Montag, Februar 05, 2018

Kurzreviews Januar/II/2018

Viel los in der zweiten Januar-Hälfte! Hiermit präsentiere ich wiederum die 18 Filme und 9 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im (vollgestopften) Monat Januar seit der letzten Liste gesehen habe:


Serien-Staffeln
Buffy - Im Bann der Dämonen [Buffy the Vampire Slayer] (Season 7) (2002-2003) (6-7,5)
The Deuce (Season 1) (2017) (8-8,5)
Doctor Who (Season 11) (1973-1974) - (6-8)
Boardwalk Empire (Season 5) (2014) - (7-8, für "Eldorado", insbesondere die letzten Minuten: 9,5)
Herkules und das Amazonenheer [Hercules and the Amazon Women(1994) - (6)
The Orville (Season 1) (2017) - (6,5-8+)
Magnum [Magnum, P.I.(Season 8) (1987-1988) - (6-7,5)
Marvel's Daredevil [Daredevil(Season 1) (2015) - (8-8,5)
Hercules und der flammende Ring [Hercules: The Legendary Journeys - Hercules and the Circle of Fire(1994) - (6,5+)

Filme
Die Abenteuer des Rabbi Jacob [Les aventures de Rabbi Jacob(1973)
Hach, die schönen Kindheitserinnerungen. Damals haben wir den Louis de Funès-Klassiker rauf und runter geguckt, bis unsere VHS ausgeleiert war (besonders Highlight: die Kaugummi-Fabrik!). Erwartet aus diesem Grunde keine Objektivität von mir. Auch heute noch bereitet "Rabbi Jacob" als flotte Verwechslungskomödie jede Menge Freude, selbst wenn man sich womöglich nicht mehr vor Lachen kugelt wie in Kindertagen. Das er nachgerade nebenbei für Völkerverständigung und die Überwindung von Hass eintritt, kann man ihm überdies anrechnen. (Mit Kindheitsnostalgiebonus: 7,5)

Riddick - Chroniken eines Kriegers [The Chronicles of Riddick(2004)
Ich gebe es geradeheraus zu: ich habe eine Schwäche für Riddick, den Space-Conan. Freilich gehört eine gehörige Portion suspension of disbelief dazu, um am "Pitch Black"-Sequel nicht an allerlei Ungereimtheiten, logischen Freiheiten und künstlerischen Fragezeichen rumzunagen. Andererseits handelt es sich hierbei um chic designte (ich weiß, Geschmackssache) Sci-Fi-Fantasy in einem ansprechenden Setting/Universum (ich weiß... Geschmackssache!), die gerade aufgrund ihrer stellenweisen Blödheit zu gefallen weiß. Im Klartext: es fühlt sich von vorn bis hinten wie ein Groschen-Heftchen oder ein älteres Sci-Fi-Comicwerk an - und sowas mag ich einfach. Hinzu kommt: ja, ich finde, Riddick ist eine coole Sau (was daran cool ist, darf ruhig zur Diskussion gestellt werden). Und das ihm hier erlaubt wird Schwäche bzw. sogar Menschlichkeit zu zeigen, macht ihn in meinen Augen umso cooler. (7)

Blueberry und der Fluch der Dämonen [Blueberry(2004)
Na schön, wenn man selbst LSD eingeworfen hat, ist das bestimmt ein ganz, ganz doller Western. Wäre ja durchaus in Ordnung, würde er sich nicht derart angestrengt künstlerisch geben, fehlende Substanz oder die Alternative zu einer herkömmlichen Erzählstruktur durch mystisch-konfusen Firlefanz zu verbrämen versuchen. Sinetmal sich dieser psychedelische Schamanismus-Trip in erster Linie zieht wie Kaugummi, einem beinahe zwei Stunden induzierten Drogenrausch abverlangt, ohne eine Verbindung zum Zuschauer aufzubauen oder eine emotionale Resonanz zu erzeugen. (2,5)

Shadow und der Fluch des Khan [The Shadow(1994)

