Sonntag, April 01, 2018

Kurzreviews März/II/2018

Frohe Ostern!

Hiermit präsentiere ich wiederum die 4 Filme und 3 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat März seit der letzten Liste gesehen habe:

Serien-Staffeln
Marvel's Daredevil [Daredevil(Season 2) (2016) - (7,5-8,5)
Das Boot (1985) - (9-9,5)
Gomorrha [Gomorra: La serie(Season 2) (2016) - (8-9)

Filme
Paul - Ein Alien auf der Flucht [Paul] (2011)
Simon Pegg und Nick Frost sind die halbe Miete. Auch ansonsten ist ihr Amerika-Roadtrip samt lockeren Anhalter vom anderen Stern ein durch und durch sympathisches Nerd-Vergnügen, über und über gespickt mit Anspielungen und Insider-Gags, wie man es von den beiden gewohnt ist und die das Gros des Humors ausmachen. Dabei versteigen sie sich nicht in hirnloses Popkulturraten, sondern bauen die liebevollen Hommagen mal subtil, mal weniger subtil in die zwar nicht sonderlich innovative, nichtsdestoweniger flott und herzliche erzählte Geschichte einer Männer-Nerd-Freundschaft. (6,5)

Calahan [Magnum Force(1973)
Nachdem "Dirty Harry" einer nüchternen Charakterstudie gleichkam, muss man sich bei seinem Sequel unumgehend fragen: ist das derselbe Harry Callahan? Da Ted Post im Wesentlichen einen routinierten Cop-Thriller abliefert, mussten an der Hauptfigur offenbar einige Kanten abgeschliffen werden, um ihn besser an ein Heldenschema anzupassen. Grundsätzlich zeugt sein Auftreten nach wie vor von ausdrucksstarkem, aber deutlich runtergeschraubtem Zynismus, entspringt insgesamt dahingegen mehr dem Antihelden-Typus als der ambivalenten Figur von zuvor. Dem Vigilantentum seiner jüngeren Kollegen, dem er sich stellt und der sich, das ist nicht von der Hand zu weisen, in seinem Handeln bisweilen spiegelt,  kann er dergestalt aufgrund seiner Integrität scheinheilig entgegentreten, ganz in dem Bewusstsein, das absolute Recht auf seiner Seite zu haben. Nun ja. Ferner sind einige Szenen merklich sexuell mindestens konnotiert, ob zielgerichtet oder selbstzweckhaft bin ich mir unschlüssig. Wenigstens das Finale auf dem stillgelegten Flugzeugträger macht was her. (7)

Der Unerbittliche [The Enforcer(1976)
Der dritte "Dirty Harry"-Teil ist im Grunde Mainstream, ein Buddy-Copfilm mit simplen Bösewicht und einer, großer Schock für Harry Callahan, weiblichen Partnerin, die noch grün hinter den Ohren ist. Natürlich überwinden sie etwaige superfizielle Abneigung in kürzester Zeit, natürlich finden die Gegensätze schnell zusammen und natürlich machen sie rechtschaffen gemeinsam Jagd auf einen ruchlosen Bösewicht, der keine Frage nach seiner Schuldigkeit offen lässt. Callahan scheint seinem Charakter treuer als zuvor, die schicken Action-Szenen und der Schlusskampf auf Alcatraz gereichen zur Kurzweiligkeit. (6,5)

Die Glenn Miller Story [The Glenn Miller Story] (1954)
Ein Musikfilm-Klassiker, beinahe zur Gänze um das Musikalische herum arrangiert, viel zu erzählen hat er letztlich nicht, hangelt sich brav und bieder an biographischen Eckpunkten entlang und spielt die Musikszenen großzügig aus. Die Musik, James Stewart und June Allyson (das Frauenbild lassen wir lieber mal außen vor) sind jedenfalls famos. (7)
























4 - 6,8 (27,0)

Mittwoch, März 28, 2018

Why... so... Wiseaurious?!

Damn, wo bleibt der Oscar für Tommy Wiseau?

Montag, März 26, 2018

No. 29

Zu diesem Lied tanze ich den in Geburtstag... wenn ich tanzen könnte. Manchmal muss man sich den Sommer halt selbst basteln!

Freitag, März 16, 2018

Kurzreviews März/I/2018

Hiermit präsentiere ich wiederum die 5 Filme und 3 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat März gesehen habe:

Serien-Staffeln
Hercules im Reich der toten Götter [Hercules in the Underworld] (1994) - (7)
Black Mirror (Series 2) (2013) - (5,5-7,5)
Black Mirror: White Christmas (2014) - (8)

Filme
Priest (2011)
Ich würde nie behaupten, "Priest" sei ein guter Film. Er ist ein aus allen möglichen mehr oder weniger richtungsweisenden Sci-Fi- und Endzeit-Werken dreist zusammengeklauter Nichtskönner, der 1a zu Scott Charles Stewarts anderem Rohrkrepierer "Legion" (ebenfalls mit Paul Bettany) passt, die Vorlage konsequent ignoriert und nichts wirklich richtig macht. Trotzdem finde ich ihn aus unerklärlichen Gründen unterhaltsam. Muss wohl langsam verblöden. Bonus für Karl Urban. (Eigentlich: 3, GuiltyPleasure-Wertung: 5)

James Bond 007 - Moonraker - Streng geheim [Moonraker(1979)
Bond in Space! Der für seinen abgefahrenen Ausflug ins Weltall und seine Anleihen beim Sci-Fi-Genre oft gescholtene, zum Höhepunkt Bond'schen Unfugs erklärte Roger Moore-Beitrag hat seit jeher einen festen Platz in meinem Herzen - allein wegen dem nah an der Karikatur befindlichen Michael Lonsdale und seinem Übermensch-/Arche-Plan, eine unfassbar bescheuerte, irrsinnige, schlichtweg unglaubwürdige Unternehmung, muss man den Film doch einfach lieben! R.I.P. Lewis Gilbert(7)

Das Ding aus einer anderen Welt [The Thing(1982)
Einer meiner Lieblings-Science-Fiction-Filme, Lieblings-John-Carpenter-Filme und Lieblingsfilme überhaupt: eine intensive Atmosphäre der Klaustrophobie und Paranoia, beängstigend, beunruhigend, befremdlich, nervenaufreibend spannend, mit handgemachten Effekten, die ihresgleichen suchen. Meisterwerk! (10)

Bride of Re-Animator (1989)
In mancherlei Hinsicht der Funsplatter, den man vielleicht beim ersten Teil erwartet hätte. Jedenfalls fällt Brian Yuznas Sequel nach "Bride of Frankenstein"-Paradigma merklich klamaukiger aus, Jeffrey Combs Herbert West geht endgültig im Mad Scientist-Status auf und der Weg in die unweigerliche Katastrophe lässt das Blut noch suppiger suppen. Unterhaltsam! (B-Movie-Skala: 7)

Justice League (2017)
Ich bin etwas ratlos, was ich zu DCs "Avengers"-Pendant sagen soll. Schwierige Produktionsbedingungen, wie sie bei "Justice League" vorkamen, bleiben selten ohne Folgen für das Endprodukt, hier sind sie frappant (von Henry Cavills retuschierten Schnauz reden wir nicht). Er wirkt wie die einfallslos abgearbeitete Videospielumsetzung eines Films, zwar mit herausstechenden Momenten hie und da, insgesamt jedoch ohne denkwürdige Szenen, eine zündende Idee der Regie oder einen emotionalen Anker, der der CGI-Prügelei einen notwendigen Hauch ernstzunehmender Dramatik verleihen würde. Während die Vorgänger, die ich jeweils erst beim zweiten Anlauf zu schätzen lernte, zumindest rasch die Gefühlsregungen in Wallung bringen konnten (ob zum Guten oder zum Schlechten), ist "Justice League" für mich ein simpler unspektakulärer "Meh"-Vertreter - und reiht sich damit nahtlos in die Reihe der anderen Superheldenverfilmungen. (5)
























5 - 6,8 (34,0)

Mittwoch, März 14, 2018

R.I.P. Stephen Hawking

Stephen Hawking ist tot! Mit seinem Tod ist die Menschheit beträchtlich dümmer geworden... dabei können wir zur Zeit nicht auf ein Quäntchen Gehirnschmalz verzichten.

Leb wohl, Stephen!

Samstag, März 10, 2018

Happy Chuck Day!

Lernt vom Meister!

Montag, März 05, 2018

Kurzreviews Februar/II/2018

Hiermit präsentiere ich wiederum die mageren 4 Filme und 2 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Februar seit der letzten Liste gesehen habe:

Serien-Staffeln
Doctor Who (Season 12) (1974-1975) - (6-8,5)
The Expanse (Season 2) (2017) - (7-8,5)

Filme
Romeo Must Die (2000)
Ein weiterer "Alle Jahre wieder"-Kandidat. Jet Li zuliebe versuche ich dann und wann seinem US-Durchbruch positives abzugewinnen, klappen will es nie. Die Geschichte, ein nöliger Romeo-und-Julia-Abklatsch, kann sich schlicht und ergreifend nicht zwischen den allzu leicht durchschaubaren, trotzdem unnötig verkomplizierten Bandenkriegen und Intrigen einerseits, den enorm unter Wire-Fu-Gezappel leidenden Martial-Arts-Einlagen andererseits entscheiden, was in grundlegender Halbherzigkeit durch und durch resultiert, von der halbgaren, chemieresistenten Romanze zwischen Li und Aaliyah ganz zu schweigen, die bloße Behauptung bleibt, sich kaum eine zärtliche Umarmung, geschweige denn einen gemischtrassischen Kuss gönnt. (3,5)

Mein Partner mit der kalten Schnauze [K-9(1989)
Vermutlich einer der besseren Cop-Buddy-Filme mit tierischem Gefährten, die Einlagen des Hundes fand ich sogar ganz witzig, allerdings bin ich kein großer Jim Belushi-Fan. (5,5)

Re-Animator (1985)
Trotz und gerade wegen seines kruden B-Charmes ein potenter Klassiker des Splatter-Horrorfilms, den Stuart Gordon mit dem bei ihm habituellen neckischen schwarzen Humor würzt, derweil er das aus unterschiedlichen Gründen, die einen tun es aus purer Arroganz, sogar Boshaftigkeit, die anderen mit eigentlich gut gemeinten Absichten, motivierte Streben der Wissenschaftler, den Tod zu besiegen nachzeichnet, ein Streben, dass bloß im Drama enden kann, eine fatale Abwärtsspirale zur Folge hat, schlussendlich in schön suppigen Szenen kulminiert. Ein feiner Klassiker nach H.P. Lovecraft. Bonus für Jeffrey Combs und David Gale! (8)

Die Unschlagbaren Supernieten [Vampire Raiders: Ninja Queen(1988)
aka "Die Unschlagbaren Super Ninjas". Godfrey Ho! Cut-and-paste! Hüpfende Vampire! Die gegen Ninjas antreten! Zombies! Die mit jungfräulichen Urin bekämpft werden! Und die Krönung: ein Attentatsversuch mit einem fliegenden Schwein! Herrlich! (Trash-Skala: 7)






















4 - 6,0 (24,0)

Sonntag, Februar 25, 2018

Lieblingssoundtracks #1

In looser Reihenfolge (sprich: kein Ranking). Wir fangen an mit: meterdicker Atmosphäre!


