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Dienstag, April 21, 2020

Kurzreviews Januar/2020

Hiermit präsentiere ich die zweite nachträgliche Review-Liste der diesmal 24 Filme und 2 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Januar gesehen habe:


Serien-Staffeln
Das Büro [The Office(Season 5-6) (2008-2010) - (7-8)
Todd McFarlane's Spawn (Season 1) (1997) - (7-7,5)

Filme
Nachtasyl [どん底 Donzoko (The Lower Depths)] (1957)
Kurosawa Akiras werktreue Adaption von Maxim Gorkis Schauspiel besitzt eine unübersehbar theaterhafte Komponente: der Schauplatz beschränkt sich auf zwei Räumlichkeiten desselben demarkierten Orts, die überschaubare Dramatis personae ist fix, sogar Akt-Übergänge lassen sich ausmachen. Dementgegen erweckt "Donzoko" zu keiner Zeit einen befangenen theaterhaften Eindruck. Im Gegenteil: das komprimierte, räumliche begrenzte Setting scheint Kurosawa nachgerade zu beflügeln: je beengter der Raum, desto reicher die Ausdrucksmöglichkeiten des Regisseurs und seiner Darsteller, deren Arrangement umso wohlbedachtere Präzision erfordert. "Donzoko" ist zuvorderst ein Ensemblefilm, in welchem fraglos ein jeder beachtliches leistet, die Gruppe als Ganzes, als Einheit alldieweil unverkennbar im Mittelpunkt steht. Und Kurosawa versteht es meisterlich, diese Einheit anzuführen, jedem einzelnen Akteur zur rechten Zeit gebührend Spielraum zu entbieten. Inhaltlich richtet er sein Augenmerk auf die Außenseiter der Gesellschaft, die Randfiguren, die Verlierer und Verlorenen, die bei alledem indessen nicht den Hoffnungslosen gleichzusetzen sind. Denn es ist die Hoffnung, genährt von ihren Sehnsüchten, ihrem Wunschdenken, ihren Verlusten und vergeblich erträumten Luftschlössern, welche diese Existenzen am Rande der Verzweiflung am Leben erhält, sie antreibt, Lieben, Freuden, Tod und Leiden ertragen lässt - so utopisch unerfüllbar einem diese Hoffnung auch dünken mag. Letzten Endes gleicht "Donzoko" "Rashomon" in seinem Spiel mit Wahrheit, Dichtung, Illusion, konstatiert übereinstimmend eine fatale Wechselwirkung zur trügerischen, zwingenden Selbstwahrnehmung, die oftmals, beinahe immerfort Selbsttäuschung gleichkommt und von der sich zu lösen höchstens in wenigen Ausnahmefällen gelingen mag. Dass Kurosawa sowohl Vorlage, als auch Eigenerzeugnis als heitere Angelegenheit empfand, mag zunächst irritieren, bei näherer Betrachtung wird man dahingegen feststellen, wie eng Humor und tragischer Fatalismus hier als miteinander verknüpft und unabdingbar voneinander abhängig und ableitbar betrachtet werden. Zumal sich aus dieser Haltung erklären lässt, warum "Donzoko" trotz allem ein derartig unterhaltsames, zugleich nachdenkliches Stück geworden ist, das oftmals hinter Kurosawas prestigeträchtigeren Werken unberechtigterweise in den Hintergrund zu rücken scheint. (9)

Die Verborgene Festung [隠し砦の三悪人 Kakushi toride no san akunin (The Hidden Fortress)] (1958)
Zweifelsfrei Kurosawa Akiras zugänglichster Film, ein keckes, mitreißendes, stellenweises ironisches Jidai-geki-Abenteuer in exquisiten Breitwandaufnahmen, dass bewusst sein Comic Relief-Pärchen zum protagonistischen Kern macht. Ich gebe unumwunden zu: "Kakushi toride no san akunin" ist nicht mein Lieblings-Kurosawa. Gleichwohl werde ich ihm seinen enormen Spaßfaktor nicht in Abrede stellen. Inzwischen ein zweischneidiges Schwert ist sein janusgesichtiger Status des inspirativen Quells für "Star Wars", bedenkt man die Umwälzungen, welche George Lucas Sternenkrieger-Saga hervorgerufen hat und die Disney heute auf katastrophale Weise totzureiten versucht... (7,5)

Allein unter Nachbarn [La comunidad(2000)
Álex de la Iglesia-typische Farce, angesiedelt im Sündenpfuhl des spanischen Mietshauses, deren kunterbunt schrullige Bewohner sich vor Gier gegenseitig an die Gurgel gehen. Salopp formuliert: wäre James Stewart in "Rear Window" nicht an den Rollstuhl gefesselt gewesen und hätte sich in eigener Person in das beobachtete Gebäude begeben, vielleicht wäre ihm ein vergleichbares Abenteuer widerfahren... vorausgesetzt die Bewohner wären raffgierige Verrückte gewesen. Spaßig! (7)

Citizen Kane (1941)
An Orson Welles vermeintlich besten Film aller Zeiten muss sich jeder Cineast zwangsläufig mindestens einmal im Leben die Zähne ausbeißen und wird dafür mit einer einzigartigen Biographie Noir belohnt, die allen Konventionen des Biopics zuwiderläuft, indem sie sich weigert, eine planmäßige, geradlinig chronologische Aneinanderreihung von Lebensstationen seiner Hauptfigur vorzulegen, anstelle dessen eine assoziative Verkettung von Eindrücken und Erinnerung in bereits gefilterten Aussagen von Anderen collagiert, die ein vielgestaltiges und vielschichtiges Puzzlespiel ergibt, ein zertrümmertes Mosaik eines Menschenlebens, dass es wieder zusammenzusetzen gilt, nicht eines, dass man bequem vorgesetzt bekommt und einem das Mitdenken erübrigt. Ein revolutionäres Bravourstück, dem es leider nicht vergönnt gewesen war, die gängige Form des öden formelhaften Biopics zu begraben. (9,5)

Die Bösen schlafen gut [悪い奴ほどよく眠る Warui yatsu hodo yoku nemuru (The Bad Sleep Well)] (1960)
Erstes Erzeugnis von Kurosawa Akiras eigener Kurosawa Productions, die er gründete, nachdem sein Vertrag mit Toho ausgelaufen war, und ein weiterer Gendai-geki Noir Kurosawas nach "Yoidore Tenshi" und "Nora Inu". Scheinbar befand ich mich in der falschen Stimmung für das, was der Regisseur sich vorgestellt hatte: enttäuschenderweise sagte "Warui yatsu hodo yoku nemuru" mir nicht zu, aus mehreren Gründen. Grundsätzlich zu langatmig, zu theaterhaft wirkte er auf mich. Man nehme zum Beispiel die den Film eröffnende Hochzeit, die gerne als brillant in Szene gesetzte Exposition angeführt wird, die auf mich im Gegensatz dazu arg bräsig erschien. Was dort geschieht, ist, dass die anwesenden Reporter und Journalisten in der Funktion eines Theaterchors ohne größere Raffinesse die für die Handlung zentralen Personen aufzählen, beschreiben und ihre Beziehungen untereinander erklären, was für mich einem bühnenhaften, erklärbärigen Zähfluss gleichkam. Korrespondierend dazu löst Kurosawa den dramatischen Höhepunkt gen Schluss nicht in Bildern auf, sondern lässt davon berichten: was geschehen ist, die Kulmination der aufwühlenden Ereignisse, welches Schicksal die Protagonisten ereilte, wird einem indirekt, schwafelig vorgetragen. Um nicht missverstanden zu werden: ich habe bestimmt nicht auf einen vordergründige Spannung forcierenden, nervenaufreibenden Thriller von Kurosawa spekuliert. Dass er sich auf das Drama, die Charaktere und Anprangerung von Korruption, Bestechung, Unterschlagung und den verdorbenen, amoralischen Subjekten der japanischen Oberschicht, die selbst vor heimtückischem Mord nicht zurückschrecken, konzentrieren würde, war zu erwarten. Auf die spannungslose, ermüdende Umsetzung, die sich mir präsentierte und die mehr auf Worte als auf Bilder zu vertrauen schien, war ich andererseits nicht gefasst. Möglicherweise komme ich mit Kurosawas moralinsauren Predigten einfach nicht zurecht oder möglicherweise hat mich sein Pseudo-Hamlet auf dem falschen Fuß erwischt. Mal schauen, was das nächste Wiedersehen ergibt. (6)

