Dienstag, Oktober 22, 2019

Kurzreviews September/2019

Hiermit präsentiere ich wiederum die 17 Filme und 5 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat September gesehen habe:


Serien-Staffeln
Voll daneben, voll im Leben [Freaks and Geeks(Season 1) (1999-2000) - (7,5-8,5+)
Marianne (Season 1) (2019) - (6,5-7+)
El Hierro - Mord auf den Kanarischen Inseln [Hierro(Season 1) (2019) - (7-7,5)
Downton Abbey (Series 4) (2013) - (7-7,5)
Chernobyl (2019) - (7,5-8,5)

Filme
10 Cloverfield Lane (2016)
Mary Elizabeth Winstead und John Goodman sind die halbe Miete (über John Gallagher Jr. lässt sich gleichfalls nichts Schlechtes sagen), ansonsten ist das zwar ein manierliches Kammerspiel und nicht unspannendes Psychoduell Winstead gegen Goodman, sehr viel mehr jedoch nicht. (6)

The Hallow (2015)
Auf das Wesentliche konzentrierter Horror, der sich bei klassischen irischen Gruselstoffen zu bedienen scheint und damit ganz gut fährt: ein bisschen garstige Naturgeister und -mystik hier, ein bisschen Body-Horror da, ein Kampf auf verlorenen Posten gegen eine zunehmend eskalierende Bedrohung und die ein oder andere Härte. (6)

The Boogey Man (1980)
Von Ulli Lommel erwarte ich weiß Gott keine Großtaten. Offen gesagt gefiel mir die scheinbar seicht psychologische Ausrichtung zu Beginn sogar, bis Lommel sich dann doch entscheidet, lieber wahl- und ziellos beim kontemporären Slasher zu räubern und zu einem inhomogenen Mischmasch zusammenzukleistern. Obendrein verliert er die Protagonisten an einer Tour aus dem Blickfeld, um irgendwelches egales Teenie-Kanonenfutter im Vorbeigehen zusammenhanglos durch den Fleischwolf zu drehen. Sonderlich beängstigend ist das nicht und was das mit dem "Boogey Man" zu tun hat, wo doch die meiste Zeit ein unheimlicher Spiegel die mörderischen Signale emittiert, erschließt sich einem ebenso wenig. (3)

Long Weekend (1978)
Der bedauerlicherweise sträflichst vernachlässigte Mensch gegen Natur-Thriller aus Australien, komprimiert in seinen Mitteln und Wegen, gleichzeitig komplex in seinem Themenkreis, dessen einzelne Facetten sich ungeahnt überschneiden und beeinflussen, allgemein untereinander ein feinmaschiges Netz aus Bedeutungszusammenhängen bilden. Ein ungemein verdichtetes Drama, das seine Protagonisten attackiert, verletzt, entlarvt und entblößt, sie hin und her wogen, letztlich wie die unglückselige, verdammte Mannschaft eines leckenden, in Seenot geratenen Schiffes ins selbstverschuldete Verderben fahren und an den Klippen ihrer eignen von Blindheit geschlagenen Ignoranz zerbersten lässt. Ein außerordentliches, subtiles Meisterwerk in Form und Inhalt von in Kürze schwer erfassbarer Vielschichtigkeit. (9)

Long Weekend (2008)
30 Jahre später versuchte sich Jamie Banks an einem Remake des Geheim-Klassikers, wobei der Regisseur der nahezu makellos zwingenden Schlüssigkeit und Geschlossenheit des Originals wenig hinzuzufügen wusste, sodass er sich darauf beschränkte, Colin Egglestons Werk annähernd eins zu eins nachzustellen, maximal punktuelle Variationen beizutragen. Drum erweist sich "Long Weekend" 2008 in der Hauptsache als derselbe Film, eine manierliche Mimikry-Leistung, deren wenige Änderung indessen das, was keiner Änderung bedurfte, minimal aufbrechen. (7)

