Donnerstag, Januar 20, 2011

Kurzreviews Dezember/II/2010

Ich bin es endlich angegangen. Wie versprochen, so begonnen - auch wenn es seine Zeit gedauert hat. Seit Mai 2010 habe meine Kurz-Reviews regelmäßig gepostet, mit einer kleinen Intervalländerung zwischendruch zwar, dennoch beständig, was mich, in tiefster Eigenkritik und mit etwas Selbstbewusstsein, selbst überrascht hat. Denn ich bin kein Mensch der Gleichförmigkeit und Regelmäßigkeit. Doch hier habe ich es durchgehalten... bis 2011.Am 1.1.2011 wollte ich, wie die Regelmäßigkeit es gebietet, die zweite Review-Liste des Monats Dezember 2010 veröffentlichen. Begleitend beabsichtigte ich einen kleinen Rückblick auf die Review-Listen des Jahres 2010, die Bewertungen und Anzahl im Großen und Ganzen zusammenfassend, also wirklich ganz klein. Tatsächlich war diese Liste am 1.1. kurzzeitig online. Die Betonung liegt hierbei auf "kurzfristig", denn sie war nicht komplett und ungenügend verfasst, eben eine reine Rohfassung. Dieser Zustand bestand bis heute, denn Weihnachtsstress, Silvesterfeier und der neue, meine Freizeit deutlich einschränkenden Job haben eine Bearbeitung verhindert.Doch inzwischen habe ich es geschafft, habe mich durchgerungen, mich hinzusetzen und der Liste den letzten Schliff zu verpassen. Was bedeutet, dass neben den zentralen Reviews diese Einleitung, der angesprochene Rückblick auf die Listen des Jahres 2010 (zumindest seit Mai...) und ein kleines Gedenken an das Sterben großer Legenden des Films hinzugekommen sind. Es ist viel Text, ich weiß, aber dafür habe ich auch lange Zeit nichts mehr gepostet:

2010 habe ich 14 Reviewlisten (diese mit eingeschlossen) veröffentlicht, die kurze Besprechungen und Bewertungen zu 177 Filmen umfassen. Insgesamt habe ich 1190 Punkte auf einer 1 bis 10-Skala an diese Filme vergeben, durchschnittliche 7 Punkte pro Film - was ich als sehr viel erachte. So viel zu den blossen Zahlen!Was gibt es denn inhaltlich zu den Listen zu sagen?
Zunächst einmal das übliche, wie es in jeder Liste zur Sprache kommt: Filme, bei denen ich eingeschlafen bin (kommt sehr, sehr, sehr häufig vor...) oder aus einem anderen Grund vorzeitig abgebrochen habe, sind nicht in die Listen mitaufgenommen (einzige Ausnahme: "Rome Is Bleeding"). Ebenso habe ich aufgrund des Zeitaufwands keine Serien in den Listen vermerkt. Daneben ist noch zu erwähnen, dass ich dieses Jahr nicht sehr häufig Filme im Kino genossen habe und somit einiges "aktuelles" nicht bewerten konnte. Grundsätzlich favorisiere ich darüberhinaus so oder so ältere Filme.Auffällig war vor allem zu Beginn der Liste die hohe Dichte an "Star Trek", auch abseits der Serien und Filme, da des Öfteren typische "Star Trek"-Darsteller ihren Weg in die Listen auch in "Star Trek"-fremden Produktionen gefunden haben. Seien es Kim Catrall, William Shatner oder Robert Picardo. Natürlich ein blosser Zufall (oder...?), nichtdestotrotz Zeuge meiner wieder entdeckten Leidenschaft zu "Star Trek", die seit meinen Kindestagen deutlich abgeflaut war.
Zurück in Kindestage hat mich meine Nostalgie auch in Form der "Asterix"-Filme gebracht. Spontan hatte ich mich entschlossen, die guten alten Tage mit der Sichtung dieser wiederaufleben zu lassen. Das umfassten dann letztendlich nicht alle Filme der Reihe, aber immerhin die wichtigsten. Und tatsächlich macht das sympathische Duo Asterix und Obelix auch heute noch viel Spaß - in den richtigen Geschichten.
Ebenso spontan wollte ich mich nochmal an Dario Argento versuchen und habe es zumindest geschafft, mir zwei seiner legendäreren Filme ("Suspiria" und "Profondo Rosso") erneut zu Gemüte zu führen. Und obgleich sie ihren Reiz haben, musste ich damals gestehen, dass sich mir der Ruf Argentos einfach nicht erschließt...Viel spezieller und wichtiger sind für mich indes die kleinen "Entdeckungen". Die ganzen kleinen und großen Filme, die ich lange im Fernsehen oder der Videothek ignoriert habe, die aber einfach großartig, wenn auch meistens vergessen, sind. Ebenso wie Filme neueren Datums, die 2010 veröffentlicht wurden, und den meisten uninspirierten und seelenlosen Blogbuster zeigen, was es heißt, mit Herz bei der Sachen zu sein. Hier sind sie, die großen kleinen Entdeckungen:

