Da die (absurd lächerliche) Geschichte um die Indizierung des
Rammstein-Albums "Liebe ist für alle da" bereits des Öfteren in
meinem Blog Erwähnung fand (wir erinnern uns), fühle ich mich verpflichtet, die
neuste Entwicklung in dieser Sache hier ebenfalls einfließen zu lassen.
Ungeachtet davon, was man von Rammstein als Künstlergruppe oder vom betreffenden Album halten mag, wirft diese fortdauernde Farce ein erhellendes
Licht auf die Institution der BPjM in ihrer Funktion als absurde Zensur-Behörde, die mit ihren Teils willkürlich anmutenden Indizierungs-Beschlüssen ein Kunst- und Zensur-Diktat konstituiert, dass über
sein Jugendschutz-Ressort weit hinausgeht. Letzten Endes wird durch sie
schließlich ebenfalls der erwachsene Bürger ihrem Verständnis davon, was Kunst
ist und was nicht, was gezeigt werden darf und was nicht, unterworfen. Und der
Fall Rammstein, bzw. der Fall "Liebe ist für alle da" legt offen, dass man
sich ganz und gar nicht ohne Weiteres auf die Kompetenz der BPjM-Gremien
verlassen kann und ehrlich gesagt auch nicht sollte, denn dafür ist der Begriff "Kunst" viel zu weitläufig und individuell auslegbar, von dem
Argument der "Verrohung", das nur zu gern als Indizierung-Grund
angebracht wird, ganz zu Schweigen. Zumal sich die Fragen eröffnen, wenn sie eine
offen gelegte Fehlentscheidung getroffen haben, wie steht es dann mit all den
nicht angefochtenen, nicht publik gewordenen defizitären Einschätzungen? In wie
viele Fällen wurde eine Entscheidung geduldet, nur weil man den (kostspieligen) juristischen
Weg der Anfechtung nicht einschlagen wollte? Inwiefern findet eine indirekte Vorabzensur
bereits im Entstehungsprozess statt? Deutschland verfügt nach wie vor über eines der striktesten, apodiktischsten
Zensur-Systeme der Welt, das dringendst einer unserer demokratischen Staatsform angemessenen Reformierung (eine Abschaffung halte ich nicht für die Lösung) bedarf und den Deckmantel des Jugendschutzes und den euphemistischen Titel einer Jugendschutzbehörde abzulegen hat, auf dass dem
erwachsenen Bürger im Bereich der Kunstfreiheit endlich dieses Stückchen seiner
Selbstbestimmung zugestanden wird und er nicht mehr der staatlichen
Entmündigung unterliegt. Einen Vorgeschmack davon, wohin uns ein vom Staat
definierter Kunst-Begriff, was Kunst darf und was nicht, führt, kriegen wird gerade im Fall Böhmermann: solang
es der politischen Agenda dient, sind Kunst-, Rede- und Meinungsfreiheit Dinge,
die nur zu leichtfertig auf den Pokertischen der Landes- oder
Weltpolitik als Einsatz missbraucht werden. Und das ist beinahe noch die leichtverdauliche Vision. Man stelle sich vor, was eine demokratiefeindliche
Partei wie die AfD, sollte sie unfassbarerweise an die Macht kommen, mit einem rigiden Zensur-System wie diesem
anstellen könnte. Das möchte ich mir gar nicht erst ausmalen... neben vielen anderen Dingen, die ich mir in diesem Fall nicht vorstellen möchte.
"Die Zensur ist die schändlichere von zwei Schwestern. Die ältere heißt Inquisition. Die Zensur ist das lebendige Eingeständnis der Herrschenden, daß sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können."
Hiermit präsentiere ich wiederum die 4 Filme und keine Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen
Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B.
nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete
Serienstaffeln), die ich bisher im Monat April gesehen habe:
Filme X-Men - Zukunft ist Vergangenheit (2014) Bryan Singer wieder auf dem Regie-Stuhl und ich hatte ähnlich viel Spaß, wie seinerzeit mit "X2": er verknüpft die "X-Men"-Generationen in einer spannenden, bewegten Geschichte, eine findige Verquickung von eschatologischer Dystopie und hoffnungsvoller zweiter Chancen, selbst wenn aufgrund des Umfangs manche Aspekte zu kurz kommen. Das genial zu nennen, wäre sicherlich zu viel des Guten, dafür ist der Film zu sehr als reißerisches Spektakel angelegt. Aber er repräsentiert die denkbar beste Mischung aus effektgeladenem Fantasykino und intelligentem Blogbuster im Bereich der Comicverfilmungen, besteht als potente Alternative zum MCU. (7,5)
Ip Man 3 (2015)
Die aus den Vorgängern bekannte Aufteilung in zwei Filmhälften erweist sich dieses Mal als weniger effektiv, da insbesondere der ersten Hälfte ein starker Widersacher fehlt: weder Patrick Tam, zwar für den Gangsterbanden-Teil der wesentliche Antagonist, zu guter Letzt dennoch klar unterlegener Handlanger, noch Mike Tyson, der nur wenige Minuten im Film auftritt (vermutlich nicht ohne Grund), nur um schlussendlich unspektakulär aus der Geschichte entfernt zu werden, können eine charakteristische Bedrohung aufbauen. Die zweite Episode steht ganz im Zeichen des Kampfes Wing Chun gegen Wing Chun, gebietet mit Jin Zhang über einen charismatischen Gegenspieler und beeindruckend befähigten Kampfsportler. Trotzdem kratzt auch diese Geschichte zu sehr an der Oberfläche, verpasst es, die Rivalität zwischen den beiden Kämpfern und ihren Stilen genügend aufzubauen. Dafür gesteht Wilson Yip Yip Mans Frau bedeutend mehr Spielzeit zu, stellt seine Verantwortung ihr Gegenüber mehr in den Fokus - und kann trotzdem nicht das Verhältnis zwischen den einzelnen Versatzstücken wahren, so dass er für diese besonders dramatische Seite der Handlung bisweilen arg viel Drama in eine Szene quetschen muss, was sie an den Rand kitschigen Melodramas rücken lässt. Nichtsdestotrotz ist das dritte Kapitel der Yip Man-Saga ein gelungener, unterhaltsamer Kung Fu-Film mit guter, aber hie und da überfrachteter Geschichte, schönen Kulissen, die das Hong Kong der späten 50er-Jahre ansprechend wiedergeben, und selbstredend großartigen Kämpfen, diesmal von Yuen Woo-ping choreografiert. (7)
Labyrinth der Leidenschaften (1982) Pedro Almodóvar erzählt keine Geschichte, sondern lässt jeden einzelnen seiner allzu skurrilen Charaktere für sich selbst sprechen, malt ein kunterbuntes Bild seiner Lieblingsthemen Sex, Liebe, Leidenschaft, Geschlecht und Geschlechterindentität. Wie immer bei ihm sympathisch, selbstverständlich, aber ein wenig wirr und ziellos wirkend. (5,5)