Get Out (1973)
Den Finger in Amerikas nach wie vor schwelende Wunde des Rassismus zu legen, als Basis für einen Horrorfilm zu nehmen, ist nicht bloß naheliegend, sondern, angesichts des sozialen Unfriedens, regelrecht zwingend. Und in der ersten Hälfte gelingt es Jordan Peele ganz ausgezeichnet, die Kluft zwischen Schwarz und Weiß, die merkwürdige Stimmung des gesellschaftlichen Miteinanders, das mehr den Anschein eines brenzligen Waffenstillstandes als den einer friedlichen Koexistenz erweckt, die verhohlenen Ressentiments und gehegten Rassenklischees, kurz: den unausgesprochenen Rassismus aus der Perspektive Daniel Kaluuyas zu vermitteln. Zu Gänze vermag er das nicht in die zweite Hälfte hinüberretten, wo er dieses unangenehme, befremdliche Gefühl, abschätzig, sogar missbilligend betrachtet zu werden, für einen Science-Fiction-artigen Körpertausch-Plot eintauscht, der damit wenig zu tun hat. Der gute Ansatz bleibt. Die Oscarnominierungen: maßlos übertrieben(7)
Annabelle (2014)
Kreuzödes Spin-off zu "The Conjuring", schlechterweise ohne James Wan auf dem Regieposten. An seiner statt darf John R. Leonetti, Urheber solcher ulkigen Machwerke wie "Mortal Kombat 2 - Annihilation", einen beispiellos muffigen Puppenhorror, eigentlich Geisterhorror (die zugegebenermaßen gräuliche Puppe bewegt die gesamte Laufzeit über nicht ein Härchen aus eigener Kraft) ohne Spannung oder liebzugewinnende Charaktere fabrizieren, eine nichtssagende Aneinanderreihung von schlecht umgesetzten, dürftig geschauspielerten, unzulänglich verknüpften Szenen, die jeden Grusel vermissen lassen. (2)

Annabelle 2 [Annabelle: Creation(2017)
Eigentlich wollte ich nach dem faden "Annabelle" keine weitere Aufmerksamkeit an die "Conjuring"-Spin-offs verschwenden. Dass David F. Sandberg, der seinerzeit mit "Lights Out" keinen großartigen, allerwenigstens einen soliden Horrorfilm gedreht hatte, der ein Händchen für Gruselstoffe erkennen lies, Regie führte, weckte dann doch meine unwesentliche Neugierde, ließ mich dem Sequel zumindest eine minimale Chance einräumen. Und siehe da: ich bin baff! Nach der Ausgeburt an mangelhaft inszenierter Langeweile, die den Erstling ausmachte, war ich nicht darauf eingestellt, einen derart stimmungsvollen Grusler vorgesetzt zu bekommen. Die Protagonisten haben Kontur und sind sympathisch genug, dass man in Gefahrenzeiten um sie zittert, der Schauplatz bietet hinlänglich genügend finstere Ecken voller unheilverkündender Schatten, in denen eine schmerzvolle Vergangenheit lauert, und Sandberg hat die unheimlichen Szenen um Welten besser im Griff als John R. Leonetti, gibt ihnen genügen Vorlauf, Spannung und verdient sich seine Schrecken jedes Mal. Erst gegen Ende machen sich leichte Schwächen bemerkbar. Schauerlicher, aufregender und besser geschauspielert, kurz: der bessere Film. Hätte ich nicht mit gerechnet. (7,5)