  • Als purer Lovecraft erwies sich John Carpenters "Die Mächte des Wahnsinns", den ich lange Zeit im Fernsehen gemieden habe. Dabei ist der Film in seinem Sog, in seiner Stimmung der Ausweglosigkeit und seiner Atmosphäre einfach wunderbar schaurig. Und Sam Neill ist großartig in der Hauptrolle.
  • Sherlock Holmes hat mich dieses Jahr sehr fasziniert, was sich in einigen Sherlock Holmes-Verfilmungen in den Listen wiederspiegelt ("Der Hund von Baskerville" von 1983, die "Holmes vs. Jack the Ripper"-Versionen). Dabei war die wahre Entdeckung die großartige Serie mit Jeremy Brett. Hier gilt: schaut euch diese Serie an! Eine bessere Holmes-Adaption gibt es nicht!
  • Wenn auch nicht überragend, dafür als kleiner Film interessant genug war "Final Cut" mit Jude Law. Eine kleine britische Produktion, die den Trick von "Blair Witch Project" etwas variiert schon zuvor verwendete, dabei aber wesentlich überzeugender funktioniert als der lahme US-Low-Budget-Pseudo-Grusler.
  • Aus der erste Staffel der "Masters of Horror"-Reihe, zu der mehr oder weniger bekannte Horrorfilm-Regisseure wie John Carpenter oder Dario Argento Kurzfilmbeiträge lieferten, habe ich den ein oder anderen gesehen und die insgesamte Mittelmäßigkeit des ganzen zur Kenntnis genommen, wie auch gelungene und sehr unterhaltsame Folgen wie John Landis "Deer Woman" oder Takashi Miikes "Imprint" entdeckt. Ebenso sollte Joe Dantes kurioses Zombie-Politikum "Homecoming" nicht unerwähnt bleiben.
  • Martia-Arts-Entdeckung des Jahres ist natürlich Isaac Florentines "Undisputed III: Redemption", in dem Scott Adkins wieder mal zeigen konnte, was für ein großartiger Fighter er ist. Die Kämpfe sind hervorragend choreographiert und inszeniert, die Geschichte ist zwar klischeehaft und vorhersehbar, ohne jedoch dabei langweilig zu werden. Ja, auch Amerikaner können gute Martial-Arts-Kracher drehen... mit einem israelischen Regisseur und einem britischen Hauptdarsteller.
  • Aus der unzähligen Zahl der miesen Asia-Horrorfilme, vorzugsweise mit einem gruseligen, untoten Mädchen mit langen Haaren, sticht "R-Point" oder "Ghost Soldier" in unseren Landen deutlich hervor. Die Mischung aus Krieg und Horror erweist sich als dicht atmosphärischer, spannender Überlebenskampf in einer ausweglosen Situation. Einzig die Identifizierung der asiatischen Darsteller kann sich bisweilen als problematisch erweisen, da sie in Uniform schwer auseinander zu halten sind, aber da machen westlichen Darsteller keine Ausnahme. Ach ja, die Asiatin mit langen Haaren gibts auch hier - zum glück selten präsent.
  • Einfach spassiger Anti-Weihnachtsfilm ist "Santa Slay", in dem Bill Goldberg als satanischer Weihnachtsmann mordend durch eine Kleinstadt wütet. Allein der Anfang ist einen Blick wert!
  • Meine Ingmar Bergman-Boxen setzten schon Staub an in meinem Regal, als ich endlich dazu gekommen bin "Wilde Erdbeeren" zu sehen. Ein meisterliches Werk über Leben und Tod, nahezu die Essenz aus Bergmans Œuvre. Rührend, großartige, eben ein Meisterwerk durch und durch.
  • Für ein Biopic von 1956 ist "Vincent van Gogh - Ein Leben in Leidenschaft" eine sehr unterhaltsame Angelegenheit, mit wunderschön Bildern und eindrucksvollen Darstellerleistungen von Kirk Douglas und Anthony Quinn.
  • "Scott Pilgrim vs. the World" ist DER ultimative Nerdgasm, den niemand zu schätzen wusste - ausser Nerds. Eine wahre Schande! Denn so einen vielseitigen Einfallsreichtum und so eine perfekte Inszenierung findet man heute nur noch selten.
  • "Gefahr und Begierde" nehme ich in die Liste nicht wegen des Films auf, denn trotz Ang Lees intensiver Emotionalität ist der Film bloß ein Gerüst für einen großartigen Film. Dafür habe ich mit diesem Film (und mit "Das Mädchen mit dem Perlenohrring", den ich allerdings nicht gesehen habe) Komponist Alexandre Desplat entdeckt. Ein sehr guter Musiker, den die meisten vielleicht aus "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" kennen. Für mich eine kleine musikalische Offenbarung.
  • "Sideways" lag lange aufgenommen, doch ungesehen auf der Festplatte. Erst im Nachhinein hat er richtig seine Wirkung bei mir entfaltet, dafür umso eindringlicher. Wunderschöner, realitätsnaher Road Trip von Paul Giamatti und Thomas Haden Church, wunderbar isnzeniert von Alexander Payne. Toll!
  • Mit Barry Sonnenfelds Kinoadaption der "Addams Family" habe ich endlich wieder mal eine wirklich lustige Komödie entdeckt, voller schwarzem Humor und bestens aufgelegter Darsteller, die im Fernsehen zumeist ein tragisches Nachmittagsprogrammdasein fristet. He! Dieses Komödie ist 10-mal das, was heutige Schrottfilme sein wollen, die einfallslos dieselben Gags immer wieder durchkauen und sich selbst als "Komödie" bezeichnen, wo doch Schnarchmittel wesentlich treffender wäre.
  • Ebenso ein Schattendasein fristend, diesmal allerdings im Kabel1-Nachtprogramm meistens gemeinsam mit der minderen Mogelpackung "Stephen King's Quicksilver Highway" verbraten, ist die von Zombiefilm-König George A. Romero inszenierte Stephen King Adaption "Stark - The Dark Half". Ein spannender Horrorfilm mit einer dichten Atmosphäre, sehr guten Darstellern, allen voran Timothy Hutton, und schaurig-schöner Musik von Christopher Young. Ein sträflichst unterbewerteter Thriller, der mir sogar besser gefällt als Romeros "Dawn of the Dead".
  • Ich mochte eigentlich noch nie die lächerlichen "Flugszenen" in Wuxia-Filmen. Wer dieses Genre kennt, weiß was ich meine. Doch eine erneute Sichtung von "Tiger & Dragon" unterzog mich einem radikalen Wandel dahingehend, dass ich zumindest in besagtem Film diese Flugeinlagen als sehr schön und fast spirituell empfinde. Genau wie den Film.