Wolverine - Weg des Kriegers (2013)
Im Kanon der "X-Men"-Filme von der Geschichte her ein besseres B-Movie, klischeeüberladen und vorhersehbar, ein wenig lustlos inszeniert, obwohl es dem Film gut tut, nicht zu betont das Mutanten-Thema in den Mittelpunkt zu rücken. Ich fühlte mich allerwenigstens gut unterhalten. (6)
Hiermit präsentiere ich wiederum die 26 Filme und 7 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten,
weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat März seit der letzten Liste gesehen habe:
Serien-Staffeln Orange Is the New Black (Season 1) (2013) (6-7) Archer: Vice (Season 5) (2014) (6-6,5+) Broadchurch (Series 1) (2013) (6,5-7) Daredevil (Season 2) (2016) (7-8,5) Shaun das Schaf - Die Lamas des Farmers (2015) (8) Archer (Season 6) (2015) (6,5-7) Sherlock - Die Braut des Grauens (2016) (6,5)
Filme Pearl Harbor (2001) Michael Bay äfft James Camerons"Titanic" nach, doch in den Händen dieses grottenschlechten Regisseurs wird die Vision eines großen romantischen Historien-/Kriegsepos zur hochnotpeinlichen Angelegenheit. Den größten Spielraum verschwendet er auf eine triviale, mies geschriebene und realisierte Romanze mit langweiligen bis unsympathischen Charakteren, den Rest der Zeit lutscht er mit Vorliebe Amerikas Patriotismus-Schwanz. Allein die Action ist technisch gelungen zu nennen. (3)
Die Blechpiraten (1974) H.B. Halickis fleischgewordener Kindheitstraum den größten Auto-Crash-Film aller Zeiten zu drehen. Demgemäß verschwendet er keine Zeit auf eine ausgeklügelte Geschichte, Charaktere oder Dramaturgie, der ersten Hälfte nach kann man das im Grunde nicht mal einen Film nennen. Die zweite konzentriert sich indessen auf die legendäre Verfolgungsjagd und bietet schicke Auto-Stunts und Karambolagen. Wer mehr will, ist hier falsch. (B-Movie-Skala: 6)
Nur noch 60 Sekunden (2000)
Eine rudimentäre Geschichte hat das Remake, ebenso wie Geld und Star-Power. Trotzdem wirkt es im günstigsten Fall wie ein weniger intelligentes Vorspiel zu "The Fast and the Furious", reiner "style without substance". Sieht schnieke aus, hat nichts dahinter: die Charaktere sind praktisch nicht existent, die Geschichte gewinnt keinen Blumentopf, leider mangelt es sogar größtenteils an Auto-Jagdszenen. Das paradoxe an der Sache: irgendwie mag ich den trotzdem. Vielleicht liegt's an Nicholas Cage, vielleicht am exemplarischen 2000er-Charakter... ein guilty pleasure. (5)
Geboren am 4. Juli (1989)
Der Mittelteil Oliver Stones Vietnam-Trilogie befasst sich mit den körperlich, wie seelisch verkrüppelten Kriegsheimkehrern, ein mit Sicherheit wichtiges, komplexes Thema. Stones Darstellung ist dahingegen einseitig und neigt zur Larmoyanz, eine weniger emotional involvierte, gebührenden Abstand wahrende, differenzierte Perspektive wäre vielleicht vorteilhafter gewesen. (6)
Ocean's Eleven (2001) Locker-flockiger Heist-Film mit neuzeitlichem Charme und Eleganz ausgestattet, von einer gut aufgelegten Darstellerriege und Regie getragen. (7)
The Grandmaster (2013) Große Worte und Gesten, gefolgt von prätentiösen Kampfszenen, dazwischen reichlich kryptische, unzugängliche Charaktere, deren Dauertragisches Gehabe schrecklich ermüdet. Natürlich ist das ein Film von Wong Kar-wai, was in den vielen poetischen, visuell atemberaubenden Momente erkennbar ist, demgegenüber strengt die unfokussierte, wie vom Kunst-Olymp herabblickende Perspektive auf die Dauer fürchterlich an, ist für ein durchdringendes Charakterportrait viel zu elliptisch und selbstgefällig. Für Leute, die längst einen abgehobenen Kunst-Kung-Fu-Film herbeisehnten. Wer sich für die Geschichte von Yip Man interessiert, ist gleichwohl mit den bodenständigeren Donnie Yen-Filmen tatsächlich besser beraten. Bei Wong Kar-waiverkommen der Großmeister und sein Schicksal zur besseren Nebenrolle - wie fast alle Figuren. (5)
Night Train (2001) Überraschend effektiver kleiner, mit bescheidenen Mittel realisierter B-Movie-Thriller, der seine hinlänglich bekannte Geschichte mit geläufiger Moral spannend und wendungsreich zu präsentieren versteht. (B-Movie-Skala: 6)
Das Ritual (1987)
Vor allem mit fortschreitender Laufzeit atmosphärischer Okkult-Thriller mit fiesen Einfällen und entsprechenden visuellen Umsetzungen. Das er mit dem verunsichernden Reiz des Exotischen spielt, sollte man ihm überdies nicht als Rassismus auslegen. (6,5)
Das Geheime Leben der Worte (2005) Einsame Menschen, die sich gänzlich in den Schmerz der Vergangenheit zurückziehen, unablässig in diesem leben und sich vom Rest der Welt absondern. Das ist keine leichte Kost, dabei stark gespielt und angenehm unaufdringlich in Szene gesetzt. (7)
Frankie und seine Spießgesellen (1960) Stargespickte Langeweile. (3,5)
Das Mädchen, das die Seiten umblättert (2006)
In der Wirkung wie ein besserer TV-Thriller, der kein Verhältnis zwischen Drama und Spannung findet. (5)
Spurlos (2010)
Ein unsympathischer Protagonist reitet sich mit jedem Schritt aus eigener Blödheit immer tiefer in die Misere. Das erzeugt aufgrund fehlenden Mitfieberns höchstens leidlich Spannung. (4)
Die Schwarze Windmühle (1974) Don Siegel goes Britain und nimmt sich einer Agenten-Geschichte mit Michael Caine an, die zwar solide, insgesamt allerdings nicht sonderlich aufregend daherkommt, in dem Moment, wo die Geschichte Fahrt aufnimmt, schon wieder vorbei ist. (6)
Ironclad 2 - Bis aufs Blut (2014)
In der falschen Reihenfolge. Selbst eine geistlose Aneinanderreihung von Schlachtszenen fordert ein Mindestmaß einer rudimentär mitreißenden Geschichte oder Charaktere, deren Schicksal geringstenfalls nicht kalt lässt - insbesondere, wenn die Kampf-Szenen so unerhört lust-, wie schwunglos, zerschnitten und verwackelt umgesetzt sind wie hier. (2)
Ironclad (2011)