Montag, Februar 19, 2018

Kurzreviews Februar/I/2018

Hiermit präsentiere ich wiederum die 17 Filme und 3 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat Februar gesehen habe:


Serien-Staffeln
Hercules und das vergessene Königreich [Hercules: The Legendary Journeys - Hercules and the Lost Kingdom] (1994) - (6,5+)
The Expanse (Season 1) (2015-2016) - (7,5-8,5)
Black Mirror (Series 1) (2011) - (6-7,5+)

Filme
Die Bourne Identität [The Bourne Identity(2002)
Der Auftakt zur Neo-Agentenreihe unterscheidet sich noch merklich von Paul Greengrass stilistischer Hinwendung zur intensified continuity: Doug Liman legt mehr Wert auf die Geschichte, die Suche nach der alten und Formung einer neuen Identität des Hauptcharakters sind sein Hauptanliegen vor den Actionszenen. Freilich ist der erste Teil der Bourne-Trilogie nicht minder lupenreiner Actionfilm, dessen Keilereien und Verfolgungsjagden hingegen eine weniger tragende Rolle spielen im Gegensatz zu Greengrass. (7,5)

Apollo 18 (2011)
An Found Footage hängt nicht mein Herz, ab und an kann ich mich damit arrangieren. Gonzalo Lopéz-Gallegos Hollywood-Debut, unterstützt von Patrick Lussier, fand ich jedenfalls ganz manierlich, insbesondere der Retro-Look ist gelungen, allerdings hatte ich das Gefühl, dass Lopéz-Gallego nicht fürchterlich viel mit dem Konzept anzufangen wusste. (5)

Insidious: Chapter 3 - Jede Geschichte hat einen Anfang [Insidious: Chapter 3(2015)
Standardmäßige und mäßige Geisterbahnfahrt durch das "Insidious"-Universum, inklusive Abnutzungserscheinungen. (4)

Witchboard - Die Hexenfalle [Witchboard(1986)
Kein sonderlich beängstigender, sicherlich wenigstens ungewohnter Okkultismus-Horror, der sich ebenfalls rund um ein Ouija-Brett, Werkzeug und Tor einem blutdurstigem Geist zu Diensten, dreht. Dinge, die ihn vom handelsüblichen Teenie-Slasher unterscheiden, sind etwa, dass Kevin Tenney seinen drei Protagonisten und ihre auf die Probe gestellte Beziehung untereinander mehr Raum an Stelle der blutigen oder gruseligen Szenen einräumt, oder, dass sich viele Szenen tatsächlich im  sommerlichen Tageslicht ereignen (besonders surreal: die fatale Beschwörung des Ouija-Bretts an einer Anlegestelle eines Sees unter gleißendem Sonnenschein), nicht der althergebrachten Bedrohung durch die Dunkelheit unterworfen sind. Ebenso atypisch: das herbeizitierte, herrlich verquere Medium, das mehr 80er nicht sein könnte (dennoch würde ich ihr den Vorrang vor Elise Rainier geben). Kein achtunggebietender Meilenstein des Horrorkinos, aber kapriziös. (5,5)

Der Marsianer - Rettet Mark Watney [The Martian(2015)
Ich war mal großer Ridley Scott-Fan. In Kindestagen war er de facto mein Lieblingsregisseur. In erster Linie wegen "Alien" und "Blade Runner". Die erste ernstliche Enttäuschung von ihm erlebte ich, nachdem ich "Kingdom of Heaven" im Kino gesehen hatte, auf den ich unmittelbar danach einen regelrechten Hass entwickelte (bis ich den Director's Cut zu Gesicht bekam, aber das ist eine Geschichte für sich). Dann kam "Prometheus". Dann kam "Alien: Covenant". Und dazwischen: "Der Marsianer". Die bessere Leistung in Scotts Schaffen sollte es sein (möglicherweise ist er das sogar), der Lückenbüßer zwischen seinen beiden systematisch betriebenen Zerstörungsbestrebungen des eigenen Filmmythos, der die "großen Brüder" locker ausspielen könne. Lange habe ich mich vor ihm gedrückt, jetzt weiß ich weshalb: selten habe ich eine solchermaßen spannungslose, einfallslose, ermüdend überlange Tortur durchstehen müssen (diese Königswürde geht allerdings an "Tree of Life"). Gegebenenfalls haben Technik- und Weltraumfreaks ihren Spaß an der Sache (und sei es aufgrund der Entdeckung technischer Mängel und Fehler), auf filmischer Ebene versagt "The Martian" vorne und hinten. Scott versucht nicht mal, vergleichbares wie Spannung oder Enthusiasmus zu erzeugen, der Charakter Mark Watney ist derartig blass und nichtssagend (sein aussagekräftigstes und scheinbar einziges Merkmal ist, dass er keine Disco-Musik mag), dass man niemals mit ihm und seiner ereignislosen Robinsonade mitleiden könnte. Die Hürden, die es für ihn zu überwinden gilt, nimmt er viel zu mühelos und ohne weiteren Effekt, nie merkt man, dass Watney unter den Anstrengungen leiden würde oder das er überhaupt Anstrengungen durchzustehen hätte. Selbiges gilt für die Geschehnisse und Bestrebungen auf der Erde, die zwar eine Vielzahl von anständigen Schauspielern zusammenwürfeln, jedoch zusätzlich von etwaigen Leistungen Watneys auf dem Mars ablenken, die wissenschaftliche Grundlage auf schwerfällige Erklärbärszenen für Doofe runterbrechen, die die Handlung unwillkommen in die Länge ziehen, überdies wie ein allzu offensichtlicher, kraftloser NASA-Propagandafilm anmuten. Dass ich bitte nicht falsch verstanden werde: ein Hohelied auf die Wissenschaft und die Weltraumfahrt empfinde ich als eine gute Sache! Ich kritisiere nicht, dass "The Martian" dieses anstimmt und für Technokraten was zu bieten weiß. Ich kritisiere in erster Linie Scott und seine grottenöde, abgeschmackte Inszenierung, der jedweder Verve, jedweder Sexappeal vollständig abgeht und es schier unmöglich macht, sich (auch als Laie) für diese hochinteressante Thematik zu begeistern. Scott hat sich offenbar dafür bezahlen lassen, den NASA-"Top Gun" zu drehen, dabei konsequent versagt und sei es nur beim Versuch, dessen cheesigen Spaßfaktor zu erreichen. (4,5)
Paradox - Die Parallelwelt [Paradox(2010)
Günstig produzierte Comicverfilmung, die einen drolligen Einfall ihr eigen nennt, doch diesen nicht sonderlich clever zu entwickeln versteht, derweil das Budget dem Spektakelfaktor im Weg steht. (B-Movie-Skala: 4)

Eine wie keine [She's All That(1999)
Teenie-Romanze nach Mauerblümchen-Paradigma, vermutlich die Referenz für diese Art des Teeniefilms (und deren Parodien). Insofern gibt es hier wenig Überraschungen, nichtsdestoweniger finde ich ihn redlich charmant und niedlich, Freddie Prinze Jr. und Rachael Leigh Cook sind ein entzückendes Pärchen, die Nebendarsteller machen ihre Sache überaus gut - für das, was er sein will, macht er alles richtig und drückt die richtigen Knöpfe. Was will man mehr? (7)

Jumanji: Willkommen im Dschungel [Jumanji: Welcome to the Jungle(2017)
Ohne sonderliche Erwartungen rangegangen und die wurden weder unterboten, allerdings auch nicht übertroffen. Er war genau das, was ich mir nach dem Trailer gedacht hatte (was heutzutage bereits viel wert ist): ein harmloser Fantasy-Abenteuerspaß, dessen Hauptdarsteller und deren Interaktion untereinander das größte Vergnügen bereiten, der sich nie durch eine übertrieben ausgestellte Selbstironie selbst im Weg steht, eine kurzweilige Geschichte erzählt, ordentlich als Abenteuerfilm funktioniert und sein Niveau bis zum Ende durchhält. (6)

James Bond 007 - Lizenz zum Töten [Licence to Kill(1989)