Yojimbo - Der Leibwächter [子用心棒 Yōjinbō (Yojimbo)] (1961)
Eine der erfolgreichsten und ikonischsten Großtaten Kurosawa Akiras, dessen Vermächtnis und weitreichend Einfluss auf verschiedenen Genres man niemals unterschätzen sollte. "Yojimbo" ist aufgrund seiner abenteuerlichen Chambara-Qualitäten, des spitzfindigem Humors und Mifune Toshirōs obercoolen sittenwidrigen, amoralischen Ronins ohne Frage dem Zweig von Kurosawas Unterhaltungskino zuzuordnen. Je nach Sichtweise ist er sogar Kurosawas einzige Vollblut-Komödie, wenngleich er auf seinen sozialkritischen Standpunkt nicht verzichtet: die hiesigen durch und durch verdorbenen, unrettbaren Dorfbewohner haben alle Prinzipien von Ehre, Samurai-Tugend und Menschlichkeit über den Haufen geworfen und sich der niedrigsten Form der Gier hingegeben, was Kurosawa in einem überspitzten, komödiantischen Gestus karikiert, nichtsdestotrotz seinem kritischen Blick auf seine Zeitgenossen gut wiedergibt. Die kraftvolle Inszenierung, Miyagawa Kazuos wunderbare, räumliche Kameraarbeit und Sato Maserus ausgezeichneter Score runden diesen Meilenstein zusätzlich ab. (8,5)

Sanjuro [椿三十郎 Tsubaki Sanjūrō(1962)

Zwischen Himmel und Hölle [天国と地獄 Tengoku to Jigoku (High and Low)] (1963)
Hat mir im Vergleich zu "Watsui yatsu hodo yoku nemuru" bei allen Parallelen mehr zugesagt: ohne in seinen moralisch-didaktischen Duktus nachzugeben, kreiert Kurosawa Akira phasenweise schweißtreibend spannungsgeladene, langanhaltende Sequenzen, konzentriert sich andernorts akribisch auf die Arbeit der Polizisten, verharrt minutenlang in Besprechungen, in denen die Beamten ihre Ergebnisse nacheinander minutiös vortragen, was er mit einer solch präzisen Faszination einfängt, dass zu keiner Sekunde Langeweile aufkommt. Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass "Tengoku to Jigoku" mit 140 Minuten Laufzeit für einen Krimi relativ lang ausgefallen ist, manches ein Ticken zu breit ausgewalzt wird. (7)

Tora! Tora! Tora! (1970)
Ein ambitionierter Rekonstruktions-Unterfangen der Geschehnisse vom 7. Dezember 1941 und des Weges dorthin, im ehrgeizigen Bemühen um Objektivität geschildert aus den Perspektiven beider Parteien, durch jeweils eine amerikanische und eine japanische Filmcrew realisiert (der ursprünglich in der Funktion des Regisseurs der letzteren Crew angedachte Kurosawa Akira zog sich von diesem Posten zurück, entweder, weil er es bewusst auf eine Kündigung anlegte, da weder er mit dem amerikanischen Studiosystem, noch dieses mit ihm etwas anzufangen wusste, oder, weil er schlicht Opfer megalomanischen Wahnsinn geworden ist...). Diese penible Detailversessenheit birgt eine nicht zu verleugnende Faszination, vor allem für Anhänger der Polemologie oder Fans historischer Schlachten. Gleichwohl wächst "Tora! Tora! Tora!" nie über den Status einer dokumentarischen Auflistung und der unvermeidlichen Materialschlacht hinaus, alles kommt befremdlich nüchtern und distanziert daher, gleich der dröge-prosaischen Bebilderung einer chronologischen Auflistung der Ereignisse aus einem theoretisch-akademischen Lehrwerk. Insbesondere die amerikanische Schilderung verkommt dergestalt zu einem staubtrockenen Rapport (sieht man von der deplatziert anmutenden Humor-Einlage der Flugschule ab), unterdessen zumindest auf japanischer Seite meist wortlos schwermütige Andeutungen und Reflexions-Ansätze aufblitzen. Anerkennenswert, doch eher pragmatisch-sachbetontes Anschauungsmaterial zu Pearl Harbor. (7)

Carrasco, der Schänder [The Outrage(1965)
Western-Remake von "Rashomon", dass sich im Wesentlichen detailtreu am Vorbild orientiert und eine durchaus zufriedenstellende Interpretation abliefert, die szenische Dichte des Originals freilich nicht erreicht. (7)

Rotbart [赤ひげ Akahige (Red Beard)] (1965)
Einmal mehr befasst sich Kurosawa Akira mit den Ausgestoßenen der Gesellschaft, in diesem Fall mit den Kranken, den zum Sterben Verdammten. Die Klinik in "Akahige" ist gleich dem Squatter Camp an den Ufern des schmutzigen Pfuhls in "Yoidore Tenshi", dem runtergekommenen Nachtasyl in "Donzoko" (s.o.) oder der Müllkippe in "Dodeskaden" (s.u.) ein Randbezirk, in dem sich die Paria sammelt und von denen Kurosawa in episodenhafter Form erzählt, aus dem Gebaren dieser Menschen in dieser Extremsituation Implikationen für die Conditio humana ableitet. "Akahige" ist ein zutiefst existenzialistisches Drama mit universeller Botschaft, was Menschsein und Menschwerdung bedeutet. Traurigerweise trennten sich hiernach über ein Zerwürfnis die Wege von Kurosawa und seinem langjährigen Hauptdarsteller Mifune Toshirō, die beide ihre Karrieren auf unterschiedlichen Wegen weiter verfolgten. (7,5)

German Fried Movie (1991)
Gut zu wissen, dass Uwe Boll schon auf einem schmerzhaft unlustigen Tiefpunkt begonnen hat. (0)

Rashomon - Das Lustwäldchen [羅生門 Rashômon (Rashomon)] (1950)

Hot Shots! - Die Mutter aller Filme [Hot Shots!(1991)
Daran führte nach "Top Gun" kein Weg vorbei. ;)