Once Upon a Time in... Hollywood (2019)
Exakt das, was Titel und Regisseur versprechen: ein Hollywood-Märchen, eine hingebungsvolle Hommage, eine Quentin Tarantino-Meta-Fantasie (in dem er endlich wieder ausgiebigst seinem Fuß-Fetisch frönen durfte...). Ich würde sogar wagen, ihn als Tarantinos "Ed Wood" zu bezeichnen: wie Tim Burton hat er niemals zuvor in vergleichbarer Weise seinem Medium seine Liebe offenbart, es vergleichbar betont in den Mittelpunkt seines Schaffens gestellt (sic!), wie Burton gibt er sich mit Haut und Haar der märchenhaften Verklärung seines Sujets und seiner Charaktere hin, insbesondere Sharon Tate betreffend, wie Burton schwelgt er schwärmerisch im Reich seiner Leidenschaft, schöpft Macht aus der Kraft der Fiktion. "Once Upon a Time in... Hollywood" ist Tarantinos zutiefst persönliche, schwärmerische, romantische Liebeserklärung an das Filmemachen, den 60er-Jahre-Film, den er speziell über die doppelbödige Brad Pitt-Leonardo DiCaprio-Kombination repräsentiert, und die Zeit des Umbruchs, die diese Epoche des Kinos darstellt, nicht zuletzt an seine Märchen-Prinzessin, der er das Happy End schenkt, dass ihr im wahren Leben beklagenswerter Weise nicht vergönnt gewesen war. Sozusagen nimmt er sie und alle anderen Figuren vor der Gefahr, die durch die harte Realität entsteht, in Schutz, überkommt jene vermittels der Macht des Kinos, liefert zudem das, was die Geschichte den Opfern schuldig geblieben ist: genüsslich brutale, blutige, gnadenlose Rache an ihren Peinigern, welche Tarantino schonungslos degradiert und über die er mittels seines Mediums triumphiert, so wie er das Kino in "Inglourious Basterds" einst erfolgreich über den Faschismus triumphieren lies. (8,5)

Wolfen (1981)
Sträflichst vernachlässigt zum Zweiten: Michael Wadleigh packender und atmosphärisch ungemein dichter urbaner Horror-Thriller fristet leider nach wie vor ein unseliges Schatten-Dasein in der Domäne der Geheimtipps. Fraglos verbirgt sich unter dem Genre-Deckmantel eine nicht allzu subtile Ökobotschaft. Das lindert die Wirkung des erschreckend alptraumhaften Porträts städtischer Abgründe und Abstumpfung hingegen keineswegs, im Gegenteil verknüpft Wadleigh die mystischen, übernatürlichen Elemente geschickt mit Bildern der in Trümmer liegenden South Bronx, den politischen Verwicklungen und Albert Finneys zynischen Noir-mäßigen Ermittler, der sukzessive das Schlummernde, Verdrängte wiederentdeckt, welches der aggressive, skrupellosen Urbanisierung zusehends zum Opfer fällt und ihr ihre Rücksichtslosigkeit gewissermaßen in gleicher Weise heimzahlt. Obschon der Aspekt der Indianer-Mystik somit die Grundlage für die dezent eingesetzten übernatürlichen Vorkommnisse konstituiert, bildet sie und der mit ihr assoziierte Kampf der Ureinwohner um den verbliebenen Rest ihrer Traditionen und ihres Lebensraumes bloß eine Teilmenge des tristen Gesamtbildes, das "Wolfen" zeichnet. (8,5)

Royal Corgi - Der Liebling der Queen [The Queen's Corgi(2019)
Kein großer Wurf, ist im Vergleich zu anderen grell-bunten, hyperaktiven Animations-Kinderfilmen wie "Pets" allerdings kaum nennenswert schlechter und natürlich durch und durch formelhaft: putzig-flauschiger privilegierter Held wird aus seinem Luxusleben gerissen und lernt eine andere, einfachere Art des Lebens kennen und lieben, garniert mit ausgefallenen, verrückten Underdog-Charakteren. Richtig in die Pötte kommt er nicht und fährt mit angezogener Humor-Handbremse, tut ansonsten nicht weiter weh. (5)