Feuerwalze [Firewalker(1986)
Noch einmal nach "Quatermain" wilderten Menahem Golan und Yoram Globus  im von Steven Spielberg qua "Indiana Jones" erschlossenen Revier des pulpigen Abenteuerfilms, nur das im Falle der Cannon Chuck Norris und Louis Gossett Jr. plus Love Interest Melody Anderson die ausgefuchsten Abenteurer auf der locker-flockigen Hatz nach einem sagenumwobenen Schatz geben. Das macht durchaus Laune, speziell Norris gefällt in dieser Spielart des faustkräftigen Schatzjägers, auf der anderen Seite fehlt es J. Lee Thompsons Spritztour in den Dschungel an Spektakulärem oder kolossal angelegtem Eye Candy, was angesichts des eingeschränkten Budgets nicht verwundert, dessen ungeachtet schmerzlich vermisst wird. Einen zusätzlichen belebenden Schub erfährt der bereits nicht hochgradig ernsthafte Film zudem durch die Rainer Brandt-artige Synchro. (B-Movie-Skala: 6)

Europa Report (2013)
Zu Found Footage allgemein: s.o. Sebastián Cordero setzt das Stilmittel vergleichsweise geschickt ein, insofern, dass er der Reise zum Jupiter in der Tat den angestrebten äußeren Eindruck von Realismus (in Grenzen) verleiht, sie nicht zu stark als Fiktion entlarvt. Die glaubwürdig als Wissenschaftler auftretenden Crewmitglieder, sowie das authentisch wirkende Raumschiff unterstützen diesen Eindruck, wie allgemein die wissenschaftliche Haltung und Neugierde des Projektes gefällt. Gleichwohl bemüht Cordero einmal mehr das Zehn kleine Negerlein-Prinzip zumindest auf spannende Weise, hält derweil das Rätselhafte der Entdeckungen, damit die erforderliche Neugierde des Zuschauers erfolgreich aufrecht. (7)

Das Parfüm der Dame in Schwarz [Il profumo della signora in nero(1974)
Gediegener, erlesen gefilmter, bis ins kleinste Detail der Kulissen und Requisiten, sogar der Schauspielführung umsichtig ausgestalteter Giallo, der nicht von ungefähr an Thriller von Roman Polanski Marke "Repulsion" oder "Rosemary's Baby" gemahnt, ebenfalls seine psychisch bedrängte Protagonistin in ein alptraumhaftes Labyrinth des Wahnsinns schmeißt, in dem sie sich, wie der Zuschauer gleichermaßen, zu verlaufen droht, dem Reich hinter den Spiegeln letztlich anheimfällt. Das ist rätselhaft, schwer durchschaubar, ihrem Blickwinkel eng versponnen entsprechend wie zwischen zwei Welten oszillierend, diese miteinander verschmelzend inszeniert. Die Frage nach der Interpretation gestaltet sich im Nachhinein aufgrund dessen schwierig, obgleich die ersten naheliegenden Gedanken zumeist die richtigen sind. (8,5)

Der Spion und sein Bruder [Grimsby(2016)
Ich denke, schaut man sich eine Komödie/Parodie von Sacha Baron Cohen an, ist von vorneherein klar, worauf man sich einlässt: derbe Gags beträchtlich unterhalb der Gürtellinie hat's reichlich... nicht zu knapp... in rauen Mengen. Wie witzig man das zu guter Letzt findet, hängt immens davon ab, mit welcher Haltung man an die Geschichte um die Familienzusammenführung der Butcher-Brüder und deren Loblied auf die ungeschliffene Grimsby-Assi-Lebensart rangeht. Das ist realiter das Herz der Geschichte und weniger die Agentenfilmparodie, die Louis Leterrier in den Actionsequenzen flott runterspult. Ich muss gestehen: gerade wegen seiner Dreistigkeit und wenigstens entschlossenen Geschmacklosigkeiten konnte ich mir das Lachen mehrfach nicht verkneifen. (6)

Human Centipede - Der menschliche Tausendfüßler [The Human Centipede (First Sequence)(2009)
Der mittelschwere Skandalfilm aus den Niederlanden. Und... naja, ich fühlte mich schon schockierter (ich sah die gekürzte deutsche Fassung, habe mich über die fehlenden Minuten nachträglich schlau gemacht - das ändert jedoch nichts an meiner Meinung). Das gesamte Konzept mitsamt Umsetzung ist in solchem Maße comichaft grotesk überzeichnet, dass sich niemals Bestürzung oder Betroffenheit einstellt. Denkbar, dass das Ziel und Absicht des ganzen war, es als Parodie oder ähnliches fungieren sollte. Wie dem auch sei: weder das eine, noch das andere erzielt eine Wirkung (bei mir). Die Idee hat "South Park" erheblich besser zu nutzen gewusst. (3)

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten [Valerian and the City of a Thousand Planets(2017)
Luc Besson ist eine wundervolle Comicverfilmung gelungen, ein visueller Leckerbissen und rauschartiger Trip durch die eponyme Stadt, ein imposantes, ausgiebig und detailliert konzipiertes Konstrukt, dass wir an der Seite Valerians und Laurelines genüsslich erkunden, stellenweise zu rasant vorbeirauschen. Design und die temporeiche Inszenierung erinnern bisweilen an die "Star Wars"-Prequels (wer mich kennt, weiß, dass das bei mir als Kompliment zu verstehen ist), willkommen angereichert um Bessons eigenwillige Vorlieben. Die Geschichte kann wenig überraschend mit der Tausendschaft verschiedenartiger auf einen niederprasselnder Eindrücke höchstens mühevoll Schritt halten, zudem muss man anmerken, dass ein bedeutender Anteil an Zuneigung zum Film davon abhängig ist, ob man Dane DeHaans Valerian erträglich findet. Ansonsten ist das einfach ein fantastisches Science-Fiction-Abenteuer, dessen Sequel ich zu gerne sehen würde. (7,5)
Australia (2008)
Baz Luhrmann wollte seiner Heimat das ihm gebührende monumentale Leinwandepos schenken, hat dafür immensen Aufwand betrieben und alle Register gezogen. Leider eifert er bei seiner Landeshymne ein wenig zu sehr bekannten Hollywoodtropen nach, wirkt nicht genügend idiosynkratisch australisch (was das auch immer sein mag, als Anti-These zu Luhrmanns Form der Romantisierung kommt mir spontan "Wake In Fright" in den Sinn), erschafft allerwenigstens einen nicht unerheblichen Genremix, vermischt groß angelegtes Melodrama, Westernmotive, Abenteuerelemente, ein Anti-Rassismus-Plädoyer, Ethnokitsch, alles arrangiert vor einem packenden geschichtlichen Hintergrund und bezaubernd anzusehenden Postkartenmotiven zu dem zusammen, was er für ein überwältigendes filmisches Nationalepos halten möchte. Die ganz riesengroßen Emotionen also, ein Echo des glorreichen Studio-Hollywoods auf australische Dimension projiziert. Luhrmann ist alles andere als ein schlechter Regisseur, das merkt man auch hier, jedoch schürft er zu tief in der Vergangenheit und kann die notwendige Megalomanie von damals nie hundert Prozent auf sein gewissermaßen nachgereichtes Epos übertragen. Klingt harscher als es gemeint ist, aber zum australischen "Vom Winde verweht" fehlt doch einiges. (6,5)

Der Blob [The Blob(1988)
Herrliche Achterbahnfahrt eines 80er-Jahre Horrortrips, der alle denkbaren Klischees und Tropen auffährt, angefangen vom beschaulichen amerikanischen Kleinstadtcharme, über den zwar rüpelhaften, dafür im Innersten herzensguten und aufrechten Außenseiter der Gesellschaft, bis hin zur verschwörerischen Regierungsorganisation, vom beeindruckend plastisch getricksten Glibber-Blob ganz zu Schweigen. Finde ich toll! (B-Movie-Skala: 8)













































17 - 6,1 (103,5)

Donnerstag, Februar 08, 2018

Nachschlag No. 34: Enter the Nachschlag Years

Mir fiel auf: zum Tom Baker-Einstand habe ich beide Version gepostet, beim armen Jon Pertwee nicht. Das muss selbstredend korrigiert werden! Darum hier: Intro-Version # 2 für Doctor #2!

Montag, Februar 05, 2018

Kurzreviews Januar/II/2018

Viel los in der zweiten Januar-Hälfte! Hiermit präsentiere ich wiederum die 18 Filme und 9 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im (vollgestopften) Monat Januar seit der letzten Liste gesehen habe:


Serien-Staffeln
Buffy - Im Bann der Dämonen [Buffy the Vampire Slayer] (Season 7) (2002-2003) (6-7,5)
The Deuce (Season 1) (2017) (8-8,5)
Doctor Who (Season 11) (1973-1974) - (6-8)
Boardwalk Empire (Season 5) (2014) - (7-8, für "Eldorado", insbesondere die letzten Minuten: 9,5)
Herkules und das Amazonenheer [Hercules and the Amazon Women(1994) - (6)
The Orville (Season 1) (2017) - (6,5-8+)
Magnum [Magnum, P.I.(Season 8) (1987-1988) - (6-7,5)
Marvel's Daredevil [Daredevil(Season 1) (2015) - (8-8,5)
Hercules und der flammende Ring [Hercules: The Legendary Journeys - Hercules and the Circle of Fire(1994) - (6,5+)

Filme
Die Abenteuer des Rabbi Jacob [Les aventures de Rabbi Jacob(1973)
Hach, die schönen Kindheitserinnerungen. Damals haben wir den Louis de Funès-Klassiker rauf und runter geguckt, bis unsere VHS ausgeleiert war (besonders Highlight: die Kaugummi-Fabrik!). Erwartet aus diesem Grunde keine Objektivität von mir. Auch heute noch bereitet "Rabbi Jacob" als flotte Verwechslungskomödie jede Menge Freude, selbst wenn man sich womöglich nicht mehr vor Lachen kugelt wie in Kindertagen. Das er nachgerade nebenbei für Völkerverständigung und die Überwindung von Hass eintritt, kann man ihm überdies anrechnen. (Mit Kindheitsnostalgiebonus: 7,5)