Dementia 13 (1963)
aka "The Haunted and the Hunted". Frühchen von Francis Ford Coppola, dem Roger Corman eine Handvoll überschüssiger Budget-Moneten überließ, um einen günstig produzierten B-Horror abzudrehen - und nichts anderes ist dabei rum gekommen, eine rohe, zu Zeiten Talent aufblitzen lassende Mischung aus rabiaterem Edgar Wallace-Grusel-Krimi und kostengünstigem Corman-Trash, die einzig Coppola-Komplettisten zu empfehlen ist. (B-Movie-Skala: 5)

Hafen im Nebel [Le quai des brumes (Port of Shadows)] (1938)
Eine der Galionsfiguren des poetischen Realismus. All die stimmungsvollen Assoziationen, die der Titel weckt, weiß Marcel Carné eindrücklich zu evozieren, all die durch den Nebel schleichenden Schattengestalten erfüllt von Frustration und Fatalismus, all die im Nebel verborgen liegenden Hafenspelunken bzw. purgatorischen Nicht-Orte, all die gebrochenen, einsamen, eisigen Charaktere, die ein Hauch von Sonnenschein kurzzeitig zu erwärmen verspricht, bevor die gnadenlose, unausweichliche Aussichtslosigkeit ihre Hoffnung auf Erfüllung, auf einen Weg hinaus aus der Frustration, hinaus aus der Malaise, sie mit aller Härte und Grabeskälte niederwirft. Womöglich ist "Le quai des brumes" auch der Ursprung dieser Assoziationen und Bilder, wer weiß. (8)

Angry Birds 2 - Der Film [The Angry Birds Movie 2(2019)
Es glich einem Wunder, dass "The LEGO Movie" wider Erwarten den heiklen Spagat zwischen unterhaltsamen, eigenständigen Animationsfilm und platter Werbebotschaft zu meistern imstande war (bevor das Sequel an ganz anderen Hürden scheiterte) und "The Angry Birds Movie" etwas gleichartiges zuzutrauen, mochte sich wohl niemand erst vorstellen. Mich persönlich hat er jedenfalls ähnlich unerwarteterweise zufriedengestellt, ohne irgendwelche Begeisterungsstürme ausgelöst zu haben, die mich auf den Nachfolger entsprechend angefixt hätten - den ich nun, kaum zu glauben, sogar ein Quäntchen besser fand. Er ruminiert nicht die Story des Erstlings, sondern macht sein eigenes Ding, bemüht sich erfolgreich, den bisherigen ans Herz gewachsenen untypischen Helden zwischen allen Neuzugängen gerecht zu werden und schickt sie auf eine vergnügliche Odyssee, die ich redlich witzig und abwechslungsreich fand. Kein Meilenstein, aber ein sehenswerter Spaß, wenn man an "The Angry Birds Movie" seine Freude finden konnte. (6,5)

Es - Kapitel Zwei [It Chapter Two(2019)
Stephen Kings It scheint einer ungeschriebenen, unumstößlichen Regel zu unterliegen, demnach der zweite Teil der Geschichte, id est alles, was mit dem volljährigen Loosers Club zu tun hat, qualitativ erheblich abfällt. Ich räume ein, dass ich den Vorgänger seinerzeit eine Winzigkeit überschwänglich bewertet haben mag, obgleich ich schon damals anmerkte, dass er im Kern von den tollen Jugenddarstellern getragen wurde, es in erster Linie der Coming-of-Age-Anteil war, der mich überzeugte, derweil der Horror-Aspekt nicht immer gelungen ausfiel. Und siehe da: die Fortsetzung (oder "Chapter Two" - bin ich eigentlich der einzige, der diesen "Kapitel"-Untertitel-Trend hochgradig bescheuert findet?) leidet haargenau unter diesem Umstand: streicht man die jugendlichen Charaktere aus der Gleichung bzw. ersetzt sie durch zwar (größtenteils) adäquate, allerdings höchst unsympathische, uninteressante Erwachsenen-Pendants, bleibt bloß noch der Horror-Part... und der offenbart in Chapter Two umso eklatantere Mängel, entbehrt großräumig subtilen Grusel, versucht im Austausch mit gräulich schlecht getricksten, übergroßen CGI-Monstrositäten und -Fratzen zu klotzen, die selbst in einer Geisterbahn mehr Gelächter denn Panik provoziert hätten. Neben dem lausigen Schnitt und der exorbitanten Laufzeit (Tommy Lee Wallace benötigte für den Stoff gerade mal die Hälfte der Zeit und selbst bei ihm fiel das Erzähltempo zeitweilig regelrecht zäh aus... und er hatte immerhin Tim Curry!) erweist sich das katastrophale Drehbuch als mittelschweres Desaster: abgesehen von quälend dümmlichen Dialogen, unfreiwillig komischen Hysterie-Einlagen und hilflosen Versuchen, halbherzig an Charakterentwicklungen aus dem Vorläufer anzuknüpfen, fehlt es ihm schlicht an einer Marschrichtung, einer stringent strukturiertem Zielvorstellung, die auf einen fulminanten Schlusspunkt hinsteuern könnte. In der Folge verliert sich Chapter Two in schwach geschriebenen und umgesetzten Einzel-Episödchen, die keinen nennenswerten Zusammenhalt von Erlebten und Erfahrung liefern, geschweige denn, dass sie nachvollziehbar und mitreißend in einem großen Finale münden würden. Stattdessen endet die vorgeblich epische letzte Schlacht gegen das Urböse Es damit, dass der Loosers Club, ich wiederhole: der Loosers Club!, der sich selbst aus gequälten Außenseitern und dauer drangsalierten Mobbing-Opfern zusammensetzt wohlgemerkt, den armen Pennywise eiskalt und lächerlich leichtfüßig zu Tode mobbt... hätten die ganzen Kinder, die dessen Appetit zum Opfer gefallen sind, sich nur mal darüber lustig gemacht, dass er in Gestalt eines Clowns auftritt, je nachdem könnten sie heute noch am Leben sein - mitsamt der Lehre im Gepäck, dass man mit Mobbing gut durchs Leben kommt... da frage ich mich, was ich mit dieser zutiefst fragwürdigen Herangehensweise anfangen soll und wie es sein kann, dass ich mehr Mitleid für Pennywise als für Eddie hege. (2,5)

Zatoichi's Vengeance [座頭市の歌が聞える Zatôichi no uta ga kikoeru(1966)

