Montag, Oktober 16, 2017

Kurzreviews Oktober/I/2017

Hiermit präsentiere ich wiederum die 10 Filme und 7 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat Oktober gesehen habe:


Serien-Staffeln
Doctor Who (Season 6) (1968-1969) - (6-8,5+) 
Doctor Who: The Return of Doctor Mysterio (2016) - (6,5+)
Stranger Things (Season 1) (2016) - (6-7)
Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert [Star Trek: The Next Generation] (Season 5) (1991-1992) - (10)
Doctor Who (Series 10) (2017) - (7-8,5+)
Archer: Dreamland (Season 8) (2017) - (7-7,5+)
Doctor Who (Season 7) (1970) - (6,5-7,5+) 

Filme
Tad Stones - Der verlorene Jäger des Schatzes! [Las aventuras de Tadeo Jones (Tad, the Lost Explorer)] (2012)
Sind die Kinder zu jung für "Indiana Jones", bietet "Tadeo Jones" ein nettes Einstiegsprogramm, das alle denkbaren Klischees samt und sonders überraschungsarm durchkaut, sowie einen liebenswürdigen Helden (ein bemerkenswert unbemerkenswerter Everyguy, der sich durch seine Leidenschaft und Abenteuerlust auszeichnet) samt knuffiger Entourage. (6)

Es [It] (2017)
Andy Muschietti ist eine bemerkenswerte Stephen King-Adaption gelungen, zu der freilich die Darsteller einen unschätzbaren Löwenanteil beisteuern, sie regelrecht tragen. Oftmals ist es schlicht ein Genuss, ihnen zuzusehen, den Losers Club in Aktion zu erleben. Fast alle Jungschauspieler machen einen ausgezeichneten Job (einzig Chosen Jacobs konnte mich nicht immer überzeugen), wobei die Krone unweigerlich an Sophia Lillis geht. Überhaupt gefällt die Herangehensweise, sich im ersten Teil zur Gänze auf die Erlebnisse der Protagonisten im Jugendalter zu konzentrieren, was dem Freundeskreis viel nötigen Raum zur Entfaltung gibt, sie nicht zu Nebendarstellern in Rückblenden degradiert, obendrein den Coming of Age-Aspekt willkommen betont (den zu ignorieren bzw. dessen Betonung zu kritisieren höchstens von fundamentalem Missverstehen der Vorlage zeugt). Die Horrormomente fügen sich nicht immer nahtlos in diese Geschichte ein, sind in der Regel allerwenigstens effektiv und dahingehend verständig inszeniert, eine bedrohliche Stimmung zu evozieren, auch dank Bill Skarsgård, der eine vortreffliche Darbietung als Pennywise liefert. Kurzum: eine lobenswerte Neuverfilmung, deren Erfolg Hoffnung macht. (8)
Red State - Fürchte Dich vor Gott! [Red State] (2011)
Oh je, Kevin Smith war kräftig wütend, teilt demgemäß kräftig aus, gibt sich unverhohlen zynisch und verdrossen, hetzt mitleidlos Sektenmitglieder und Polizeikräfte aufeinander und nimmt dabei keine Gefangenen. Das resultiert in einem dermaßen ungezügelten Rundumschlag, dass kein homogenes Ganzes entstehen will, Smith in einer Vielzahl von einzelnen Versatzstücken versinkt, die alles wollen, letztlich wenig erreichen. (5)

Tusk (2014)
Kevin Smith goes "Human Centipede" mit Walrössern. Wie "Red State" in Bausch und Bogen gegen einen allgemein verträglichen Konsens gebürstet, eine groteske Ausgeburt eines Scherzfilms, der sich seines Tons nie sicher sein kann, darüber eine ureigene, absonderliche Wirkung erzielt, die zwischen bizarrem Amusement und blanken Degout schwankt. Da er über kein eigentliches Ziel verfügt, in erster Linie Verwirrung stiftet, ist das Ergebnis ähnlich unentschlossen und verstreut wie "Red State". (5,5)

Der Blade Runner [Blade Runner] (1982)
(Final Cut).