Über das Quäntchen Geschichte und Charaktere, das für die nötige Grundspannung sorgt und die Auseinandersetzungen dramaturgisch ausreichend rechtfertigt, verfügt der Vorgänger - freilich ohne Shakespeare'sche Dimension zu erreichen, narrativ unbeholfen, historisch hanebüchen. Dafür ist Jonathan English nicht eben der fähigste seiner Zunft, gestaltet die Scharmützel immerhin geringfügig aufregender und mit drastischer Brutalität, würde trotz allem gänzlich untergehen, hätte er nicht die sträflich unterforderte, namhafte Darstellerriege. Wie dem auch sei: Fans mittelalterlichen Schlachtengetümmels kommen auf ihre Kosten. (5)
Sharknado 3 - Oh Hell No! (2015) Besser wird der Asylum-Output vermutlich nicht mehr: im vollen Bewusstsein, dass die Grundidee bereits unsagbar dämlich und haarsträubend überzogen ist, feiert Anthony C. Ferrante diesen Wahnsinn einfach nur noch ab, stürzt sich mit Genuss in die irrsinnigsten, von logischen Grenzen ganz und gar befreiten Ideen. Und das ist tatsächlich witzig, kurzweilig und randvoll mit amüsanten Cameos. Ich bin nicht unbedingt ein Freund der Entwicklung weg vom klassischen Exploitation hin zum sich seiner Selbst bewussten Trash, demungeachtet kann das hier schon als kleiner Genre-Höhepunkt angesehen werden. (Trash-Skala: 8)
Die Hindenburg (1975)
Ein im Guten wie im Bösen typischer Vertreter des 70er-Katastrophenfilms, zugegeben mit unkonventionellem Setting. Zum Leidwesen von Film und Zuschauer weiß Robert Wise weder der Geschichte mit ihren halbherzigen politischen Dimensionen, noch den Charakteren Spannendes abzugewinnen, inszeniert auf kleinbleibender Sparflamme. (5)
Prisoners (2013) Dennis Villeneuve ist ein brillantes, hochspannendes Thriller-Drama gelungen, wirksam durch seinen Verzicht auf allzu reißerische Stilmittel und moralische Eindeutigkeit, mit ausdrucksstarker, ruhiger Regie, komplex in der Charakterisierung seiner Protagonisten, die von ihren bravourösen, nuancierten spielenden Darstellern eindringlich intensiv verkörpert werden. (8)
Skin Trade (2014)
Hier kommen einige für einen B-Action-Klopper glückliche Umstände zusammen: Action, die nicht in unübersichtliche Schnittgewitter ausufert, geschätzte Akteure, wie Dolph Lundgren, Tony Jaa, Michael Jai White und Ron Perlman vereint, und Thailand als Setting, das sich dankbarerweise von der gängigen Ost-Block-Tristesse abhebt. Zum Highlight fehlt es am alles umreißenden Höhepunkt und an inhaltlichen Qualitäten, die Kämpfe Lundgren vs. Jaa, bzw. Jaa vs. White sind abgesehen davon ein Genuss für Genre-Fans. (B-Action-Skala: 7)
Der Informant! (2009)
Ein ulkiger Charakter, an dem sich Matt Damon fröhlich austoben darf, nur reicht die Geschichte nicht, um einen Spielfilm auszufüllen, ist nach dem leichtfüßigen Beginn schnell ausgebrannt. (5)
Kick It Like Beckham (2002) Simples, unkompliziertes Wohlfühlkino nach bekanntem Muster, das für seine vielzähligen Konfliktherde einfache Lösungen parat hält und vorhersehbar in einem Happy End mündet. Weil das aber sympathisch gespielt und fidel inszeniert ist, kann man seine Freude damit haben. (6)
Trance - Gefährliche Erinnerung (2013) Von Danny Boyle chic, optisch berauschend arrangiertes Verwirrspiel, das etwas zu sehr auf seine verschiedenen Twist hin ausgerichtet ist, die in einem sehr guten Finale kulminieren. (6,5)
The New World (2005)
Ach, Terence Malick - ich weiß: eine Geschichte zu erzählen, das ist dir herzlich egal und das ist überhaupt nicht schlimm. Doch mit der zugegeben staunenswerten Kameraarbeit Emmanuel Lubezkis durch die Natur und Kulissen zu rennen, Bäume, Wind und sanft wiegende Pampas-Gräser zu bewundern, während irgendeine Stimme leise Eso-Liebes-Sülze flüstert, ermattet auf die Dauer, zerrt kräftig an der Geduld, erschwert es schlussendlich sogar, die betörenden Bilder zu genießen. Warum dich das zu so einem Ausnahmetalent macht, erschließt sich mir immer noch nicht. (4) Ocean's Twelve (2004)
Die Stars sind unvermindert in Spiellaune und Steven Soderbergh hält am ausgelassen-lockeren Stil des Vorgängers fest - allerdings ohne dessen Verve reproduzieren zu können, mit einem mauem, verworrenen Drehbuch ohne Höhepunkt, dessen größter Trick darin besteht, die interessantesten Passagen auszulassen oder erst im Nachhinein zu schildern. (5,5)
The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten (2011)
Ich brauchte anfangs Zeit, um in den Film reinzukommen, war dann jedoch schnell eingenommen von den Charakteren, ihren Schauspielern und Alexander Paynes untrüglichen Gespür dafür, Stimmungen wiederzugeben und zu vermitteln, ein tragisches Familien-Drama mit Feingefühl und Sinn für Humor zu erzählen, ohne jemals eine Komödie zu sein. Obwohl manchmal schon etwas zu entspannt, ein schönes Erlebnis vor paradiesischer Kulisse. (7)
Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962)
Die Edgar Wallace-Version von Sherlock Holmes. Christopher Lee gibt (selbsterklärend) einen guten Holmes, während Thorley Walters als Watson etwas undankbar die tollpatschige comic foil geben muss. Insgesamt ein eher unspektakulärer, langweiliger Fall. (5)
Ganz überraschend ist "Batman V Superman: Dawn of Justice"gar nicht mal so gut geworden, wird allen Orts verrissen und spaltet selbst Comic-Fans, die Stumpfsinn wie "Man of Steel" sonst in den Himmel loben - was den Erfolg an den Kinokassen letztlich natürlich nicht verhindern konnte. Ob es aber mit den negativen Rezensionen zusammenhängt, dass der amtierende Batman Ben Affleck in diesem Video in sich gekehrt und trübsinnig vor sich hinbrütet? Wer weiß...
Seit Februar letzten Jahres arbeitet Tim Burton an seinem nächsten Film und ich habe noch nicht einmal "Big Eyes" gesehen. Da verliert man allmählich den Anschluss. Wie dem auch sei: Burton verfilmt also Ransom Riggs Debut-Roman"Miss Peregrine's Home for Peculiar Children", in dem der junge Jacob Portman sich nach dem Mord an seinem Großvater durch Fantasie-Monster aufmacht, mehr über ihn zu erfahren, dabei in Wales auf das eponyme, von Miss Peregrine geleitete Heim für besonders begabte Kinder stößt - und "besonders begabt" heißt in diesem Fall X-Men-begabt: sie können Luft und Feuer kontrollieren, fliegen, sind unsichtbar etc. pp. Doch sie befinden sich außerdem in Gefahr, denn alptraumhafte Kreaturen wollen sie vernichten und es liegt an Jacob, sie davor zu beschützen.