Dodeskaden - Menschen im Abseits [どですかでん Dodesukaden (Dodes'ka-den)] (1970)
Zwecks künstlerischer Unabhängigkeit und um gleichgesinnten Künstlern eine Insel im Studiosystem Japans zu bieten, gründeten Kurosawa Akira, Ichikawa Kon, Keisuke Kinoshita und Kobayashi Masaki den "Club der vier Ritter" (四騎の会 Yonki no kai). Kurosawa oblag die Verantwortung des Debüts, für das er sich nicht lumpen lassen wollte: fünf Jahre nach seinem letzten Film "Akahige" legte er seinen ersten Farbfilm vor, auf den er sich voller Begeisterung, Optimismus und bester Laune stürzte und der prompt das Dasein der kurzlebigen Produktionsfirma beendete. Was war passiert? Nun, Kurosawa entschloss sich, einen Stoff zu verfilmen, der sich in seinen Augen hervorstechend zum frohgemuten Unterhaltungsfilm eignete. Entsprechend niederschmetternd kam für ihn die Erkenntnis, dass an dem, was ihm beschwingt und fidel vorgekommen sein mag, weder die heimatliche Kritik, noch das japanische Publikum sonderlich Unterhaltsames finden konnten. Er musste enttäuscht feststellen, dass das gesellschaftliche Klima nicht in der Stimmung war, ein zweistündiges kollagenhaftes Drama über eine Gruppe von kapriziösen Misfits und Nonkonformisten, die allesamt an den Ausläufern einer Mülldeponie ihr Leben zu bestreiten versuchen, darunter ein geistig behinderter Junge, der tagtäglich in der Fantasie lebt, ein Straßenbahn-Zugchef zu sein, ein Mädchen, das von ihrem Onkel vergewaltigt wird oder ein obdachloser Vater, der den Tod seines Sohnes zu verantworten hat, gleichermaßen munter aufzufassen.
Nein, "Dodesukaden" passt beileibe nicht in das handelsübliche Schema dessen, was der Mainstream unter einer leichtherzigen Tragikomödie verstehen mag. In das Schema des Auteurs Kurosawa passt es hingegen umstandslos, vergleicht man ihn etwa mit "Donzoko", der sich in verwandter Weise den Randfiguren der Sozialstrukturen widmete, um aus ihren Fatum Rückschlüsse auf das offengelegte Wesen des Menschen zu ziehen, das unter dem gewaltigen Druck einer genormten, konformistischen gesellschaftlichen Mitte allzu gern leichtfertig unterschlagen, an den Rand gedrängt wird und ironischerweise erst unter diesen Eigenbrötlern in der Lage scheint, erneut durchzubrechen, obgleich sich die aus "Rashomon" oder "Donzoko" bekannten Illusionen und Desillusionen kaum von denen der hiesigen Figuren unterscheiden. "Dodesukaden" ist in der Tat eine vergleichsweise ausgelassene, unaufgeregte, fast entspannte Meditation tragischen Ursprungs über das Menschsein an sich, das Kurosawa am ausgeprägtesten immer dort aufspüren zu können meint, wo der Mensch an den Rand dessen getrieben worden ist, was der Konsens zu akzeptieren bereit ist. In "Dodesukaden" hat Kurosawa viel zu sagen, bedauerlicherweise wollten vorrangig seine Landsleute nichts davon hören. Schuldgefühle und das künstlerische Versagen, das er verspürte, trieben ihn schließlich zu einem Suizid-Versuch, der glücklicherweise fehlschlug. (7,5)
Zatoichi's Pilgrimage [座頭市海を渡る Zatōichi umi o wataru(1966)
"Zatōichi umi o wataru" ist zuallererst chic anzuschauen: Kameramann Takeda Senkichiro fängt die dörfliche Idylle samt naturbelassener Umgebung in satten, strahlenden Farben und pittoresken Kadrierungen ein, wodurch Ichis 14. Abenteuer zu einem durchgehenden Augenschmaus gerät. Okusu Michiyos bildhübsches Äußeres tut das ihrige dazu, obgleich man nicht recht gewusst zu haben scheint, wohin man mit ihrer Figur gehen wollte, weswegen ihr Part abgesehen von ihrer adretten Erscheinung den größten Schwachpunkt ausmacht (womit ich ihre Leistung freilich nicht kleinreden möchte). Anders Yamagata Isaos Boss Tohachi, der sich endlich wieder als optisch einprägsamer (diese Wampe...) Bösewicht mit Ausstrahlung entpuppt, dessen Handlanger Ichi ansehnlich choreografiert und gefilmt über den Jordan schicken darf. Deutlich sichtbar machen sich bei "Zatōichi umi o wataru" ferner Western-Assoziationen bemerkbar, eine Spielart des lone Gunman, welchen der Zufall (oder ist es doch Schicksal?) in das von Rinderdieben geplagte Dorf geleitet, denen der auf sich gestellte Heroe im Showdown für die Gerechtigkeit eintretend tatkräftig die Stirn bietet. Eine Abweichung von Shindo Kanetos ursprünglich angedachten Drehbuchentwurfs übrigens, der Ichi zwecks Buße für das durch ihn verschuldete Blutvergießen auf die eponymen Pilgerfahrt zu 88 Tempeln zu schicken gedachte. Für so viel Introspektion hatten die hohen Tiere bei Daiei wenig überraschend keinen Nerv und lenkten das Projekt in mundgerecht konsumierbare Chambara-Unterhaltung, weswegen Überbleibsel von Shindos Konzept bloß in den ersten Minuten wiederzufinden sind. (7)

Zatoichi's Cane Sword [座頭市鉄火旅 Zatōichi tekka-tabi(1967)
Einer der ersten Zatoichi-Beiträge, der mit Gesangseinlagen kokettiert, hier in Gestalt von Enka-Sängerin Suizenji Kiyoko, die ein blumiges Ständchen zum Besten geben darf. Ansonsten ein handelsübliches Zatoichi-Abenteuer gleichauf "Zatôichi no uta ga kikoeru", das Ichi gestattet, seiner durchtriebenen Seite nachzugeben und das diesmalige perfide Yakuza-Magistrat-Komplott gehörig zu necken. Warum lässt er sie nicht schleunigst über die Klinge springen? In einem Subplot um Tōno Eijirōs Waffenschmied diagnostiziert dieser Ichis legendärem und eponymen Schwert den baldigen Bruch und stellt es vorerst außer Dienst, weshalb Ichi bis zum Showdown vollends auf seine Raffinesse und Schlagfertigkeit angewiesen ist. Eine willkommene Abwechslung, überhaupt wissen die Szenen rund um Tōno am besten zu gefallen. (7)

American Werewolf [An American Werewolf in London(1981)
John Landis Auffrischung des Werwolf-Mythos greift klassische Erkennungsmerkmale auf und überträgt sie gekonnt in die Moderne, reichert sie darüber hinaus um einen subtilen Sinn für schwarzen Humor mit bisweilen satirischem Biss an, der dem Horror zu keiner Zeit den Rang abläuft, in Gegenteil ihn vorzüglich ergänzt. (8)

Zatoichi the Outlaw [座頭市牢破り Zatōichi rōyaburi(1967)
Zu "Zatōichi rōyaburi" lässt sich, davon bin ich überzeugt, viel sagen, denn obwohl ich ihn als erstes richtiggehend durchwachsenes Segment wahrgenommen habe, reizt er die Gemüter vermöge einiger starker Momente, der eindrucksvollen Kameraarbeit Miyagawa Kazuos und einer Ausrichtung, die merklich von den Vorgängern abweicht. Das Debüt von Katsu Shintarōs neugegründeten Katsu Productions entfernt sich unter der Regie von Yamamoto Satsuo spürbar von der leichten Unterhaltung, die den Zatoichi-Filmen immerzu irgendwo zu eigen war und klatscht dem Zuschauer einen richtiggehend pessimistischen, brüsken Klotz vor den Latz. "Zatōichi rōyaburi" ist weitaus weniger farbenfroh, im Gegenteil macht der Look einen ausgeblichenen, tristen Eindruck, der ernüchternde politische Subtext kommt verstärkt zum Tragen und die Gewalt, meine Güte, der Gewaltgrad hat immens angezogen. Reichlich spritzt das Blut und die Körperteile fliegen, sogar eine drastische und zeigefreudige Enthauptung bleibt einem nicht erspart, was den Scharmützeln eine begrüßenswert grimmigere Schattierung verleiht, die sich bezeichnend von der Leichtfüßigkeit der meisten Vorläufer emanzipiert. Insgesamt fällt "Zatōichi rōyaburi" tonal weitestgehend humorbefreit und pessimistisch aus. Wiewohl ihn das aus dem Gros herausragend lässt, sieht er sich andernteils einem Drehbuch von schwankender Qualität gegenüber, einem schwer überschaubaren Durcheinander angefüllt mit einer unübersichtlichen Vielzahl agierender Personen, unterdes die Inszenierung das ihrige dazu beiträgt, die Klarheit zu erschweren. Ungeachtet aller Schwächen einer der bemerkenswertesten Beiträge zum Zatoichi-Zyklus. Nebenbei bemerkt, das erste Mal, dass Katsu den Zatoichi-Titelsong zum Besten gibt. (5,5)


