Riddick - Chroniken eines Kriegers [The Chronicles of Riddick(2004)
Ich gebe es geradeheraus zu: ich habe eine Schwäche für Riddick, den Space-Conan. Freilich gehört eine gehörige Portion suspension of disbelief dazu, um am "Pitch Black"-Sequel nicht an allerlei Ungereimtheiten, logischen Freiheiten und künstlerischen Fragezeichen rumzunagen. Andererseits handelt es sich hierbei um chic designte (ich weiß, Geschmackssache) Sci-Fi-Fantasy in einem ansprechenden Setting/Universum (ich weiß... Geschmackssache!), die gerade aufgrund ihrer stellenweisen Blödheit zu gefallen weiß. Im Klartext: es fühlt sich von vorn bis hinten wie ein Groschen-Heftchen oder ein älteres Sci-Fi-Comicwerk an - und sowas mag ich einfach. Hinzu kommt: ja, ich finde, Riddick ist eine coole Sau (was daran cool ist, darf ruhig zur Diskussion gestellt werden). Und das ihm hier erlaubt wird Schwäche bzw. sogar Menschlichkeit zu zeigen, macht ihn in meinen Augen umso cooler. (7)

Blueberry und der Fluch der Dämonen [Blueberry(2004)
Na schön, wenn man selbst LSD eingeworfen hat, ist das bestimmt ein ganz, ganz doller Western. Wäre ja durchaus in Ordnung, würde er sich nicht derart angestrengt künstlerisch geben, fehlende Substanz oder die Alternative zu einer herkömmlichen Erzählstruktur durch mystisch-konfusen Firlefanz zu verbrämen versuchen. Sinetmal sich dieser psychedelische Schamanismus-Trip in erster Linie zieht wie Kaugummi, einem beinahe zwei Stunden induzierten Drogenrausch abverlangt, ohne eine Verbindung zum Zuschauer aufzubauen oder eine emotionale Resonanz zu erzeugen. (2,5)

Shadow und der Fluch des Khan [The Shadow(1994)

Get Out (2017)
Den Finger in Amerikas nach wie vor schwelende Wunde des Rassismus zu legen, als Basis für einen Horrorfilm zu nehmen, ist nicht bloß naheliegend, sondern, angesichts des sozialen Unfriedens, regelrecht zwingend. Und in der ersten Hälfte gelingt es Jordan Peele ganz ausgezeichnet, die Kluft zwischen Schwarz und Weiß, die merkwürdige Stimmung des gesellschaftlichen Miteinanders, das mehr den Anschein eines brenzligen Waffenstillstandes als den einer friedlichen Koexistenz erweckt, die verhohlenen Ressentiments und gehegten Rassenklischees, kurz: den unausgesprochenen Rassismus aus der Perspektive Daniel Kaluuyas zu vermitteln. Zu Gänze vermag er das nicht in die zweite Hälfte hinüberretten, wo er dieses unangenehme, befremdliche Gefühl, abschätzig, sogar missbilligend betrachtet zu werden, für einen Science-Fiction-artigen Körpertausch-Plot eintauscht, der damit wenig zu tun hat. Der gute Ansatz bleibt. Die Oscarnominierungen: maßlos übertrieben(7)
Annabelle (2014)
Kreuzödes Spin-off zu "The Conjuring", schlechterweise ohne James Wan auf dem Regieposten. An seiner statt darf John R. Leonetti, Urheber solcher ulkigen Machwerke wie "Mortal Kombat 2 - Annihilation", einen beispiellos muffigen Puppenhorror, eigentlich Geisterhorror (die zugegebenermaßen gräuliche Puppe bewegt die gesamte Laufzeit über nicht ein Härchen aus eigener Kraft) ohne Spannung oder liebzugewinnende Charaktere fabrizieren, eine nichtssagende Aneinanderreihung von schlecht umgesetzten, dürftig geschauspielerten, unzulänglich verknüpften Szenen, die jeden Grusel vermissen lassen. (2)

Annabelle 2 [Annabelle: Creation(2017)
Eigentlich wollte ich nach dem faden "Annabelle" keine weitere Aufmerksamkeit an die "Conjuring"-Spin-offs verschwenden. Dass David F. Sandberg, der seinerzeit mit "Lights Out" keinen großartigen, allerwenigstens einen soliden Horrorfilm gedreht hatte, der ein Händchen für Gruselstoffe erkennen lies, Regie führte, weckte dann doch meine unwesentliche Neugierde, ließ mich dem Sequel zumindest eine minimale Chance einräumen. Und siehe da: ich bin baff! Nach der Ausgeburt an mangelhaft inszenierter Langeweile, die den Erstling ausmachte, war ich nicht darauf eingestellt, einen derart stimmungsvollen Grusler vorgesetzt zu bekommen. Die Protagonisten haben Kontur und sind sympathisch genug, dass man in Gefahrenzeiten um sie zittert, der Schauplatz bietet hinlänglich genügend finstere Ecken voller unheilverkündender Schatten, in denen eine schmerzvolle Vergangenheit lauert, und Sandberg hat die unheimlichen Szenen um Welten besser im Griff als John R. Leonetti, gibt ihnen genügen Vorlauf, Spannung und verdient sich seine Schrecken jedes Mal. Erst gegen Ende machen sich leichte Schwächen bemerkbar. Schauerlicher, aufregender und besser geschauspielert, kurz: der bessere Film. Hätte ich nicht mit gerechnet. (7,5)

Life (2017)
Wurde mir seinerzeit von allen Seite als die bessere Alternative zu Ridley Scotts schäbigen Mythoszerstörung namens "Prometheus" bzw. "Alien: Covenant" wärmstens ans Herz gelegt. Nun gehört nicht viel dazu, besagte Rohrkrepierer auszustechen, doch selbst im Angesicht dessen macht Daniel Espinosa einen anständigen Job. Klar, die altbekannte gnadenlose Hetzjagd, die hier ein besonders fieses, zähes Exemplar von einem Marsianer auf die Crew der ISS eröffnet, sie klassisch nach dem Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip peu à peu dezimiert, ist weder neu, noch innovativ. Im Wissen darum drückt Espinosa von vornherein auf die Tube, setzt ein Tempo an, das weder Protagonisten, noch Zuschauern Zeit zum Nachdenken gönnt (was dem Film hinderlich wäre) und hält die Beschleunigung bis zum bitteren Ende durch. Somit gestaltet sich der schweißtreibende Kampf gegen den außerirdischen Eindringling straight, reißerisch, dynamisch (eindrucksvoll: die Schwerelosigkeit evozierende Kameraarbeit) - was tausendmal mehr ist, als Scott zu bieten hatte. (6,5)

Drive Angry - Fahr zur Hölle [Drive Angry(2011)

Sternenkrieger - Survivor [Survivor(2014)
Für einen Crowdfunding-B-Sci-Fi-Endzeit-Survival-Film (boah, was eine speziell definiertes Subgenre...) in Ordnung, brauchbar fotografiert, genügend Action und Danielle Chuchran ist hübsch anzuschauen, überdies manierlich in der Hauptrolle als Kampfamazone. (B-Movie-Skala: 5)

Yukon [Death Hunt(1981)
Denke ich an "Death Hunt", denke ich oft an eine bessere Version von "The Revenant" (was miteinschließt, Charles Bronson den Vorzug gegenüber Leonardo DiCaprio zu geben). Das ist mutmaßlich den thematischen Überschneidungen geschuldet: ein Überlebenskampf vor einer rauen Naturkulisse, die hier wie dort eine besondere Rolle spielt und dementsprechend von der Kamera festgehalten wird, das Streben eines Individuums, hier ist es die persönliche Freiheit, gegenüber unmöglichen Bedingungen. Zu Bronson gesellt sich Lee Marvin, ein Gleichgesinnter, der unglücklicherweise von den Umständen und wider besseres Wissen zur Jagd auf ersteren gezwungen wird, obgleich sie sich charakterlich gleichen, elementare moralische Prinzipien vertreten, sich von ihrer Erfahrung mit Mensch und Umwelt leiten lassen - zudem scheinen sich beide mit dem Rücken zur Wand auf der Flucht oder wenigstens auf dem Rückzug vor einer vorrückenden Moderne zu sein, die Kompromisse, einen Modus vivendi verlangt, welcher ihrem Lebensweg zuwiderläuft. Das zeichnet "Death Hunt" jenseits der obendrein spannenden Menschenjagd aus. (8)
Dirty Harry (1971)
Ich glaube, über "Dirty Harry" bleibt nicht viel zu sagen. Ein Meilenstein des Polizeifilms, ein brillanter Thriller, eine hervorragend entworfene Charakterstudie, ein Zeugnis von Don Siegels Schaffen als exzellenter Filmschaffender. (9)

Fifty Shades of Black - Gefährliche Hiebe [Fifty Shades of Black(2016)
Antriebslose, sich grob an den Stationen des Ursprungsmaterial entlanghangelnde, um Leftover-Gags von "Scary Movie" ergänzte Parodie, deren herausstechenste Leistung darstellt, die Langeweile des Originals zu reproduzieren. (1,5)

Das Kabinett des Schreckens [The Funhouse(1981)
Es muss schwer gewesen sein für Tobe Hooper (R.I.P.), dass er qua "Texas Chainsaw Massacre" bereits zu einem frühen Zeitpunkt in seinem Œuvre sein Opus Magnum abgeliefert hatte; dass sich seine folgenden Werke stets an diesem hatten messen lassen müssen - und dass er zwangsläufig an solchen Erwartungen scheitern musste. "The Funhouse" ist kein zweites "Blutgericht in Texas", nichtsdestotrotz ein adäquater kleinformatiger Slasher, der zuvorderst durch die eingefangene Jahrmarktsatmosphäre punktet, die Hooper wunderbar wiedergibt, darin regelrecht schwelgt, bevor er sich ans muntere Morden begibt, wobei er seinen Charakteren auffällig viel Spielraum einräumt, den Bodycount und die Zurschaustellung von Gewalttätigkeit überschaubar belässt. Kein zügiges Gemetzel also, sondern eine behutsam aufgebaute Terrorshow - darin gleich er wiederum Hoopers Meisterwerk. (6,5)