Hellboy - Call of Darkness [Hellboy(2019)
Oh weh. Womit soll ich nur beginnen (ausartender !!!Rant-Alarm!!!)?
Zunächst muss ich vorausschicken, dass ich ein großer Fan von Mike Mignolas Vorlage bin, die ich für ein über einen langen Zeitraum zur wahren Größe gereiftes, düsteres Fantasy-Horror-Meisterwerk halte, dessen Universum sich übrigens ununterbrochen weiterentwickelt. Guillermo del Toros "Hellboy" und "Hellboy II: The Golden Army" gehören ihrerseits trotz und aufgrund aller kreativen Freiheiten ganz ohne Frage zu meinen Lieblings-Comic-Verfilmungen, da sie Mignolas Werk im Kern begriffen und seine Impulse mustergültig weitergesponnen haben. Die Entscheidung des Studios, del Toros Trilogie im Geiste nimmermehr den ihr gebührenden krönenden Abschluss zu gönnen, ihr im Hinblick auf die schwächelnden Einkünfte eiskalt den Stecker zu ziehen, war eine dementsprechende immense Enttäuschung (freilich keine Überraschung). Der Ankündigung eines Reboots, das selbstverfreilich die werbewirksame Behauptung kolportierte, dass es sich mit den fremden "näher am Original"-Federn schmücken würde, stand ich infolgedessen skeptisch gegenüber. Trotz alledem und ungeachtet der katastrophalen Reaktionen wollte ich dem Reboot eine Chance einräumen, egal wie tief sich meine Erwartungshaltung auch situieren mochte. Anscheinend war bodenlos nicht tief genug...
Ich bin entsetzt. Entsetzt ob der Realität, in welchem unterirdischen Ausmaß Neil Marshall & Co. das Ding in den Satz gesetzt haben. Ihr "Hellboy" ist eine zerhackstückelte, chaotische Totgeburt, ein Möchtegern, eine abscheuliche "Deadpool"-"Transformers"-Farce, die "I, Frankenstein"-Version eines "Hellboy", ein misslungenes CGI-Gewitter gemäß dem Tom Cruise "The Mummy"-Debakel. De facto macht "Hellboy" 2019 alles falsch, versteht alles falsch, ignoriert alles, was Mignola und del Toro geschaffen haben. Er ist die von findigen Mark-Strategen gefilterte Verdummungs-Ausgabe, angepasst an die kontemporäre Superhelden-Seuche, speziell an den missglückten "Deadpool", dessen Machern, allen voran Ryan Reynolds, man zumindest zugestehen konnte, wenigstens Hingabe für ihr Projekt aufgewendet zu haben. Etwas, was sich für "Hellboy" nicht im Ansatz behaupten lässt, der dennoch versucht, seinem Helden den respektlosen, keck-unverschämten Anstrich eines Wade Wilson zu verpassen. In concreto bedeutet das ein tonal unfassbar missglücktes Oszillieren zwischen üblen Humor-Versuchen, dumme Witzeleien in den unpassendsten Momenten auf der einen Seite, verächtlich hingerotzten "ernsten" Momenten, die selbst dann hinter lustlosen CGI-Kloppereien zurückstehen, auf der anderen.