24 - 6,9 (164,5)

Mittwoch, November 06, 2019

Kurzreviews Oktober/2019

Hiermit präsentiere ich wiederum die 21 Filme und 8 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Oktober gesehen habe:


Serien-Staffeln
Downton Abbey - The London Season (2013) - (7,5)
Archer 1999 (Season 10) (2018) (6-7)
Ghul [Ghoul(2018) - (5,5-6,5)
Channel Zero: Candle Cove (Season 1) (2016) - (6-7)
Downton Abbey (Series 5) (2014) - (7-7,5)
Downton Abbey - A Moorland Holiday (2014) - (7,5)
Das Büro [The Office(Season 1) (2005) - (6,5-7+)
Sandokan - Der Tiger von Malaysia [Sandokan] (1976) - (6-7)

Filme
Tad Stones und das Geheimnis von König Midas [Tadeo Jones 2: El secreto del Rey Midas (Tad the Lost Explorer and the Secret of King Midas)] (2017)
Ganz das Sequel: ein bisschen höher, schneller, lauter, derweil im Kern dasselbe kindgerechte Indiana-Jones-Abenteuer, bunt, rasant und vergnüglich, wobei die Mumie Nerv-Potential besitzt. Der sympathische Everyman-Held Tad Stones/Tadeo Jones, sowie die kreativen Action-Szenen halten allweg durchgängig bei Laune. (6)

Wrong Turn 6: Last Resort (2014)
Aus Jux und Tollerei in umgekehrter Reihenfolge: der letzte der verhalten reüssierenden Backwood-Horror-Reihe, weniger beängstigend als ungustiös, wenn es daran geht, das Familien-Erbe anzutreten, was in concreto bedeutet die Inzucht-Linie fortzuführen. Demgemäß unangenehm sexualisiert, was die Nummernartigkeit der Gewalt-Einschübe fast deutlicher zu Tage treten lässt. (4,5)

Wrong Turn 5: Bloodlines (2012)
Den fand ich unterhaltsam: die Belagerung der Polizei-Station durch die Inbreds, auf die Befreiung ihres sardonischen und widerlichen Ziehvaters abzielend, ist zwar schön-blöd logikbefreit, aber auch herzlich unsinnig niederträchtig, blutrünstig und schadenfreudig, wobei ich ihm ein Minimum an Spannung zugestehen möchte. (5,5)

Unheimliche Begegnung der dritten Art [Close Encounters of the Third Kind(1977)
Director's Cut. Steven Spielbergs stilbildender Science-Fiction-Klassiker, ein optischer Genuss, inhaltlich entzückend naiv und positiv gestimmt, bisweilen beinahe religiös in seiner Ikonographie, zweifelsohne wegweisend im Bereich der Special Effects und seiner Portraitierung der außerirdischen Fremden als freundliche, erlösende Besucher, die unseren Erfahrungshorizont natürlich ohne böse Absichten erweitern möchten. (7,5)

Die Goonies [The Goonies(1985)

Chaos im Netz [Ralph Breaks the Internet(2018)
Disney-Propaganda-Szenen à la dem hiesigen Prinzessinnen-Kabinett erzeugen bei mir inzwischen übelste Bauchschmerzen in einem Maße, das mich sonst allenfalls bei religiösen oder politischen Agitations-Machwerken überkommt. Zum Glück halten sich solche im "Wreck-it Ralph"-Sequel in Grenzen. Ralphs und mehr noch seiner Freundin Vannellopes aus dem Vorläufer bekannte Emanzipation-Bestrebungen zur Behauptung seines bzw. ihres Stellenwerts eines Individuums in einer konformistischen Gesellschaft (blanker Hohn in einer Disney-Produktion...) konfrontieren Phil Johnston und Rich Moore im zweiten Teil durchaus pointiert mit den Auswüchsen des Internets. Das geschieht wohl gemerkt ohne jemals die Sphäre einer ausgemachten Satire zu tangieren, vorsichtige Kritik mag sich nichtsdestotrotz zwischendurch bemerkbar machen. Die Darstellung der Netzwelt in Form und Gestalt einer schillernden, kunterbunten, eine Vielfalt an reizüberflutenden Eindrücken darbietenden Megalopolis, um nicht zu sagen eines Sündenpfuhls der Marke Hure Babylons, ist eine opportune kindgemäße Reifikation des komplexen abstrakten Gebildes "Internet", des unaufhörlichen Verkehrs, des ständigen Kommens und Gehens, des Miteinanders, seltener: des Gegeneinanders, allgemein des "Vernetztseins". Freilich stets versöhnlich, leicht verdaulich, unangenehme Themen höchstens dünngesät anschneidend, lieber knuffigen Verweisen und Anspielungen Raum gebend. In jedem Fall eine sympathische Variation des "Bauerntrampels, den es in die Stadt zieht", in deren Verlauf beide Charaktere eine nachvollziehbare Wandlung durchlaufen und an ihren Konflikten reifen. (7)