Alle Mörder sind schon da [Clue(1985)
Kurioserweise schien jemand Potenzial in der Verfilmung des Brettspiels "Cluedo" gesehen zu haben. Gottlob übergab dieser jemand u.a. John Landis das Drehbuch und versammelt eine gut aufgelegte Darstellerriege, angeführt vom unübertroffenen Tim Curry. Das Ergebnis: reiner Schalk, ein augenzwinkernder Whodunit-Krimi, der sich über seine eigenen Mechanismen ebenso amüsiert, wie über seine Herkunft aus der Spielesammlung. Macht Spaß, tut keinem weh. (6,5)
Ouija - Spiel nicht mit dem Teufel [Ouija(2014)
Okkulter Hokuspokus aus der Mottenkiste gepaart mit Teenie-Panik, geringfügig kompetenter als "Annabelle". Immerhin: zwei schmerzhaften Abgänge. (3,5)

Ouija - Ursprung des Bösen [Ouija: Origin of Evil(2016)
Teilt sich kurioserweise einige Parallelen mit "Annabelle: Creation": ein Nachfolger, aber ein Prequel; ein Regisseur, der zuvor durch einen Geheimtipp oder Achtungserfolg aufgefallen war; die Fokussierung auf die Charaktere und ihr Schicksal, verquickt mit einer finsteren Vergangenheit; ein sakrischer Gegenstand als Katalysator; in beiden spielt Lulu Wilson mit; und zu guter Letzt: er übertrifft den Vorgänger mühelos. Da die Familie Zander im Mittelpunkt steht, nimmt sich Mike Flanagan ausgiebig Zeit, diese drei dem Zuschauer näherzubringen, setzt ihr Verhängnis insbesondere in der ersten Hälfte als seichtes Drama in Szene, bevor er sukzessive intensiviert das lauernde Grauen über sie hereinbrechen lässt. Demnach braucht es seine Zeit, bevor er tatsächlich Gruselterrain betritt, dann jedoch bestimmt und schaurig. (7)

The Sword and the Sorcerer 2 [Tales of an Ancient Empire(2010)
Wie ich zu "Nemesis" sagte: Albert Pyun hat im Laufe seiner Karriere genügend Schrott fabriziert. Sein Fantasy-Abenteuer "The Sword and the Sorcerer" auf der anderen Seite zählt der Verlautbarung nach (eine Sichtung steht noch aus) zu seinen besten Arbeiten. Fast 30 Jahre später (!) entschloss er sich kurzum zur Fortsetzung seines Geheimtipps - leider musste er dafür unter Produktions- und finanziellen Bedingungen zu Werke gehen, die ein Gelingen unmöglich machten: "Tales of an Ancient Empire" ist ein haarsträubend inkohärentes Konstrukt, ein Bausatz aus billig produzierten, fragmentarischen Versatzstücken, deren Zusammenhalt im Schneideraum nicht gewährleistet werden konnte. Es gibt kaum einen nachvollziehbaren roten Faden in der Geschichte, sie springt hin und her, führt neue Charaktere ein, ohne je auch nur einem genügend Profil oder gar Wiedererkennungswert zuzubilligen, an Stellen, die aus dem einen oder anderen Grund nie vernünftig realisiert werden konnten, übernimmt kurzerhand eine Erzählerin, die von Geschehnissen berichtet, die in totgefilterten, zusammenhanglosen Szenen oder schlicht mit Zeichnungen (!) dargestellt werden. Das Schicksal eines torsohaften Endergebnis teilt sich "Tales of an Ancient Empire" mit "Phantasm IV", bei beiden macht sich bemerkbar, dass die Macher Ideen hatten, es ihnen jedoch verwehrt bliebt, diese akzeptabel umzusetzen. So ist das eben. (2)
















































18 - 5,7 (103,0)

Montag, Januar 22, 2018

Fuck 2017

2017 war ein echtes Scheißjahr. Nur Todesfälle, Krankenhausbesuche und Trennungen. Heute ist meine geliebte Oma gestorben. Damit hat 2017 noch ins Jahr 2018 nach mir gespuckt. Ich hoffe, das Jahr des Hundes wird besser als das schreckliche Jahr des Hahnes.

Sonntag, Januar 21, 2018

Freitag, Januar 19, 2018

Kurzreviews Januar/I/2018

Hiermit präsentiere ich wiederum die 8 Filme und die 1 Serienstaffel (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat Januar gesehen habe:


Serien-Staffeln
Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert [Star Trek: The Next Generation] (Season 7) (1993-1994) - (10 *schnief*)

Filme
Letzte Grüße von Onkel Joe [The Wrong Box(1966)
Possierliche, britische Archetypen zum Vergnügen aller bewusst überzeichnende schwarze Komödie rund um gierige Erbschleicher, grantige Greise, umtriebige Verwandte, vertauschte Leichen und unschuldige Liebende. (6,5)

Star Trek - Treffen der Generationen [Star Trek: Generations(1994)
Der Kino-Einstand der TNG-Crew und... ja, es hätte besser laufen können. Nach wie vor gilt: einem Film, der Kirk und Picard vereint, kann ich nicht wirklich böse sein, kanonisch betrachtet kommt es durchaus zu bedeutsamen Entwicklung und alles eingerechnet liefert David Carson ausreichend denkwürdige Szenen, etwa den spektakulären, herzzerreißenden Absturz der Enterprise D. Carsons Regie bildet hingegen ebenfalls den größten Schwachpunkt, der Film steht mit einem Bein merklich im TV-Programm, Datas Gefühlsausbrüche hangeln nahe am Nervbereich und der Nexus als Plot Device steht auf ausgesprochen wackeligen Füßen. Nichtsdestotrotz kann und will ich das "Treffen der Generationen" nicht so schlecht reden, wie es allerorts verkündet wird. Es spricht der Trekkie in mir: (7)

Star Trek - Der erste Kontakt [Star Trek: First Contact(1996)
Der Höhepunkt der Kinoabenteuer von Picards Truppe, der Actionfilm. Die Borg als Antagonisten zu reaktivieren konnte im Grunde genommen gar nicht schief laufen, nicht umsonst sind sie seit jeher die beliebtesten, zugleich die faszinierendsten Gegenspieler im Star Trek-Franchise. Das Zeitreise-Element stellt sich selbstredend abermals als hanebüchen, die Durchführung als hanebüchen simpel heraus, öffnet dahingegen einer wunderbaren Prämisse Tür und Tor: die parallel zueinander ablaufenden Handlungsstränge haben allesamt ihren Reiz, geben praktisch jedem Crew-Mitglied etwas zu tun: Picard muss sich an Bord martialisch gegen die sukzessive das Schiff assimilierenden Borg erwehren (inklusive "Moby Dick"-Zitat), während Data auf Tuchfühlung mit der Borg-Queen (listig-verführerisch: Alice Krige) höchstselbst geht. Derweil dürfen sich Riker & Co. am Boden dem herrlich aufspielenden James Cromwell widmen, der eine köstliche Heldendekonstruktion vorlegt. Jonathan Frakes setzt dabei von der ersten Sekunde auf Tempo und Action, vergisst jedoch nie die Verschnaufpausen zwischendurch. Daraus ergibt sich der rasanteste, gerade aufgrund seiner Ausgewogenheit beste Beitrag der Next Generation zum Kinozyklus. (8)

Star Trek - Der Aufstand [Star Trek: Insurrection(1998)
Und hier kommt mein persönlicher Nemesis der Star Trek-Kinofilme: nach der schwungvollen, temporeichen Nummer 8 schlägt der Nachfolger bedauerlicherweise eine gänzlich andere Richtung ein. Überschattet von Doktoreien am Drehbuch, ist ein höchst durchwachsener Beitrag entstanden, denn, man hört es immer wieder und es entspricht der Wahrheit, der gesamte Film wirkt wie ein zäher Zweiteiler der TV-Serie, die Amish-Hobbit-Rasse der Baku mit ihrem fragwürdigen Paradies-Duktus, der allen Prinzipien, die Star Trek ausmachen, zuwiderläuft ("Falsche Paradiese" anyone?), erwecken in mir nicht gerade die Empathie, die es nötig gehabt hätte, um an ihrem Schicksal Anteil zu nehmen. Und da sie Dreh- und Angelpunkt des Films sind, fällt die Handlung spannungstechnisch rapide in sich zusammen, zumal F. Murray Abraham als Bösewicht keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Einsame unterhaltsame Momente liefert ab und an die Crew, wenn sie unter dem Einfluss des Jungbrunnens herumkaspert. Ansonsten herrscht Langeweile vor. (5)

Star Trek: Nemesis (2002)
Der große Abschied der TNG-Crew, ein letztes Abenteuer. "Nemesis" hat das ungnädige Los des oberen Mittelmaßes mit sich rumzuschleppen. Nicht wirklich schlecht, nicht wirklich gut; zu viel Action, die den gelungenen Momenten gegenübersteht; zu viel Picard, dafür in einem höchst interessanten Konflikt. Ihm fehlt schlicht die Ausgewogenheit von "Der erste Kontakt" um den faszinierenden Grundgedanken in ansprechende Form zu bringen, die Actionlastigkeit geht zu Ungunsten der persönlichen Auseinandersetzung zwischen Patrick Stewart und Tom Hardy. Im Grunde meines Herzens wünschte ich, man hätte an die gelungenen Ansätze von "Nemesis" in einem elften Kinofilm angeknüpft, so muss ich mich mit eben diesem oberen Mittelmaß an Sci-Fi-Action als Schlusspunkt zufriedengeben. (6,5)