Klingt so weit wie Tim Burtons Kinder-Version von den "X-Men" (wäre eine "richtige" X-Men-Verfilmung mit Burton statt Brian Synger auf dem Regie-Stuhl nicht interessant gewesen?), ist im Grunde genommen jedoch klassischstes Burton-Material: eine Außenseiter-Geschichte über einen Jungen, der seine Besonderheit und damit sein Selbstvertrauen entdeckt und dies zum Wohle seiner Liebsten und Freunde einsetzt, mächtig gemischt mit übernatürlichen Elementen. Jetzt könnte man meckern, Burton verfilme die gleiche Geschichte immer und immer wieder, aber ich freue mich darauf, denn das Projekt schreit förmlich nach Burton und trägt bereits alle typischen Merkmale des Regisseurs (auf Englisch würde ich sage: it has Burton written all over the place) - zumal ich alles, was einen diese langweilige "Alice"-Version vergessen lässt, mit offenen Armen willkommen heiße.
Dann wisst ihr ja, was ich demnächst bingen werde, denn die erste Staffel von "Marvel's Daredevil"fand ich ganz ausgezeichnet: dreckig, brutal und düsterer als die meisten anderen Marvel-Projekte, zudem mit genug inhaltlichem Material und Charakterdynamik, um eine ganze Staffel auszufüllen (im Gegensatz etwa zu einer anderen überhypten Serie aus dem Hause Marvel). Wenn sie die als gute Einleitungjetzt konsequent ausbauen, wird das ein Fest - zumal der Punisher nun mitwirkt.
Hiermit präsentiere ich wiederum die 11 Filme und 3 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen
Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B.
nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete
Serienstaffeln), die ich bisher im Monat März gesehen habe:
Serien-Staffeln Archer (Season 3) (2011-2012) (6,5-7) Archer (Season 4) (2013) (6,5-7,5) Der Mann an ihrer Seite (2013) (4,5-5)
Filme Der Soldat von Oranien (1977) Paul Verhoeven thematisiert die unverbrauchte Perspektive des holländischen Widerstands im Zweiten Weltkrieg, macht aus der Geschichte des Freundeskreis um Rutger Hauer, der sich unter den Belastungen der deutschen Besatzung zu bewähren hat, gutes Erzählkino. Bemerkenswert ist diese Darstellung, neben der guten Kameraarbeit, aufgrund seiner Vielseitigkeit: Verhoeven behandelt Widerstandskampf, Spionage, alltägliches Überleben, aber auch Kollaboration, behält dabei zu jeder Zeit die persönlichen Schicksale seiner Protagonisten im Auge, verzichtet sowohl auf hohe Heldengesänge, als auch auf Verdammung, hält die Waage zwischen Unterhaltung und Drama. Interessant wäre es, die längere niederländische TV-Fassung zu sehen, die der Geschichte mehr verdiente Tiefe verleihen könnte. (7,5)
Rescue Dawn (2006)
Der Vietnamkrieg ist in Werner Herzogs Kriegsgefangendrama reine Fassade, eine politische Haltung findet sich nicht dahinter. Herzog ist mehr am Überlebenskampf seiner Hauptfigur gelegen, die er zu Gunsten der Spannung, zu Ungunsten der anderen Lagerinsassen zu sehr in den Mittelpunkt rückt, gegen Ende gar überflüssigerweise heroisiert, zumal er Fakten der Dramaturgie opfert. Die Flucht jedenfalls inszeniert er atmosphärisch dicht, bemüht sich, die lebensbedrohliche Welt des Dschungels und die Leiden Christian Bales spürbar werden zu lassen. Ein Überlebenstrip unter Extrembedingungen. (6,5)
Musketier mit Hieb und Stich (1971) Jean-Paul Belmondo stolpert possierlich von einem Missgeschick in das nächste, quer durch das von der Revolution zerrüttete Frankreich, ohne die einzelnen Episoden groß zu verbinden. Ein heiteres, kunterbuntes Vergnügen... allerdings gänzlich ohne Musketiere. (6)
Der Boss (1985) Flotte kleine Gangster-Komödie, die ihren Höhepunkt jedoch bereits mit dem augenzwinkernden Bankraub zu Beginn erreicht. (6)
Meuterei am Schlangenfluß (1952) Vordergründig ein klassischer Helden-Western, James Stewart beschützt die aufrechten, unschuldigen Siedler vor den von Gier zerfressenden Goldgräbern. Hier und da erlaubt sich Anthony Mann hingegen ambivalente Zwischentöne, lässt seine von der Vergangenheit verfolgten Figuren immer wieder an Kreuzungen im Kampf mit sich selbst geraten. Manche erliegen den Versuchungen, andere bestehen den Test. Und selbst wenn der Film am Ende dem naiven Gestus des Westerns erliegt, simple Lösungen für komplexe Probleme bietet, zweite Chance gewährt, sind es diese Zwischentöne, die ihn sehenswert machen. (7)
Der Letzte Zug von Gun-Hill (1959)
Die ereignisreichen Tage liegen in John Sturges Western weit zurück, seine Protagonisten haben sich niedergelassen, den Colt an die Wand gehängt. Doch eine verbrecherische Tragödie zwingt sie zur Konfrontation, die mehr und mehr den Ballast der Gegenwart zum Vorschein bringt. Das Duell zwischen Kirk Douglas und Anthony Quinn erscheint dabei kaum heldenhaft, hat wenig vom Kampf Gut gegen Böse, obgleich die Fronten eindeutig definiert sind. Am Ende ist ihr Aufeinandertreffen vornehmlich eine schmerzhafte Angelegenheit für alle Beteiligten, ein gewaltsamer Ausbruch ohne Happy End. (7)
Zwei rechnen ab (1957) John Sturges nimmt sich Wyatt Earp, Doc Holliday und der legendären Schießerei am O.K. Corral an. Inszenatorisch, wie schauspielerisch ein erlesener Western, der vornehmlich um seine zwei Hauptcharaktere kreist, wobei Kirk Douglas Burt Lancaster nochmal die Show stiehlt, zumal er im Gegensatz zum helden- und tugendhaft dargestellten Wyatt Earp den interessanteren Part zu spielen hat. Die Spannung hält Sturges indessen nicht durchgängig, das große Finale schwebt zwar beharrlich über dem Geschehen, überschattet dadurch allerdings die Nebenhandlungen, die nicht alle im Finale kulminieren, sintemal die Claytons als Antagonisten nicht die drückendste Präsenz beweisen. Die finale Schießerei ist trotzdem ein dramatischer und zufriedenstellender Höhepunkt, wenn auch historisch höchst ungenau. (7)
To End All Wars - Die wahre Hölle am River Kwai (2001)
Um sich mit David Leans Kriegsfilm-Klassiker messen zu können, bedarf es schon einiges an Talent. Und David L. Cunningham beweist in erster Linie, dass er kein David Lean ist, seine Inszenierung schwankt kontinuierlich zwischen mittelprächtigem Fernsehniveau und gewollt großen Gefühlen und Kinomomenten, was sehr oft in himmelschreiend melodramatischen Szenen ausartet und die gelungeneren Szenen deutlich abschwächt, nie die bildgewaltige Klasse Leansansatzweise erreicht. Schauspielerisch fand ich das zudem sehr mäßig. (6)