Joker (2019)
Der Aufreger der Saison, das Massenphänomen, der R-Rated-Erfolg (der dankenswerterweise den unsäglichen "Deadpool" vom Thron der gewinnträchtigsten R-Rated-Erfolge gestoßen hat), der rohe Psychopath im Comic-Einerlei, der aufbegehrende Underdog, der Beweis, dass aneckende, Risiken in Kauf nehmende Filme genauso Kasse machen können und dass das Kino nicht verkümmernd auf brachiale Publikumsverblödung à la Disney kontingentiert werden muss...
Manch einer mag Todd Phillips vorwerfen, einen platten Abklatsch von Martin Scorseses "Taxi Driver" fabriziert zu haben und das nicht von ungefähr: Parallelen, Zitate und Referenzen sind überdeutlich vorhanden, er sucht regelrecht ostentativ die Nähe zum legendären großen Bruder. Allein, wo die einen Plagiat schreien, halten andere das Konzept der Pastiche oder Hommage dagegen. Für mich persönlich kommt die Umdeutung und Rekontextualisierung der gefährlichen, psychopathischen Innenansicht und Weltanschauung eines Travis Bickle als Joker-Origin-Story einem kleinen Genie-Streich gleich: die Transponierung von Themen, zuzüglich zu stilistischen und formellen Eigenarten, der fragwürdigen Erzählperspektive, der unmittelbaren Exponierung des Innenlebens des Charakters, der sich der Zuschauer in der Folge ausgesetzt sieht, der unverhohlenen politischen Brisanz auf den beliebten und berüchtigten Comic-Bösewicht bietet sich vorbehaltlos an. Zumal "Joker" auch abseits seiner "Taxi Driver"-Affinität genug Eigenständigkeit zu bieten weiß. Zuvorderst ist er keineswegs die einfallslos lineare Provenienz-Geschichte des 08/15-Marvel-Helden, die nichts weiter zu erzählen hat, außer das Übermensch A von Punkt B nach Punkt C gegangen ist, um Superheld X zu werden und ERJB Y zu besiegen. Live. Die. Repeat.
Joaquins Phoenix Joker dahingegen ist eine verlorene Seele, ein von vorneherein gebrochener Mann, ein allein gelassener Außenseiter, eine arme Sau, ein Mensch auf der Suche nach Zuwendung, Zugehörigkeit und einer Identität, von der er glaubt, sie der ihn umgebenen Gesellschaft gefällig formen zu müssen. Geplagt und verstört gerät er dergestalt in einen unaufhaltsamen Strudel aus Gewalt und Aversion gegenüber seiner psychischen Disposition, zurückgestoßen, sich selbst überlassen, verlacht. Anknüpfpunkte und helfende Hände sucht er vergebens.
Wenig überraschend gerät dies zur schauspielerischen Tour de Force für Phoenix, der den bemitleidenswerten Tropf Arthur Fleck eine erschreckend intensive Performance beschert, der beizuwohnen zum schmerzhaften Zeugnis gerät. Konsequent ist man an seine Perspektive, seine Sichtweise der Dinge, seiner Version der Geschehnisse gebunden und muss sich mehr als einmal fragen, ob das, was man soeben zu sehen bekam, tatsächlich der Realität entsprach oder nicht doch einem Gespinst des Wahns der Hauptfigur entsprang. Man ist gefangen im Kopf des Protagonisten, teilt seine Erfahrungen, nimmt Teil an seinen Demütigungen, sieht die Welt durch seine Augen - und die Welt, die einem solcherart begegnet, ist ein kaputter, kalter, abweisender Moloch, der einem nichts als Feindschaft und Zurückweisung entgegenzubringen vermag. Das auf dieses Martyrium der Befreiungsschlag mittels der gewaltsamen Ablehnung der ihm angedachten Rolle in der Gesellschaft folgt und er in deren Anti-These aufgeht, wird gemeinhin als Aufforderung zur Revolution und Griff zur Waffe fehlgedeutet. Aus dem einfachen Grund, dass vielfach eine Kausalität in konsekutiver Geradlinigkeit postuliert wird, die in diesem Fall einfach nicht gegeben ist, viel mehr eine komplexe Interdependenz zwischen den verschiedenen Einflüssen und Faktoren vorherrscht. Fraglos birgt seine Apotheose zur in Wahrheit unverschuldeten und unbeabsichtigten Inkarnation der wütenden Masse und sein kurzfristiger Weg dorthin einiges an brisantem Diskussionspotenzial. Wohingegen expressis verbis darin der Reiz von "Joker" liegt, dass man sich argumentativ nicht bloß auf den Höhepunkt von Arthur Flecks Leidensweg, auf sein Aufgehen in der gewalttätigen Gestalt des Jokers beschränkt, sondern die Treppenstufen dahin begreift und Empathie entwickelt. Wehret den Anfängen. Denn in dem Fall wäre ein Joker für die Pop-Kultur und die Gesellschaft gar nicht erst von Nöten. (8,5)
Taxi Driver (1976)
Da es gerade passt: Martin Scorseses legendärer Neo-Noir, ein moralisch zutiefst und bewusst ambivalentes Bild eines in der Gesellschaft gestrandeten und verlorenen Mannes, einerseits vor dem thematischen Hintergrund des Vietnamkriegs und der Watergate-Affäre zeitgebunden, andererseits von universeller Relevanz (was ein "Joker" nachdrücklich unterstreicht), ein Ausschnitt eines prekären Aspekts der Gesellschaft, ausdruckstark gespielt von Robert De Niro, nachhaltig und überkommend inszeniert. Gehörte nie zu meinen Lieblingen, ein überlebensgroßes Ding ist er nichtsdestoweniger, speziell aufgrund seiner Ambiguität. (8)

Parasite [기생충 Gisaengchung(2019)
Bong Joon-hos bissige Sozial-Satire ist zunächst einmal wunderbar räumlich dreidimensional: lustvoll kostet er jeden seiner Schauplätze maximal aus, vergrößert, engt ein, bewegt und transformiert Zimmer, Gemächer, Innen- und Außenareale korrespondierend zu seinen Protagonisten, körperlich wie geistig. Unter diesen Bedingungen wird die Illustration des Klassenkampfes zu einer in höchstem Maße plastischen Angelegenheit: Aufstieg und Fall, Täuschung und Entlarvung, Armut und Reichtum, die kleinste soziale Ungleichheit, all das findet seine Entsprechung in ausgedehnten oder beengenden Räumlichkeiten, im architektonischen und landschaftlichen Auf und Ab, sowie in den kataklystischen Folgen der Naturgewalten, welche die einen unbeschadet überstehen, alldieweil die anderen um alles kämpfen müssen. Joon-ho bewegt sich in diesem teuflischen Reigen der Gesellschaftsschichten auf einem schmalen Grat zwischen lakonischen Humor und bitterem Drama, lässt seine Protagonisten einen riskanten Spießrutenlauf absolvieren, bis am Schluss unweigerlich und gnadenlos die Katastrophe über alle ohne Ausnahme hereinbricht, ganz gleich ob arm oder reich. Alle schmieden sie Pläne und hängen Zukunftsvisionen an, von Blindheit geschlagen, dass sie ein ungerechtes System dadurch bloß bestärken, gleichwohl niemals überkommen werden. Und somit finden sie sich in einem hoffnungslosen Teufelskreis, einer stumpfen Diallele gefangen. (8)

Annabelle 3 [Annabelle Comes Home(2019)
Das "Conjuring"-Spin-off "Annabelle" war ein Rohrkrepierer vor dem Herrn, sein Prequel "Annabelle: Creation" (ebd.) in Angesicht dessen eine nicht zu unterschätzende positive Überraschung und Teil 3 ist... in jeder Hinsicht ein Franchise-Produkt, nett formuliert: eine bessere Trailershow für weitere potentiell ausschlachtbare Spin-off-Grusel-Fratzen aus der Abstellkammer der Warrens, dargebracht in Gestalt einer mäßig schaurigen Geisterbahnfahrt vorbei an den verschiedenen angestaubten, in den Regalen des Hinterzimmers versauernden Spuk-Erscheinungen, als wolle man ausloten, welche von diesen beim Publikum gut genug resonieren, um ihnen ihre eigenen Ableger zu spendieren. Ist das gruselig? Nein. Vollends durchschaubar ohne Frage. (4)

Unknown Identity [Unknown(2011)
Die erste der Jaume Collet-Serra-Liam Neeson-Kollaborationen, ein grundsolider, fesselnder Reißer mit Hitchcock'scher Prämisse, der seinen Protagonisten in fremder Umgebung, dieses Mal das altbekannte Berlin, aussetzt, die Identität raubt und in der Folge gnadenlos die Jagd auf ihn eröffnet, Bourne-Assoziationen inklusive. Schwächelt nach Hinten raus, ansonsten verlässliches Action-Thriller-Terrain. (6,5)