Uzala, der Kirgise [Дерсу Узала/デルス·ウザーラ Dersu Uzala (Dersu Uzala: The Hunter)] (1975)
Der einzige außerhalb Japans produzierte und gedrehte Film Akira Kurosawas (nach seiner schweren Sinnkrise) zeichnet sich durch eine relative Einfachheit sowohl in der Darstellung, als auch des Dargestellten aus. Ohne affektierte inszenatorische, selbstgefällige Spielereien konzentriert sich Kurosawa auf die schlichte Botschaft des Menschen, der mit der Natur in Einklang lebt und Respekt vor Mensch, Tier und Umwelt empfindet, subtil bedroht durch die Zivilisation, die den Kontakt zum Ursprung, damit zur Menschlichkeit verloren hat. In wunderschönen Naturaufnahmen findet er hierzu die filmische Entsprechung der literarischen Vorlage, die neben der humanistisch-holistischen Botschaft nuanciert von einer rührenden Männerfreundschaft erzählt. Wohlgemerkt stets ohne sich in einseitiger Kritik zu üben, ohne den Menschen zu dämonisieren oder die Natur und Dersu Uzala überhöht zu mystifizieren. (8)

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen [The League of Extraordinary Gentlemen(2003)
Es muss anderen Menschen wie Masochismus erscheinen, schließlich ist Stephen Norringtons Adaption von Alan Moores und Kevin O'Neills cleverer Vorlage katastrophal misslungen, hat wenig bis gar nichts mit dem Ursprungsmaterial zu tun, verschlimmbessert beinahe alles, was möglich gewesen war. Und trotzdem empfinde ich eine perverse Zuneigung zu dem Werk, woran es auch liegen mag, ignoriere unbewusst jedes Mal die Tatsache, dass es sich hierbei um ein mindestens ebenso grässliches, potthässliches CGI-Ungetüm handelt, wie es die hiesige Jekyll-Version darstellt. Vielleicht ist es das Steampunk-Flair oder der Reiz des viktorianischen Settings, es bleibt jedenfalls ein gemeiner Guilty Pleasure von mir. Übrigens: vertane Chance (eine von unzähligen vielen...)! Ihr hattet schon Sean Connery (eine Schande, das dies sein letzter Kinofilm war), wie konnte man da nicht der Graphic Novel entsprechend Fu Manchu zum Widersacher der Liga machen - und ihn als Sahnehäubchen mit Christopher Lee besetzen? Unfassbar! (Eigentlich: 2-3, Guilty Pleasure-Wertung: 6)

Der Rächer (1960)
Oh wie schön es ist: im Fahrwasser des Erfolgs der ersten Rialto-Produktionen schob die Kurt-Ulrich-Film kurzerhand die Verfilmung ihres einzigen lizenzierten Edgar Wallace-Krimis nach. Und das erfolgreich, obgleich Karl Antons Gruselkrimi, kurze Geistesblitze nicht ausgeschlossen, ganz gewiss nicht zu den glanzvollsten Wallace-Verfilmungen gezählt werden kann. Ein Mindestmaß an Handwerksarbeit mag man ihm attestieren, das Ergebnis ist in toto solide zu nennen, misst jedoch all die kecke Verspieltheit, den frechen Sleaze-Charme, den die Horst Wendlandt-Versionen stets ausgemacht hat. (5,5)
































8 - 6,6 (52,5)

Mittwoch, Januar 17, 2018

Beverly Hills Seagal - Die Kampfwurst

Also wenn ich Steven Seagal in aktuellen Trailern zu Gesicht bekommen, wie etwa diesem hier:

Dann muss ich unweigerlich an die Zeiten denken, als noch Schrott wie dieser hier im deutschen Fernsehen lief:

Von der Eleganz (und Würde...) beinahe dasselbe Level...

(und ja, die Reviewliste kommt noch... am Freitag, versprochen!)

Donnerstag, Januar 04, 2018

Doctor WTF - Part One

Ohne Worte...

(aka "Jon Pertwee in dire need of an adult...")

Montag, Januar 01, 2018

Kurzreviews Dezember/II/2017

Frohes neues Jahr!

Und zum Abschluss präsentiere ich wiederum die 7 Filme und 4 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Dezember seit der letzten Liste gesehen habe. Wir sehen uns wieder im Filmjahr 2018!

Serien-Staffeln
Doctor Who (Season 10) (1972-1973) - (6-8)
Doctor Who: Twice Upon a Time (2017) - (7,5, ich freue mich jetzt so richtig auf Jodie Whittaker!)
Kommissar Maigret: Die Falle [Maigret Sets a Trap(2016) - (6,5+)
Kommissar Maigret: Ein toter Mann [Maigret's Dead Man(2016) - (7)

Filme
Urga (1991)
aka "Close to Eden". Ein besonderer Clash of Cultures, eine Suche nach Identität und Herkunft vor der idyllisch gefilmten, paradiesisch angehauchten Kulisse der Inneren Mongolei, Bilder aus denen ländlich-elysische Einfachheit spricht, leise bedroht vom aus der Ferne nahenden Fortschritt. Trotz einiger surrealer Momente, sowie einer alltäglichen, naturverbundenen Poesie wahrt Nikita Mikhalkov die Perspektive und den Ausdruck des kleinen Mannes und der Alltäglichkeit. Ergreifend. (8)

Nico [Above the Law] (1988)
Steven Seagals erster Spielfilm zeichnet sich bereits durch die typische Seagal-Persona aus, sprich der unbesiegbare, aufrechte Aikido-Einzelkämpfer (einige viele Kilo leichter), ist ansonsten ein straighter Polizei-Actionfilm, von Andrew Davis ordentlich in Szene gesetzt. (6,5)

Der Schwarze Leib der Tarantel [La tarantola dal ventre nero] (1971)
Erfüllt alle Erwartungen, die man in einen Giallo setzen kann, Gewalt und Sex (überlappend in der speziell konnotierten Mord-Methode), der psychologische Aspekt, die Erzählweise... und doch fehlte mir die letzte Prise, das letzte alles zusammenhaltende Detail, etwas, das ich weder benennen, noch identifizieren kann. (6,5)

Die Reise ins Labyrinth [Labyrinth] (1986)
Eine zauberhafte Verquickung eines Reifeprozesses und fabelhafter Fantasy, wobei die Metaphern des Erwachsenwerdens dem fantastischen Aspekt nie im Weg stehen, nie mit der Brechstange forciert werden, einer wunderschönen, durch viel Herzblut und Hingabe zum Leben erweckten Märchenwelt Raum zur Entfaltung geben, bevölkert von entzückenden Jim Henson-typischen Puppen inklusive charakteristischer Flausen. Jennifer Connelly (für die ich sowieso eine Schwäche habe) und David Bowie (R.I.P.) runden das Ganze schauspielerisch (und sängerisch) ab. Toller, toller, toller Fantasyfilm! (9)

Jonah Hex - Rache ist hässlich [Jonah Hex] (2010)
Wirkt wie etwas Zerbrechliches, das zu Boden geworfen und zerschmettert, in der Folge behelfsmäßig mit Tesa zusammengesetzt wurde, ohne darauf acht zugegeben, dass die Stücke an der richtigen Stelle sitzen. Eine unsäglich zerschnittene Comicverfilmung, an der keine Szene an dem ihr anberaumten Platz zu sein scheint, bis auf die Actionszenen um alles bereinigt und lieblos aneinander geklatscht. Als ob wir aus "Wild Wild West" nichts gelernt hätten. (2,5)

Das Rätsel des silbernen Halbmonds [Sette orchidee macchiate di rosso] (1972)
Deutsche Kinofassung. Der Abschied von den Rialto-Wallacen. Lange hat es gedauert (ich und meine bessere Hälfte haben schlappe zweieinhalb Jahre dafür benötigt...), doch 天下沒有不散的筵席. Umberto Lenzis abschließender Giallo zählt nicht zu den bemerkenswerten Höhepunkten der Reihe, allerwenigstens handwerklich solide inszeniert fehlt auch ihm der letzte Kniff, dieser eine aussagekräftige gestalterische Einfall, der mehr aus seinem Krimi-/Thriller-Sujet machen würde. Trotzdem würde ich sagen, unterm Strich enden die Rialto-Wallace zwar nicht mit einem Knall, laufen zumindest sanft und befriedigend aus, müssen nicht das Kreuz mit sich rumtragen, zum Schluss an einem ärgerlichen Tiefpunkt angelangt zu sein. (6)

Mörder ahoi! (1964)




















7 - 6,6 (46,0)

Montag, Dezember 18, 2017

Kurzreviews Dezember/I/2017

Hiermit präsentiere ich wiederum die 12 Filme und 2 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat Dezember gesehen habe:


Serien-Staffeln
X-Men (Season 2) (1993-1994) - (6-7,5)
Marvel's Jessica Jones [Jessica Jones] (Season 1) (2015) - (6-6,5+)

Filme
Eat Drink Man Woman [飲食男女 Yin Shi Nan Nü] (1994)
Sensibles Familienportrait und Schilderung auseinandertreibender Generationen, gefühlstief, verständig und rücksichtsvoll erzählt, mit einem Sinn für realitätsnahe Alltäglichkeiten bei gleichzeitiger allegorischer Ausdruckskraft. Wunderschön und hoffnungsvoll. Deswegen gehört Ang Lee zu den ganz großen. (8,5)

Im Banne des Unheimlichen (1968)
Ein grelles Knallbonbon eines Krimis, nicht arm an allerlei Verrücktheiten, allein der umgehende Mörder samt Maskerade!, eine freudig-freizügige Darstellung weiblicher Oberweiten und Hinterteile gab es bisher in der Reihe in diesem Maße ebenso wenig. Gefällt! (7)

Der Gorilla von Soho (1968)
Und noch ein Remake, dies Mal von "Die Toten Augen von London", Horst Tappert gibt das Joachim Fuchsberger-Surrogat. Leider eine wenig bemerkenswerte Neuauflage, die sich zwar recht brav an die Version von 1961 hält, dabei, obwohl in Farbe, der Geschichte inhaltlich ironischerweise keine Farbe, keine neuen Impulse verleihen kann, hüftlahm vor sich hindümpelt. (5)

