Montag, April 01, 2013

Kurzreviews März/II/2013

Dank einer fiesen Erkältung präsentiere ich diesmal satte 16 Filme (ausgeschlossen Serien und Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe), die ich im Monat Februar seit der letzten Liste gesehen habe:

The Raid (2011)
Bei einem Minimum an Story bearbeiten sich die Protagonisten im Martial-Arts-Hit mit gnadenloser Härte und ihr Ziel ist mindestens die Verkrüppelung. Dementsprechend fällt die Choreografie eher beeindruckend brutal, denn HK-Actionfilm-Ballet-artig aus. Bei aller körperlich-schmerzhaften Spektakularität rettet sich die Story hingegen nur knapp mit Kniffen ins Ziel, was für dieses mal ausreicht. (7/10)

Resident Evil: Apocalypse (2004)
Viel fällt mir zum Sequel nicht ein. Nicht minder hirnlos, trotzdem beachtlich unterhaltsam. Nicht arm an gigantisch dämlichen Momenten, ist es schlicht eher Paul W.S. Anderson als Alexander Witt gegeben, die spezielle Art von Trash-Coolness, welche die Serie ausmacht, auf diese kurzweilige, im Gedächtnis bleibende Art zu inszenieren. (5/10 auf einer Trash-Skala)

Drag Me to Hell (2009)
Mit Sam Raimi-typischen Augenzwinkern und makaberen Sinn für Humor präsentierter Spaß-Horror, voller schauriger, fieser und humorvoller Szenen. (7/10)

Der Minister (2013)
Für eine deutsche Produktion noch konsumierbar, selbstredend fern einer ernstzunehmender oder gar cleveren Satire, mehr daran interessiert, jedem Charakter einen Grad von Liebenswürdigkeit zuzugestehen. (4/10)

The Mother of Tears (2007)
Ein Monument von Dario Argentos Scheitern, ein vollkommen an die Wand gefahrener Billig-Horror im TV-Look, dilettantisch inszeniert und mit selten dämlich Einfällen gespickt. Im Bemühen, seine Mängel mit selbstzweckhaften Gore-Szenen auszugleichen, erreicht Argento einen Tiefpunkt nach dem anderen. (1,5/10)

Die Scharfschützen: 1. Das Banner des Blutes (1993)
Zweckdienliche Exposition, die das Aneinanderwachsen der Protagonisten zum Thema hat. Mit dankbarerweise nicht allzu dick aufgetragenem Soldaten-Pathos und kleineren Scharmützeln lässt der Film tatsächlich bisweilen seine TV-Herkunft vergessen. Und Sean Bean sehe ich sowieso immer gerne. (7/10)

Sie nannten ihn Knochenbrecher (1978)
Sticht zunächst kaum aus den klamaukigen HK-Klopperein heraus. Das ändert sich, sobald Siu Tien Yuen mit dem Drunken Boxing die Bildfläche betritt, denn mit diesem Stil darf Jackie Chan seiner Klamauk-Akrobatik freien Lauf lassen. (6,5/10)

Dead Snow (2009)
Nichts innovatives und der Unterhaltungsfaktor ergibt sich in erster Linie aus der absurden Thematik, die Tommy Wirkola zugegebnermaßen mit Humor und Klischeebewusstsein inszeniert. Das macht Spaß, ohne beleidigend dümmlich zu sein. (6,5/10)

Ichi the Killer (2001)
Es gibt für Takashi Miikes Ekelgrenzen-Auslotung sicherlich eine andere, Kultur abhängige Interpretationweise, die sich von der "Boah, geil und krank"-Klientel differenziert. Zwar übertritt er konsequent die Grenzen des guten Geschmacks, jedoch stets in comichafter, an Parodie gemahnender Übertreibung. Nichtsdestotrotz sollte man Japaner sein und die arg zähe Erzählweise des Films erdulden können. (5/10)

Der Unsichtbare Dritte (1959)
Ein Paradebeispiel für Alfred Hitchcock, eine Assemblee klassischster Hitchcock-Elemten und -Einfälle. (8/10)

Road to Perdition (2002)
Elegisches Mafia-Drama in wundervollen Bildern. Zwar nutzen sich Conrad L. Halls (R.I.P.) dramatische "Kameraschwebefahrten" mit der Zeit etwas ab, verlieren dessenungeachtet nichts von ihrer eindringlichen Wirkung, finden in Sam Mendes sicherer Regie und Thomas Newmans melancholischem Score sogar lohnende Verbündete. (8,5/10)

Zurück in die Zukunft (1985)
Selbst 20 Jahre später immer wieder ein vergnüglicher Spaß, der sich kaum abnutzt. Ein zeitloser Klassiker. (8/10)

Stargate (1994)
Roland Emmerichs Sci-Fi-Unsinn grenzt an Modernisierungstheorie-Apologetik (fortschrittliche Amerikaner, rückschrittliche Orientalen), lässt lange Zeit kaum etwas bemerkenswertes passieren, nur um gegen Ende überstürzt einen schwächelnden Antagonisten auf- und wieder abtreten zu lassen. Als 90er-Jahre Popcorn-Kino kann man sich das noch antun (schließlich ist es kein Michael Bay) und irgendwie hat mich der Film süchtig nach SG-1 gemacht, Qualität sucht man dennoch lieber woanders. Die Musik mag ich. (5/10)

Meine Frau, unsere Kinder und ich (2010)
Ich mag die Vorgänger, der dritte Teil leidet dementgegen unter seinem miesen Drehbuch. Hin und wieder kann man lachen, insgesamt erweist sich der Film als fragmentarisch-chaotischer Mix, in dem den wenigsten Gags und Szenen ein ausreichender Aufbau vorrausgeht. Der Beweis, dass die Pointe ohne den Witz verpufft. (4/10)

Abenteuer in Rio (1964)
Bisweilen albern, was an der deutschen Synchronisations liegen mag, macht sich Jean-Paul Belmondo vor exotischer Kulisse mit viel Witz und Elan auf eine abenteuerliche Jagd nach Schatz und Frauchen. Macht Spaß! (6,5/10)

Dagon (2001)
Die Zahl gelungener Lovecraft-Verfilmung ist gering, die meisten stammen von Stuart Gordon, der ebenfalls bei seiner "Innsmouth"-Version, trotz überschaubaren Budgets, ein sicheres Händchen für den Horror-Autor beweist. Atmosphärisch, teils nihilistisch, wohlig gruselig - allein die Effekte reißen den Zuschauern des Öfteren aus dem Fluss. (7/10 auf einer B-Movie-Skala)















16 - 6,0 (96,5)

1 Kommentar:

prophet hat gesagt…

Von Dead Snow hatte ich mir erhofft, dass der Film sich ernst nimmt und nicht zu Evil Dead 2 mutiert. Aber naja.