Explorers - Ein phantastisches Abenteuer [Explorers] (1985)
Wie "Monster Squad" die fabelhafte Wirklichkeitswerdung eines Jungentraums. Man stelle sich bloß vor: als Science Fiction-Fan eröffnet sich einem die Möglichkeit, ein eigenes Raumschiff zu basteln und damit tatsächlich auf Tuchfühlung mit Außerirdischen zu gehen! Wer wäre da als Heranwachsender nicht begeistert? Zumindest in den 80ern. Und im Gegensatz zur unterwältigenden Serie "Stranger Things" (s.o.) weiß Joe Dante diese Magie, das zauberhaft abenteuerliche, die jugendliche Begeisterung in kindlich sehnende Bilder einzufangen. Wenn auch größtenteils problembefreit: wunderschön zum Wohlfühlen. (7)

Casanova (2005)
Der triggert mich bekannterweise in vielfacher Weise positiv: eine romantische Kostüm-Komödie vor barocker Kulisse plus ein wenig Sturm und Drang, ein aufreizender Bilderbogen, ein frivoles Lust- und Verwirrspiel, köstlich gespielt und hingebungsvoll romantisch. Ein hinreißender Genuss - naja, für mich wenigstens. (7,5)

Vidocq (2001)
Für den habe ich seit jeher eine absonderliche Schwäche. Ich denke, das liegt an der düsteren Atmosphäre, die Pitof heraufbeschwört, eine auf eigentümlich kapriziöse Art und Weise bildgewaltige Darstellung Paris als dreckiger, liederlicher Moloch, wo hinter der Fassade gesellschaftlichen Umbruchs grauenhaftes geschieht, eine zutiefst narzisstische Upperclass unaussprechliches verrichtet, während die Bevölkerung im Chaos versinkt. Den digitalen Look müsste ich eigentlich hassen, in Wahrheit gibt er der Geschichte jedoch eine angemessenen schäbige Erscheinungsform, die der Hässlichkeit des Erzählten Tribut zollt: verzerrte Blickwinkel, groteske Nahaufnahmen, ein nichts beschönigender Voyeurismus machen "Vidocq" zu einem gleichermaßen unangenehmen, wie faszinierenden Fantasykrimi. (6,5)

Die Besucher [Les visiteurs (The Visitors)] (1993)
WTF ist hier bei der Synchronisation bloß schief gelaufen? Selbst Rainer Brandt würde sich bei dieser hanebüchenen Ansammlung idiotischer Albernheiten, die allen Beteiligten in der deutschen Fassung ohne Rücksicht auf Sinn und Verstand oder Sinn für Humor in den Mund gelegt werden (von 10 Gags pro Sekunde zünden vielleicht zwei), ratlos abwenden. Womit ich der an sich bereits albernen Zeitreisekomödie nicht zugestehen möchte, im Original merklich witziger oder intelligenter (wie es der deutsche Wikipedia-Artikel redlich darzustellen sucht) auszufallen, nichtsdestotrotz setzt die aufgekratzte Blödelsynchro dem Unfug die Narrenkappe auf, kann unter keinen Umstände in normalem geistigen Zustand über Spielfilmlänge durchgehalten werden (und ich liebe Rainer Brandt-Synchros), sofern man sie überhaupt 5 Minuten durchzustehen vermag. Ich bin ein wenig rat- und sprachlos, wie ich eine offizielle Kinosynchro zu finden habe, die wie eine lustig gemeinte Fan-Synchro aus dem Internet anmutet. Andererseits ist ein Mindestmaß an Faible für Schnoddersynchros bei mir vorhanden - so oder so bewegen wir uns hiermit ganz scharf an der Grenze des Erträglichen. Nur auf welcher Seite? (3)