96 Hours [Taken(2008)

Höllenfahrt nach Santa Fé [Stagecoach(1939)
aka "Ringo". John Fords vielbeschworener Western-Klassiker, der den Grundstein für seine langjährige Partnerschaft mit John Wayne legte bzw. Waynes Karriere erst richtig durchstarten ließ. Eine meisterhafte Sektion eines Mikrokosmos verschiedener Repräsentanten von Archetypen der Gesellschaft, eingefangen und verdichtet in der Enge der eponymen Postkutsche, konterkariert vermittels der endlosen Weite der Prärie, imposant gefilmt, gen Ende gar inklusive für die Zeit beeindruckender Stunts. Ein Meisterstück! (8)

Downton Abbey (2019)
Ein Geschenk an die Fans der Serie mit Herz und Seele. Man mag stänkern, dass es sich hierbei inhaltlich und strukturell um einen besseren Zweiteiler handelt, der nicht zwangsläufig den Umweg über die große Leinwand nötig gehabt hätte. Aber warum sollte Fans das kümmern? Im Gegenteil hat es was Herzbewegendes, das Anwesen Downton Abbey in schwelgerischen, glanzvollen Breitwand-Aufnahmen zu genießen, obendrein die Lords und Ladies mitsamt Bediensteten im prächtigen Kinoformat ausgelassen tanzen, leiden, lieben und konspirieren zu sehen. Jeder bekannte und liebgewonnene Charakter hat im Rahmen der Möglichkeiten seine Szene und offen gelassene Entwicklungen des finalen Weihnachts-Specials werden für alle zufriedenstellend abschließend ausformuliert. Sicherlich leichte Muse und nichts für Anti-Royalisten (es sei denn, man ist wie ich ein kleiner Brenson, ergo den Crawleys und ihrem pompösen Adelsleben unerklärlicherweise zugetan), ein wunderschönes Wiedersehen ist es demungeachtet alle Male. Nicht zu vergessen: sollte es der Letzte bleiben, wäre der Kinofilm ein herzbewegender Abschied vom Highlight der gesamten Serie: Maggie Smith(7,5)

Judo Saga - Die Legende vom großen Judo [姿三四郎 Sugata Sanshirō (Sanshiro Sugata)] (1943)
Kurosawa Akiras Debut (sieht man von "Uma" ab), noch im Klima der Zeit und unter Zensurregiment Japans während des Zweiten Weltkriegs entstanden, weswegen unter anderem 17 Minuten aus dem fertigen Produkt geschnitten wurden und wahrscheinlich unwiederbringlich verloren sind. Unter Berücksichtigung dieser Umstände ist "Sugata Sanshirō" eine bemerkenswert eigenständige, stilsichere und vor allem ungewöhnlich introvertierte Betrachtung seines Heroen Sanshirō und seines Werdegangs. Das auf dem Weg zum unbesiegbaren Judo-Meister infolge der Zensuren unbillige Lücken entstehen, die in meiner Fassung unter Zuhilfenahme von Texttafeln zu überbrücken versucht werden, trübt den Gesamteindruck, was nicht daran rüttelt, dass bereits Kurosawas offizielles Erstlingswerk ein starkes und bildkräftiges Stück Kino darstellt. (7)

Pets 2 [The Secret Life of Pets 2(2019)
Numero uno ist ein von mir gerne angeführtes Beispiel für den Typus "hyperaktiver Animations-Kinderfilm", seine Weiterführung hat mich anfänglich sogar derart angenervt, dass ich kurz davor war, der Chose ein Ende zu bereiten. Glücklicherweise fängt er sich und nachdem er seine unterschiedlichen Einzelepisoden auf den Weg gebracht hat, habe ich mich doch noch gut unterhalten gefühlt. Im besonderen Harrison Ford in der Rolle des lapidaren Farm-Hundes Rooster reißt einiges wieder raus. "Pets 2" ist zudem stellenweise hinreißend schön animiert (6,5)

Wir [Us(2019)
Jordan Peeles zweiter Soziopolitischer Horrorfilm nach dem erfolgreichen "Get Out" gehört wie dieser zu dem Typus Horror, der zu schlau für sein eigenes Wohl ist, bzw. der sich zu schlau fühlt, als ihm in Wahrheit gut zu Gesicht steht (siehe auch: "Hereditary"). Ich meine damit, dass er ca. in der ersten halben Stunde zugegeben effektiv eine beängstigende, lauernde Bedrohung aufbaut, alsbald jedoch sich besser darin gefällt, sein verkopftes Szenario auszubauen, stärker einer Satire zuneigt. Das macht er wohlgemerkt nicht schlecht, zumal er mit guten Darstellerleisungen punktet, seine Intensität hält er hingegen nicht aufrecht und präsentiert uns sein Plädoyer gegen soziale Ungleichheit auf dem Umweg einer hanebüchene Science-Fiction-Horror-Mär, die derart abstrus ausfällt, dass sie kaum eine Verbindung zur Realität herzustellen vermag (geschweige denn ängstigt), allerhöchstens im exegetischen Bereich, wenn Peele in einer Vielzahl an Szenen "ask me what it means" zu schreien scheint (wenigstens in dieser Hinsicht nicht in einem vergleichbar über die Strenge schlagenden Maße wie der hohle "Hereditary"). Alles nicht verkehrt und auf einem wichtigen gesellschaftskritischen Grundgedanken fundiert, eine sonderlich durchdringende Wirkung stellte sich bei mir dahingegen nicht ein. Musik und Schluss-Twist mochte ich indes. (7)

Am allerschönsten [一番美しく Ichiban utsukushiku (The Most Beautiful)] (1944)
Kurosawa Akiras zweites Schaffen steht nachdrücklicher unter dem Propaganda-Scheffel und wird in dieser Weise zu seinem ambivalentesten Frühwerk: die teils im dokumentarischen Stil dargebrachte Geschichte einer Gruppe Fabrikarbeiterinnen, die Präzisionslinsen für den Kriegseinsatz herstellen und in Zeiten des Notstands sich selbst aus freien Stücken zum Wohle des Vaterlands an die Grenze des Belastbaren und Menschenmöglichen treiben, geizt nicht mit patriotischen Gesten, fröhlichem Liedersingen von Stücken, die vom Sieg der japanischen Krieger über die mongolischen Horden handeln, hingebungsvoller Marschkapellen-Aufmarschiererei und allgemein an den Tage gelegte Opferbereitschaft für die größere Sache. Auf der anderen Seite verblüfft Kurosawa, neben der allgegenwärtigen Leidenschaft, die in Bildern und Inszenierung ruht, vermöge der tiefen Sensibilität gegenüber seinen Protagonistinnen (tragende weibliche Rollen sind im Œuvre des Regisseurs ohnehin eine bezeichnende Ausnahme), von denen er einzelne gezielt herauspickt und ihr Einzelschicksal immer mal wieder in den Fokus rückt. Bei Kurosawa rangierte "Ichiban utsukushiku" ganz oben auf der Liste seiner eigenen Lieblingsfilme, womöglich nicht zuletzt, weil er Hauptdarstellerin Yōko Yaguchi bei den Dreharbeiten kennen und lieben lernte. Woran es auch liegen mag: Beachtung verdient er allemal. (7)