Wie bei jedem Ding gibt es gleichsam hier die Kehrseite der Medaille und die ein oder andere Enttäuschung hat sich auch bei mir eingestellt. Ich bin nicht schnell zu enttäuschen, denn meine Erwartungen sind fast immer von vorneherein auf ein Minimum reduziert. Doch diese hier haben es geschafft.
  • Der Vorgänger wirkte frisch und Regisseur Jon Favreau hatte genug Ideen in peto - doch für "Iron Man 2" sind ihm dann wohl die Ideen ausgegangen, denn die Geschichte wurde absolut uninspiriert und öde weitergeführt, mit einem einfallslosen Bösewicht, einer typischen Vater-Sohn-Konflikt-Geschichte, der großen Hollywood-Love-Story, die die knisternde Spannung zwischen Tony Stark und Pepper Potts einfach mal im Liebesklischeesumpf ertränken lässt, und ganz viel große kleine Jungens-Unsinn. Das der Film nicht total uninteressant geworden ist, liegt allein an den Darstellern und ist insbesondere Robert Downey Jr. zu verdanken.
  • In meiner Sherlock Holmes-Begeisterung musste ich selbstredend das Duell zwischen ihm und Jack the Ripper sehen, doch beide Verfilmungen zu dem Thema sind eher lahm. Hatte ich etwa zuviel von den 60er und 70er-Jahren erwartet?
  • Einer meiner meisterwarteten Action-Filme des Jahres war "Ninja: Revenge Will Rise", der sich dann leider als gänzlich unspektakulärer, fast trivialer Beitrag zum B-Action-Genre herausstellte, bei dem einzig der Look stimmt. Selbst die Fights sind meistens zu öde und der fehlende Inhalt macht sich hier doch bemerkbar.
  • Seine relativ hohe Wertung hat "Inception" von mir erhalten, doch gemessen an der Prämisse war er doch sehr enttäuschend. Die umfassend Traum- und Unterbewusstseinthematik wird zugunsten eines simplen Action-Spionage-Thriller-Konstrukts reduziert, das sich in seiner Psychologie mainstreamanbiedernd simpel heraustellt. Der Inhalt ist luftig-locker, die Charaktere rein symbolhaft und die Traumwelten erschreckend einfallslos. Dafür waren immerhin die Darsteller und Tricks top. Dennoch: total überhypt und pseudointellektuell.
  • Ich war mir nie sicher, was ich von einem Sequel zu einem Bruce Lee-Klassiker halten sollte, doch die Bilder und Trailer sahen gut aus, zudem ist Hauptdarsteller Donnie Yen ein Kampfsport-Gott. Doch "Legend of the Fist: The Return of Chen Zhen" erhebt leider zu hohe Ansprüche und entwickelt sich in eine ungünstige Richtung, will epochal sein und eine große Geschichte erzählen. Dass das ganze dann doch wieder in dem üblichen "Heldenhafte chinesische Einzelkämpfer gegen böse japanische Unterdrücker"-Getue endet, das in jedem einzeln chinesischen Film der letzten Jahre vorkam, zeugt von der blossen Einfallslosigkeit der Macher. Hinzu kommt, dass Donnie Yens Chen Zhen in dieser Geschichte bis zum Finale kaum eine Rolle spielt und gänzlich verschenkt wird. Was auch bedeutet, dass Martial-Arts-Fights äusserst spärlich gesät, dafür durchaus gelungen inszeniert sind. Das Finale ist hingegen total misslungen.


