Montag, Januar 04, 2016

Kurzreviews Dezember/II/2015

Hiermit präsentiere ich wiederum die 25 Filme und 4 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Dezember seit der letzten Liste gesehen habe und somit die letzte Reviewliste des Jahres 2015. Sie ist dieses Mal umfangreicher geraten, da sie unter anderem so etwas wie eine kleine "Star Wars"-Retrospektive enthält, bevor ich zum Hype des Jahres komme. Also:


Serien-Staffeln
Deutschland 83 (2015) (7-7,5)
Master of None (Season 1) (2015) (6-6,5)
The Man in the High Castle (Season 1) (2015) (5,5-7)
Sense8 (Season 1) (2015) (6-7,5+)

Filme
Eine Bahre für den Sheriff (1965)
Brauchbarer früher Italo-Western, der ohne die prägenden Stilmittel eines Sergio Leone auskommen muss und deutlich in den Schuhen des klassischen Westerns steckt. (5)

Töte Amigo (1967)
Damiano Daminanis politscher Western ist eben das und weniger genretypischer Italo-Streifen, sticht dadurch aus der Masse deutlich heraus, setzt seine vielschichtigen, allegorischen Charaktere in einen komplexen Kontext. Besonders Gian Maria Volonté weiß zu überzeugen. (8)

Fünf Klumpen Gold (1972)
Der Witz ist an mir vorbeigegangen. (4)

Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung (1999)
Enter Jar Jar Binks. Um das von vornherein klarzustellen: ich gehöre scheinbar zu dem verschwindend geringen Prozentsatz, der die Prequels nicht für eine einzige filmische Katastrophe hält. Ich mag sie sogar recht gern. Gleichwohl weiß ich um ihre Schwächen und das sie in einer gänzlich anderen Liga als die Original-Trilogie spielen, besser als eine Ergänzung zu dieser als eigenständige Filmreihe zu gebrauchen sind.
Und doch bin ich der Meinung, dass George Lucas viel und viel zu wenig Respekt erwiesen wird für das, was er hier angestrebt hat. Denn (im Gegensatz zu Jar Jar Abrams und Disney) er war ausgesprochen experimentierfreudig, wollte etwas anderes, frisches, zeitgemäßes ausprobieren und keine Wiederholung begehen. Zugegeben: Narrenfreiheit tut nicht immer gut, gerade Episode I wirkt unfokussiert und querbeet, viele neue Ansätze, wie etwa die Midi-Chlorianer, funktionieren überhaupt nicht, schaden im schlimmsten Fall dem Mythos, die richtigen Charaktere haben zu wenig Raum, die falschen zu viel, das Identifizieren und Mitfiebern wird erschwert. Zwiespältig ist zudem der mehrheitlich digitale Look, der Verzicht auf in der Realität verhafteten, Haptik vermittelnde Masken und Modelle verstärkt den Charakter überzogener Artifizialität, obgleich dies Lucas andererseits ein breites Instrumentarium für großflächige künstlerische Entfaltung zur Hand gibt, das er, aller Kritik zum Trotz, zu nutzen wusste. Schwächen am Drehbuch, speziell Dialoge, vermag er im Übrigen durch die Inszenierung wettzumachen, ausschlaggebend im Bereich der Actionszenen (der finale Lichtschwerkampf etwa). Über alle Zweifel erhaben ist John Williams, dessen Soundtrack (für alle drei Filme) mit zum Besten gehört, was der Blogbustersektor zu bieten hat.
Ein Wort zu Jar Jar Binks: so nervig seine Slapstick-Einlagen geraten sein mögen, ich habe das Ausmaß des unendlichen Hass ihm gegenüber nie so richtig nachvollziehen können. Jake Lloyd fand ich um Welten schlimmer und, wo wir schon dabei sind: Walter White ist für mich ebenfalls ein viel, viel nervigerer Charakter. Und jetzt ducke ich mich, wenn die Steine geflogen kommen. (7)

Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger (2002)
Enter Hayden Christensen. Mit dem Mittelteil befindet sich George Lucas langsam auf Kurs, kann inhaltlich mehr überzeugen, schafft Raum für Charakterentwicklung, verabschiedet sich von einigen grundlegenden Schwächen des Vorgängers. Als das dicke Plus im Ensemble erweist sich Ewan McGregor, ein gewitzter, charismatischer Obi-Wan Kenobi, dem man jederzeit abnimmt, hier die junge Version von Alec Guinness vor sich zu haben. Mimisch nicht so stark befähigt fällt sein Counterpart Hayden Christensen aus, der streckenweise recht unbeholfen bis hölzern agiert, aber ein Totalausfall ist er nicht. Zieht man die Dialoge in Betracht, die er in den Mund gelegt bekommt, macht er seine Sache ganz manierlich, kann hinzukommend in den meisten Fällen auf die anderen Darsteller zählen. Mit Natalie Portman muss er sich durch eine Vielzahl platter Dialoge arbeiten, die die große, bittersüße Liebe rein textlich nicht wirklich vermitteln können. Inszenatorisch kann Lucas jedoch vieles auf der visuellen Ebene retten, so dass das Gesprochene im Verhältnis zum optischen Ausdruck subaltern ausfällt.
Das gilt darüber hinaus für die an Spektakularität gewinnenden, exzellenten Actionszenen nicht weniger, die, obwohl schnell und detailreich inszeniert, nie zu Gunsten hektischer Bildgewitter an Übersichtlichkeit einbüßen und ihre fantasievollen, wenn auch durch und durch computergenerierten Settings voll und ganz auskosten. Sie sind letztlich die große Stärke des Films und im Grunde genommen der gesamten Trilogie, denn so vielseitige, mitreißend dargebrachte Schlachten, Verfolgungsjagden und (Licht)Schwertduelle suchen nach wie vor ihresgleichen, selbst wenn der emotionale Aspekt zeitweilig zu kurz kommt. Inhaltlich wird ferner die Intrige und der drohende Schatten der Sith deutlicher spürbar, der tragische Weg Anakins nimmt seinen Lauf, das Ende der Jedi und der alten Republik hängen wie ein Damoklesschwert über dem Geschehen. Gewöhnungsbedürftig: die Slapstickeinlagen der Droiden, sowie die fehlgegriffene Reinterpretation von Yoda als Kampfflummi. (7)

Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith (2005)
Das große Finale. Für mich der beste der Prequels und insgesamt ein toller, toller dramatischer Abgang, opernhaft und von Shakespeare’sche Tragik. Das schwerwiegendste Manko sei mit der überstürzt abgehandelte Verführung Anakins zur dunklen Seite, vielfach und zur Genüge kritisiert und parodiert, genannt. Dessen ungeachtet setzt sich George Lucas Inszenierung einmal mehr über inhaltlichen Schwächen und Engpässe hinweg, bietet die besten Charaktermomente der Prequels, fernerhin abermals makellose Action. Da der Ausgang der Geschichte hinlänglich bekannt ist, flüchtet er sich in den Spektakelfaktor und lässt die Jedi, Anakin, die gesamte Republik in einem spektakulären, dramatischen Rausch unter- und im Imperium und der klassischen Trilogie aufgehen. Das Resultat ist ein pompöses Gewitter, eine Aneinanderreihung von atemberaubenden Kinomomenten und ein zufriedenstellendes, versöhnendes Ende, das einen schönen Bogen zur Episode IV schlägt. Aus dem, was sie haben, machen alle Beteiligten das Beste, sogar Hayden Christensen gibt eine einprägsam finstere Darbietung des gefallenen Helden und Ian McDiarmid unterhält prächtig als intriganter Oberfiesling. Wunderschön finde ich übrigens den Epilog nach dem überwältigendem Finale, der komplett ohne ein gesprochenes Wort, allein von John Williams wunderbaren Score getragen auskommt, alles in Bildern einfasst, die die zukünftigen Herausforderungen und die Hoffnung, die der Titel der vierten Episode bereits in sich trägt, zum Ausdruck bringen. (8,5)

Star Wars: Episode IV - Eine neue Hoffnung (1977)
(Kinofassung) George Lucas bahnbrechendes Sci-Fi-Märchen, das bis heute eine Millionenschaft in ihren Bann zieht, ein ambitioniertes, aus vielen Inspirationsquellen schöpfendes Wunderwerk. Inhaltlich auf klassischer Linie, er erzählt die archetypische Geschichte des Kampfes Gut gegen Böse, vom Reifen eines jugendlichen Helden, von hellen und dunklen Zauberern, ambivalenten Schurken und schönen, zu rettenden Prinzessinnen, fasziniert, abgesehen vom Generationen überdauernden Erfolg, insbesondere die in allem wohnende Leidenschaft und kreative Energie, die aus relativ einfachen Mitteln ein immersives Universum voller Abenteuer formen. Die Protagonisten sind im Grunde genommen die reinsten Klischees, doch vielleicht gerade wegen ihrer Einfachheit prägnant, sympathisch, zur Identifikation mit ihnen einladend, während Darth Vader bereits einen optisch bedrohlichen Bösewicht hergibt. Charakterlich und dramaturgisch sollte sich Lucas noch steigern, bereits im Angriff auf den Todesstern beweist er ein geschicktes Händchen für großartige Actionsequenzen. (9)