Aber das ist nicht das, was die Individualität von Hellboy ausmacht oder je ausgemacht hat. Sicherlich ist er sich weder in den Comics, noch in beiden vorangegangen Adaptionen für einen trockenen Spruch zu schade. Derweil dieses einzelne, magere Attribut für einen blendenden Nicht-Charakter der Marke Deadpool ausreichen mag (tut es in Wahrheit dort gleichfalls nicht), sind Hellboys One-Liner allerhöchstens eine Randerscheinung, seine Unverwechselbarkeit zeichnet sich alldieweil durch so viel mehr aus. Eines seiner grundlegendsten Wesensmerkmale ist etwa sein Status des Wanderers zwischen den Welten, der einesteils in das Reich der Fabelwesen und Monster gehört, anderenteils die Welt der Menschen vor seinesgleichen zu beschützen hat, sich zu diesem Zwecke auf einem Vernichtungsfeldzug wider seiner Artgenossen befindet und sich ständig im Kampf auf Leben und Tod mit Wesen befindet, denen er sich im tiefsten Innern verbunden fühlt, mit deren Motiven und Beweggründen er durchaus sympathisieren kann, sofern es sich nicht um die schrecklichsten Weltuntergangs-Strategien handelt. Dieses ich wiederhole GRUNDLEGENDE Dilemma wird im Reboot gänzlich in der Funktion einer vergessenswerten Nebenhandlung marginalisiert, eine unschöne Begleiterscheinung der Figur, die allerhöchstens arbiträr nach dem Motto "Oh, das müssen wir ja noch unterbringen" eingestreut wird, allein um sie im nächsten Moment fallenzulassen. Stattdessen werden Action und Sprücheklopfen als Kernstück des Geschehens fehlgedeutet und forciert.
Um das klarzustellen: der Einsatz von missglücktem CGI ist zwar ein (von mir dito) allzu gern herangezogener Kritikpunkt am Reboot, argumentiert am eigentlichen Kern des Problems dieser filmischen Katastrophe jedoch vorbei. Schlimmer macht sich der desaströse Umgang mit den elementaren Konstituenzien der Vorlage aus, die leichtfertig geopfert oder an den Rand gedrängt werden, um nichtssagender Nachäffung Platz zu geben. Man mag von del Toros Version halten was man will, zum mindesten wusste er sowohl Hellboys Naturell angemessen in Szene zu setzen, als auch den mythischen Wesen Gravitas und Tragik zu verleihen, derweil Marshall praktisch alle zu Witznummer herabsetzt, ein Kuriositätenkabinett von Freaks kreiert, das er regelmäßig der Lächerlichkeit Preis gibt (Milla Jovovichs Ober-Hexe, Hellboys ultimativen Endgegner wohlgemerkt, miteingeschlossen) oder zu simplen Monstern erniedrigt, einzig und allein dazu gedacht, von Hellboy blutigst und abscheulich gnadenlos zermatscht zu werden, ohne merkliche Konsequenzen für ihn selbst.
Del Toro hatte zudem im Kontrast zu Marshall sein Handlungsgerüst zu jeder Zeit im Griff, wusste um Maß und Richtung seines Stoffes. Marshall und Autor Andrew Cosby zeigen sich hingegen hoffnungslos überfordert mit dem Umfang des adaptierten Materials, bekommen all das Drama, all die Tragik, die gesamte epische Bandbreite, welche dieses Hellboys-Epos erfordert hätte, zu keinem Zeitpunkt unter einen Hut. Ständig entgleitet ihnen das Geschehen, zerfasert in Einzelepisoden, die sie nicht mehr zu einem kohärenten Ganzen zusammenzufügen vermögen. Gemessen an den Erzählungen, die sie