Das ist meine Quintessenz zu meinen Review-Listen des Jahres 2010. Es hätten schlimmer kommen können, z.B. garantiert wenn ich öfter ins Kino gegangen wäre...


Doch 2010 war auch ein sehr trauriges Jahr, ein Jahr des Hinscheidens großer Filmlegenden, derer ich hiermit noch einmal gedenken möchte. Der Vielzahl verstorbener Größen der Filmwelt angemessenden Tribut zu zollen, ist äusserst schwierig, denn es sind so viele von uns gegangen, bekannte, wie weniger populäre. Große Männer wie die Regisseure Claude Chabrol und Arthur Penn oder Produzenten-Gigant Dino De Laurentiis haben praktisch gemeinsam die ewige Filmruhmeshalle betreten und sich zu Legenden wie Dennis Hopper oder Tony Curtis gesellt, ebenso weniger populäre Filmschaffende, wie "Star Wars - Das Imperium schlägt zurück"-Regisseur Irvin Kershner oder Quentin Tarantinos Cutterin Sally Menke.
Sehr getroffen hat mich der Tod von Komödienstar Leslie Nielsen, der in meiner Kindheit für unzähligen Stunden des Gelächters gesorgt hat und wenn ich mich dafür aus meinem Bett geschlichen habe, um durch einen Türspalt ins Wohnzimmer linsen zu können, wo meine Eltern gerade "Die nackte Kanone" sahen, gefolgt von meiner Entdeckung, da ich laut loslachen musste.