Star Wars: Episode V - Das Imperium schlägt zurück (1980)
(Kinofassung) Der vermutlich stärkste Mittelteil einer Trilogie, der je gemacht wurde. Wenngleich George Lucas den Regieposten Irvin Kershner überließ, vertieft er sein Universum in allen Belangen, gibt den Charakteren und ihrer gegenseitigen Freundschaft mehr Essenz, vertieft den Mythos, sprich den spirituellen Aspekt rund um das Jeditum und wartet mit einem brillanten Twist auf, der der gesamten Held-Bösewicht-Konstellation eine tragische familiäre Dimension verleiht. Nach dem imposanten Auftakt auf Hoth lässt er seine Protagonisten auf unterschiedlichen Wegen zum Finale reisen, die einen in einer gnadenlosen, andauernden Verfolgungsjagd, die nebenbei zum Besten gehört, was Weltraum-Jagden zu bieten haben, den anderen auf dem Weg der schmerzhaften Erkenntnis. Wenn sich alle im wunderbar entrückten Setting der Wolkenstadt zum einmaligen, beispiellosen Showdown treffen, ist das eine unerreichte emotionale Klimax sondergleichen. (9,5)

Star Wars: Episode VI - Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983)
(Kinofassung) Das ursprüngliche große Finale. Kershner weicht Richard Marquand, im Hintergrund führt unverändert Lucas das Zepter. Nach der Rückkehr auf den Planeten, auf dem alles begann (Tatooine) und der Rettung Han Solos steht alles auf großer Schlusskampf, ein paar letzte Enthüllung werden präsentiert, das letzte maßgebliche Duell mit Darth Vader dramatisch angeteast. Da mehr oder minder der gesamte Film als ein einheitliches, gewaltiges Finale auf gleich drei Schlachtfeldern fungiert, werden viele Charaktermomente bisweilen im Vorbeigehen abgehandelt. Leider verfällt die Geschichte auf Endor zunehmend einem kindgerechten Kuschelfaktor mit der Einführung der Ewoks, die in der alles entscheidenden Schlacht mit Bogen und Steinschleuder tatsächlich das gewaltige galaktische Imperium zu Fall bringen. Das strapaziert die Geduld des Erwachsenen Zuschauers, dem sich glücklicherweise mit der kolossalen Raumschlacht, sowie der letzten Konfrontation mit Darth Vader und dem Imperator ein wuchtiger emotionaler Schlusspunkt bietet. Wenn am Ende der zweite Todesstern in einem gewaltigen Feuerball aufgeht, ist das ein stürmisches Feuerwerk der Gefühle und das Ende einer der schönsten Filmtrilogien der Filmgeschichte. (8,5)

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht (2015)
Enter Jar Jar Abrams, enter Disney. Gemessen am Ergebnis dieser Kollaboration, müsste man allgemein die Prequel-Trilogie nachträglich aufwerten, denn ungeachtet aller Fehler, aller Irrtümer, aller Unzulänglichkeiten muss man George Lucas allermindestens zu Gute halten, dass er Mut bewiesen hat, künstlerische Wege und technische Möglichkeiten bis zu einem Maximum ausloten wollte, sich außerdem als kreativer Filmemacher und begnadeter Actionregisseur bewiesen hat. Kurz: Lucas ist das kreative Filmgenie, das genug Energie und künstlerischen Willen an den Tag legt, um ein Phänomen dieser Größenordnung zu stemmen.
Abrams ist das nicht (und Disney interessiert sich ausschließlich für das eine). Er ist ein nicht ungeschickter Handwerker und meisterlicher Marketing-Stratege. Vor allem aber ist er großer "Star Wars"-Fan (was man seinemVerrat bereits überdeutlich anmerkte), weswegen der überhypten Fortsetzung eines auf jeden Fall zuzugestehen ist: die Liebe und Leidenschaft zur Ur-Trilogie findet sich allerorts. Allein das macht keinen guten "Star Wars"-Film. Was wir hier haben, ist ein teuer finanziertes Fan-Projekt, ein Fan-Film mit hohem Aufwand, der sich zu keiner Sekunde traut, eigene Wege zu beschreiten, kreativ zu werden oder der es vermag, einen vergleichbaren Elan wie Lucas an den Tag zu legen. Abrams agiert im Großen und Ganzen in dem, was Lucas einst geschaffen hat, kann lediglich durch die Arbeit bestehen, die zuvor geleistet wurde. Weil überall Herzblut drinsteckt, weil John Boyega und Daisy Ridley (die mir persönlichen in manchen Szenen, wo es weder zum Geschehen, noch zum Charakter passte, zu sehr ins heulend-grimassierende gedrängt wurde) gute Protagonisten sind, weil Harrison Ford den Film über weite Strecken an sich reißt und mit Charme und Nostalgie erfüllt, ist das ein bisschen mehr als ein geistloses Remake von Episode IV. Hingegen dramatisch und inszenatorisch liegt das Welten entfernt von Lucas "Star Wars", vieles wirkt wie Fan-Service, ein ostentatives Kokettieren mit Nostalgie, um es ja den von den Prequels enttäuschten Fans recht zu machen (sowas von der falsche Weg).
Natürlich, Episode VII ist kein schlechter Film, er ist ordentlich gemacht, getrickst, gut gespielt, mir gefällt der Bösewicht (Kylo Ren, nicht der hässlichste aller hässlichen CGI-Klumpen mit dem grenzdämlichen Namen Snoke, der bei mir bei weitem mehr Spott auslöst als Adam Driver), gerade wegen seiner menschlichen Regungen und Imperfektionen, und er unterhält achtbar. Aber weil Jar Jar Abrams Episode IV einen neuen Anstrich verpasst und fälschlicherweise künstlerische Ambition idiotischem Fandom geopfert hat, das macht bei weitem keinen guten "Star Wars"-Film. (6)

Hangover 3 (2013)
Erstaunlich, Todd Philips hat nicht ein Quäntchen dazu gelernt. Nerviges, todlangweiliges Stück Filmdreck. (1)

Snow Sharks (2013)
Das Dilettantismus zu nennen, wäre reinste Schmeichelei, trotz allem lustiger als alles, was Todd Philips mit "Hangover" fabriziert hat. (Trash-Skala: 1,5)

Black Mask (1996)
In dieser Schnittfassung stark inkohärentes Konstrukt, als HK-Action-Reißer klar seinem 90er-Jahre-Milieu entsprungen, hektisch, overstylt, ein explosives Erlebnis. (6,5)

Der Sternwanderer (2007)
Fantastisches Märchenabenteuer, das sich hie und da Ironie gestattet, von Matthew Vaughn stellenweise zu rasant inszeniert ist. Die Hauptdarsteller sind durchweg sympathisch, selbst wenn, natürlich ihrem grundlegenden Märchencharakter entsprechend, einfach gezeichnet, was sich indes durch zahlreiche, schillernde Nebencharaktere ausgleicht. Insgesamt eine schöne magische Reise für das Klientel, dem "Herr der Ringe" zu düster oder erwachsen erscheint. (7)
White Collar Hooligan 3 (2014)
Ach nee, Idioten, die sich wegen Fußball prügeln, könnt ihr mir nicht sympathisch machen, selbst wenn sie, wie in diesem Fall, kaum ihrem debilen Hobby nachgehen, statt dessen lieber in Rio ein bisschen rumrächen. (3)

Sukeban Boy (2006)
Ganz heißer Kandidat, sollte ich mich jemals auf der Suche nach einem aussagekräftigen Exemplar nipponschen Irrsinns befinden, um einem unschuldigen Dritten zu verdeutlichen, was im japanischen Film alles schief läuft. (0)

The Child's Eye (2010)
Ich und die Pangs werden keine Freunde mehr, ihre Filme finde ich nie gruselig, ihre Machart überschaubar. (3)

Locked Down (2010)
Verzeihlicher B-Action-Klopper im Knast-Klischee-Sumpf mit Gewalt und vielen nackten Tatsachen. (B-Action-Skala: 3)