sich aus den Comics herausgepickt haben, hätte es einer vollständig anderen Herangehensweise bedurft - die sich tonal außerdem eindeutig für eine Richtung hätte entscheiden müssen. Strukturell furchtbar unzusammenhängend und ohne durchdachte Dramaturgie steuern sie dergestalt auf ein Höhepunkt-loses Finale zu, dass einem Schlag ins Gesicht gleicht, weiß man um den Ausgang des Pendants im Comic, das sich eben nicht als halbherziges Episödchen eignet (der gesamte Nimue-Erzählbogen stellt, lässt man "Hellboy in Hell" außen vor, die Kulmination von Hellboys Lebensweg dar!), um schamlos Sequels anzuteasern (zuzüglich einer inzwischen obligatorischen, furchtbaren Post-Credit-Szene), die in dieser Form hoffentlich niemals das Licht der Welt erblicken. Überhaupt wirkt es als haben Marshall und Cosby die Vorlage weniger studiert, eher ziellos durchgeblättert, wahllos Seiten rausgerissen und willkürlich in das eigene Werk geklatscht, ohne auf den größeren Kontext und emotionalen Zusammenhalt zu achten. Da hilft es wenig, dass man viele an sich willkommene Elemente aus den Comics wiedererkennt (z.B. Ben Daimio), wenn sie ihrer grundlegenden Wesensart beraubt wurden: Mysterien und Rätsel, die in Comic-Form über Jahre hinweg Bestand hatten, werden lachhaft vorschnell aufgelöst und stümperhaft hingeschludert (wie zum Beispiel Hellboys Ursprung), Charaktere gewaltsam in ein Korsett gezwungen, dass ihnen nicht passt (Alice mutiert in der vorliegenden Form zu einer besonders nervigen und überflüssigen Kampf-Amazone, die praktisch gar nichts mehr mit ihrem Comic-Figur gemein hat) oder unsinnig ausgetauscht (warum Merlin und nicht Morgan le Fay?). Hinzu kommen der schrecklich unpassende Einsatz von Pop-Songs (man Vergleiche dies mit dieser wunderschönen, wohlüberlegten, darum herzerwärmenden Szene aus "Hellboy 2") und die allenthalben hundsmiserable Inszenierung.
Del Toro hat Kinomagie lebendig werden lassen. Marshall (ich will ihm nichts Böses, selbst ein besserer Regisseur hätte hier nichts retten können, die Schuld verorte ich habituell an den Produzenten, die kein eigenständiges Produkt, sondern ein stumpfsinniges Plagiat im Sinn hatten) hat einen furchtbaren B- bis C-Horror-Action-Film gedreht, der tut als wäre er mehr. Meine Einstellung gegenüber dem Reboot schwankt daher zwischen Wut, ob der grausamen Vergewaltigung der Vorlage, und Traurigkeit, dass für diesen Schwachsinn ein echter "Hellboy" geopfert werden musste - denn dieser wäre del Toros abschließender dritter Teil gewesen. Und kommt mir bloß nicht mit Box-Office-Argumenten, schließlich ist dieser Rohrkrepierer an den Kino-Kassen verdientermaßen krachend und abstrafend durchgefallen. Das Geld hätte also getrost an einen womöglich keine Rekorde brechenden, dahingegen allerwenigstens inhaltlich und künstlerisch zufriedenstellenden Teil 3 mit Ron Perlman verschwendet werden können. Ernsthaft! (1)