Und das sind bloß diejenigen, die ich in meinem Blog zuvor betrauerte. 3 Männer hätten zudem noch ihren Weg in die Listen gefunden, wäre ich noch dazu gekommen:
Regisseur Blake Edwards, der durch Filme wie "Frühstück bei Tiffany", "Die Tage des Weines und der Rosen" oder die "Pink Panther"-Filme bekannt geworden war, ist am 15. Dezember an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben.Ihm Gesellschaft leistet der B-Film-Regisseur Jean Rollin, der am selben Tag einer langlebigen Krankheit erlag. Der französische Regisseur war vor allem wegen seiner Vampirfilme und Freizügikeit bekannt.Nicht mehr 2010, sonderm am 2. Januar 2011 verstarb Darsteller und Charaktergesicht Pete Postlethwaite ("Alien 3", "Die üblichen Verdächtigen", "William Shakespeares Romeo + Julia"), der stets einen bleibenden Eindruck hinterlies und wenn es nur in Nebenrolle war, an Krebs.2010 verstarben noch unzählige weitere großen und kleinen der Filmwelt, die ich kaum alle zu erwähnen mich Stande sehe: "Lost Boys"-Darsteller Corey Haim starb am 10. März dieses Jahres wie Leslie Nielsen und John Forsythe an den Folgen einer Lungenentzündung, Peter "Jim Phelps" Graves verstarb 4 Tage später an den Folgen eines Herzinafarktes. Jean Simmons († 22. Januar) und Patricia Neal († 8. August) verstarben an Lungenkrebs, Lynn Redgrave († 2. Mai) an Brust- und Simon MacCorkindale († 14. Oktober) an Darmkrebs. Tom Bosley wurden Staphylokokken zum Verhängnis und beendeten am 19. Oktober sein Leben. Lena Hornes Herz hörte am 9. Mai auf zu schlagen und Gary Coleman erlitt durch einen Sturz eine schwere Kopfverletzung aus der er nicht mehr erwachen sollte, so dass sich seine Frau am 28. Mai dazu entschloss, die lebenserhaltenen Maßnahmen abzustellen.

An alle diese Menschen, auch dijenigen die ich vergessen habe und die, die nicht aus dem Bereich des Films kamen

R.I.P.


Nichtsdestotrotz geht das Leben weiter, bei mir mit den 12 Filmen (ausgeschlossen Serien und Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe), die ich im Monat Dezember seit der letzten Liste gesehen habe:

Iron Monkey (1993)
Robin Hood meets Wong Fei Hong, kombiniert mit asiatischem Humor. Erfolgsvehikel für Donnie Yen, solide inszeniert von Yuen Woo-Ping, daher allerdings auch leider arg Wire-Fu-lastige Kämpfe. Nichtsdestotrotz unterhaltsam. (7/10)

Tiger & Dragon (2000)
Schönes Wuxia-Drama über Rache, Kampfkunst und unerfüllte Liebe von Ange Lee. Zhang Ziyis Charakter ist bisweilen unterträglich arrogant und Chow Yun-Fats Li Mu Bai entnervend lehrmeisterhaft, während Michelle Yeoh ein emotionales Gegengewicht aufbietet. Übrigens der einzige Film, bei dem die bekannten "Wuxia-Flugeinlagen" nicht störend, sondern schwerelos schön erscheinen. Wie der gesamte Film. (8,5/10)

Die Nackte Kanone (1988)
Die absurden Witze, teils aus der Original-Serie "Police Squad" entliehen, machten mir als Kind Spaß und tun sie dank Leslie Nielsen (R.I.P) auch heute noch, während Ricardo Montalban (R.I.P.) als wunderbarer Klischee-Bösewicht von Bondausmassen glänzt. Immer noch zum Schreien komisch. (7/10)

Leprechaun 5 - In the Hood (2000)
In Unkenntniss des ersten Teils sage ich dennoch: mit diesem Sequel dürfte die Reihe die Grenzen des Wahnsinns überschritten haben, wenn ein kleiner irischer Kobold auf der Jagd nach seinem Gold Gangsterrappern das Fürchten lehrt. Leider wird Warwick Davis zeitweillig arg zugunsten des protagonistischen Rapper-Trios und ihrer Hip Hop-Eskapaden vernachlässigt. Dennoch ein einziger, leidlich amüsanter Mindfuck. (6/10 auf einer Trash-Skala)