Ein Seltsames Paar (1968)
Ziemlich dated, theaterhaft und mit biederem Sinn für Humor. Dafür sind Jack Lemmon und Walter Matthau unvermindert ein Genuss. (6,5)

Zero Tolerance - Zeugen in Angst (1999)
Guter Krimi/Thriller aus dem kühlen Norden, spannend, selten reißerisch, gelegentlich sogar subtil. (6,5)

Rebecca (1940)
Alfred Hitchcocks Gothic Romance, ungewohnterweise kein Kriminalfall, sondern ein weitestgehend humorfreies Drama, dessen Spannungen in erster Linie durch Konflikte zwischen den Charakteren und durch den Schatten des (nicht übernatürlicher Natur entspringenden) Geistes der titelgebenden Rebecca entstehen. Ausdrücklich wegen des für den Meister unüblichen Sujets interessant und spannend. Könnte bei erneuter Sichtung besser gefallen. Der Musikeinsatz war mir zu viel. (7)

Drüber, drunter und drauf (1976)
Mein erster Russ Meyer und was für ein vergnügliches, frivoles Erlebnis mit schräger Handlung, Anleihen beim griechischen Drama (!), Wagner (!!) und genussvoller Huldigung des Körpers, Sexploitation in Reinform. (6)

Ich kämpfe um dich (1945)
Highlight: die von Salvador Dalí entworfene Traumsequenz. Reizvolle Prämisse, arg hanebüchen, beinahe konventionell umgesetzt. Arrangiert man sich damit, wird man mit einem spannenden, gewitzten Thriller belohnt. (6,5)

Der Fall Paradin (1947)
Gerichtsfilme haben es von Anfang an schwer bei mir, dementsprechend wird das nie mein Lieblings-Hitchcock. Dabei macht der Meister das spannendste aus der Geschichte, was rauszuholen ist, obwohl er mit der Besetzung nicht zufrieden war. Höhepunkte sind die Szenen auf dem Landsitz und tatsächlich der letzte Akt im Gericht. (6,5)

Abenteuer des kleinen Panda - Teil 1 & 2 (1972 & 1973)
Leichtherziges,  kindgerechtes Abenteuer aus dem Hause Studio Ghibli, voller Lebenslust und positiver Energie, die einen regelrecht ansteckt. Leider zu kurz. (8)



















25 - 5,8 (144,5)

Freitag, Januar 01, 2016

Frohes 2016

Rockt fröhlich in das neue Jahr!

Donnerstag, Dezember 24, 2015

Samstag, Dezember 19, 2015

Wer hat denn da die Macht geweckt?

Gut, mit ganz, ganz vielen kleinen "abers", die sich schlussendlich zu einem großen summieren.

Dienstag, Dezember 15, 2015

Kurzreviews Dezember/I/2015

Hiermit präsentiere ich wiederum die 12 Filme und 3 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat Dezember gesehen habe:


Serien-Staffeln
Buffy - Im Bann der Dämonen (Season 6) (2001-2002) (6,5-8)
The Last Kingdom (Season 1) (2015) (7-7,5+)
Wolf Hall (2015) (8-8,5)

Filme
Largo Winch II - Die Burma Verschwörung (2011)
Steht und fällt nach wie vor mit seinem Hauptdarsteller, den man entweder mag oder nicht. Zwar versucht man dem Sympathie-Faktor durch Ergänzung einer Familie nachzuhelfen, richtig ansprechend macht ihn das jedoch nicht. Nichtsdestoweniger wie der Vorgänger eine gelungene Abenteuer-Alternative mit James Bond-Flair. Bonus für Alexandre Desplat. (6)

Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich (2004)
Der Besetzungscoup, der dem Beziehungsgeflecht gefehlt hat: Dustin Hoffman und Barbara Streisand. Die beiden Alt-Hippies bieten einen Missverständnisse vorprogrammierenden Gegenpol zum steifen Charakter Robert De Niros. Das sorgt für mehr Reibungsflächen, daher für mehr witzige Momente. Die Handlung ist immer noch stark episodisch, reiht einzelne Sketche aneinander, ohne auf einen die Handlung untermauernden, kontinuierlichen Witzhöhepunkt hinzusteuern. Die gut aufgelegten Darsteller sind also das A und O des Films und wenn sie missfallen, bricht der Film in sich zusammen. (7)

Der Staatsfeind Nr. 1 (1998)
Nimmt sich Tony Scott eines brisanten Themas wie "totale Überwachung" an (das heute zudem wieder brand-aktuell ist, aber gemessen an dem scheinbaren Desinteresse der Bevölkerung, wäre der Reiz vermutlich eher klein), kann man gewiss sein, dass hier kein allzu ernsthafter Diskurs angestrebt wird. Mit für den Regisseur typisch reißerischen Stilmitteln hetzt er Will Smith lieber durch ein zugegeben effektives Paranoia-Szenario, das die schwierigen Fragen zu Gunsten von Spannung zurückstellt. (6,5)

Training Day (2001)
Solider Thriller in den sicheren Händen von Antoine Fuqua, von Denzel Washington ohne jede Frage schauspielerisch dominiert, nur chargiert sich der Mann wie so oft aufgeblasen und theatralisch durch die Handlung, lässt den anderen Darstellern kaum Raum, erstickt jede Subtilität im Keim. Und davon besitzt der Film sowie so recht wenig. (6)

Heist - Der letzte Coup (2001)
Routinierter, gut gespielter Heist-Thriller nach "sein letztes Ding"-Paradigma, der indes irgendwann mit seinen Twists mehr langweilt als fesselt. (6)

Regeneration (1915)
Handwerklich versierter früher Gangster-Läuterungs-Film mit bereits archetypischen Elementen und authentischen Komparsen. Die neu eingespielte Musik störte mich allerdings in diesem Fall. (6,5)

Hentai Kamen - Forbidden Super Hero (2013)
Wer braucht nach diesem Meisterwerk des Superheldenfilms bitte noch MCU oder DCU? Grenzbescheuertes Fantasy-Produkt, dass sich zumindest mit sexuellen Aspekten des Vigilantentums auseinandersetzt, damit allen Spider-Mans dieser Welt glatt was voraus hat. (Trash-Skala: 7)
Panik im Tokio-Express (1975)
Die Idee, die "Speed" inspirierte. Freilich ist das japanische Original alles andere als ein rasanter Action-Thriller, in der ungekürzten Fassung (immerhin beinahe eine Stunde Laufzeitdifferenz zur deutschen Fassung) nimmt sich Jun'ya Satô ausufernd, Geduld erfordernd viel Zeit das Schreckensszenario in allen Details auszubreiten. Dazu gehören die Authentizität vermittelnde Wiedergabe der Arbeit der Behörden, die sich nach Kräften abmühen, eine Katastrophe zu verhindern, die sich zuspitzenden Zustände im bedrohten Zug, ebenso wie die kontrastierende Darstellung von verbissen agierenden Polizeieinheiten gegen die Aktionen der Erpresser. Auf Seite der letzteren liegen insbesondere klar die Sympathien, ungeachtet ihrer verabscheuenswürdigen Tat werden sie als tragische Figuren und nicht als simpel verachtenswerte Subjekte gezeichnet. Trotz der komplexen Handlung und der umfangreichen Laufzeit hält der Film die Spannung aufrecht, erweist sich in manchen Momente gar als nervenaufreibend. (7)

Der Koloss von Konga (1977)
Die Shaw Brothers präsentieren: dreistes King Kong-Plagiat mit "weiblicher Tarzan"-Komponente, das keine Zeit hat, in einer Szene zu verweilen, alles in einer Kürze abhakt, dass Charakterentwicklung und Spannung erst gar nicht etabliert werden können. Dafür hat's Trash-Gehalt in Dialogen, Klischee-Charakteren und natürlich den offensichtlichen Effekten und Spielzeugbauten Galore. (Trash-Skala: 6)

Invasion aus dem Innern der Erde (1975)
Von Null auf Gleich in mein Trash-Liebhaberherz: stellt euch einfach vor, die Shaw Brothers hätten in den 70ern einen "Power Rangers"-Film gedreht. Et voilà: "The Super Inframan". (Trash-Skala: 9)

Snowpiercer (2013)
Zu Beginn bemüht Bong Joon-ho das bekannte Bild des sich auflehnenden Underdogs, das sich zunächst einzig durch das kapriziöse Setting abhebt, als grundlegendes Thema immerhin verbleibt. Interessant wird das Geschehen jedoch erst, als der Kampf nach Vorn beginnt, die Reise durch den Zug als abgehobene Odyssee ihren Lauf nimmt, mit immer neuen Überraschungen aufwartet, eine wahre Flut von Reizen gleichermaßen auf den Zuschauer, wie auf die Protagonisten einprasseln lässt. Bei der strikten Bewegung nach vorn, bei der es kein Halten, kein Warten und erst recht kein Zurück gibt, drohen viele Details der fantastischen Sets oft genug unterzugehen, so dass Informationen im Vorbeigehen suggestiv aufgenommen werden müssen, denn es passiert viel und viel kurioses, das es gerade wert macht, diesen Trip bis zu seinem etwas schwächelnden Ende zu durchleben. (7)