Life (2017)
Wurde mir seinerzeit von allen Seite als die bessere Alternative zu Ridley Scotts schäbigen Mythoszerstörung namens "Prometheus" bzw. "Alien: Covenant" wärmstens ans Herz gelegt. Nun gehört nicht viel dazu, besagte Rohrkrepierer auszustechen, doch selbst im Angesicht dessen macht Daniel Espinosa einen anständigen Job. Klar, die altbekannte gnadenlose Hetzjagd, die hier ein besonders fieses, zähes Exemplar von einem Marsianer auf die Crew der ISS eröffnet, sie klassisch nach dem Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip peu à peu dezimiert, ist weder neu, noch innovativ. Im Wissen darum drückt Espinosa von vornherein auf die Tube, setzt ein Tempo an, das weder Protagonisten, noch Zuschauern Zeit zum Nachdenken gönnt (was dem Film hinderlich wäre) und hält die Beschleunigung bis zum bitteren Ende durch. Somit gestaltet sich der schweißtreibende Kampf gegen den außerirdischen Eindringling straight, reißerisch, dynamisch (eindrucksvoll: die Schwerelosigkeit evozierende Kameraarbeit) - was tausendmal mehr ist, als Scott zu bieten hatte. (6,5)

Drive Angry - Fahr zur Hölle [Drive Angry(2011)

Sternenkrieger - Survivor [Survivor(2014)
Für einen Crowdfunding-B-Sci-Fi-Endzeit-Survival-Film (boah, was eine speziell definiertes Subgenre...) in Ordnung, brauchbar fotografiert, genügend Action und Danielle Chuchran ist hübsch anzuschauen, überdies manierlich in der Hauptrolle als Kampfamazone. (B-Movie-Skala: 5)

Yukon [Death Hunt(1981)
Denke ich an "Death Hunt", denke ich oft an eine bessere Version von "The Revenant" (was miteinschließt, Charles Bronson den Vorzug gegenüber Leonardo DiCaprio zu geben). Das ist mutmaßlich den thematischen Überschneidungen geschuldet: ein Überlebenskampf vor einer rauen Naturkulisse, die hier wie dort eine besondere Rolle spielt und dementsprechend von der Kamera festgehalten wird, das Streben eines Individuums, hier ist es die persönliche Freiheit, gegenüber unmöglichen Bedingungen. Zu Bronson gesellt sich Lee Marvin, ein Gleichgesinnter, der unglücklicherweise von den Umständen und wider besseres Wissen zur Jagd auf ersteren gezwungen wird, obgleich sie sich charakterlich gleichen, elementare moralische Prinzipien vertreten, sich von ihrer Erfahrung mit Mensch und Umwelt leiten lassen - zudem scheinen sich beide mit dem Rücken zur Wand auf der Flucht oder wenigstens auf dem Rückzug vor einer vorrückenden Moderne zu sein, die Kompromisse, einen Modus vivendi verlangt, welcher ihrem Lebensweg zuwiderläuft. Das zeichnet "Death Hunt" jenseits der obendrein spannenden Menschenjagd aus. (8)
Dirty Harry (1971)
Ich glaube, über "Dirty Harry" bleibt nicht viel zu sagen. Ein Meilenstein des Polizeifilms, ein brillanter Thriller, eine hervorragend entworfene Charakterstudie, ein Zeugnis von Don Siegels Schaffen als exzellenter Filmschaffender. (9)

Fifty Shades of Black - Gefährliche Hiebe [Fifty Shades of Black(2016)
Antriebslose, sich grob an den Stationen des Ursprungsmaterial entlanghangelnde, um Leftover-Gags von "Scary Movie" ergänzte Parodie, deren herausstechenste Leistung darstellt, die Langeweile des Originals zu reproduzieren. (1,5)

Das Kabinett des Schreckens [The Funhouse(1981)
Es muss schwer gewesen sein für Tobe Hooper (R.I.P.), dass er qua "Texas Chainsaw Massacre" bereits zu einem frühen Zeitpunkt in seinem Œuvre sein Opus Magnum abgeliefert hatte; dass sich seine folgenden Werke stets an diesem hatten messen lassen müssen - und dass er zwangsläufig an solchen Erwartungen scheitern musste. "The Funhouse" ist kein zweites "Blutgericht in Texas", nichtsdestotrotz ein adäquater kleinformatiger Slasher, der zuvorderst durch die eingefangene Jahrmarktsatmosphäre punktet, die Hooper wunderbar wiedergibt, darin regelrecht schwelgt, bevor er sich ans muntere Morden begibt, wobei er seinen Charakteren auffällig viel Spielraum einräumt, den Bodycount und die Zurschaustellung von Gewalttätigkeit überschaubar belässt. Kein zügiges Gemetzel also, sondern eine behutsam aufgebaute Terrorshow - darin gleich er wiederum Hoopers Meisterwerk. (6,5)