Mörder ahoi! (1964)
In Margaret Rutherfords letztem Auftritt als Miss Marple, obendrein der erste ohne Romanvorlage, verschlägt es sie auf See, wo es in gewohnt gewitzter, kecker Weise einen kniffligen Fall zu lösen gilt. Nicht der beste der Reihe, aber nach wie vor schönste Krimi-Unterhaltung. (7,5)
Loaded Weapon 1 (1993)
Die Buddy-Action-Komödie und gerade die "Lethal Weapon"-Reihe lädt natürlich offen dazu ein, eine Parodie in Form der ZAZ-Chaos-Komödien zu erfahren und eigentlich sollte mir das größtes Vergnügen bereiten. Aber statt Jim Abrahams und David und Jerry Zucker stehen hier eben National Lampoon dahinter und obwohl sie sich in ähnlicher Weise bemühen, Szenen mit Nonsens-Gags, Klamauk und Detailspielereien zu spicken, zündeten die Witze bei mir noch nie so richtig. Gene Quintano schafft es einfach nicht, den Zuschauer zur überrollen, wie Abrahams es verstand, die meisten Witze sind zu vorhersehbar. Was gefällt sind einige Cameos wie William Shatner und Bruce Willis. (5,5)
Der Greifer (1976)
"Wer raucht ist schlecht und schubst alte Frauen vom Nachttopf." Muss ich mehr sagen? (6,5)
Hiermit präsentiere ich wiederum die 5 Filme und 5 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten,
weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Februar seit der letzten Liste gesehen habe:
Serien-Staffeln Reaper (Season 1) (2007-2008) (6-7) Archer (Season 1-2) (2009-2011) (6-7) Die Abenteuer des Brisco County jr. (Pilot) (1993) (7) Bloodline (Season 1) (2015) (8-9)
Filme Bridget Jones: Am Rande des Wahnsinns (2004)
Konnte man dem ersten als halbwegs frische Romantikkomödie im Stil einer britischen Ausgabe von "Sex and the City" noch etwas abgewinnen, weiß sein Sequel, bis auf die nach wie vor gute Darstellerriege, dem nichts mehr hinzuzufügen, nervt durch überzogenen Pop-Song-Einsatz. (4,5)
Der Schakal (1973) Fred Zinnemanns Polit-Thriller schert sich im Grunde herzlich wenig um Politik. Wichtiger ist ihm die Spannung, die sich von selbst aus der Darstellung der gegeneinander arbeitenden, sich peu à peu näherkommenden Kräfte, der sich akribisch vorbereitende Killer einerseits, die stets knapp hinterherhinkenden Ermittler andererseits, konstituiert, alles im Wettlauf gegen die Zeit. Das bezieht eine nicht immer leicht zu überblickende, häufig wechselnde Fülle an Akteuren und Schauplätzen mit ein, die im Auge zu behalten Konzentration und manchmal Geduld erfordert. Für den Rest sorgt die präzise Regie Fred Zinnemanns. (7)
Femme Fatale (2002) Brian De Palma versucht sich mit seinen typisch verspielten, von sich selbst faszinierten Inszenierungsmanierismen an einer kleinen Meta-Fantasie und begreift die femme fatale schlussendlich doch wieder nur als bloßes Objekt für seine um sie kreisende Kamera. Technische Spielerei ohne Auge für das Wesentliche, ohne tiefgreifende Reflexion. (2,5)
Herr Tartüff (1925)
In mancher Hinsicht etwas angestaubtes Lehrstück, dass dem Zuschauer inhaltlich sicherlich nicht überraschen wird. AberF.W. Murnau zaubert eine stets unterhaltsame, schön inszenierte Komödie daher, mit einigen technischen Besonderheiten, wie zum Beispiel der Kniff des Films im Film oder das verspielte Schattenspiel, und einem vergnüglichen Ensemble. Außerdem kann er sich auf die großartige, anspielungsreiche Musik Giuseppe Becces verlassen. (6,5)
Vampirella (1996)
Die grundlegende Geschichte wäre brauchbares B-Material gewesen, wären da nicht die grausamen Dialoge, die miesen Actionszenen und Talisa Sotos Kostüm, für das sich selbst abgehalfterte Wrestler schämen würden. Anders gesagt: wo Jim Wynorski drauf steht, ist eben Jim Wynorski drin. (Trash-Skala: 3,5)
Soviel zu den Oscars. Anscheinend war ich letztlich doch der einzige, der "The Big Short" als einen Favoriten ins Auge gefasst hatte, allerdings habe ich die wenigsten der Nominierten der Sparte "Bester Film" tatsächlich gesehen. Immerhin ist "Mad Max" als der verdiente große Abräumer des Abends hervorgegangen - selbst wenn in den vergleichsweise weniger bedeutenden Kategorien. Darüber werde ich gewiss nicht meckern, die sechs Goldjungs sind ein beachtlicher, wie verdienter Gewinn, sowohl die Technik betreffenden, als auch die für Production Design, Masken, Kostüme et. al.. Nichtsdestoweniger hätte George Miller den Preis mit nach Hause nehmen müssen.Iñárritus Regie geht in Ordnung, doch abgesehen von Emmanuel Lubezkis grandioser Kameraarbeit fand ich "The Revenant" insgesamt nicht so sonderlich überragend. Und ja: das gilt ebenfalls für Leonardo DiCaprios Leistung, die ziemlich gut war, keine Frage, aber letztlich an den recht flachen Charakter Hugh Glass verschenkt ist. Wie insgesamt der Film eine relativ überschaubare Rache-Geschichte erzählt, hier und da mit ein bisschen Eso-Stimmung gewürzt, im Kino allein dank der Bilder ganz groß. Dessen ungeachtet: Prost, Leo! Endlich haste ihn!
Ansonsten ist wenig Überraschendes zu vermelden. Das Ennio Morricone gewinnen würde, zeichnete sich bereits seit Monaten ab, ebenso wie die Trophäen für Alicia Vikander und Mark Rylance, der, da bin ich mir sicher, zum Teil für seine Leistung in "Wolf Hall" prämiert wurde (ähnlich wie McConaughey für "True Detective"). Dazu gesellen sich die paar weiteren sicheren Auszeichnungen wie "Inside Out" oder "Amy" (den ich zu markieren vergaß). Überrascht haben mich vermutlich einzig die Prämierungen für Brie Larson und für die Effekte von "Ex Machina". Wie erwartet ist der Preis für Sam Smith ist leider traurige Wirklichkeit geworden. Zugegeben: er passt wie Faust aufs Auge zum schnarchigen Bond-Film. Trotzdem ein Witz vor dem Herrn, da war selbst der "Fifty Shades of Grey"-Song auszeichnungswürdiger... aber den alten Männern aus Hollywood wahrscheinlich zu versaut. Ach ja: die Show hab ich geschwänzt. Bis auf Kostüm-Fauxpas und die Rassismus-Kontroverse scheint auch nichts Erwähnenswertes vorgefallen zu sein. Korrigiert mich, sollte ich mich täuschen. Vielleicht wird's nächstes Jahr aufregender.