Heroic Trio (1993)
Dieses ungezügelte Fantasy-Action-Spektakel ist schwer in Worte zu fassen, gleichzeitig sagenhaft absurd und unglaublich unterhaltsam. Ganz und gar 90er-Hong Kong-Fantasy-Kino in all seinen Extremen, mit der Ratio kaum zu fassen. (6,5)
















12 - 6,7 (80,5)

Dienstag, Dezember 01, 2015

Kurzreviews November/II/2015

Hiermit präsentiere ich wiederum die 6 Filme und diesmal keine Serienstaffeln/-specials (allerdings sitze ich gerade an mehreren Serien) (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat September seit der letzten Liste gesehen habe:


Filme
Rush - Alles für den Sieg (2013)
Ich bin weder Ron Howard-, erst recht kein Formel 1-Fan, jedoch dieses dramatisierte Biopic über die Freindschaft zwischen Niki Lauda und James Hunter findet die richtigen, aussagekräftigen Bilder innerhalb und außerhalb der Rennstrecke, vermeidet peinliche Überdramatisierung, erzählt eine packende Geschichte der Leidenschaft zweier Männer und der daraus resultierenden Konkurrenz, aber auch des gegenseitigen Respekts. Tolle Leistung von Daniel Brühl. (7)

Meine Braut, ihr Vater und ich (2000)
Fand ich früher total witzig, heute ist das Duo Ben Stiller/Robert De Niro immer noch für ein paar herrlich peinliche Missverständnisse gut, praktisch schauspielerische Harmonie in Disharmonie. (6,5)

Hard Rain (1998)
Solider 90er-Actionfilm mit feucht-fröhlichem Setting, macht Spaß. (6)

Slumdog Millionär (2008)
Ist selbst in den dreckigsten Slums schön gefilmt und hübsch anzusehen, erzählt ferner vorwiegend ein klassisches Feel-Good-Märchen, das regionale gesellschaftliche Problematik geflissentlich übergeht. Was nicht daran rüttelt, dass man auf das Happy End hinfiebert, schließlich ist Dev Patel ein knuffiger Protagonist. (6,5)

Vier Fliegen auf grauem Samt (1971)
Trotz reizvoller Grundidee der wahrscheinlich langweiligste Film von Dario Argento, zu sehr Krimi, zu wenig Kameraspielerei und repetitiv. Zumal die Anflüge von Humor seltsam anmuten, man sich stellenweise wie in einer Komödie vorkommt. (3,5)

Red Hill (2010)
OKayer Neo-Western mit einigen Härten und der ein oder anderen schicken Landschaftsaufnahme, der ansonsten durch nichts richtig hervorsticht. (5)


















6 - 5,8 (34,5)

Samstag, November 28, 2015

Leb wohl Homer!

R.I.P Norbert Gastell, R.I.P. der einzige wahre Homer Simpson. :-(

Nie wieder das wahre:

Montag, November 16, 2015

Kurzreviews November/I/2015

Hiermit präsentiere ich wiederum die 20 Filme und 2 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat Oktober gesehen habe:


Serien-Staffeln
Buffy - Im Bann der Dämonen (Season 5) (2000-2001) (7,5-8)
Gomorrha (Season 1) (2014) (7,5-8,5)

Filme
Ferris macht blau (1986)
John Hughes erschafft einen unterhaltsamen Spiegel 80er-Jahre-Adoleszenz, setzt die wilde Energie der Jugend in Kontrast zur gesellschaftlichen Erwartung. Das sprüht vor Witz und Elan, wirkt bei allem Spaß in den leisen, leicht melancholischen Szenen vielleicht sogar noch nachhaltiger. (7,5)

Die Todeskralle kehrt zurück (1979)
Verläuft sich in einer Vielzahl von klischeehaften, jedoch unterentwickelten Subplots ohne echte Dramatik, zumal es deutlich an Schlägereien fehlt. (3)

S.W.A.T. - Die Spezialeinheit (2003)
Ein Actionfilm für die neue Generation, voller hübscher Menschen, cooler Sprüche und Posing. Nicht meins. (5)

Ex Machina (2015)
Erlesen gefilmter, intelligenter Sci-Fi-Thriller, der zwar viel und gerne mit großen Begriffen und Zitaten um sich wirft, im Grunde genommen einem Kammerspiel gleicht, in dem sich die drei (mit Einschränkungen vier) Protagonisten auf Teufel komm raus manipulieren, unentwegt gegeneinander und untereinander taktieren, die Frage nach der Menschlichkeit Avas allerhöchsten den Rahmen hierfür bildet. (7,5)

Mann unter Feuer (2004)
Der Inbegriff einer nervigen Tony Scott-Denzel Washington-Kollaboration: enervierende Regie mit überzogenen, nichtssagenden Stilmitteln, ein in sich selbst aufgehender Hauptdarsteller, alles verpackt in einer prätentiösen Geschichte mit hypokritischem Bibelflair. Nein, danke. (2,5)

11:14 - Elevenfourteen (2003)
Anguckbarer Episodenfilm mit sich überkreuzenden Geschichten. Nichts herausragendes, für Zwischendurch amüsant. (5)

Smokin' Aces (2006)
Nerviges Möchtegern-Tarantino-Gehabe, das in jeder Kategorie versagt. (2,5)

I Am Legend (2007)
Die anfänglichen Bilder des entvölkerten New York schinden noch Eindruck, bis diese Oberflächlichkeit an Will Smith One-Man-Show in seiner ganzen Unerträglichkeit zerbricht, gegen Ende mit seiner haltlosen Pro-Religiosität aufgrund dessen Rückständigkeit nur noch abstößt. Dazu kommen die miserablen, unnötigen CGI-Effekte. (2,5)

Eichmann (2007)
Dröge Geschichtsstunde auf TV-Niveau, die die Verhöre um spekulative, zur Handlung nichts beitragende Seitenvermerke ergänzt, als Informationsquelle höchstens unter kräftigen Vorbehalten taugt. Lieber eine gute Dokumentation gucken. (4)

84 Charlie Mopic (1989)
Den fand ich ganz interessant, da er als früher Vertreter des Found-Footage-Konzepts eine ungewohnte, semi-dokumentarische Perspektive auf den Soldatenalltag in Vietnam einnimmt. Dschungel-Action-Fans suchen hier natürlich am falschen Ort, die geführten Interviews strotzen nicht gerade vor Spannung, simulieren dahingegen Realitätsnähe. Ist jedenfalls einen Blick wert. (7)

Prestige - Die Meister der Magie (2006)
Warum nur musste mir Christopher Nolan mit "The Dark Knight Rises" die Augen für seine eigenen Unzulänglichkeiten öffnen? Um das klarzustellen: ich mag "Prestige" immer noch. Er ist optisch und von der Ausstattung her exquisit, ausgezeichnet gespielt, trägt seine Thematik mit besonderem Gespür. Das größte Manko ist indes die Montage, die die Handlung zerfahren und unstrukturiert erscheinen lässt, von teils harten Wechseln bestimmt ist. Zum Glück hält das Drehbuch dem weitestgehend stand, bewahrt sich seine Illusion bis zum dramatischen Finale. (8)

Kandahar - Return and Survive (2010)
Russische Mischung aus "Der Flug des Phönix" und Taliban-Gefangenenlager, daran gemessen achtenswert spannend und auf gröbste Propaganda verzichtend. Mag man das Thema Kriegsgefangenenlager, kann man sich das angucken. (4,5)

