Samstag, Dezember 27, 2014

Kurzreviews November/II/2014

Hiermit präsentiere ich wiederum die 18 Filme und 1 Serienstaffel (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat November seit der letzten Liste gesehen habe:

Serien-Staffeln
Malcolm Mittendrin (Staffel 1) (2000) - (7-7,5)

Filme
RoboCop (2014)
Versagt bereits ab dem Punkt, an dem Joel Kinnaman als posender Arschloch-Cop in einer einfallslos abgespulten Korruptionsgeschichte einführt wird. Alles was folgt, könnte belangloser nicht sein, ohne Ecken und Kanten, ohne interessanten Protagonisten oder Antagonisten, ohne auch nur einen interessanten Gegenstand, von dem zu erzählen es sich lohnen würde. Die Original-Geschichte ist missverstanden und verdreht verarbeitet, die Ergänzung der Familie trägt zu nichts bei, halbherzige Versuche kontemporärer Satire und politischer Kommentare versumpfen im Nichts. Ohne Attraktionsmoment endet der Film in einem höhepunktlosen Showdown und rein gar nichts bleibt in der Erinnerung haften. (2) 
Total Recall (2012)
Selbst wenn ich es nicht erklären kann, hatte ich das Gefühl, als "Johnny Mnemonic"-Remake wäre das ein okayer Film geworden. Als unnötige Neuauflage des Verhoeven-Klassikers, die sein Design ideenlos aus "Blade Runner", "Minority Report", "I, Robot" et al. zusammenwürfelt, scheitert der Film jederzeit abseits der anguckbaren Action-Szenen und wen kümmert es ernsthaft, ob der größenwahnsinnige Heisenberg Australien erobert, wenn man sich vor Augen führt, was für eine irre Odyssee Paul Verhoeven auf dem Mars mit Mutanten und Aliens abgefeiert hat. (4)

Underworld: Awakening (2012)
Konzentriert sich ausnahmslos auf die deutlich graphischeren Action-Szenen und vernachlässigt die Mythologie, die irgendwo den Kern und Atmosphäre der Vorgänger ausgemacht hat. Somit reiht sich handlungsabstinent Schlachterei an Schlachterei, sieht chic aus, langweilt indes mächtig. Und wer hielt es bitte für eine gute Idee in den Action-Szenen an einer Tour den Lichtschalter immer wieder aus und an zu schalten? (4)

Pakt der Wölfe (2001)
Irre Genre-Synthese, ein ungestümer Mix aus Historienfilm, Action-/Martial-Arts-Action, Romanze, Fantasy, (romantisierter) Indianer-Mystik, Verschwörungen und Intrigen. Verhältnismäßig nicht immer stimmig, aber mit optischem Verve vorgetragen, stellenweise regelrecht überfahrend. (7)

Die Mumie (1999)
Flotter Abenteuer-Spaß mit heute noch tollen Special Effects, nicht mehr, nicht weniger. Wäre allerdings lahm ohne die Charaktere und ihre gut aufgelegten Darsteller. (7)

Katakomben (2014)
Die Schatzsuche in den Katakomben von Paris fällt bisweilen etwas albern aus, die Protagonistin ist wegen ihrer gefährlichen Obsession und der daraus resultierenden Bedrohung ihrer Mitmenschen nicht gerade sympathisch, das Found-Footage-Konzept wird hingegen ausnahmsweise effektiv genutzt, erweist sich der beengenden Atmosphäre tatsächlich als zuträglich. Bietet genug Gruseliges, lauernde Schatten hinter allen Ecken, um als Horrorfilm mindestens zu funktionieren. (6,5)
Die Mumie kehrt zurück (2001)
Ganz das Hollywood-Sequel, schneller, höher, lauter. Zwar mit schlechteren Effekten, dafür gibt es ein herzliches Wiedersehen mit den liebgewonnenen Charakteren, ergänzt um ein paar neue, die sich stimmig in das Universum fügen. Ein nicht minder unterhaltsamer Abenteuerausflug. (7)

Noroi: The Curse (2005)
Japanisches "Blair Witch"-Pendant, fernab vom üblichen Geistermädchen-Klischee, entwickelt sich schleichend, breitet seine Handlungsstränge erst weit aus, um sie im Finale zu einem unheimliche Ganzen zusammenzuführen, bewahrt sich dennoch seine Rätsel. Übrigens ebenfalls ein gelungener Einsatz des Found-Footage-Stils. (6,5)

Samstag, der 14. (1981)
Urige Horror-B-Movie-Parodie, mit bewusst offen bekundeter Zuneigung zum Genre und allen dazugehörigen Schwächen, ob absurde Figuren in grenzwertigen Dialogen oder Monstern in Billig-Kostümen - das muss man mögen, denn hier erwartet einen weder eine fein nuancierte humorvolle Zurschaustellung, noch ein Gaga-Gag-Feuerwerk à la Zucker, Abrahams, Zucker. (5,5)

Backwoods - Die Jagd beginnt! (2006)
Koldo Serra eifert fleißig Sam Peckinpah nach, eine Bedrohung führt zum Mord im Affekt, unbarmherzig bricht die Gewalt über die Protagonisten herein, der Weg führt in eine Sackgasse ohne Umkehrmöglichkeit. Dabei wird der Thematik nichts Neues abgewonnen, trotzdem ist die Präsentation gekonnt, eine Heldenzeichnung wird vermieden und  Serra beweist Händchen für Atmosphäre. Besonders gefallen Gary Oldman in seiner ganzen ambivalenten Pracht, sowie Lluís Homar. Schwächelt gegen Ende. (6,5)
Cheap Thrills (2013)
Bitterböser Thriller mit satirischen Anklängen, kompakt und auf den Punkt inszeniert, immer mal wieder unsere innere Stimme kitzelnd: was würden wir tun? Wo verorten wir unsere Grenzen? Klein und gemein. (7)