Das China Syndrom [The China Syndrome(1979)
Ein beängstigender, wenn auch einseitig geschilderter polemischer Polit-Thriller, erfüllt von einerseits berechtigter Skepsis und Kritik gegenüber den rücksichtslosen Machenschaft einer Industrie, die aus blankem Gewinnstreben auf Kosten der Sicherheit und Menschenleben am falschen Ende spart, im Störfall gar Bauernopfer ins Feld führt, andererseits nebenher an den Medien, ihrem Kratzfüßeln vor Vertretern besagter Industrie, ihrem Umgang mit der Wahrheit und nicht zuletzt ihrem weiblichen Personal. Alles zugegeben hochspannend und mitreißend dargebracht - und Jack Lemmon ist sowieso toll. (7,5)

Logic Room - Der Tod ist unberechenbar [La habitación de Fermat (Fermat's Room)(2007)
Der Thriller für die Liebhaber von mathematischen Logik-Rätseln unter den "Saw" und "Cube"-Fans, nicht unbedingt von Logik notabene, dafür ist er zu reißerisch, zieht gekonnt zunehmend die Spannungsschraube an, bietet Wendungen am laufenden Band und erhöht den Druck auf Probanden und Zuschauer gleichermaßen. (6,5)

Der große Eisenbahnraub [The The Great Train Robbery(1903)
Kann man nicht viel zu sagen, ein exemplarisches filmhistorisches Dokument, eine schnieke Frühleistung des Actionfilms, flott, temporeich und für die Zeit nicht unterschätzen innovativ. (8)

Hell's Resident [Películas para no dormir: Para entrar a vivir (Films to Keep You Awake: To Let)] (2006)

Anger of the Dead (2015)
Für einen günstig produzierten B- bis C-Zombie-Horror beinahe ordentlich, klaut sich natürlich einiges zusammen, gerne von "The Walking Dead", wirkt dadurch und aufgrund des eingeschränkten Budgets wie eine schwache Doppelfolge besagten großen Bruders. Geht schlimmer. (3,5)

John Wick: Kapitel 2 [John Wick: Chapter 2(2017)
Wie sein direkter Vorgänger chic anzuschauender Style over Substance, sieht schmuck aus, ist rasant, mit einer nicht zu verachtenden Prise Härte choreografiert und... damit hört es ehrlich gesagt auf. Darin unterscheidet sich das Sequel kaum vom Erstling, ergeht sich höchstens verstärkt in seinem verqueren World-Building eines Profikiller-Kosmos-Franchises. Unter diesen Bedingungen und dem Eindruck, dass Kapitel 2 bereits im Hinblick auf den Nachfolger im Gedächtnis konzipiert wurde, ergibt sich bestenfalls das Bild eines Zwischenstücks, eines Intermezzos, einer Sprosse auf dem Weg zum Ziel. Darin (und den unzähligen weiteren geplanten Spin-offs und Serien-Ablegern und watt-weiß-ich) nähert sich "John Wick" unangenehm der Franchise- und Serien-Struktur eines MCU oder kontemporärer Serien-Unterhaltung an. (6)

Shaun das Schaf - Der Film: UFO-Alarm [A Shaun the Sheep Movie: Farmageddon(2019)
Shauns zweites Kino-Abenteuer, ein herziges, witziges, flauschiges und kuscheliges Science-Fiction-Märchen, gespickt mit liebevollen Easter Eggs und Hommagen an das Genre, nicht minder hinreißend wie sein erster Ausflug auf die Leinwand. (7,5)

John Wick: Kapitel 3 [John Wick: Chapter 3 - Parabellum(2019)
Knüpft grosso modo in allen Punkten, inhaltlich wie formell, nahtlos an den Vorläufer an. Zunächst einmal setzt er am Cliffhanger des Antezessors an und führt das durchgestylte Treiben, das durchchoreografierte Schießen, Schlitzen und Schlagen, das Sterben und Töten, sein formvollendetes Killer-Ballett übergangslos fort. Darüber hinaus bleibt Chad Stahelski seinem Style over Substance-Konzept konsequent treu, bietet ein unaufhörliches, abwechslungsreiches Action-Dauerfeuer in Hochglanzoptik, das abseits des Dauerbeschusses kaum Schritt hält. So richtig packen vermag das Spektakel demnach nicht, es fehlt schlicht ein emotionaler Überbau, den John Wicks Debüt etwa noch vorzuweisen hatte, die beste und zugleich originellste Action-Szene, der Schlagabtausch im Waffen-Museum, wo sich die Kontrahenten unter Einsatz aller sich um sie herum in Schaukästen befindlichen Hieb- und Stich-Waffen beharken, verbrät Stahelski gleich zu Beginn und erreicht niemals wieder einen gleichartigen Höhepunkt. Erfreulich ist die Beteiligung von Darstellern wie Mark Dacascos, Anjelica Huston, Yayan Ruhian oder Cecep Arif Rahman, das (aus Teil 2 wiederholte) Wiedersehen zwischen Neo und Laurence "Morpheus" Fishburne betrachte ich daneben als besonderen Gag und ein sympathisches Augenzwinkern. (6,5)























17 - 6,3 (106,5)

Montag, Oktober 14, 2019

Action Man

Ja...