James Bond 007 - Spectre (2015)
Mit "Skyfall" ein Schritt vor, weg von, mit "Spectre" einen Schritt zurück, in Richtung wieder zu auf "Ein Quantum Trost". Bloß wo letztgenannter ärgerlich war, ist "Spectre" schlichtweg egal. Nach der gelungen Pre-Title-Sequenz folgt das sagenhaft schnarchige Titellied, das allerdings auf die folgende Langeweile fachgerecht einstimmt. Obschon es nicht an Actionszenen mangelt, scheint das Drehbuch einzig zu einer drögen Agenten-Schnitzeljagd befähigt, schickt Daniel Craig von einer Station zu nächsten, ohne jemals Enthusiasmus, Hingabe oder Spannung zu entwickeln. Warum geht Bond nach Rom und pimpert Monica Bellucci? Aus Gründen. Warum sucht er in Österreich nach Mr. White? Ist halt so. Derartig verläuft die gesamte Jagd nach Christoph Waltz: Bond ist hier, kriegt gesagt, er müsse jetzt dort hin und tut das. Zwischendurch prügelt er sich ein bisschen und fährt Autos zu Klump. Die geleckten Bilder erwecken mehrheitlich den Eindruck eines überfinanzierten Audi-Werbespots, die Actionszenen entwickeln nie wieder das Tempo der ersten Minute, Christoph Waltz tritt im Film gefühlte 10 Minuten auf und versprüht in dieser Zeit die dämonische Aura eines mittelfiesen Zahnarztes mit Feng Shui-Fetisch, dessen persönliche Beziehung zu Bond so klischeehaft, so nichtssagend ist, dass sie nicht mal eine dümmliche Rückblende spendiert bekommt. Monica Bellucci wird als reine Geo-Cache-Zwischenstation im Puff verschenkt, dass sie das Bondgirl mit den tiefsten Falten ist, erweist sich als reiner Werbe-Gag. Léa Seydouxs Rolle langweilt gleichermaßen, sie wird mehrfach entführt, mehrfach gerettet und hat Bond scheinbar am Ende so sehr um den Finger gewickelt, dass er aus dem Dienst austritt - warum auch immer. Kleine Lichtblicke brachten das Triumvirat Ralph Fiennes, Ben Wishaw, Naomie Harris ins Geschehen, die sich parallel zu Bond mit Andrew Scott in einem banalen, Potential ungenutzt lassenden Überwachungsstaatsubplot rumschlagen müssen, sowie Daniel Craig, der ab und zu die Ironie zu Gesichte trug, die ihm sonst immer abging, doch selbst das bei weitem nicht immer gelungen. Unterm Strich bleibt "Spectre" der wahrscheinlich langweiligste und egalste Beitrag zur Reihe. Ich bitte um einen neuen Darsteller, einen neuen Regisseur und vor allem um neue Drehbuchautoren. (4,5)
James Bond 007 - Feuerball (1965)
Lieber einen klassischen Sean Connery. Der kann sich zwar etwas ziehen, aber die meiste Zeit handelt Connerys Bond nachvollziehbar, zieht Erkenntnisse aus Agententätigkeiten und handelt entsprechend. Zudem liefert Terence Young exotische Schauwerte en masse, tolle Tauchszenen und einen präsenten, charismatischen Bösewicht. (8,5)

Das Ausgekochte Schlitzohr ist wieder auf Achse (1980)
Oh my, ist der sagenhaft doof. Das war der Vorgänger auch, unterhielt hingegen auf eine absonderlich Art durch seine plumpen Sprüche und die Synchro. Das Sequel ist lediglich blöd, um nicht zu sagen kindisch. Komischerweise machte es mir dennoch Spaß, besonders die finale Material-Schlacht. (5)

Die Hexen von Zugarramurdi (2013)
Ist in etwa das, was Filme wie "Lesbian Vampire Killers" oder "Dogville" hätten sein sollen. Abgedrehter Horrorspaß mit einer Vielzahl schräger, liebenswerter Gestalten. Nicht immer gelungen, dafür durchweg unterhaltsam. (6)

James Bond 007 - Der Mann mit dem goldenen Colt (1974)
Rangiert in der Regel in der unteren Hälfte der Bond-Lieblingslisten, ich habe nie ganz verstanden warum. Mir macht das exotische Setting, die Idee des Duells Meister-Spion gegen Meister-Auftragskiller, die Verbeugung vorm Kung Fu-Film und natürlich Christopher Lee samt Sidekick Nick Nack gewaltigen Spaß. OK, Britt Ekland gehört zu den schwächsten Bondgirls, Sgt. Pepper hätte nicht sein müssen und die übliche Roger Moore-Albernheiten muss man mögen. Und doch, ich mag den wirklich. Bonus für den Schrägen Unterschlupf in der Queen Elizabeth. (7)

Renaissance (2006)
Der Look ist arg gewöhnungsbedürftigt, erweist sich letztlich als adäquate Verpackung für diese spannende Mischung aus Film-Noir und Sci-Fi. Erweckt bisweilen den Eindruck eines guten Adventures auf dem PC, wie etwa die "Blade Runner"-Umsetzung. Recht atmosphärisch überdies. (7)

Asterix der Gallier (1967)
Wie Asterix und Miraculix die Römer an der Nase rumführen ist schon köstlich. (6,5)

Knight Moves - Ein mörderisches Spiel (1992)
Hat sich wie die meisten 90er-Jahre Serienkiller-Produktionen selbst überlebt, funktioniert wahrscheinlich nur im Kontext dieses Hypes. Für Genre-Komplettisten brauchbar. (5,5)


















20 - 5,5 (109,0)

Samstag, November 14, 2015

Von Paris und Hass

Diese Nacht saß ich fassungslos vor dem Fernseher und dem Internet und habe ungläubig die Ereignisse in Paris verfolgt. Den Opfern dieser grauenhaften, verachtenswerten Tat, die durch nicht, GAR NICHTS zu entschuldigen ist, weder durch politische Verwicklungen und erst recht nicht durch veraltete, fundamentalistische Glaubensansichten, möchte ich mein Beileid und Mitgefühl aussprechen. Ich war wütend. Unbeschreiblich wütend. Mit jeder Sekunde und mit jeder neuen Nennung von Opferzahlen, steigerte sich meine Wut. Die Antwort auf einen derartig verabscheuenswürdigen terroristischen Angriff muss dessen Unmenschlichkeit entsprechen, der Kampf gegen den Terror umso entschlossener geführt werden. Ich will nicht so tun, als ob bei der Terrorbekämpfung im Nahen Osten keine Unschuldigen zu Schaden oder sogar umkommen. Dort sind weitaus mehr Opfer zu beklagen, schließlich strömen die Flüchtlinge nicht deswegen zu uns, weil es in ihrer Heimat so schön und lebenswert ist. Ebenso wenig will ich ein Argument anbringen, wie, dass einem Krieg nun mal Zivilisten und Unschuldige zum Opfer fallen. Das ist gleichermaßen inakzeptabel und nicht zu entschuldigen. Wie Krieg niemals zu entschuldigen ist. Nichtsdestotrotz ist eine Tat wie die in Paris, bei der gezielt unbeteiligte Zivilisten abgeschlachtet werden, an Grausamkeit, Unmenschlichkeit und Hass schwerwiegender zu werten. Dieses offenbar minutiös geplante Blutbad ist in seiner Natur nur noch widerwärtig zu nennen, gehört zu den schlimmsten Handlungen, zu der sich ein denkendes Wesen entschließen kann. Das ist kein Zeugnis von Überlegenheit oder Gerechtigkeit. Das ist ein Zeugnis dafür, dass diese Perversen kein Recht haben, sich Teil einer Gesellschaft, Teil der Menschheit zu nennen.

Auch hier bin ich mir bewusst, dass keine simple Schwarz-Weiß-Malerei betrieben werden kann und darf. Hier sind komplexe Vorgänge und Entwicklungen am Werk, die ein Lebewesen formen, seine Entscheidungen und seinen eingeschlagenen Weg mitbestimmen, die nicht in ein simples System gepresst oder ohne weiteres verstanden werden können. Und an der Wut und Verzweiflung im Nahen Osten sind wir letzten Endes nicht unschuldig. Aber wir müssen diesem Sturm des Hasses endlich gebührend begegnen, ihn bekämpfen und auf lange Sicht besiegen. Das heißt nicht nur, dass er militärischen niederzuschlagen ist, wir müssen die Wurzel des Hasses anpacken, für Stabilität sorgen, gemeinsam! Selbst wenn wir an einem Punkt angekommen sind, an dem es für viele kein Zurück mehr gibt, wo Krieg und Tod unvermeidbar geworden sind. Das müssen wir überwinden. Es wird schmerzhaft und abscheulich, aber es unabwendbar. Wichtig ist, dass auf lange Sicht eine Lösung gefunden wird. Ein weiter Weg.

Freitag, November 13, 2015

Ip Man 3 Teaser

Donnie Yen vs. Mike Tyson. Irgendwie... EPIC!

Samstag, November 07, 2015

Der größte Egal-Film des Jahres

Passt auch zum sensationell langweiligen Titel-Song. Lustig war allerding die Publikumsreaktion des gesamten Kinos auf die bereits vor dem Film abgenudelte penetrante Werbung für im Film vorkommende Markenprodukte. Großes Gelächter.