Bodyguard [The Bodyguard] (1992)
Einer der Schmachtfetzen der 90er schlechthin und... Jesses, was eine zähe, unspannende, null-romantische Angelegenheit. Das Aufeinandertreffen von Film und Musik hätte kaum öder, uninspirierter in Szene gesetzt werden können, Whitney Houston, deren Musik ich per se nicht leiden kann (ich weiß, keine gute Voraussetzung), ging mir gehörig auf den Senkel, die Romantik zwischen ihr und dem drögen Kevin Kostner... da entwickelt der Inhalt meiner Butterbrotdose, die ich einige Wochen auf der Heizung stehen lasse, merklich mehr Chemie... und Aufregung. Klar geht man mit einer gewissen Voreinstellung an sowas ran, zumindest erwartete ich einen guilty pleasure. Nicht wirklich ärgerlich, einfach langweilig und einfallslos. (3,5)

Tarantula (1955)
Eine maßgebliche Leistung für den B-Monster-Horror der 50er. Abgesehen von den tollen Effekten überzeugt Jack Arnolds Klassiker durch den allmählichen Aufbau der Geschichte und der Charaktere, der der Auseinandersetzung zwischen Natur und Wissenschaft bzw. dem durch Unüberlegtheit schädlichen Zutun des Menschen einen ernst zu nehmenden Unterton verleiht, somit nicht bloß als campiger Monsterfilm funktioniert. Was für ein wunderschönes, denkwürdiges Werk! (8)

Die Unglaubliche Geschichte des Mr. C [The Incredible Shrinking Man] (1957)
Die nächste achtunggebietende Frucht in Jack Arnolds Schaffen, sicherlich auf der eine Seite hervorstechend aufgrund der Spezialeffekte, die den sukzessiven Schrumpfprozess zum Miterleben illustrieren, raffiniert zunächst durch geschickt gewählte Kameraeinstellungen, die Garderobe und ähnliches, später durch die sorgfältig auf Proportionen achtgebenden Requisiten und zuletzt durch Composite Shots realisiert. Interessanter ist hingegen die komplexe Charakterentwicklung Grant Williams Charakter, der nach und nach als (vielfach zu interpretierender) Freak in die erst gesellschaftliche, dann absolute Isolation einer kuriosen Robinsonade getrieben wird, in letzter Konsequenz sein Schicksal in einem gleichermaßen existenzialistisch, wie religiös angehauchten holistischen Offenbarungserlebnis des Mikro- und Makrokosmos akzeptiert. Faszinierend! (8,5)
Der Mann mit dem Glasauge (1969)
Alfred Vohrers letzte Edgar Wallace-Verfilmung und dankbarerweise ein Höhepunkt im Spätwerk der Rialto-Produktionen, ein würdiger Abschied von einem der produktivsten Regisseure der Reihe. Ich gebe zu: vielleicht habe ich mich von den fantastischen Opening Credits, die wie lockende Neonreklame über Londoner Vergnügungsviertel flimmern, ein wenig blenden lassen. Gleichwohl versetzen sie einen in eine wundervoll entrückte Stimmung, die den kompletten Film hindurch anhält. Darüber hinaus erweist sich das Varieté als lukratives Setting für Vohrer-typischen Aberwitz und das Ermittler-Team um Horst Tappert harmoniert prächtig. (7)

Das Gesicht im Dunkeln [A doppia faccia] (1969)
Deutsche Kinofassung. Der Beginn italienisch koproduzierter Edgar Wallace-Filme. Daran ist kaum noch Rialto-Wallace-typisches, was gutes, aber auch schlechtes bedeuten kann, in jedem Fall Fans der Horst Wendlandt-produzierten Charaktergestalt, wenn schon nicht verprellen, allerwenigstens ordentlich irritieren musste. Vom wohligen Sleaze-Flair der Schauerkrimis entfernt sich Riccardo Freda jedenfalls entschieden, beim ihm gibt es weder liebenswerten Sidekicks, noch sorglose Comic Reliefs oder Fourth Wall-Jokes, keine lauschigen Anwesen (dieses italienisch Dekor lässt sich beim besten Willen nicht ansatzweise als britisch verkaufen), inszenatorischen Flausen (ausgenommen die mit Miniaturautos und -eisenbahnen realisierten Actionszenen (!)) oder heldentypische Ermittler (Klaus Kinski als missverständlich-ambivalenter Protagonist erfüllt kaum die Rolle eines handelsüblichen Helden), im Grunde folgt er nicht mal den geläufigen Krimi-Konventionen. Stattdessen ergeht er sich nachgerade in einem psychologischen Drama, dem ein reizvolles, düsteres, schmerzverbundenes Mysterium zu Grunde liegt, erzählt und gestaltet filmisch schleppend, beschwerlich, mühevoll, beinahe lethargisch und somnambul. Das ist dermaßen entwaffnend gegen den Strich gebürstet, zugleich einschläfernd, opak und eindringlich, nicht in allem überzeugend, doch mesmerisierend in seinen Bann ziehend. Ein schwieriger Kandidat, bewunderungswürdig, nichtsdestoweniger schwierig. (6)

Die Tote aus der Themse (1971)
Nach der auf "Das Gesicht im Dunkeln" folgenden kreativen Pause kehrt Harald Philipp mit einem geradezu konventionellen und routiniert runtergekurbelten Krimi zurück, der bemerkenswerte Einfälle auf inhaltlicher, wie auch auf inszenatorischer Basis vermissen lässt, zwar dem Edgar Wallace-Formular stärker zu entsprechen scheint, von dem dahingegen, bis auf die eingängige Titelmelodie von Peter Thomas und vielleicht noch das Schlachthaus, wenig im Gedächtnis verbleibt. (5,5)

Das Geheimnis der grünen Stecknadel [Cosa avete fatto a Solange?] (1972)
Deutsche Kinofassung. Damit wären wir endgültig im Bereich des Giallos angelangt (erst hier?), mit den Rialto-Wallacen hat das höchstens noch nominell zu tun. Gleichwohl, wer könnte sich angesichts dieses prächtigen Vertreters seiner Zunft daran stören? Massimo Dallano ist fraglos ein imponierender Thriller gelungen, erlesen gefilmt, aufregend und komplex erzählt, reich an sozio-psychologischen Brennpunkten eines Generationskonfliktes. Prächtig! Macht glatt wieder Lust auf Giallos! Bonus für Ennio Morricone. (8)

Der schöne Körper der Deborah [Il dolce corpo di Deborah] (1968)
Schöne Menschen tun schöne Dinge, geben sich zärtlich, aufrichtig, verständnisvoll, ebenso ängstlich, verletzlich, doch unter der Fassade brodelt es mächtig, die ganze Oberflächlichkeit verbirgt eine tiefgreifende, unmenschliche Eiseskälte und Abgebrühtheit, dreht sich superfiziell unablässig um sich selbst. Ein ausgesprochen zynisches Ende, eine bittere Pille insgesamt. (7)

Blutiger Freitag (1972)
Ein gelungener Genre-Beitrag aus Deutschland ist bereits ein Grund zum Feiern, ein derart derber Reißer wie Rolf Olsens Geiselthriller raubt mir glatt den Atem: herrlichstes Exploitationkino, dass jedes Mal, wenn es droht ins sinnerfüllte gesellschaftskritische Sinnieren abzurutschen, seinen größten Trumpf ausspielt: Raimund Harmstorf, dessen Heinz Klett sich als ein solchermaßen ruppiger, degenerierter, degoutanter Charakter dartut, dass er die niedersten Instinkte im Zuschauern umso stärker unverhohlen anspricht: jeder moralischer Überbau will einem verbieten, den Blick auch nur Sekunden auf ihm ruhen zu lassen, das Es gibt uns hingegen seiner rüden, schroffen Art immer wieder Preis - und innerlich jubelt man bei jedem seiner Auftritte. Unfassbar. (7)
































12 - 6,8 (81,0)

Montag, Dezember 04, 2017

Kurzreviews November/2017

Das die Liste später kommt, hat ausnahmsweise nichts damit zu tun, dass ich vom Studium her ausgelastet bin oder schlicht von Faulheit geplagt war, sondern rührt daher, dass ich in der ersten Hälfte des Novembers wenig geguckt habe. Zum 15. November hatte ich eine Serienstaffel und ein oder zwei Filme in der Liste stehen und das war's. Weswegen ich mich kurzerhand entschloss (einstmals festgelegten Regeln entsprechend), die Liste für den November in seiner Gesamtheit zusammenzufassen.