Blade Runner 2049 (2017)
In einer Kinolandschaft, wo einfallslose Nachstellungen 80er-Jahre-Klassiker oder müde Neuerzählungen derselben Geschichte dominieren, fällt Denis Villeneuves Sequel merklich aus dem Rahmen, allein deswegen, weil er verbaliter eine Fortsetzung gedreht hat: der Versuch, das Original weiterzuentwickeln, weiterzuerzählen, anstelle einer Zweitausfertigung, deren einziges Anliegen darin liegt, den Vorgänger an Spektakularität zu übertreffen. Villeneuves Erzählmodus ist äußert ruhig, langsam, er schickt seinen Protagonisten in Verkleidung einer Detektivgeschichte auf Identitätssuche, nach der Natur seiner selbst und seiner Artverwandten in einer entfremdenden Welt. Was wenig Raum für herkömmlichen Science Fiction-Pomp oder Action lässt, dafür in wundervollen Bildern eine schmerzhafte Suche nach sich selbst, nach dem Ursprung, nach der Zukunft ausbreitet. Ich weiß noch nicht, wie sich "Blade Runner 2049" bei weiteren Sichtungen entwickelt, der Ersteindruck ist ohne jede Frage zutiefst eindrücklich, überwältigend, berauschend, die Bilder nehmen einen gefangen (obgleich ich Jordan Cronenweth gegenüber Roger Deakins knapp den Vorzug geben würde), die Geschichte wirkt trotz der langen Laufzeit und des Erzähltempos anregend, aber nie ermüdend oder überheblich. Letztlich empfiehlt sich Villeneuve auch mit diesem Film als einer der interessantesten Regisseure, die zurzeit Kino machen. (9)

Star Trek - Der Film [Star Trek: The Motion Picture] (1979)
Als Trekkie fällt eine objektive Bewertung des oft gescholtenen ersten Kinoabenteuers der Enterprisecrew naturgemäß schwer. Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich Gefallen an Robert Wise Ansatz einer 2001-esken Odyssee finde, den Zuschauer via Blickwinkel der Kamera eine unvergleichliche Weltraumerfahrung machen zu lassen. Der visuelle Aspekt, das über den fremdartigen Anblick des Inneren der Wolke gleitende Auge sind dementsprechend das stärkste, was der Film zu bieten weiß, erzählerisch steht er dahinter leider zurück. (7)
















10 - 7,5 (74,5)

Montag, Oktober 09, 2017

Montag, Oktober 02, 2017

Kurzreviews September/2017

Hiermit präsentiere ich wiederum die 15 Filme und 4 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat September gesehen habe:


Serien-Staffeln
X-Men (Season 1) (1992-1993) - (6,5-7)
Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer (Season 7) (2016) (7-8,5)
Doctor Who (Season 5) (1967-1968) - (6-8,5)
Tabu [Taboo] (Series 1) (2017) - (7-8,5)

Filme
Samurai Cop (1992)
Amir Shervan, die Ausgeburt an Inkompetenz. Sein "Action-Thriller" "Samurai Cop" ist resultierend Trash, der seinesgleichen sucht, ein hoffnungslos unfähiger Versuch Filme wie "Lethal Weapon" zu kopieren, angereichert um alberne Schussgefechte, lächerliche Martial Arts-Kloppereien und überflüssige Sex-Szenen, hundsmiserable ins Werk gesetzt. Grandios! (Trash-Skala: 8)

Don't Breathe (2016)
Nach seinem "Evil Dead"-Remake präsentiert uns Fede Alvarez einen nervenaufreibenden Home Invasion-Thriller vor der der trostlosen Kulisse Detroits, geschickt gesteigert dadurch, dass Alvarez seine Protagonisten und damit den Zuschauer unaufhörlich in die Enge treibt, dabei ambivalent in der Figurenzeichnung bleibt, da man sich kaum eindeutig auf die eine (Einbrecher und Diebe, obgleich aus nachvollziehbarer Motivation) oder die andere (ein erblindeter, von der Gesellschaft im Stich gelassener Veteran) schlagen möchte. So oder so aufregend bis zuletzt. (7,5)

Die Mumie [The Mummy] (2017)
Von A bis Z völlig verkorkster Einstieg in ein Franchise, das von mir aus schnellstens wieder in der Versenkung verschwinden kann. Wer braucht bitte ein Universal-Monsters-Pendant zum bereits das Kino quälenden MCU? Ich mag Tom Cruise als Darsteller, er ist in der Tat einer der letzten großen Hollywoodstars, in der Regel ein Garant für ordentliche Blogbusterunterhaltung - hier ist er dahingegen ganz und gar fehlbesetzt, lenkt den Fokus unnötig vom einzig Highlight des Films, Sofia Boutella als eponyme Mumie, ab, seine Versuche Komödie zu machen sind peinlich missglückt, die Chemie zwischen ihm und der langweiligen Annabelle Wallis ist inexistent. Addiert man dazu Russel Crowe und wirft einen Blick auf die Regie (Alex Kurtzman, inklusive Kumpan Robert Orci auf der Liste der Produzenten)... schönen Dank, da gucke ich lieber hundert Mal die beiden Brendan Fraser-Mumien-Filme. Und bitte, bitte, bitte lasst die Finger vom Gilman. Der einzige, dem ich zutraue, jenem eine würdevolle Neuverfilmung zu verpassen, ist Guillermo del Toro - und der hat bereits etwas vergleichbares abgedreht. (3)