Montag, November 02, 2015

Kurzreviews Oktober/II/2015

Hiermit präsentiere ich wiederum die 21 Filme und 1 Serienstaffel (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat September seit der letzten Liste gesehen habe:


Serien-Staffeln
Braunschlag (2012) (7-7,5)

Filme
Ein Schatz zum Verlieben (2008)
Gemacht für eine gewisse Sorte Pärchen: für die Damen gibt's Matthew McConaughey, Romantik, Familienversöhnung, für die Herren Kate Hudson, Gangster und ein bisschen Action, für beide Urlaubsfeeling und Spannung. Gehört man zum Zielpublikum ist das nicht übel - ich gehöre nicht dazu. (Gnädig: 4,5)

Zum Ausziehen verführt (2006)
Fällt in die gleiche Sparte (und damit bin ich hoffentlich mit den McConaughey-Liebeskomödien durch), sprich: ok für anspruchslose Pärchen, wenngleich schlechter als oben genannter. Mir gefiel höchstens Zooey Deschanel, deren Charakter einen sicherlich interessanteren, lustigeren Film geboten hätte. (4)

16 Blocks (2006)
Guter Start als solider Action-Thriller, nur innovationslos, gegen Ende mit Tempo- und Spannungsverlust. Bruce Willis und David Morse machen ihre Sache gut, der eigentlich sympathische Mos Def nervt ein bisschen. (5,5)

Der Einsatz (2003)
Lustlos geschriebenes und inszeniertes Agentenverwirrspiel, das keinen Spaß macht, unspannend ist, den finalen Twist Stunden vorher ankündigt. Simpel belangloses Vehikel für Colin Farrell. (3)

Chaos (2005)
Der guten Besetzung steht ein schwaches Skript gegenüber, das zwar fleißig in der Thriller-Geschichte räubert, indes nie die Wirkung seiner Vorbilder erreicht. Zumal kein Charakter oder dessen Machenschaften interessiert. (3,5)

Der Glückspilz (1966)
Gehört nicht zu meinen Lieblingen von Billy Wilder, liegt vielleicht an meinen falschen Erwartungen an den Film, der mir zu moralisch rüberkommt, nicht den Witz und das Tempo anderer (auch ernsterer) Wilder-Filme transportiert. Das ändert freilich nichts an meiner Meinung über die Darsteller, denn das wunderbare Duo Jack Lemmon-Walter Matthau harmoniert grandios, ebenso gefallen die Nebendarsteller. Die Schlussszene im Stadion ist zudem ein toller, befreiender Moment. (6,5)
Blumen des Schreckens (1962)
Entgegen dem vom Titel suggerierten Monsterhorror ist die Romanverfilmung ein postapokalyptischer Überlebenskampf, in dem die Pflanzen lediglich eine von vielen Bedrohungen, die übrigens oft genug vom Menschen selbst ausgehen, darstellen. Das Finale kopiert etwas einfallslos die "Krieg der Welten"-Auflösung (inklusive religiöser Anklänge), was diesem atmosphärischen Genre-Geheimtipp jedoch keinen Abbruch tut. (7)

The Awakening - Geister der Vergangenheit (2011)
Beginnt als stimmungsvoller Geister-Gruselfilm, mit der Zeit stagniert die wenig hervorbringende Handlung, am Ende wird's nur noch ärgerlich. (4)

Hostage - Entführt (2005)
Anguckbarer Thriller, der sich an vielen Spannungsmomenten abarbeitet, die Logik dabei getrost vernachlässigt. Florent Emilio Siri inszeniert das mit übertriebener Dramatik, Bruce Willis agiert im Auto-Pilot. (5,5)

Basic - Hinter jeder Lüge eine Wahrheit (2003)
Belangloser, auf oberflächliche Spannung reduzierter "Rashomon"-Klon mit dümmlichen Dialogen. (3,5)

Donnie Brasco (1997)
In dem Bestreben zu Gunsten eines Charakterdramas keinen klischeebehafteten Mafia-Film zu drehen, erschafft Mike Newell irgendwie weder ein stimmiges Bild des Kampfes gegen das organisierte Verbrechen, noch eine immersive Auseinandersetzung mit den Charakteren, die größtenteils unnahbare Chiffren bleiben. Für Al Pacino-Fans gibt's hier allerdings viel zu sehen. (5)

Der Flug des Phoenix (2004)
Es ist Jahre her, dass ich das (großartige) Original gesehen habe. Die grundsätzliche Idee genügt für einen anguckbaren Abenteuerfilm, dessen größte Schwächen sich in seinen dämlichen Charakteren und in der nervigen Regie John Moores finden. (4,5)

Das Privatleben des Sherlock Holmes (1970)
Billy Wilder nähert sich der Legende mit seiner speziellen Humor-Manier, die nicht durch platte Parodien oder überzogenen Witzdichte, sondern durch leise, unterschwellige Töne wirkt. Die fragmentarisch anmutende Handlung macht es hingegen schwer, der Geschichte mit großer Begeisterung zu folgen, ebenso wenig ist Spannung ihre Stärke. Was hier funktioniert, sind Ausstattung, Darsteller und diese kleinen, hinreißenden Wilder-Momente, wie Watsons Tanz mit der sich langsam wandelnden Balletttruppe. (6,5)

The 51st State (2001)
Im Tross der Tarantino- und Guy Ritchie-Epigonen einer der kurzweiligsten, unterhaltsamsten. Obwohl er nie die Raffinesse seiner Vorbilder entwickelt, macht er innerhalb seiner kompakten Laufzeit Spaß, bietet genug Skurriles und Witziges. (6,5)

Angst hat viele Gesichter (2012)
aka "The Tall Man". Pascal Laugier inszeniert diesen Mystery-Thriller in eindrucksvoll tristen, kalten, der Thematik angemessenen Bildern. Schwierig macht er die Identifikation mit seinen Protagonisten, deren Motivation und Gesinnung er mehrfach relativiert. Am Ende steht ein moralisches Dilemma, das zum Missverstehen einlädt, im ähnlich gelagerten "Gone, Baby, Gone" eine überzeugendere Alternative findet. (5)

Das Rätsel der roten Orchidee (1962)
Endlich wieder Edgar Wallace! Und wir steigen herrlich pulpig wieder ein mit zwei amerikanischen Banden, die in London ihr Erpresser- und Mord-Unwesen treiben, verfolgt vom mit zwei Revolvern bewaffneten Christopher Lee. Leider meint es Helmut Ashley mit dem Humor und dem Musikeinsatz eine Idee zu gut, grenzt an nerviger Parodie. (5,5)

The Machine - They Rise. We Fall. (2013)
Zwar keine Revolution im Bereich des Science-Fiction, sehr wohl aber ein gelungener Genre-Film, der mit bescheidenen Mitteln viel erreicht, insbesondere die nachhaltige Darstellung des im Fokus liegenden Androiden überzeugt, der beeindruckend Mitleid und Aversion beim Zuschauer zu evozieren vermag. Jetzt bin ich noch gespannt auf "Ex Machina". (7)

Die Tür mit den 7 Schlössern (1962)
Im Gegensatz  zum Vorgänger versteht sich Alfred Vohrer auf Mäßigkeit, klatscht dem Zuschauer den Humor nicht in Bild und Ton um die Ohren, verlässt sich lieber auf zurückhaltende visuelle Gags. Sogar den total überzogenen Mad Scientist im Finale inszeniert er mit einer trockenen Selbstverständlichkeit, die einen staunen lässt. (6,5)

Das Gasthaus an der Themse (1962)
Eine schummrige, im Nebel versteckte Hafenspelunke direkt an der Themse - eigentlich das perfekte Setting. Bedauerlicherweise können der relativ kleine Kreis an Verdächtigen und der recht gemächliche Krimiteil diesem illustren Setting nicht allzu viel Aufregendes abgewinnen. Ein bisschen mehr Pepp wäre wünschenswert gewesen. (6)

Ein Ausgekochtes Schlitzohr (1977)
Burt Reynolds, dumme Sprüche, Trucker-Romantik, Highway-Slapstick - ich glaube, ohne die depperte deutsche Synchro hätte ich mich nur halb so gut unterhalten gefühlt. (6)

Der Zinker (1963)
Alfred Vohrers Gespür für reizvolle optische Momente sind hier das große Plus, aber der wendungsreiche Krimi hält ebenfalls genug parat, um bis zum Finale bei der Stange zu halten. (6,5)
















21 - 5,3 (112,0)

Samstag, Oktober 31, 2015

Christopher Lee zu Halloween

Moment, zuerst für die Stimmung sorgen:

Sodann wünsche ich euch ein frohes Halloween! Genießt es mit einem Klassiker der amerikanischen Horrorliteratur: Edgar Allan Poes "The Raven" gelesen von Christopher Lee, der dieses Jahr leider verstarb. Im Gedenken an zwei große Meister, hier in virtuoser Synergie vereint.