Die Oscars nähern sich zum 88. Mal. Bis auf die große Frage, ob der Leo endlich das bekommt, worauf er all die Jahre sehnlichst gewartet hat, betrachte ich das ganze Procedere dieses Jahr besonders leidenschaftslos, trotz einiger mehr als vertretbarer Nominierungen. "Mad Max" wird wahrscheinlich bis auf die Technik-Sparten übergangen werden, der Leo wird's vermutlich werden, "The Big Short" gilt für viele scheinbar als kleiner Favorit - alles entspannt. Ich habe allerdings das ungute Gefühl, dass Sam Smith sowas von unverdient den Oscar für den Song mit nach Hause nehmen wird - jeder Preis für diese Schnarchnummer ist einer zuviel. Zu den Tipps:
Meine (halbherzigen) Prognosen markiere ich mit (X), wenn ich mir unsicher bin, werden Alternativ-Kandidaten mit (?) gekennzeichnet, in kursiv wie immer diejenigen, denen ich es tatsächlich gönne. Gewinner später in Gold, Fehltipps in Rot. Morgen haben wir Gewissheit. Hier übrigens die Razzies 2016.
Best Motion Picture of the Year:
(X)The Big Short
Bridge of Spies Brooklyn Mad Max: Fury Road
The Martian (?)The Revenant
Room Spotlight
Best Achievement in Directing:
(X)Adam McKay (The Big Short) (?)George Miller (Mad Max: Fury Road) Alejandro G. Iñárritu (The Revenant)
Lenny Abrahamson (Room)
Tom McCarthy (Spotlight)
Best Performance by an Actor in a Leading Role:
Bryan Cranston (Trumbo)
Matt Damon (The Martian) (X)Leonardo DiCaprio (The Revenant) (?)Michael Fassbender (Steve Jobs)
Eddie Redmayne (The Danish Girl)
Best Performance by an Actress in a Leading Role:
(X)Cate Blanchett (Carol) Brie Larson (Room) Jennifer Lawrence (Joy)
Charlotte Rampling (45 Years) Saoirse Ronan (Brooklyn)
Best Performance by an Actor in a Supporting Role:
Christian Bale (The Big Short)
Tom Hardy (The Revenant)
Mark Ruffalo (Spotlight) (X)Mark Rylance (Bridge of Spies) Sylvester Stallone (Creed)
Best Performance by an Actress in a Supporting Role:
Jennifer Jason Leigh (The Hateful Eight)
Rooney Mara (Carol)
Rachel McAdams (Spotlight) (X)Alicia Vikander (The Danish Girl) (?)Kate Winslet (Steve Jobs)
Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen:
Bridge of Spies (Matt Charman, Ethan Coen, Joel Coen) (?)Ex Machina (Alex Garland) (X)Inside Out (Pete Docter, Meg LeFauve, Josh Cooley, Ronnie del Carmen) Spotlight (Tom McCarthy, Josh Singer)
Straight Outta Compton (Jonathan Herman, Andrea Berloff, S. Leigh Savidge, Alan Wenkus)
Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published:
(X)The Big Short (Adam McKay, Charles Randolph from The Big Short by Michael Lewis)
Brooklyn (Nick Hornby from Brooklyn by Colm Tóibín)
Carol (Phyllis Nagy from The Price of Salt by Patricia Highsmith)
The Martian (Drew Goddard from The Martian by Andy Weir) Room (Emma Donoghue from Room by Emma Donoghue)
Best Animated Feature Film of the Year:
Anomalisa
Boy & the World (X)Inside Out
Shaun the Sheep Movie When Marnie Was There
Best Short Film, Animated:
Bear Story
Prologue
Sanjay's Super Team
We Can't Live Without Cosmos
World of Tomorrow
Best Foreign Language Film of the Year:
Embrace of the Serpent (Ciro Guerra) - Colombia
Mustang (Deniz Gamze Ergüven) - France Son of Saul (László Nemes) - Hungary
Theeb (Naji Abu Nowar) - Jordan
A War (Tobias Lindholm) - Denmark
Best Short Film, Live Action:
Ave Maria
Day One
Everything Will Be Okay
Shok Stutterer
Best Documentary, Feature:
Amy
Cartel Land
The Look of Silence
What Happened, Miss Simone?
Winter on Fire: Ukraine's Fight for Freedom
Best Documentary, Short Subject:
Body Team 12
Chau, Beyond the Lines
Claude Lanzmann: Spectres of the Shoah A Girl in the River: The Price of Forgiveness
Last Day of Freedom
Best Achievement in Cinematography:
Carol (Ed Lachman)
The Hateful Eight (Robert Richardson) (X)Mad Max: Fury Road (John Seale) The Revenant (Emmanuel Lubezki)
Sicario (Roger Deakins)
Best Achievement in Editing:
The Big Short (Hank Corwin) (X)Mad Max: Fury Road (Margaret Sixel) (?)The Revenant (Stephen Mirrione) Spotlight (Tom McArdle)
Star Wars: The Force Awakens (Maryann Brandon, Mary Jo Markey)
Best Achievement in Production Design:
Bridge of Spies (Rena DeAngelo, Bernhard Henrich, Adam Stockhausen) (X)The Danish Girl (Michael Standish, Eve Stewart) Mad Max: Fury Road (Colin Gibson, Lisa Thompson)
The Martian (Celia Bobak, Arthur Max) (?)The Revenant (Jack Fisk, Hamish Purdy)
The 100-Year-Old Man Who Climbed Out the Window and Disappeared (Love Larson, Eva von Bahr) Mad Max: Fury Road (Lesley Vanderwalt, Elka Wardega, Damian Martin) (X)The Revenant (Siân Grigg, Duncan Jarman, Robert Pandini)
Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Score:
Bridge of Spies (Thomas Newman)
Carol (Carter Burwell) (X)The Hateful Eight (Ennio Morricone)
Sicario (Jóhann Jóhannsson) Star Wars: The Force Awakens (John Williams)
Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Song:
Ahamad Balshe (Belly), Stephan Moccio, Jason "Daheala" Quenneville, Abel Tesfaye (The Weeknd) - "Earned It" (Fifty Shades of Grey)
J. Ralph, Antony Hegarty - "Manta Ray" (Racing Extinction)
David Lang - "Simple Song #3" (Youth)
Lady Gaga, Diane Warren - "Til It Happens to You" (The Hunting Ground) Jimmy Napes, Sam Smith - "Writing's on the Wall" (Spectre)
Best Achievement in Sound Mixing:
Bridge of Spies (Andy Nelson, Gary Rydstrom, Drew Kunin) (X)Mad Max: Fury Road (Chris Jenkins, Gregg Rudloff, Ben Osmo)
The Martian (Paul Massey, Mark Taylor, Mac Ruth)
The Revenant (Jon Taylor, Frank A. Montaño, Randy Thom, Chris Duesterdiek)
Star Wars: The Force Awakens (Andy Nelson, Christopher Scarabosio, Stuart Wilson)
Best Achievement in Sound Editing:
(X)Mad Max: Fury Road (Mark A. Mangini, David White)
The Martian (Oliver Tarney)
The Revenant (Martin Hernández, Lon Bender)
Sicario (Alan Robert Murray)
Star Wars: The Force Awakens (Matthew Wood, David Acord)
Best Achievement in Visual Effects:
Ex Machina (Mark Williams Ardington, Sara Bennett, Paul Norris, Andrew Whitehurst)
Mad Max: Fury Road (Andrew Jackson, Dan Oliver, Andy Williams, Tom Wood)
The Martian (Anders Langlands, Chris Lawrence, Richard Stammers, Steven Warner) The Revenant (Richard McBride, Matt Shumway, Jason Smith, Cameron Waldbauer) (X)Star Wars: The Force Awakens (Chris Corbould, Roger Guyett, Paul Kavanagh, Neal Scanlan)
Hiermit präsentiere ich wiederum die 14 Filme und keine Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen
Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B.
nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete
Serienstaffeln), die ich bisher im Monat Februar gesehen habe:
Filme Das Erstaunliche Leben des Walter Mitty (2013) Gesehen im Vorlauf. Brauchbare, wiewohl alles andere als frische Idee, bieder und dröge umgesetzt. Wenn er nicht mit seiner fantasiearmen, relevanzlosen, Blogbuster-Actionszenen nachstellenden Tagträumerei nervt, langweilt Walter Mitty als Person unbeschreiblich. Seiner Geschichte fehlt vollständig Tempo, Witz und die Herzlichkeit, die sie scheinbar vermitteln sollte. (3)
Le Magnifique - Ich bin der Größte (1973) Thematisch ähnlich, dabei deutlich unterhaltsamer, denn Jean-Paul Belmondos liebenswert kauzig-launischer Außenseiter macht die Nektion von Gefühlswelt und eskapistischer Fabelei substanziell nachvollziehbarer. Zumal es sich um eine hinreisend verquere, amüsante James Bond-Parodie handelt, dessen absurden Szenen sich einfallsreich aus realen Probleme und niedlicher Schmachterei speisen. (6,5)
Brighton Rock (1947) Film-Noir made in Britain. Die pittoreske Kulisse des Boulevards von Brighton bietet ein stimmungvolles Setting als Grundlage, die ersten 20 Minuten, sowie das Finale sind am stärksten. Zwischendurch kann dieser ansonsten gut inszenierte Genre-Beitrag leider nicht durchgängig die Spannungskurve aufrechterhalten. (6)
Sobibor (1987) Spannende Geschichtsstunde, die sowohl auf bleischwere Dramatik als auch auf plakativen Voyeurismus verzichtet, sich in erster Linie für das Lagerleben und den Ausbruchsversuch interessiert. (7)
Schwer verliebt (2001) Zahmer Handschlag von Bobby und Peter Farrelly, nicht unsympathisch in seiner Message gegen Oberflächlichkeit, in der Verpackung einer flachen Liebeskomödie natürlich mit beschränkter Wirksamkeit. (5,5)
Asphaltrennen (1971) Faszinierendes Filmerlebnis. Der Vergleich zu "Fluchtpunkt San Francisco" drängt sich auf, beide sind melancholische Abgesänge auf den Freiheitsgedanken der 60er. Doch was Richard C. Sarafian als trotzenden Heldentod in Szene setzte, betrachtet Monte Hellman ungemein ernüchternder. Beide lassen ihre Protagonisten das Heil in der Vorwärtsbewegung und der Realitätsflucht suchen, indes Hellman versteht den Weg nicht als letzte Bastion der Freiheit, sondern als ein Scheitern ohne Unterlass, emotionales und kommunikatives Versagen. Besonders wird seine Darstellung durch den Verzicht auf eine nachvollziehbare narrative Struktur: er zeigt seine Figuren meistens im um sich kreisenden, begeisterungslosen Alltagstrott wie in einer verblassenden Parallelwelt ohne Ziel und Ambition. Was in den Händen eines weniger talentierten Filmemachers entweder zu prätentiöser Langeweile oder zu einem geistlosen Rennfahrerfilm geworden wäre, wird bei Hellman zur faszinierenden, ausdrucksstarken Seinsstudie. (9)
Going Back (2001) Anfangs kein total misslungener Vietnam-Bewältigungsfilm, nur in etwa so aufregend und tiefgründig wie eine ausgewalzte Magnum-Vietnam-Episode. Im Verlauf wird's lächerlich, pathetisch und himmelschreiend melodramatisch - sehr, sehr unfreiwillig komisch. (4)
Ist das Leben nicht schön? (1946)
Mit offensichtlicher Verspätung: Frank Capras Weihnachtsklassiker, eine Plädoyer für Zwischenmenschlichkeit und gegen eiskalte Berechnung. Kann man ideologisch hinterfragen, aber zu Weihnachten, wenn der Film am besten funktioniert, lässt man sich lieber von den wohligen Gefühlen einlullen und genießt die positive Atmosphäre, die der Film transportiert. (7)
Die Palm Beach Story - Atemlos nach Florida (1942) Exzellente Screwball-Komödie von Preston Sturges, dargebracht mit einem Tempo, dass kaum Luft zum Atmen lässt und voller spritzigem Wortwitz ist. Hinterfragt nebenbei gekonnt das Geschlechterbild, indem abermals der Frau die Rolle der dominanten Entscheidungsträgerin zugewiesen wird. (8)
Die Lady von Shanghai (1947)
Mit dem weiß ich leider so gar nichts anzufangen. Trotz gekonnter Kameraarbeit, einigen teils ironischen Inszenierungsmanierismen, sowie dem bestechenden Finale im Spiegelkabinett hat mich weder die verworrene Geschichte, noch die Figurenkonstellation interessiert, eher gelangweilt. (5)
Drive Angry - Fahr zur Hölle (2011)
Eine Liebeserklärung an den Edel-Trash und B-Movies. Ohne seine unzähligen Albernheiten und hanebüchenen Einfälle ständig selbstironisch zu relativieren, drückt Patrick Lussier einfach auf die Tube, lässt Nicholas Cage Nicholas Cage sein und ergötzt sich an der absurden Geschichte. Ballz on fire. (B-Movie-Skala: 7)
Tokyo Powerman (1985)
Ist man kein Fan der Lucky Stars, braucht man sich an dem gar nicht erst versuchen, an der herumblödelnden Art des Humors hat sich nichts geändert. Mir gefällt's und das Finale, in dem sich Jackie Chan durch eine Geisterbahn zum Versteck der Bösewichte vorkämpfen muss, ist sowieso ein Spaß für sich. (6)
Vier Frauen und ein Mord (1964)
Der vielleicht unterhaltsamste und spannendste Fall für Margaret Rutherford, das Theater ist ein dankbares Setting für einige urige Situationen und im Kreis der Verdächtigen gibt es genügend Reibereien und Ungewissheiten. (8,5)
The Final Girls (2015)
Man muss sich gehörig anstrengen, um den König des Meta-Horrors auch nur nahe zu kommen und, nein, Todd Strauss-Schulson ist kein zweiter Wes Craven(R.I.P.), aber immerhin lässt er nicht den über allem stehenden, pseudo-selbstironischen Meta-Horror-Regisseur raushängen, der das Genre eh durchschaut hat. Seine Konfrontation mit den Mechanismen des Genres ist eine niedlich-amüsante Hommage vor allem an die "Freitag der 13."-Reihe und den Slasher im Allgemeinen, seine Figuren müssen sich dessen Regeln ebenso beugen, wie es der Zuschauer nur zu gerne immer wieder tut, das Wissen um sie eröffnet keine eindeutige Fluchtmöglichkeit, mündet jedoch immer wieder in amüsanten Kollisionen von Film-Realität und Film-im-Film-Situationen. Wesentlich ausgewogener im Verhältnis Ernsthaftigkeit-Selbstironie als die meisten Meta-Filme. (7)
