "Flug 714 nach Sydney"). 1975 lassen sich Hergé und Germaine scheiden, ein Jahr später wird "Tintin et les Picaros" (dt. "Tim und die Picaros") veröffentlicht. 1977 heiraten Hergé und Fanny Vlaminck. 1981 treffen sich Hergé und Tschang Tschong-Jen, der die Kulturrevolution als Straßenkehrer überstanden hat, nach über vierzig Jahren wieder. Tschang zieht 1985 nach Paris, wo er bis zu seinem Tod 1998 lebt.
Am 3. März 1983 erliegt Georges Prosper Remi alias Hergé in der Klinik Saint-Luc in Brüssel den Komplikationen einer Blutarmut, an der er schon einige Jahre litt. Er wird, seinem Wunsch entsprechend, auf dem Friedhof am Dieweg im Brüsseler Stadtteil Uccle beerdigt, obwohl der Friedhof 1950 für neue Gräber geschlossen worden war.In seinem Testament verfügte Hergé, dass "Tintin" von niemandem weitergeführt werden darf. Tims nie vollendetes letztes Abenteuer "Tintin et l’Alph-Art" (dt. "Tim und die Alphakunst") wurde nur in Form von Skizzen und Notizen veröffentlicht. Hergés Ehefrau Fanny schloss die Hergé-Studios 1987 und gründete die Hergé-Stiftung, die 2001 verhinderte, dass "Tim in Tibet" in China unter dem Titel "Tim und Struppi im chinesischen Tibet" erscheint. 1988 wurde auch das Magazin Tintin eingestellt.Zurück bleibt ein nicht mehr aus der Comic-Welt wegzudenkendes Abenteuer-Werk, das tatsächlich ein jüngeres und älteres Publikum zugleich anspricht. Wegen der vielseitigen, aufregenden Abenteuer, die bisweilen auch nicht eines politischen Kommentars entbehren und Zeugnis eines turbulenten Jahrtausends sind. Wegen der eingängigen Charaktere, die Kultcharakter besitzen und nicht nur unter tintinophilen einen hohen Stellenwert belegen. Wegen den exotischen Schauplätzen, die der Reporter Tim mit seinem treuen Gefährten Struppi bereist. Und wegen den humanen Botschaften von Rechtschaffenheit und Frieden.
Zugleich sind sie aufs engste mit dem ereignisreichen Leben Georges Prosper Remis verknüpft, der die Serie bis zu seinem Tod gepflegt und darüber hinaus nicht mehr aus den Händen gegeben hat, ausgenommen an seine Ehefrau.

Ich verdanke den Geschichten unzählige schöne Kindheitserinnerungen, die bis heute andauern und die ich nicht missen will. Ich denke, das geht vielen auf der ganze Welt nicht anders. Deswegen gedenke ich hier mit der höchsten Andacht diesem passionierten Comic-Autor, der ein unvergessliches Werk geschaffen hat.

Wer mehr über Hergé, Tintin, Milou und alle die anderen wissen will, wird hier fündig:

The Adventures of Tintin


Nahezu sein ganzes Leben lang arbeitete der Belgier Hergé (1907–1983) an den Abenteuer-Geschichten des Reporters Tim (Tintin) und seinen Freunden. Nach seinem Ableben verfügte er testamentarisch, dass niemand die Reihe fortführe, übergab überdies die Rechte in die Hände seiner Frau aus zweiter Ehe, Fanny Vlaminck.
Die langelebige und bis heute erfolgreiche Serie besteht in erster Linie aus den in sich abgeschlossenen Abenteuern, die der Reporter Tim erlebt. Oft enthalten die Geschichten einen politischen Kommentar, hin und wieder auch Science-Fiction- und Fantsy-Elemente.Tim ist ohne Frage ein typischer Held: aufrichtig, mutig, einfallsreich, intelligent und guten Gewissens. Für jede noch so augenscheinliche ausweglose Situation findet er eine Lösung, er stellt sich stets auf die Seite der Unterdrückten und führt einen selbstlosen Kampf gegen das Böse und das Verbrechen, wo sich die Möglichkeit ihm nur bietet. Von Beruf ist er Reporter, auch wenn man ihn diesen selten ausüben sieht, und er hat augenscheinlich keine Familie, ebenso wenig wie Beziehungen zu Frauen. Seine Freunde und Bekannte werden sozusagen zu seiner Ersatzfamilie, die untereinader stark verbunden sind.Immer in Begleitung seines treusten Freundes, des Foxterriers Struppi (Milou) reist er dabei um die Welt, an die exotischsten Orte, ob China, Indien oder Südamerika, aber auch weniger exotische Gebiete, wie England, Russland oder die Fantasiestaaten Syldavien und Bordurien. Struppi, der zu Beginn der Reihe mit Tim sprechen zu können scheint, später jedoch nur hin und wieder in Sprachblasen seinen Gedanken Ausdruck gibt, hilft Tim bisweilen aus vielen ausweglosen Situationen (Stickwort: Fesseln). Für viele war er der heimliche Star der Comics, bis er durch Kapitän Haddock in der Gunst des Publikums abgelöst wurde. Benannt wurde er übrigens nach der ersten Liebe des 18-jährigen Hergé, Marie-Louise Van Cutsem, deren Spitzname "Milou" lautete.Später stieß Kapitän Haddock (Capitaine Haddock) zum Heldenduo dazu und war fortan ein ebenso treuer, wie rechteschaffener Begleiter und guter Freund. Teils ist er gar selbst der Grund für das ein oder andere Abenteuer. Obwohl er ein bärbeißiger, oftmals schlecht gelaunter Pfeiferauchender Seefharer mit der Neigung zu cholerischen Wutausbrüchen, die ihn zu gern in die fantasievollsten Schmipftiraden ausbrechen lassen (der legendärste ist mit Sicherheit "Hunderttausend heulende und jaulende Höllenhunde!" ("Mille millions de mille sabords")), und passionierte Whisky-Trinker, bevorzugt seine Lieblingsmarke "Lock Lomond", mit einem Alkoholproblem ist, ist er doch wegen seines aufrechten Charakters ein liebenswerter Mensch. Und seien wir mal ehrlich: er besitzt wesentlich mehr Charakter als jeder pseudo-ruppiger Sidekick in der Geschichten der Unterhaltungsliteratur. Sein Name rührt aus dem Englischen haddock, was Schellfisch bedeutet und seinen erster Auftritt feierte er 1940 in "Die Krabbe mit den goldenen Scheren".3 Jahre später gesellte sich in "Der Schatz Rackhams des Roten" ein wieterer fester Bestandteil der Ersatzfamilie Tims hinzu. Der geniale, doch zerstreute und schwerhörige Professor Balduin Bienlein (Professeur Tryphon Tournesol; tournesol=Sonnenblume) ist Erfinder einiger bemerkenswerter (ein Raketenantrieb und Farbfernseher), amüsanter (düsenangetriebene Rollschuhe), wie schrecklicher (eine Schallwaffe) Erfindungen und damit oft genug der Auslöser für die haarstreubensten Abenteuer. Eine weitere Erfindung und typisches Erkennunsmerkmal des Professor ist sein Pendel, dass wie ein Geigerzähler auf wertvolle Gegenstände reagiert. Er selbst ist von kleinem Wuchs und ein liebenswürdiger Charakter. Sollten man ihn allerdings reizen, verfällt er in eine unbändige Raserei und gibt den meisten stämmigeren Männern Fersengeld, Kapitän Haddock inklusive. Seine Schwerhörigkeit, die er immer als Harthörigkeit herunterspielt, ist des Öfteren Grund für amüsante Missverständnisse. Nach anfänglicher Abneigung hegt Kapitän Haddock insbesondere zu ihm eine tiefe Freundschaft und entwickelt einen Beschützerinstinkt für den Professor. Immer wenn sein Freund in Gefahr ist, lässter er alles stehen und liegen, um ihm zur Hilfe zu eilen. Hergé selbst bezeichnete Auguste Piccard als Inspiration für den tüddeligen Professor.Ein weiterer, fester Bestandteil des Bekanntenkreis sind die überheblichen Detektive Schulze und Schultze (Dupont et Dupond), die jedoch mehr tollpatschig, denn fähig ihrem Dienst nachgehen und meistens für die Slapstickeinlagen im Comic verantworlich sind. In Unvercovermissionen pflegen sie in der jeweiligen traditionellen Landestracht Zentrum des Gelächters zu sein und geraten darüberhinaus häufig genug mit der lokalen Justiz aneinander. Bei Ermittlungen geben sie sich stets überlegen und klischeehaft, obgleich es meistens Tim ist, der die Lösung letztendlich findet. Ihren ersten Auftritt feierten die Zwillingsbrüder 1932 in "Die Zigarren des Pharaos". Allerdings wurden ihnen nachträglich ein Cameo in "Tim im Kongo" gegönnt. Hergés Inspiration für die beiden Kultcharaktere waren höchstwahrscheinlich sein Vater und dessen Zwillingsbruder.Daneben gibt es noch unzählige, immer wieder auftauchende Nebenfiguren, gute, wie böse, die alle ihren eigenen Eindruck auf den Leser hinterlassen. Ein paar der wichtigsten versuche ich hier zu nennen:


  • In "Der Blaue Lotos" rettet Tim dem jungen Chinesen Tschang das Leben, der ihm fortan ein treuer Freund wird, beinahe ähnlich einem jüngerem Bruder. Der Charakter ist eine Würdigung von Hergés gutem Freund Tschang Tschong-Jen, der einen bedeutenden Einfluss auf Hergés Schaffen hatte.
  • Pjotr Klap ist ein liatuischer Pilot mit Augenklappe, der zunächst mit einem Kampfflieger Jagd auf Tim und Haddock macht, später jedoch die Seiten wechselt und sich zum Freundeskreis der beiden dazugesellt.
  • Oftmals während seiner Ausflüge in den arabischen Orient trifft Tim auf den Herrscher des fiktiven Landes Khemde, Emir Ben Kalisch Ezab. Seit ihrem ersten Aufeinandertreffen sind die beiden befreundet. Der Sohn des Emirs, Abdallah, ist ein unterträgliches, verwöhntes und verzogenes Gör, das seine Umwelt mit Streichen terrorisiert und dem einzig der gutherzige, emotionale Emir in Liebe verbunden ist.
  • Eher zufällig wird Tim Adjutant General Alcazars, Diktator der fiktiven, von bürgerkriegsunruhen erschütterten Republik San Theodoros, der dort mit seinem Wiedersacher General Tapioca im Streit liegt und die sich kontinuierliche gegenseitig putschen. Später sind Tim und Alcazar gute Bekannte.
  • Die berühmte Bianca Castafiore, ein ganz und gar von sich überzeugte Opernsängerin, trägt mit Vorliebe, sehr zum Missfallen ihrer Zuhörer, die Juwelenarie aus Gounods "Faust" vor und ist besonders unbeliebt bei Kapitän Haddock, deren Namen sie stets falsch ausspricht.
  • Fridolin Kiesewetter ist Versicherungsvertreter und ein nervendes Plappermaul, der bei jeder Gelegenheit Kapitän Haddock bedrängt. Gleichzeitig ist Kiesewetter Hergés Parodie seiner spießbürgerlichen Landsleute.
  • Nestor ist der treue Diener Haddocks auf Schloss Mühlenhof. Dort diente er schon den frühren Besitzern, den kriminellen Gebrüdern Vogel-Faull. Zwar hat er einen Hang zum Lauschen, ist abgesehen davon ein gewissenhafter und formibdalber Butler.


Doch Tim hat nicht nur Freunde, sondern auch viele Feinde.
  • Ganz besonders seinen Erfeind, der Mulitmillionär und internationale Verbrecher Roberto Rastapopoulos macht ihm das Leben schwer. Oder ist es eher umgekehrt? Rastapopoulos ist in jedewede denkbare illegale Aktivität verwickelt, ob Drogen- oder Menschenhandel, Waffenschmiggel, Entführung oder Erpressung, der gewissenlose Gangsterboss schreckt vor nichts zurück und gerät dadurch meistens an den heldenhaften Reporter.
  • Haddocks früherer erster Offizier war Allan Thompson, der jedoch die Alkoholsucht seines Kommandanten ausnutze, um die Kontrolle über das Schiff "Karaboudjan" zu übernehmen und sie für Rauschgiftschmuggel zweckzuentfremden. Er und Tim treffen immer wieder aufeinander, später wird er ein Handlanger von Rastapopoulos. In der neugezeichneten Version von "Die Zigarren des Pharaos" wurde auch er nachträglich hinzugefügt.
  • Ein ebenso wiederkehrender Antagonist ist der vermutlich deutsche Psychiater Dr. J.W. Müller, der zunächst als Geldfälscher und Schmuggler, später als Kriegstreiber in Khemed auftritt.
  • Ein besonderer und im Gedächtnis bleibender Antagonist ist der Japaner Mitsuhirato, mit dem Tim in "Der Blaue Lotus" aneinander gerät. Er ist einer der gefährlichsten, weil intelligentesten und skurpellosesten Gegner des Reporters. Er gilt als einer der rigorosesten Charaktere (man beachte die vielzähligen Superlativen...) der ganze Reihe und ist eine faszinierende Persönlichkeit, für mich sogar einer der besten Bösewichte aller Zeiten.
Neben den vornehmlich vorhandenen Abenteuer-Elementen gibt es in den "Tim und Struppi"-Geschichten auch viele komödiantische Szenen, inbesondere vorgetragen durch die tollpatschigen Detektive Schulze und Schultze. Doch auch unsere Helden, ebenso wie die Bösewichter sind sich nicht zu fein, ein unglücklich platzierte Bananenschale zu übersehen... japp, der Humor besteht überwiegend aus Slapstickeinlagen, gemäß dem Vorbild der 20er-Jahre-Stummfilmära. Doch auch die absurd-komischen Situationen haben ihren besonderen Reiz, ob es die impertinent aufdringliche Gesprächtiraden Friedolin Kiesewetters, die durch die Schwerhörigkeit Bienleins provozierten Missverständnisse oder, der Klassiker und Lieblingsgag der Reihe, die Metzgerei Schnitzel (Boucherie Sanzot) sind. Hergé findet stets ein Maß zwischen Ernst und Humor, kreiert dabei sehr viel Charme.Der Zeichnungen Hergés sind äusserst charakteristisch und sein Stil ist als Ligne claire (dt. klare Linie) in die Comicgeschichte eingegangen. Die wesentlichen Merkmale dieses Stils sind die präzise Konturen und die flächige einfarbige Kolorierung, sowie der weitesgehende Verzicht auf Schraffuren, Schattierungen und Farbverläufe. Charaktere und Mimik sind meistens von einfacher Darstellung, während die Hintergründe und Details sehr detailliert und realistisch wiedergegeben sind. "Tim und Struppi" wurde daher vor allem wegen der wahrheitsgetreuen und genauen Darstellung von Mode und der Umgebung (z.B. Autos) geschätzt. Hergé selbst bezeichnete die Comicreihe der Bécassine als sein Vorbild.