Alle Mörder sind schon da [Clue(1985)
Kurioserweise schien jemand Potenzial in der Verfilmung des Brettspiels "Cluedo" gesehen zu haben. Gottlob übergab dieser jemand u.a. John Landis das Drehbuch und versammelt eine gut aufgelegte Darstellerriege, angeführt vom unübertroffenen Tim Curry. Das Ergebnis: reiner Schalk, ein augenzwinkernder Whodunit-Krimi, der sich über seine eigenen Mechanismen ebenso amüsiert, wie über seine Herkunft aus der Spielesammlung. Macht Spaß, tut keinem weh. (6,5)
Ouija - Spiel nicht mit dem Teufel [Ouija(2014)
Okkulter Hokuspokus aus der Mottenkiste gepaart mit Teenie-Panik, geringfügig kompetenter als "Annabelle". Immerhin: zwei schmerzhaften Abgänge. (3,5)

Ouija - Ursprung des Bösen [Ouija: Origin of Evil(2016)
Teilt sich kurioserweise einige Parallelen mit "Annabelle: Creation": ein Nachfolger, aber ein Prequel; ein Regisseur, der zuvor durch einen Geheimtipp oder Achtungserfolg aufgefallen war; die Fokussierung auf die Charaktere und ihr Schicksal, verquickt mit einer finsteren Vergangenheit; ein sakrischer Gegenstand als Katalysator; in beiden spielt Lulu Wilson mit; und zu guter Letzt: er übertrifft den Vorgänger mühelos. Da die Familie Zander im Mittelpunkt steht, nimmt sich Mike Flanagan ausgiebig Zeit, diese drei dem Zuschauer näherzubringen, setzt ihr Verhängnis insbesondere in der ersten Hälfte als seichtes Drama in Szene, bevor er sukzessive intensiviert das lauernde Grauen über sie hereinbrechen lässt. Demnach braucht es seine Zeit, bevor er tatsächlich Gruselterrain betritt, dann jedoch bestimmt und schaurig. (7)

The Sword and the Sorcerer 2 [Tales of an Ancient Empire(2010)
Wie ich zu "Nemesis" sagte: Albert Pyun hat im Laufe seiner Karriere genügend Schrott fabriziert. Sein Fantasy-Abenteuer "The Sword and the Sorcerer" auf der anderen Seite zählt der Verlautbarung nach (eine Sichtung steht noch aus) zu seinen besten Arbeiten. Fast 30 Jahre später (!) entschloss er sich kurzum zur Fortsetzung seines Geheimtipps - leider musste er dafür unter Produktions- und finanziellen Bedingungen zu Werke gehen, die ein Gelingen unmöglich machten: "Tales of an Ancient Empire" ist ein haarsträubend inkohärentes Konstrukt, ein Bausatz aus billig produzierten, fragmentarischen Versatzstücken, deren Zusammenhalt im Schneideraum nicht gewährleistet werden konnte. Es gibt kaum einen nachvollziehbaren roten Faden in der Geschichte, sie springt hin und her, führt neue Charaktere ein, ohne je auch nur einem genügend Profil oder gar Wiedererkennungswert zuzubilligen, an Stellen, die aus dem einen oder anderen Grund nie vernünftig realisiert werden konnten, übernimmt kurzerhand eine Erzählerin, die von Geschehnissen berichtet, die in totgefilterten, zusammenhanglosen Szenen oder schlicht mit Zeichnungen (!) dargestellt werden. Das Schicksal eines torsohaften Endergebnis teilt sich "Tales of an Ancient Empire" mit "Phantasm IV", bei beiden macht sich bemerkbar, dass die Macher Ideen hatten, es ihnen jedoch verwehrt bliebt, diese akzeptabel umzusetzen. So ist das eben. (2)
















































18 - 5,7 (103,0)

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