Critters 2 - Sie kehren zurück [Critters 2: The Main Course] (1988)
Welcher Dämlack kam auf die filmzerstörerische Idee, den Critters in der deutschen Fassung hö, hö, hö-lustige Kommentare in den Mund zu legen? Und mir egal, ob sich die zahlreichen Synchronisations-Gegner befriedigt und selbstgefällig die Hände reiben: ich gucke viel im Original, ab und zu dennoch gerne gelungen synchronisierte Filme - dazu gehört dieser nicht. Sowieso ein minder spaßiger Abklatsch des Erstlings, der zwar nahtlos an diesen anschließt, sympathische Charaktere sein Eigen nennt, ein, zwei schräge Ideen parat hält, jedoch nie richtig Tempo aufnehmen will, macht er umso mehr deutlich, dass es sich bei der "Critters"-Reihe höchstens um die B-Version von Gremlins handelt. (B-Movie-Skala: 5)

Fright Night - Die rabenschwarze Nacht [Fright Night] (1985)
80er-Rehash des guten, alten Vampirfilms plus zeitgenössischem Flair, der sich durch Roddy McDowalls abgehalfterten Film-Vampirjäger selbstironischer gibt als er tatsächlich ist. Aber bei allem Unterhaltungsfaktor, den McDowalls Auftritte hergeben, erzählt Tom Holland auch eine Geschichte von Teenagerliebe und sexuellem Erwachen, Themen, die er in einigen Szenen ganz ausgezeichnet evoziert, unterstützt von Chris Sarandons verführerischer Ausstrahlung. "Fright Night", denke ich, hat einen Ruf, den der Film letztlich nicht einhalten kann, doch was er bietet, ist eine gelungene Mischung aus Horror, juveniler Erotik, schicken Effekten und einer Prise Humor. (7)

Mein Nachbar der Vampir [Fright Night Part 2] (1988)
Manche können mit dem Sequel mehr anfangen, ich gehöre nicht dazu. Von den vielen reizvollen Ideen, etwa die Bedrohung nun durch einen weiblichen Vampir, empfand ich keine als hundertprozentig zufriedenstellend umgesetzt, die stärker charakterisierte Entourage der Obervampirin erweckt gar den Eindruck, es hier mit einer verlorengegangen Buffy-Staffel zu tun zu haben. (6)

Ein Brief an Momo [ももへの手紙 Momo e no tegami (A Letter to Momo)] (2011)
Ein thematisch vielen Studio Ghibli-Produktionen nicht unähnlicher Anime, wenn das Übernatürliche in den Alltag der jungen Momo einbricht, ihr dabei hilft, ihre persönlichen Schwierigkeiten zu überwinden und sich in ihrer neuen Umgebung zurecht zu finden. Insofern nichts neues, nichtsdestoweniger äußerst sympathisch, feinfühlig und gleichermaßen unterhaltsam, wie aufrichtig im Ansinnen, zumal wunderschön animiert. (7)

Undisputed IV: Boyka Is Back [Boyka: Undisputed IV] (2016)
Habe ich lange vor mir hergeschoben, unter anderem da, entschuldige Todor Chapkanov, Isaac Florentine nicht mehr den Regie-Posten innehatte. Leider macht sich das bemerkbar, letzten Endes liefert der vierte Teil nicht mehr auf demselben Niveau wie die Vorgänger Florentines, dessen Inszenierung es immerhin einen zu vergessen geschafft hat, einen B-Actionklopper zu sehen. Numero 4 kann das nicht, trotz einer brauchbaren Geschichte und ordentlichen Fights ist das von vorne bis hinten unverkennbar B-Material, die finale, unspektakuläre Schießerei sogar merklich drunter. Wenigstens anguckbar dank der Martial Arts-Stunts und Scott Adkins. (B-Action-Skala: 6,5)