Sugata Sanshiro Fortsetzung [續姿三四郎 Zoku Sugata Sanshirō (Sanshiro Sugata Part II)] (1945)
aka "Judo Saga II". Das Kurosawa Akira von der Propaganda-Abteilung aufgezwungene Sequel (Trivia: der Verlautbarung nach eines der ersten Sequels, dem ein frugales "Teil 2" an den Titel angehängt wurde), dementsprechend wenig begeistert runtergekurbeltes Loblied auf den japanischen Kampfesgeist und Wiederstandwillen gegenüber den niederträchtigen Amerikanern, die ins nachteilige Licht zu rücken das Drehbuch keine Gelegenheit auslässt (Sanshirōs müheloser Sieg gegen den überheblichen US-Boxer gleicht einer für den Amerikaner blamablen Stummfilm-Slapstick-Komödie). Insofern hat Kurosawa vielen modernen chinesischen Martial-Arts-Filme (etwa "Fearless" oder "Ip Man", mehr noch "Ip Man 2") die Blaupause geliefert, wie man traditionsbewusste und moralisch lautere Kampfsportler, die ihre altehrwürdige Kampfkunst gegenüber dem modernen westlichen Mächten erfolgreich verteidigen, in Szene zu setzen hat. Drum würde ich "Zoku Sugata Sanshirō" zu Kurosawas unter der Aufsicht des japanischen Zensor-Rats entstandenen zugänglichsten, da weitestgehend ambitionslosesten Werken zählen. Gleichwohl blitzt Kurosawas Talent selbst hier unverkennbar auf, hauptsächlich beim Subplot um die Rivalität zwischen Karate und Judo, insbesondere hinsichtlich des Schicksals Tsukigata Ryūnosukes einstmaligen Widersachers aus dem Vorgänger, sowie des schönen Finales mit dessen Brüdern. (6,5)

Die Männer, die dem Tiger auf den Schwanz traten [虎の尾を踏む男達 Tora no o wo fumu otokotachi (The Men Who Tread on the Tiger's Tail)] (1945)
Kurosawa Akiras nächstes Projekt entstand in der turbulenten Zeit des letzten Kriegsjahres und des Übergangs: die Niederlage stand bevor, die japanische Zensur ging, die der amerikanischen Besatzungsmacht kam. Kreativ erdrückt von den Rahmenbedingungen geriet Kurosawas Adaption des Kabuki-Stücks "Kanjinchō" zu einer ungemein knapp gefassten, theaterhaft komprimierten Bearbeitung des Ursprungsmaterials. Abgesehen von dem Umstand, dass "Tora no o wo fumu otokotachi" die Ehre zuteilwird, Kurosawas erster Jidai-geki eiga zu sein, ist das Endresultat ein schnörkelloses, makelloses, besonders in der zentralen Szene am Grenzposten hochspannendes Drama, aufgelockert durch den an das amerikanische Kino gemahnenden Comic Relief-Charakter Enomoto Ken'ichis, einem beim japanischen Publikum beliebten Komödianten. Hervorragen tut einmal mehr Sugata Sanshirō-Darsteller Fujita Susumus nuanciertes Spiel, das bis heute Zuschauer rätseln lässt, ob er Yoshitsune und sein Gefolge erkannt hat oder nicht. (7,5)

Kein Bedauern für meine Jugend [わが青春に悔なし Waga seishun ni kuinashi (No Regrets for Our Youth)] (1946)
Kurosawa Akiras erster Nachkriegsfilm, der sehr zum Missfallen des Regisseurs mehrfach umgeschrieben wurde, ist angesiedelt vor dem Hintergrund des Takigawa-Vorfalls, in dessen Verlauf der Universitäts-Professor Takigawa Yukitoki von seinem Lehrstuhl an der Universität Kyoto gefeuert und ein Student wegen Hochverrats hingerichtet wurde. Allerdings stellt dieser Zwischenfall bloß das Stimulans dar, welches die Handlung in Gang setzt, deren Hauptaugenmerk auf Hara Setsukos Yagihara Yukie und ihrer Suche nach Erfüllung, nach dem, was das Leben ausmacht, liegt. Ihr Entwicklungsweg ist eng verknüpft mit denen zweier Studenten, von denen der eine sich dem Konformismus beugt, alldieweil der andere sich politisch engagiert, was ihm im Endeffekt zum Verhängnis wird. Ihre Verbindung zu letzterem (bravourös: Fujita Susumu) wird auschlaggebend für ihr existentialistisches Streben, das auf die Gegenwehr des beschränkten, ignoranten Gesellschaftsdenken trifft, dafür im Triumph dieses Strebens mündet. In ihrem über zwölf Jahre währenden Existenzkampf spiegelt sich deutlich Kurosawas Philosophie, wie auch das Nachkriegs-Japan, das sich ähnlich neu zu finden und zu orientieren hatte. Dabei ist Regisseur und Drehbuchautor Kurosawa weniger an politischen Verwicklungen gelegen als am seelischen Fortgang seiner Protagonistin, überwältigend verkörpert von Hara Setsuko und, sieht man von "Ichiban utsukushiku" ab, die einzige weibliche Hauptakteurin in seinem Schaffenswerk. Trotz Problemen bei der Produktion aufgrund von Einmischung dritter sind Kurosawa einige exzellent arrangierte Sequenzen gelungen, welche die Figurenkonstellation und Aufgewühltheit Yukies ausdrucksvoll wiedergeben. (8)




















21 - 6,9 (144,5)

Freitag, April 20, 2012

Anthony Hitchcock as Alfred Hopkins

Es war nur eine Frage der Zeit: nach Marilyn Monroe kommt jetzt (endlich?) das Alfred Hitchcock-Biopic. Sacha Gervasi ("Anvil! The Story of Anvil") fühlt als Regisseur dem weltberühmten Briten auf den Zahn und wirft einen Blick auf die Arbeit an Hitckcocks vermutlich bekanntesten Film "Psycho". Das Drehbuch, verfasst von John J. McLaughlin ("Man of the House", "Black Swan") basiert auf dem viel gelobten Buch "Alfred Hitchcock and the Making of Psycho" von Stephen Rebello (1990 veröffentlicht).Die große Frage die sich stellt, abseits der Regie versteht sich, lautet: wer spielt Alfred Hitchcock? Und niemand geringerer als Anthony Hopkins übernimmt diesen Part und die Aufgabe, Alfred Hitchcock auf der Leinwand zum Leben zu bringen. Das riecht nach Oscar-Koketterie...Daneben spielen Hellen Mirren ("Elizabeth I", "The Queen", "RED") als Alma Reville (Hitchcocks geliebte Frau), Scarlett Johansson ("Lost in Translation", "Vicky Cristina Barcelona", "Iron Man 2") als Janet Leigh, Jessica Biel ("The Texas Chainsaw Massacre", "Blade: Trinity", "Powder Blue") als Vera Miles, Toni Collette ("Muriels Hochzeit", "About a Boy", "Little Miss Sunshine") als Peggy Robertson und natürlich James D'Arcy ("Master and Commander") als Anthony Perkins mit. Bemerkenswert wären zudem noch für alle "Boardwalk Empire"-Fans Michael Stuhlbarg ("A Serious Man", "Hugo") als Lew Wasserman, Michael Wincott ("Robin Hood: König der Diebe", "1492: Die Eroberung des Paradieses", "Alien - Die Wiedergeburt") als Ed Gein und selbstredend Wallace Langham ("Little Miss Sunshine", "Monk", "The Social Network") als Saul Bass. Was mich noch interessieren würde ist, wer die Musik komponiert und wie man Bernard Herrmann gerecht werden will...

Losgehen soll's 2013.
Na? Kann das was werden?