Hiermit präsentiere ich wiederum die 14 Filme und 4 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten,
weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Januar seit der letzten Liste gesehen habe:
Serien-Staffeln Galavant (Season 1) (2015) (6-6,5) Wayward Pines (Season 1) (2015) (5-5,5) Code of a Killer (2015) (4,5-5,5) Ich, Claudius, Kaiser und Gott (1976) (7,5-8,5+)
Filme National Security (2003) Durchschnittliche Buddy-Action-Komödie nach bekanntem Muster und die Frage: nervt Martin Lawrence oder nicht? (5)
Unleashed - Entfesselt (2005)
aka "Danny the Dog". Jet Li passt gut in die Rolle des herzensguten, aber als Hund gehaltenen und zum Kampf gezwungenen Unterdrückten. Louis Leterrier kann dahingegen den oberflächlichen, menschelnden Dramateil mit dem letztlich zu dominanten Actionteil kaum in Einklang bringen, liefert zumindest brauchbare Martial Arts. (5,5)
Liebesgrüße aus Pistolen (1972)
Trotz des greifbareren Bösewichts fand ich den noch etwas spannungs- und ereignisloser als den Vorgänger, wo Shafts Coolness außerdem besser zur Geltung kam. Der Krimirahmen wirkt einerseits zu versatzstückt, andererseits zu überraschungsarm, Erkenntnisse aus Ermittlungen sind spärlich. Wenigstens das Finale überzeugt mit einer knalligen Verfolgungsjagd zu Boden, Luft und Wasser. (5,5)
Die Maske des Zorro (1998) Blogbuster-Kino wie es sein sollte, obendrein eine gelungene Neu-Verfilmung: mit Witz, Charme, handgemachter Action und einer überzeugenden Darstellerriege, eine harmonische Synthese aus Alt und Neu. (7)
Shaft in Afrika (1973) Shaft jagt undercover Sklavenhändler! Waren die vorangegangenen Beiträge immerhin als Milieukrimis zu gebrauchen, ist der letzte der Reihe absoluter Trash, inklusive eines angemessen bescheuerten Widersachers. Witzigerweise in Anbetracht der Flüchtlingskrise wieder aktuell. (Trash-Skala: 6)
Shaft - Noch Fragen? (2000) John Singleton versuchte sich erst beinahe 30 Jahre später an einer Neuauflage, ideal besetzt mit Samuel L. Jackson in der Hauptrolle, der sie vielleicht sogar noch etwas besser ausfüllt als seinerzeit Richard Roundtree. Vom Ton her deutlich moderner und flotter, unter Beibehaltung des grundlegenden Krimi-Charakter gewürzt mit mehr Action, wirkt das nichtsdestotrotz über weite Strecken wie ein nicht gerade spannungsgeladener Serienbeitrag. Zuwenigst wäre das eine ersprießliche Basis für eine Sequel gewesen. (6,5)
Big Fish (2003)
Einer der schönsten Filme Tim Burtons und einer der schönsten Fantasy-Filme überhaupt, eine zutiefst rührende (nicht zu verwechseln mit kitschige) Vater-Sohn- und märchenhafte Lebensgeschichte, eine Beschwörung der Kraft des Erzählens, der Fantasie und der Zwischenmenschlichkeit. (9)
Driver (1978)
Der Titel ist Programm und da müssen die Autoverfolgungsjagden selbstredend stimmen. Tatsächlich sorgt Walter Hill auf diesem Sektor für die mit besten Jagdszenen ihres Genres, aufregend, allein vom Dröhnen der Motoren und Quietschen der Reifen akustisch akzentuiert, ohne in Hektik zu verfallen. Die unverkomplizierte, spröde inszenierte Geschichte gefällt nicht minder, hat prägnant skizzierte Charaktere im persönlichen Kampf untereinander. Und an alle "Drive"-Hipster: so macht man's richtig und Ryan O'Neal bleibt die erste Wahl des coolen, wortkargen Fluchtwagenfahrers. (8)
French Connection - Brennpunkt Brooklyn (1971)
Ein unglamuröser Kampf gegen die Drogen, mühsame, zermürbende Arbeit der Ermittler im Kontrast zum luxuriösen Auftreten der Gejagten, ein runtergekommener Moloch einer Stadt - William Friedkins dem Dokumentarstil nahe Inszenierung nimmt dem Polizisten den heldenhaften Schein, lässt seine Arbeit in einem verdrossenem Licht, seine Methoden in einer Grauzone erscheinen. Insbesondere der abgehalfterte, manisch-obsessive Charakter von Gene Hackman ist Ausdruck eines gänzlich abgebrannten Typus Mensch im verzweifelten Kampf mit sich selbst. Dazu passt das bittere Ende. Ein Meilenstein des Polizei-Thrillers, inklusive einer der legendärsten Verfolgungsjagden im Film. (8,5)
Die Etwas anderen Cops (2010)
Hat witzig-überraschende Momente und ich mag Mark Wahlberg, im Großen und Ganzen fand ich den jedoch eher fad. (5)
Leben und Sterben in L.A. (1985) William Friedkin bringt "French Connection" in die 80er und nach L.A., bewegt sich stilistisch in Richtung "Miami Vice". Resultat: chice Bilder für eine spannungsarme Geschichte, die Jagd nach Willem Defoe entwickelt nie den Sog von Friedkins Klassiker, das Ende wirkt höchstens ansatzweise vergleichbar ernüchternd. Die Verfolgungsjagd und Crazy Defoe gefallen. (6)
Fluchtpunkt San Francisco (1971)
Was beim ersten Hinschauen wie eine simple Hochgeschwindigkeitsjagd anmutet, streckenweise auch so daher kommt, entpuppt sich in Wahrheit als Sinnsuche im Geschwindigkeitsrausch, beim genaueren Hinsehen mehr noch Existenzflucht in der Bewegung, ein beinahe heldenhafter Abgesang auf den Freiheitsgedanken der amerikanischen 60er, der in den 70ern auf der Bühne der endlos scheinenden, nur zwei Richtungen zulassenden Straße zum Kampf gegen das erdrückende Establishment stilisiert wird. (7)
Wachsblumenstrauß (1963)
Der kürzeste, trotzdem ein nicht besonders straffer Beitrag der Reihe, da unter den Verdächtigen zu wenig Aufregendes vorfällt, derweil Margaret Rutherford einige sympathisch schrullig-komische Auftritte hinlegen darf. Ein bisschen mehr Geplänkel zwischen ihr und Robert Morley hätte ebenfalls gefallen. (7,5)
Shrew's Nest (2014)
Ein spanischer "Misery" wär's gern gewesen, doch die einfallslose, sogar strukturlose Regie steht sich selbst im Weg, das erste Drittel zieht sich ziemlich, die dramatischeren Szenen wirken öfters unfreiwillig komisch, trotz einiger blutiger Gewaltspitzen. Mehr Luis Tosar wäre weiters nicht zu verachten gewesen. (3,5)