Die Blaue Dahlie [The Blue Dahlia] (1946)
Klassischer Film Noir nach einem Drehbuch von Raymond Chandler, dessen größter Pluspunkt das weitverzweigte Figurengeflecht darstellt, das es zu durchschauen gilt und das bis zur "großen Enthüllung" die Tätersuche willkommen erschwert. Allerdings hinterlassen nicht alle Charaktere einen nachhaltigen Eindruck, Alan Ladd erscheint etwas langweilig als Held der Geschichte und Veronica Lane mag man meinen ist einzig aufgrund der notwendige Präsenz einer Femme fatale im Film. Schwach außerdem die Konfrontation am Ende, die in einer konfusen Whodunit-Konvention mit wenig Wirkung verpufft. (6,5)
The Equalizer (2014)
In Unkenntnis der 80er-Serie. Kurios, in mancherlei Hinsicht ist "The Equalizer" die "Punisher"-Verfilmung, auf die Comicfans gewartet haben. Oder die "Hitman"-Verfilmung, die sich alle erhofft haben. Überhaupt: warum adaptiert Antoine Fuqua nicht "Hitman" mit Denzel Washington als 47 (der ist nicht schwarz? Who the fuck cares, ich könnte mir inzwischen keinen besseren in der Rolle vorstellen). Fuqua ist ein klarer Hit-or-Miss-Kandidat, unter seinen Hits findet sich dafür eine ganze Reihe gelungener Actionthriller, zu denen sich "The Equalizer" dazugesellt. Gerade die Weigerung, ihn zum Action-Overkill verkommen zu lassen, die gute Inszenierung, speziell in den ruhigeren Momenten des ersten Drittels, Washingtons Charisma, Marton Csokas und schlussendlich die Steigerung in den Schlusskampf erheben ihn über das handelübliche Actioneinerlei. (7,5)

John Wick (2014)
Ein Überraschungshit, der Keanu Reeves aus der Versenkung geholt hat. Zugegeben: die Schießereien sind stylish, rasant choreografiert, die Optik kann sich passend dazu sehen lassen. Nur hört es dort bereits auf, über diesen massiven Style over Substance kommen die Stuntleute David Leitch und Chad Stehlski in ihrem Regie-Debut nie hinaus, verlieren sich ferner in ihrem World-Building-Versuch und Coolness-Flair, womit sie einen angemessen grimmigeren Ton verpassen. Sintemal die Rache-Geschichte emotional nach dem Einstieg nicht mehr Schritt hält und Reeves offen und ehrlich die Leindwandpräsenz für diese Rolle vollständig abgeht. (6,5)

Monster Busters [The Monster Squad] (1987)
Die Goonies auf Monsterjagd und mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen: rundherum eine schäumende Jungensfantasie, wie sie nur aus den 80ern stammen konnte, kompakt, temporeich und unterhaltsam. (6,5)

Die Nacht der Creeps [Night of the Creeps] (1986)
Eine Zitate austeilende, Namedropping betreibende Hommage an geläufige Horror und Sci-Fi-Tropen, beschauliches Späßchen. (6)

Die Rache der Eierköpfe [Revenge of the Nerds] (1984)
Durch und durch 80er-Jahre Blödelkomödie, durch die depperte deutsche Synchro noch verstärkt. Geistesblitze braucht man hier demnach selbst von den Nerds (oder "Scheissern"...) nicht zu erwarten, wie der Film sich sowie so eher in der Bestätigung denn Widerlegung von Nerd- und Jock-Klischees ergeht. Und angesichts der kontemporären Nerdkultur verlieren viele (Un)Taten der Nerds (u.a. das heimliche Filmen nackter Studentinnen der verfeindeten Verbindung, inklusive Verkauf der dadurch erschlichenen Bilder...) deutlich an Charme, von der indiskutablen "Vergewaltigungsszene" ganz zu Schweigen. (6)

Der Bucklige von Soho (1966)
Und es ward Farbe im Edgar Wallace-Kosmos! Nach den ersten Eingewöhnungsschwierigkeiten kann man nicht umhin, Alfred Vorhers Einstieg in die bunte Welt des Wallace-Krimis seiner exploitativen Qualitäten wegen zu schätzen, die der in Krimi-Konventionen festgefahrenen Reihe auch im übertragenen Sinne wieder etwas Farbe verliehen haben. (7)




















15 - 6,4 (96)