Mittwoch, September 01, 2010

Kurzreviews August/II/2010

Eine Review-Liste (und zwar die sechste) zum 150. Post in meinem Blog! Was ein Jubliläum!


Und dennoch auch hier nur die 8 Filme (ausgeschlossen Serien und Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe), die ich im Monat August seit der letzten Liste gesehen habe:

Scott Pilgrim vs. the World (2010)
Habe ich an anderer Stelle ja schon ausführlicher gesagt: fantastisches, buntes, schräges, abgefahrenes Nerd-Fest! Hervorragendes Casting und Darsteller, einwandfreie Regie, Kameraführung und Schnitt, gut getrickst, fantastischer Arcadegame- und Comic-Stil, furiose, wilde und gut choreographierte Action-Szenen, witzig und sehr gut adaptiert. Dennoch allein für ein spezielles Ziepublikum, diesem dafür semper fidelis, absolut ohne Mainstreamkompromisse. Grossartig! (9/10)

The Strangers (2008)
Horror von der Stange, mit der üblichen Schwäche: uninteressante, bisweilen nervige Protagonisten, deren Schickal absolut kalt lässt. Spannung wird mit dem von Beginn an sicheren Tod der beiden von Grund auf zu Nichte gemacht. Die schreckliche Kameraführung, wie Regie tun ihr übriges und garantieren in tragisch kreativen Höhepunkten, jede potentiell unheimlichen Szene zu ruinieren. Eine bedrohliche Atmosphäre will nicht aufkommen und die Beteuerung zu Beginn, der Film beruhe auf einer wahren Begenheit, absoluter bullshit btw, ist einfach nur lächerlich. Schlecht. (3/10)

Toy Story 2 (1999)
Eines der wenigen Vorzeigebeispiele, nicht allein für eine gelungene Fortsetzung, sondern eines den schon genialen Vorgänger gar übertreffendes Sequel: die Thematik wird klug weiterentwickelt und bewegt sich auf folgerichtigen Pfaden, während das Ideenreichtum ungebrochen und die Inszenierung über jeden Zweifel erhaben ist. Stimmiger Humor, inklusive vieler popkultureller Anspielungen, den Vorgäner mit eingeschlossen, mit viel Herz und Einfühlungsvermögen. Technisch auf hohem Pixar-Standart. Sehr schöner film! (8,5/10)

The Cottage (2008)
Beginnt mit einer Entführung, endet in einem Gemetzel - stest mit Humor, stets britisch. Zudem äusserst zitierfreudig, ähnlich "Death Machine". Der letzte entscheidene Funke fehlt jedoch, die Hingabe zu den Charakteren, der Geschichte, den trotzdem gut harmonierenden Genre-Versatzstücken. Folgt keiner inneren Logik und überzeugt nicht zur Gänze, ist aber amüsant und blutig. Immerhin mit Andy Serkis-Bonus. (6/10)

Casanova (2008)
Treffer auf meine Eye-Candy-Schwachstelle: pittoreskes Barock-Kino. Fröhliches Lustspiel rund um Liebe, Verwechslung, Täuschung und Verführung. Dankbarerweise sparsam modernisiert und nur leicht kitschig. Heath Ledger steht der Casanova gut, wie das gesamte Esemble eine gute Vorstellung liefert und sichtlich Spass an der Sache hat. Zwar eine Romanze, wohl aber amüsant und... ja, romantisch. (7,5/10)


The Expendables (2010)
Ebenfalls andernorts schon kommentiert. Fühlt sich so richtig schön nach 80ern an, mit formelhaftem Plot und nicht existenten Charakteren, die allein durch das Charisma der Hauptdarsteller gerettet werden. Die Action ist über jeden Zweifel erhaben, dank vieler Explosion und massig Shootouts, mit jeder Menge Leichen, die gern äusserst brutal ins Jeneists geballert werden. Einzig die Inszenierung schwächelt durch ihren Wackelkamera- und Stakkatoschnitt-Stil, der vor allem im Nahkampf nichts mehr erkennen lässt. Verringert den Spass am Film dennoch nur geringfügig. (7/10)

Alien³ (2010)
Von Reibereien zwischen Regisseur David Fincher und dem Studio überschatteter dritter Teil der Alien-Saga. Die Geschichte ist zwar düster weiterentwickelt, kommt aber nur schleppend voran. Zudem ist das Alien kaum präsent, geschweige denn eine wirklich Bedrohung. Das zu actionlastig geratene Finale entmystifiziert das Alien regelrecht und reduziert die subtile Bedrohung auf eine simple Hetzjagd. Manches Bild oder manche Szene bleibt dennoch haften. Der schlechteste der Trilogie, sollte jedoch noch unterboten werden. (6,5/10)

Vincent van Gogh - Ein Leben in Leidenschaft (1956)
Ergreifendes Künstler-Portrait im stilistischen 50er-Jahre-Gewand. Gibt eine tiefe Faszniation für Kunst wieder und versucht der Symbiose von Künstler und Werk, van Goghs Bildern und seiner intensiven Emotionalität gerecht zu werden. Mit grossartigen Darstellern, von denen Kirk Douglas, der als van Gogh seine wohl grösste Leistung erbringt, und ganz besonders Anthony Quinn als Gauguin, dessen Szenen die einprägsamsten des Films darstellen, hervorstechen. Manche Kamera-Einstellungen selbst erinnern zudem oft an Gemälde und geben ein farbenprächtiges Schaffen wieder. (8/10)


8 - 8,1 (64,5)

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