Donnerstag, Oktober 15, 2015

Kurzreviews Oktober/I/2015

Hiermit präsentiere ich wiederum die 12 Filme und 2 Serienstaffeln (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat Oktober gesehen habe:


Serien-Staffeln
Buffy - Im Bann der Dämonen (Season 4) (1999-2000) (7,5-8)
The Venture Bros. (Season 1) (2004) (6-7)

Filme
Er - Stärker als Feuer und Eisen (1983)
Ein absolut brauchbarer und unterhaltsamer Italo-Barbaren-Heuler über Männerkomplexe - ich würde ihn sogar für Genre-Verhältnisse gelungen nennen. Zumal George Eastman einen guten Bösewicht gibt. Ärgerlich ist der Tierfsnuff. (B-Movie-Skala: 7)
Gangsters (1996)
Yakuza-Posing, immerhin mit bescheuert-lustigem Finale, in dem die Bösewichte mit nichts als Katanas gerüstet auf die wenigen mit Pistolen bewaffneten Protagonisten zustürmen - und das endet genauso, wie erwartet. (5)

Alles erlaubt - Eine Woche ohne Regeln (2011)
Für Bobby und Peter Farrelly-Verhältnisse regelrecht zahm, inhaltlich mit Potential, jedoch äußerst vorhersehbar. Gut fand ich das Finale, das sowohl ein bisschen irrsinnig, als auch einfühlsam und nicht zu bieder im "Läuterungsteil" ausfällt. (5,5)

Prakti.com (2013)
Google macht aus dir einen besseren Menschen, Google macht die Menschheit besser und Google rettet die Welt! Google, Google, GOOGLE! (2,5)

Über den Dächern von Nizza (1955)
Alfred Hitchcocks Urlaubsfilm. Trotz aller romantischer Reizungen zwischen Cary Grant und der immer hinreißenden Grace Kelly, die vieles rausreißen, find ich den offen und ehrlich etwas langweilig, denn der Meister delektiert sich in erster Linie an schönen Bildern, lässt wenig Spannung aufkommen. (6)

Pixels (2015)
Gemessen an dem vernichtenden Tenor hatte ich etwas noch schlimmeres erwartet: das böseste, was ich sagen kann, ist, dass der Film langweilig und selten wirklich lustig ist, seine klischeeüberfrachtete Handlung gleichzeitig zu ernst, wie zu ironisch nimmt, man nie den Eindruck gewinnt, dass hier wirklich Herzblut drin steckt. Die Effekte fand ich teils ganz gut. (3,5)

The Loved Ones - Pretty in Blood (2009)
Bitter-böse Genreperle und intelligente Genrereflexion: amalgamiert Backwoods-Horror, Torture-Porn und Teenie-Slasher in zwar ungemein stimmigen, jedoch unangenehmen, bedrückenden Bildern ohne zu heftige, explizite Gewaltdarstellungen, die die schlimmsten Dinge im Kopf des Zuschauers evozieren. Ferner wird tiefschwarzen Humor an den richtigen Stellen platziert, Opfer und Täter werden als Charaktere ernst genommen, durch sie von einem gestörten Eltern-Kinder-Verhältnis erzählt. Außerdem gut gespielt, insbesondere Robin McLeavy. (8)
Alive - Der Tod ist die bessere Alternative (2002)
Ich muss gestehen, ich hatte keine Ahnung, wohin Ryûhei Kitamura mich als Zuschauer mitnehmen würde, denn nach dem Kammerspiel-artigen Anfang wird er immer abstruser je weiter er sich in fantastische Gefilde fortbewegt. Zwar lässt er, wie in allen seinen Filmen, wieder zwei Männer aufeinander einprügeln, doch der Weg dorthin ist schon ein kleines Erlebnis. (6)

Exit - Lauf um dein Leben (2006)
Solide Thrillerkost, die nichts bahnbrechend Neues bringt, aber flott inszeniert. (6)

Starsky & Hutch (2004)
Achtbare Neuauflage, die sich dankbarerweise nicht zu sehr in bescheuert ostentativen Retro-Witzen suhlt, eine geerdete Mischung aus Witz und Krimi bietet. (6)

Das Appartement (1960)
Billy Wilders ganz, ganz tolle Abrechnung mit den Großraumbüros, eine hinreißend schöne Mischung aus Komödie, Drama und Liebesfilm, fantastisch gespielt von Jack Lemmon und Shirley MacLaine. (9)
Verführung einer Fremden (2007)
Lahmer Thriller ohne Spannung oder erotischen Reiz. (2)


















12 - 5,5 (66,5)

Donnerstag, Oktober 01, 2015

Kurzreviews September/II/2015

Hiermit präsentiere ich wiederum die 13 Filme und 2 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat September seit der letzten Liste gesehen habe:


Serien-Staffeln
Band of Brothers - Wir waren wie Brüder (2001) (7-9)
Buffy - Im Bann der Dämonen (Season 3) (1998-1999) (7-7,5)

Filme
Hangover 2 (2011)
Die Antithese der Komödie! Wo der Erstling bereits sagenhaft unlustig war, setzt sein Nachfolger, im wesentlichen derselbe Film, noch einen drauf: humorfremd, bieder, reaktionär und alles andere als zum Lachen, Todd Philipps hat keine Ahnung von Komödien-Regie, inszeniert wie in einem Drama oder einem lahmen Thriller, den Rest erledigt das miserable Drehbuch. Natürlich ein Riesenerfolg. (1)

13 (2010)
Original kenne ich nicht. Ein finsterer Grundgedanke, der Potential zur Gesellschaftskritik nicht entbehrt, wird auf bloße Spannungsmomente reduziert. Und da kaum ein Charakter wirklich ausgearbeitet ist, ist das mit der Spannung zudem so eine Sache. (4)

Kite - Engel der Rache (2014)
Jahre her, dass ich den Anime gesehen habe und trotzdem wird der länger in meinem Gedächtnis bleiben als dieser lahm inszenierte Actionfilm. Spannungslos und ohne interessante Protagonisten. (3)

Outbreak - Lautlose Killer (1995)
Der ist lustig. Denn natürlich konnte man sich in den 90ern nicht allein auf die spannungstragende Wirkung des Kampfes gegen den Virus verlassen, also musste mit Donald Sutherland prompt ein Bösewicht, wie er im Klischeehandbuch steht, her, der den armen Dustin Hoffman schikaniert, wo er nur kann - inklusive Jagd im Kampfhubschrauber. Ulkig. (6)

End of Days - Nacht ohne Morgen (1999)
Apokalypse-Thriller, Charakter-Drama und Actionfilm - hier wollte man zu viel Mischen und nichts Ganzes ist bei rumgekommen. Zumal zwei Regisseure sich dran versuchten. Aber wenn Arnold Schwarzenegger sich im "Commando"-Stil großzügig bewaffnet, um dem Fürsten der Finsternis ein paar Granaten vor den Latz zu knallen, hat das schon was für sich. (5)

Wild Things (1998)
Belustigendes Verwirrspiel, mit der Zeit wartet man hingegen nur noch auf den nächsten Verrat, den nächsten Kniff, die nächste Manipulation, ohne das die Charaktere oder die Geschichte dadurch interessanter werden würden. Einmal gesehen reicht. (6)

Der Swimmingpool (1969)
Entschleunigter Thriller, der vieles, wenn nicht gar alles in Blicken, kurzen Szenen oder Nebensätzen in ansonsten oberflächlichen Dialogen höchstens andeutet. Am Ende ergibt sich ein desolates Beziehungsgeflecht, das in der hitzigen Atmosphäre zum Kochen gebracht wird. Alain Delon und besonders Romy Schneider dominierend schauspielerisch. (6,5)

Traffic - Macht des Kartells (2000)
Steven Soderbegh nimmt sich eines prekären Themas an und inszeniert apart und episodisch, grenzt Schauplätze durch extreme Farbfilter ab, scheut keine Untertitel. Auf Mainstream ist demnach er nicht aus, bemüht sich dennoch um den größten Teil des Publikums, dem er ein möglichst umfassendes Bild des Kampfs gegen die Drogen vermitteln möchte. Ohne Kompromisse ist das freilich nicht machbar, weswegen "Traffic" nicht der ultimative Film zum Thema geworden ist, ein wenig mehr "The Wire" hätte vertragen können, wichtig ist er nichtsdestoweniger. (7)