Kate & Leopold (2001)
Immer noch rätselnd, warum ich überhaupt diesen Film geguckt habe, kann ich sagen: der Film ist doof! Aus der halbwegs interessante Prämisse macht der Film GAR NICHTS, ist inhaltslos, Meg Ryan nervt und die Chemie zwischen ihr und Hugh Jackman oder ein plausibler Grund für ihre Romanze ist nicht vorhanden. Wie gesagt: doof. (3/10)

Heartless (2009)
Kleines britisches Moralstück-Aporem mit Fantasy- und Horror-Einschüben, das leider nicht über die Mittelmäßigkeit hinauskommt, dabei als urbaner Horror durchaus Potential gehabt hätte und immerhin mit Jim Sturgess einen guten Hauptdarsteller vorweisen kann. Dennoch hat Philip Ridley hier viel verschenkt. (5/10)

Das Siebte Zeichen (1988)
Akzeptabler Apokalypse-Thriller mit Demi Moore, Michael Biehn und Jürgen Prochnow, der wieder christliche Religion als ergiebigen Nähboden für Fantasyfilme offenbart, ohne viel aus dem Potential zu schöpfen. Immerhin mit mysteriöser Atmosphäre und ein wenig spannend. (6,5/10)

Stephen King's Stark (1993)
Lange auf Kabel 1 verpasst, jetzt endlich gesehen: unterschätzte Stephen King-Verfilmung von George A. Romero, spannend, atmosphärisch, mit guter Musik von Christopher Young und starken Darstellerleistungen, insbesondere von Timothy Hutton. Gehört von der Filmwelt unbedingt wiederentdeckt. (8/10)

Ip Man (2008)
Mehr ein den Legenden-Status Yip Mans förderndes, denn akkurates Biopic. Dafür gibt's fast alle gefühlten 5 Minuten Schlägereien und was für großartig choreographierte Kloppereien! Donnie Yen ist in der Hauptrolle superb, allerdings gibt es hier auch nicht viel charakterliche Tiefe auszuspielen. Dennoch ein starkes Martial-Arts-Epos. (7,5/10)

Königin für tausend Tage (1969)
Englische Geschichte auf Hollywood-Art, Heinrich VIII. vs. Anne Boleyn auf ihre Liebelei beschränkt und die politischen Auswirkungen gänzlich ignorierend, was den Film mitunter recht langweilig erscheinen lässt. Dafür ist er gut ausgesattet und gespielt, mit Richard Burton als Heinrich und Geneviève Bujold als Lady Boleyn passend besetzt. Aber eben zu dick Hollywoodesk aufgetragen, vor allem das Ende... (6/10)

Stephen King's Quicksilver Highway (1997)
Mick Garris inszeniert auf TV-Niveau eine Geschichte von Stephen King und (Etikettenschwindel!) eine von Clive Barker (der bessere Autor von beiden wird selbstredend unterschlagen...). Sicher nicht gruselig und einfach nur unfreiwillig (oder freiwillig?) komisch, insbesondere der schräg kostümierte Christopher Lloyd. Schlimmer jedoch: streckenweise arg ermüdend. (3/10)

Scott Pilgrim vs. the World (2010)
Müsste mehrmals auf der Liste stehen, da meine BluRay schon in meinem Laufwerk heißläuft... das ultimative Nerd-Fest, furios inszeniert von Edgar Wright. Einfach nur großartig! (9,5/10)



12 - 6,4 (77)

Kommentare:

Darth Puma hat gesagt…

Die Überschrift "Kurzreview" trifft es irgendwie aber nicht mehr. :-D

Okami Itto hat gesagt…

Ts, Erbsenzählerin! :-P
Die Reviews sind doch noch kurz!

Der Imperator hat gesagt…

Also das Posting hättest du auch in 10-20 Einzelteile zerlegen können. Dann hättest du bis die nächsten 20 Wochen Blog-Stoff gehabt. :D

Die Sherlock Holmes Serie habe ich schon lange in meinem Besitz und kann das hier geschriebene nur Bestätigen. Jeremy Brett ist Sherlock Holmes!

Jens hat gesagt…

Alter Schwede... :D