Somit präsentiere ich wiederum die 13 Filme und 4 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat November gesehen habe:


Serien-Staffeln
Doctor Who (Season 9) (1972) - (6,5-8)
Star Trek: Discovery (Season 1.1) (2017) - (6,5-7,5)
Boardwalk Empire (Season 4) (2013) - (7-8,5)
Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert [Star Trek: The Next Generation(Season 6) (1992-1993) - (10)

Filme
Star Trek VI - Das unentdeckte Land [Star Trek VI: The Undiscovered Country] (1991)
Der große Abschied von der Leinwand, der Politische. Nachdem sich William Shatner im Duell mit Gott (wahrhaftig zwei Egos, die sich miteinander messen können...) in erster Linie selbst inszenierte, nahm für den Schwanengesang der Ur-Enterprise-Crew erneut Nicholas Meyer das Zepter in die Hand, seines Zeichens somit gemeinsam mit "Wrath of Khan" verantwortlich für die besten TOS-Kinoabenteuer. Er nimmt Kirk wieder an die kurze Leine, räumt den anderen Crew-Mitgliedern größeren Raum ein (George Takei gar auf seinem eigenen Schiff) und setzt ein spannendes politisches Ränkespiel in Szene, das sich rund um die diplomatischen, politischen und nicht zuletzt militärischen Verstrickungen der Föderation und Klingonen dreht, eine nicht immer subtile, allerwenigstens nutzbringende Glasnost-/Perestroika-Allusion, die sich nahtlos ins Star Trek-Universum einfügt, zumal einen mitreißenden Polit-Thriller im Weltraum abgibt. Aufgrund seiner Vielseitigkeit und der sicheren Hand Meyers gerät das Lebewohl zu einem dramatisch-spannenden Höhepunkt der Abteilung Kirk, der es gestattet wird, mit Würde und erhobenen Hauptes abzutreten - das Glück hat nicht jeder. Übrigens: für mich der "Star Trek", der sich beinahe Bild für Bild am nachhaltigsten in mein Gedächtnis eingebrannt hat. (8,5)

Mord im Orientexpress [Murder on the Orient Express] (1974)
Ein Whodunit-Klassiker nach Agatha Christie, mit Sidney Lumet auf dem Regie-Stuhl, einer vorzüglichen Darbietung Albert Finneys als Poirot und einer hochkarätigen Besetzung. Freilich, die Begrenzung auf den Zug als beengtes Setting wirkt sich nachhaltig aus, die Ermittlungen beschränken sich auf kreuzverhörartige Dialoge zwischen dem belgischen Meisterdetektiv und jeweils einem, manchmal zwei Verdächtigen in Wiederholung für die gesamte Belegschaft. Der Spielraum für die namhaften Darsteller, sowie die Inszenierung ist dementsprechend limitiert, in der Regel auf besagte Wortwechsel begrenzt, was jedem Dialogverächter sauer aufstoßen wird. Die Auflösung ist ungeachtet dessen ein Schmankerl, ein pfiffiger Kniff innerhalb seines Genres, selbst wenn sich meine moralischen Zweifel an diesem Ausgang nach wie vor nicht zerstreuen lassen. Bei Sherlock Holmes hätte das Ende jedenfalls anders ausgesehen. (7)

Glimmer Man [The Glimmer Man] (1996)
Steven Seagal gegen einen Serienkiller! Oder doch gegen die Mafia? Oder gegen Verschwörer aus den oberen Reihen? Jedenfalls qua Keenan Ivory Wayans mit Buddyelement, obwohl Seagal vornehmlich selbst Hand an die Widersacher legt. Dabei hatte er zuvor der Gewalt abgeschworen (!), was man aufgrund seines gewaltsamen Umgangstons nicht vermutet hätte. Ergibt irgendwas an diesem Film einen Sinn? Ich mag ihn! (B-Action-Skala: 7)

Das Geheimnis der weißen Nonne [The Trygon Factor] (1966)
Die letzte britische Ko-Produktion in der Folge der Edgar Wallace-Filme, als findiger Scotland Yard-Ermittler gibt sich Stewart Granger die Ehre (anstelle eines "Old Surehand" Teil 2). "Der Bucklige von Soho" im Hinterkopf wirkt "Das Geheimnis der weißen Nonne" glatt ein wenig "back to the roots": das geschichtsträchtiges Herrenhaus samt alteingesessener englischer Familie, bei der der Haussegen sichtlich schief hängt, unheimliche Nonnen und umtriebige Gangster (Eddi Arent darf sich zum Abschied noch einmal die Ehre als Bösewicht geben) - allesamt bekannte und beliebte Wallace-Tropen. Soweit so klassisch. Der ausgefallene Banküberfall, sowie das auffällige Verhältnis der Geschwister besagten Klans (der Bruder gibt sich überdeutlich feminin, die Schwester wäre lieber als Mann geboren) geben dem Ganzen immerhin bemerkenswerte Kanten, die Cyril Frankels kunterbunten Beitrag über das gepflegte Mittelmaß der Reihe erheben. (6,5)

Die Blaue Hand (1967)
Nach einer kleinen Wallace-Pause meldet sich Klaus Kinski zurück, obendrein in einer Doppelrolle - als ob ein Exemplar die Welt nicht bereits überfordern würde. In Kombination mit dem Irrenhaus und der wirren Handlung, die zum Teil aus beidem resultiert, ergibt sich ein konfuser und vertrackter Krimi, den ich auf Grund dieser Besonderheiten vermutlich mögen müsste, es andererseits deswegen und wegen Alfred Vohrers Regie, die ich normalerweise schätze, nicht tue. Vielleicht beim nächsten Mal. (5,5)

Ghost Ship (2002)

'nuff said. (3)

Rotes Kornfeld [红高粱 Hong Gao Liang (Red Sorghum)] (1987)
Das erste Regie-Werk von Zhang Yimou nach einem Werk von Mo Yan befasst sich mit einer Gemeinschaft weit abseits von menschlichen Ballungszentren, eine Arbeitsgemeinschaft in bäuerlich-handwerklichem Szenario beheimatet in einer kargen Region Nordchinas, setzt die Erzählung in einem den Dargestellten angemessen einfachen Stil um, drückt Gefühle und Befindlichkeit über einen komplexen Kontext der Landschaft, der Umgebung aus, mal ernst, mal amüsierend, gegen Ende blutig dramatisch, weniger auf einen politischen, denn auf einen emotionalen Effekt abzielend (7,5)

Briefe aus dem Jenseits [The Lost Moment] (1947)
Literarische Gothic Romance vor den berückenden Studiokulissen eines stimmungsvoll aufgebauten Venedigs und eines vom Endpunkt eines langen Verfallsprozesses zeugenden venezianischen Palazzos, in dessen Hallen Mysteriöses geschieht, das es zu enthüllen gilt. Zumal die ausdrucksvollen Bauten in schönen Kameraaufnahmen eingefangen sind und einem tragischen Schicksal Gewicht verleihen. Einzig das Ende wirkt gemessen an dem gesehenen beinahe zu positiv. (7)

Der Mönch mit der Peitsche (1967)
Ein Remake im Zyklus der Rialto-Edgar-Wallace-Produktionen. Warum ausgerechnet "Der unheimliche Mönch" einer Neuverfilmung bedurfte, weiß wahrscheinlich allein Horst Wendlandt, und diese Notwendigkeit wird nach Sichtung nicht gerade schlüssiger, da man bis auf das offenbar auf direktem Wege von einem James Bond-Villain übernommene mit Aquarien und Alligatoren (!) ausgestattete Versteck des Bösewichts dem Plot wenig hinzuzufügen wusste - abgesehen vom unaufhörlich kaugummikauenden Joachim Fuchsberger. (5,5)

There's Always Vanilla (1971)
George A. Romeros zweite Regiearbeit, seinen eigenen Worten nach sein schlechtester (a total mess), ist realiter zweifellos nicht ohne Makel, von einem miserablen Film hingegen meilenweit entfernt, als tragische Romantic Comedy im Œuvre des Königs des Zombiehorrors höchstens ungewöhnlich. Die Beziehung, von der er erzählt, befindet sich im Spannungsverhältnis eines 60er-/70er-Jahre geprägten Freiheitsgedankens, der Lust am Leben und der Liebe, die teils einem Reifeprozess obstruiert, und der von Romero bekannten (überdeutlich in "Dawn of the Dead" ausformulierten) Gesellschafts- und Konsumkritik, was im Zusammenspiel mit der recht spröden, schmucklosen Inszenierung überraschend gut Hand in Hand geht. Die größten Schwächen weist die Dramaturgie auf, was die Aussage des Regisseurs die Defizite des Drehbuchs betreffend zu untermauern scheint. (6,5)

Critters 3 - Die Kuschelkiller kommen [Critters 3] (1991)
Ich finde die "Critters"-Filme im Grunde ihres Herzens einnehmend sympathisch, sie verfügen über ihren eigenen kruden B-Movie-Charme, in der Regel liebenswürdige Charaktere, ganz zu schweigen von den Critters selbst, die als bösartigere Ausgabe der Gremlins mannigfach Freude bereiten. In Teil 3 verlassen sie das ländliche Ambiente und ziehen um in ein urbanes Setting, ein runtergekommenes Mietshaus reich an herzlichen Figuren (u.a. Leonardo DiCaprios Spielfilmdebüt), die man ungern sterben sehen möchte, abgesehen von den unredlichen Exemplaren. Wegen der relativen Gediegenheit des Geschehens (gemächliche Spannung, null Grusel, ein überschaubarer Bodycount, sowie ein gebremstes Critters-Chaos) natürlich kein Höhenflug, aber eben liebenswert. (B-Movie-Skala: 6)

Ghettogangz - Die Hölle vor Paris [Banlieue 13] (2004)
Was ein selten dämlicher deutscher Titel. Luc Besson und Pierre Morel finden in der Kunst des Parcours nicht bloß eine reichhaltige Quelle für temporeiche und adrenalingeladene Actionszenen, obgleich jene ohne jede Frage spektakulär anzuschauende und zu erlebende Höhepunkte bieten, sondern mehr noch eine opportune Entsprechungsform für das Empfinden der sozialen Enklave des Banlieues und ihres Quasi-Heilands Leïto, eine Symbiose aus Action und sozio-politischem Kommentar, die "Banlieue 13" zu einem der aufsehenerregendsten französischen Actionfilmen seiner Zeit erhebt. (7)

Der Hund von Blackwood Castle (1968)
Nachdem sich die vorhergehenden Edgar Wallace-Verfilmungen stärker den kriminellen als den schaurigen Aspekten gewidmet haben, erlaubt sich Alfred Vohrer hier wieder mehr schauerliches in die Handlung einfließen zu lassen. In Maßen natürlich, schließlich ist der Sherlock Holmes entliehene eponyme Hund mit seinen angeklebten Pappbeisserchen nur bedingt zum Gruseln befähigt. Die Geschichte rund um die vor Jahren ergaunerte Beute, die sich einzusammeln die damaligen Räuber anschicken, gefällt wie das Setting, die Abnutzungserscheinungen innerhalb der Reihe verhindern jedoch größeres. (6)






















13 - 6,4 (83,0)