Kennwort: Overlord (1975)
Einer der nachdrücklichsten Antikriegsfilme des Jahrhunderts, der dem Krieg und Soldatenleben oder viel mehr -sterben einzig Bitterkeit abzugewinnen vermag. Stuart Coopers Gestus ist dabei nicht der eines Moralisten mit erhobenem Zeigefinger, er bleibt weitestgehend auf dem Boden, betrachtet die Geschichte seines zum Tode verdammten Protagonisten beinahe fatalistisch-nüchtern, wie ein fassungsloser Beobachter ob der Sinnlosigkeit des Geschehens, denaturiert das Genre des Kriegsfilms effizient durch die Einfachheit der Handlung und Bilder, die beinahe zur Hälfte aus Dokumentaraufnahmen bestehen. (9)

Das Leben nach dem Tod in Denver (1995)
"Gangster-Assemble"-Film, der gewaltig nach Quentin Tarantino und den Coen-Brüdern riecht, immerhin als eigenständiges Werk mit kapriziösen Figuren und guten Darstellern punkten kann, allerdings nicht die Stärken der Drehbücher der Vorbilder erbt, was sich dramaturgisch besonders nach Hinten raus deutlich bemerkbar macht. (6)

Mission: Impossible - Rogue Nation (2015)
Und Tom Cruise sorgt weiterhin für die Sorte Popcornkino, wie ich sie gern sehe: eine ausgeglichene Mischung aus Action, Spannung und Humor, die einen nicht intellektuell beleidigt. Als "Mission: Impossible"-Film zudem mit genug Team-Flair und spektakulären, visuell interessanten Einfällen. (7)

Mad Max - Fury Road (2015)
Ums mir nochmal zu bestätigen: ganz, ganz toller Actionfilm, eine fantastisch inszenierte Verfolgungsjagd. Natürlich nicht ohne Schwächen, aber die hat schließlich jeder. Was ich indes konstatieren muss, ist, dass sich meine Eindruck bestätigt hat, dass die Wirkung des Films im Kino deutlich besser ist. Nichtsdestotrotz: awesome! (9)

Hundra - Die Geschichte einer Kriegerin (1983)
aka "Warrior Queen". Sowas wie die pseudo-feministische Antwort auf "Conan" made in Spain. Laurene Landon hüpft also im knappen Lederschurz umher, stets auf der Suche nach dem Mann, mit dem sie ihren Stamm, der in bester Riders of Doom-Manier niedergemetzelt wurde, wieder aufstocken kann. Die Krux an der Sache ist, dass sie die meisten Männer lieber in köstlich steifen, unbeholfenen Kämpfen abschlachtet, statt "ihren Samen zu empfangen" - was zu Beginn ungemein erheiternd ist. Leider findet sie sich im Verlauf der Handlung in den Fängen eines fiesen Bordellbesitzers wieder, aus dessen Griff sie nicht nur sich, sondern selbstredend auch die anderen Freudenmädchen befreien muss. Und das zieht sich. Bis zum Finale, in dem unter anderem ein Tritt in die Eier in Zeitlupe zelebriert wird. Ennio Morricone eifert derweil unverkennbar Basil Poledouris nach, antizipiert sogar ein bisschen seinen "Red Sonja"-Score. Lustig zudem: manche Poster zum Film. (Trash-Skala: 5)



















13 - 5,7 (74,5)

Samstag, September 26, 2015

Robert Downey Frankenstein Jr. Potter

Das ist doch mal ein Kombi! Daniel Radcliffe ("Harry Potter" (für den Fall, dass ihr es vergessen habt ;-) ), "The Woman in Black", "Horns") als Igor und James McAvoy ("The Last King of Scotland", "X-Men: First Class", "Filth") als Victor Frankenstein! Beide endlich vereint in 20th Century Fox neuen, modernen Version von Mary Shelleys Roman "Frankenstein", simpel betitelt "Victor Frankenstein". Und obwohl das ein amerikanischer Film ist, gibt man sich ostentativ britisch, was spätestens seit "Game Of Thrones" scheinbar zum guten Ton gehört. Nicht allein in den Hauptrollen, sondern auch in Nebenrollen finden sich britische Mimen, etwa, wo wir gerade bei "Game Of Thrones" waren, Charles Dance ("Alien 3", "Dracula Untold", "The Imitation Game") und Mark Gatiss ("Doctor Who", "Sherlock", "Being Human") verpflichtet. Niedlich.

Das alles ist sogar so britisch, dass man im Grunde den ganzen Film, zumindest dem Trailer nach, problemlos mit Guy Ritchies "Sherlock Holmes" austauschen könnte - wobei, der war ja bereits eine amerikanische Produktion. Da passt es ganz gut, dass sie aus "Sherlock" nicht nur den ein oder anderen Darsteller entliehen haben (neben Mark Gatiss Andrew Scott ("Dead Bodies", "The Hour", "Spectre")), sondern gleich einen Regisseur der Serie im Gepäck haben: Paul McGuigan ("Gangster No. 1", "Lucky Number Slevin", "Push"). Der hat in besagter BBC-Produktion mit "A Study in Pink" (die ich damals für die beste hielt und die irgendwie von den anderen an Verve nie so wirklich eingeholt werden konnte) und "A Scandal in Belgravia"  immerhin zwei der interessantesten Folgen auf dem Gewissen (mit "The Hound of Baskerville" indes ebenfalls eine der schwächeren).
Wie dem auch sei: selbst wenn das wie der "Frankenstein"-Epigone vom Robert Downey Jr.-"Sherlock Holmes" ausschaut und der Trailer nicht unbedingt die besten Erwartungen schürt, kann man eventuell mal einen Blick riskieren, denn ich mag James McAvoy, sowie viele der anderen Darsteller und bin neugierig, wie sich Paul McGuigan auf der großen Leinwand macht. Außerdem: wie könnte man Daniel Radcliffes Matte widerstehen? Mehr als Spaß erwarte ich mir dennoch nicht. Wenn überhaupt.

Donnerstag, September 24, 2015

Mowgli und sein Avatar

Disney werkelt an einer neuen, vollanimierten "Dschungelbuch"-Adaption unter der Regie von Jon Favreau ("Zathura", "Iron Man", "Chef"). Das ist mir sowas von entgangen und jetzt gibt es bereits den Trailer.

Disneys "Dschungelbuch" von 1967 gehört zu meinen allerliebsten Disney- und Zeichentrickfilmen, rangiert vielleicht sogar unter meinen Lieblingsfilmen, und ist Teil meiner wichtigsten und schönsten Kindheitserinnerungen. Im Angesicht dessen hat eine neue, modernisierte Version selbstredend keine Chance.

Aber die Frage ist, ob der Film dessen ungeachtet bestehen kann. Nichts, was man von einem Trailer her beurteilen könnte, keine Frage. Das hält mich indes nicht auf, den Trailer als solchen zu bewerten - und den finde ich absolute grauenhaft. Was ist das? Eine Mischung aus "Avatar" meets Robert Zemeckis (wobei bereits in meinen Augen für "Avatar" "Pocahontas, die mit dem Wolf tanzt" meets Robert Zemeckis galt)? Ein reines CGI-Fest, das wie ein eben solches aussieht (wo doch gerade "Fury Road" gezeigt hat, dass CGI unterstützend besser aufgehoben ist), nicht den Hauch von Realität vermittelt? Oder den Charme des Zeichentrickfilms? Bombastische Musik die einfach nur nervt? Hüpf-Actioneinlagen? Name-Dropping? Oh, und ein bisschen Nostalgiker-Koketterie am Schluss. Ganz, ganz grauenhaft. Ein paar Landschaften machen einen guten Eindruck, nur eben für 3D hingerotzt. Am Ende muss man sogar noch dankbar sein, dass Disney keinen echten Dschungel mit Filmcrews gestürmt hat, Gott weiß, die hätten diesen wahrscheinlich nach ihren Vorlieben geformt...

Man merkt: ich bin ganz und gar unterwältigt. Es mag damit zu tun haben, dass ich derartige 100 %-CGI-Produktionen (ob mit oder ohne grottenhässlichem, unüberzeugendem Motion Capturing) meistens nicht ausstehen kann (Ausnahmen bestätigen die Regel). Dabei sind an dem Projekt durchaus fähigen Künstler beteiligt (immerhin ist Richard M. Sherman wieder mit von der Partie), was andererseits gar nicht verheißen muss. Ich warte die offizielle Veröffentlichung 2016 ab und mach mir dann vielleicht ein Urteil - aber bestimmt nicht im Kino, da zum einen: Disney. Zum anderen: will ich wirklich sehen, wie der Konzern des Grauens sich über einen meiner Lieblingsfilme her macht?