Donnerstag, Februar 18, 2016

Kurzreviews Februar/I/2016

Hiermit präsentiere ich wiederrum die 14 Filme und keine Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat Februar gesehen habe:


Filme
Das Erstaunliche Leben des Walter Mitty (2013)
Gesehen im Vorlauf. Brauchbare, wiewohl alles andere als frische Idee, bieder und dröge umgesetzt. Wenn er nicht mit seiner fantasiearmen, relevanzlosen, Blogbuster-Actionszenen nachstellenden Tagträumerei nervt, langweilt Walter Mitty als Person unbeschreiblich. Seiner Geschichte fehlt vollständig Tempo, Witz und die Herzlichkeit, die sie scheinbar vermitteln sollte. (3)

Le Magnifique - Ich bin der Größte (1973)
Thematisch ähnlich, dabei deutlich unterhaltsamer, denn Jean-Paul Belmondos liebenswert kauzig-launischer Außenseiter macht die Nektion von Gefühlswelt und eskapistischer Fabelei substanziell nachvollziehbarer. Zumal es sich um eine hinreisend verquere, amüsante James Bond-Parodie handelt, dessen absurden Szenen sich einfallsreich aus realen Probleme und niedlicher Schmachterei speisen. (6,5)

Brighton Rock (1947)
Film-Noir made in Britain. Die pittoreske Kulisse des Boulevards von Brighton bietet ein stimmungvolles Setting als Grundlage, die ersten 20 Minuten, sowie das Finale sind am stärksten. Zwischendurch kann dieser ansonsten gut inszenierte Genre-Beitrag leider nicht durchgängig die Spannungskurve aufrechterhalten. (6)

Sobibor (1987)
Spannende Geschichtsstunde, die sowohl auf bleischwere Dramatik als auch auf plakativen Voyeurismus verzichtet, sich in erster Linie für das Lagerleben und den Ausbruchsversuch interessiert. (7)

Schwer verliebt (2001)
Zahmer Handschlag von Bobby und Peter Farrelly, nicht unsympathisch in seiner Message gegen Oberflächlichkeit, in der Verpackung einer flachen Liebeskomödie natürlich mit beschränkter Wirksamkeit. (5,5)

Asphaltrennen (1971)
Faszinierendes Filmerlebnis. Der Vergleich zu "Fluchtpunkt San Francisco" drängt sich auf, beide sind melancholische Abgesänge auf den Freiheitsgedanken der 60er. Doch was Richard C. Sarafian als trotzenden Heldentod in Szene setzte, betrachtet Monte Hellman ungemein ernüchternder. Beide lassen ihre Protagonisten das Heil in der Vorwärtsbewegung und der Realitätsflucht suchen, indes Hellman versteht den Weg nicht als letzte Bastion der Freiheit, sondern als ein Scheitern ohne Unterlass, emotionales und kommunikatives Versagen. Besonders wird seine Darstellung durch den Verzicht auf eine nachvollziehbare narrative Struktur: er zeigt seine Figuren meistens im um sich kreisenden, begeisterungslosen Alltagstrott wie in einer verblassenden Parallelwelt ohne Ziel und Ambition. Was in den Händen eines weniger talentierten Filmemachers entweder zu prätentiöser Langeweile oder zu einem geistlosen Rennfahrerfilm geworden wäre, wird bei Hellman zur faszinierenden, ausdrucksstarken Seinsstudie. (9)
Going Back (2001)
Anfangs kein total misslungener Vietnam-Bewältigungsfilm, nur in etwa so aufregend und tiefgründig wie eine ausgewalzte Magnum-Vietnam-Episode. Im Verlauf wird's lächerlich, pathetisch und himmelschreiend melodramatisch - sehr, sehr unfreiwillig komisch. (4)

Ist das Leben nicht schön? (1946)
Mit offensichtlicher Verspätung: Frank Capras Weihnachtsklassiker, eine Plädoyer für Zwischenmenschlichkeit und gegen eiskalte Berechnung. Kann man ideologisch hinterfragen, aber zu Weihnachten, wenn der Film am besten funktioniert, lässt man sich lieber von den wohligen Gefühlen einlullen und genießt die positive Atmosphäre, die der Film transportiert. (7)

Die Palm Beach Story - Atemlos nach Florida (1942)
Exzellente Screwball-Komödie von Preston Sturges, dargebracht mit einem Tempo, dass kaum Luft zum Atmen lässt und voller spritzigem Wortwitz ist. Hinterfragt nebenbei gekonnt das Geschlechterbild, indem abermals der Frau die Rolle der dominanten Entscheidungsträgerin zugewiesen wird. (8)

Die Lady von Shanghai (1947)
Mit dem weiß ich leider so gar nichts anzufangen. Trotz gekonnter Kameraarbeit, einigen teils ironischen Inszenierungsmanierismen, sowie dem bestechenden Finale im Spiegelkabinett hat mich weder die verworrene Geschichte, noch die Figurenkonstellation interessiert, eher gelangweilt. (5)

Drive Angry - Fahr zur Hölle (2011)
Eine Liebeserklärung an den Edel-Trash und B-Movies. Ohne seine unzähligen Albernheiten und hanebüchenen Einfälle ständig selbstironisch zu relativieren, drückt Patrick Lussier einfach auf die Tube, lässt Nicholas Cage Nicholas Cage sein und ergötzt sich an der absurden Geschichte. Ballz on fire. (B-Movie-Skala: 7)

Tokyo Powerman (1985)
Ist man kein Fan der Lucky Stars, braucht man sich an dem gar nicht erst versuchen, an der herumblödelnden Art des Humors hat sich nichts geändert. Mir gefällt's und das Finale, in dem sich Jackie Chan durch eine Geisterbahn zum Versteck der Bösewichte vorkämpfen muss, ist sowieso ein Spaß für sich. (6)

Vier Frauen und ein Mord (1964)
Der vielleicht unterhaltsamste und spannendste Fall für Margaret Rutherford, das Theater ist ein dankbares Setting für einige urige Situationen und im Kreis der Verdächtigen gibt es genügend Reibereien und Ungewissheiten. (8,5)

The Final Girls (2015)
Man muss sich gehörig anstrengen, um den König des Meta-Horrors auch nur nahe zu kommen und, nein, Todd Strauss-Schulson ist kein zweiter Wes Craven (R.I.P.), aber immerhin lässt er nicht den über allem stehenden, pseudo-selbstironischen Meta-Horror-Regisseur raushängen, der das Genre eh durchschaut hat. Seine Konfrontation mit den Mechanismen des Genres ist eine niedlich-amüsante Hommage vor allem an die "Freitag der 13."-Reihe und den Slasher im Allgemeinen, seine Figuren müssen sich dessen Regeln ebenso beugen, wie es der Zuschauer nur zu gerne immer wieder tut, das Wissen um sie eröffnet keine eindeutige Fluchtmöglichkeit, mündet jedoch immer wieder in amüsanten Kollisionen von Film-Realität und Film-im-Film-Situationen. Wesentlich ausgewogener im Verhältnis Ernsthaftigkeit-Selbstironie als die meisten Meta-Filme. (7)
















14 - 6,4 (89,5)

Kommentare:

aworldtocome hat gesagt…

The Lady from Shanghai ist der einzige davon den ich gesehen habe. Gefiel mir besser als dir, aber ich lasse Orson Welles auch alles möglich durchgehen.

Okami Itto hat gesagt…

Ist evtl., genau wie "Brighton Rock", ein Kandidat, den ich mir noch mal anschauen müsste. Könnte dann besser abschneiden.