Enemy (2013)
Hat man erst den Deutungs-Schlüssel gefunden, ist das im Grunde eine simple Geschichte (ich werfe die Worte Apologie und leichten Hang zur Misogynie mal in die Runde), nur symbol- und Allegorie schwanger vorgetragen. Kann Gefallen, sofern man auf diese Art von Mindfuck Marke David Lynch steht und seine Filme lieber in kryptischen Bilder als in klaren Worten vor sich ausbreitet. In jedem Fall interessant inszeniert und eine Herausforderung für Denker. Lohnt eine zweite Sichtung. (6,5)

The Dark Knight Rises (2012)
Diesmal ging ich mit der Einstellung an den Film, dass sich mir nun, da mir inzwischen bewusst geworden war, dass unmöglich die durch "The Dark Knight" geschürte Erwartungshaltung erfüllt werden konnte, die Möglichkeit eröffne, mit offenem Geist und milderem Gemüt mich mit ihm auseinanderzusetzen - der Effekt blieb der derselbe. Zu Beginn versuchte ich Christopher Nolans (vorerst) letztes (eigenständiges) Batman-Abenteuer zu mögen. Ich mochte (und mag) Bane als Antagonisten, ungeachtet fragwürdiger Stimmenverfremdung, Anne Hathaway gibt eine reizvolle Catwoman, der Build-Up ist enorm und verspricht eine spektakuläre Klimax. Dann wandelt sich der Willen allmählich zur Forcierung, dann kommt die Ernüchterung. Nach wie vor lässt sich sagen: Nolan hat sich mordsmäßig übernommen, findet nie ein Maß für all das, was er in den Film integrieren wollte. Das persönliche Drama von Bruce Wayne kommt viel zu kurz, ist praktisch inexistent, Emotionen kann der Mann nach wie vor nicht schreiben oder inszenieren, die Bedrohung durch Bane löst sich in einer gewaltigen Kettenreaktion aus Ungereimtheiten auf, die bemühten Occupy- und Revolutions-Assoziationen führen zu nichts, da sie keine Bedeutung haben. Konkreter noch: es fehlt jede Form von Zeitgefühl, die Bevölkerung von Gotham kann nicht den Wunsch nach Rettung oder gar Erlösung wecken, da sie so gut wie nicht vorhanden ist, nichts tut, nicht leidet, nie in Gefahr scheint, sich ferner nicht durch einen Bus mit Waisenkindern aufwiegen lässt. Dem überstürzten Finale fehlt jede Dramatik, es ist einfallslos, vorhersehbar, spannungsfrei, die Wendungen in letzter Minute sind derart ausgelutscht, dass sie sich entweder Stunden vorher ankündigen oder, schlimmer noch, unsinnig sind. Die erschreckend schlampige Inszenierung versetzt all dem den Todesstoß. Mir bleibt zu sagen: die erneute Sichtung hat die Makel des Films nur noch deutlicher hervorstechen lassen. Schade drum. (4)

Doom - Der Film (2005)
Ein Verrat an der Vorlage, ein Spaß für B-Sci-Fi-Action-Fans. (6,5)

Inglourious Basterds (2009)
Quentin Tarantino huldigt Naziploitation, inszeniert ohne die eponymen Basterds in den Mittelpunkt zu rücken in 5 Kapiteln eine Vielzahl von hochkarätigen, spannenden Dialogen, kulminiert in einem feurigen Finale, lässt das Kino über den Faschismus triumphieren. Mit durchweg einprägsamen Szenen und guten Darstellern, aus denen unanfechtbar Christoph Waltz nochmal hervorsticht. (8)

The Children - In ihnen schlummert das Böse (2008)
Kinder im Horrorfilm sind kein Novum, das hindert Tom Shankland nicht daran, die trügerische Familienidylle gleich durch eine Gruppe unheimlicher Heranwachsender zu terrorisieren. Trotz eines überschaubaren Body-Counts mit einigen Härten hält er die Spannung konsequent aufrecht, lässt ganz allmählich mit steigender Intensität das Grauen in die bekannte Feiertagszusammenkunft eindringen. Es hilft, dass die Kinderdarsteller eine grandiose Vorstellung geben, mit ihrem merkwürdigen Verhalten stets eine Gänsehaut erzeugen, was sich teils daraus speist, dass nie ganz klar ist, was sie derart verändert und zu was sie noch fähig sind. Natürlich sehen die Erwachsenen die Bedrohung nicht kommen, reagieren erst, wie im Horrorfilm üblich, wenn es zu spät ist. Weil aber der elterliche Instinkt ihre klare Sicht vernebelt, die Kinder zudem perfid-geschickt agieren, erscheint dies nachvollziehbar und glaubwürdig. Vorsicht: nach diesem Film werdet ihr eure Kinder mit anderen Augen sehen! ;-) (7)

Dead Snow: Red vs. Dead (2014)
Schließt nahtlos an den Erstling an, lässt hingegen von Anfang an raushängen, dass er sich noch eine Spur weniger ernst nimmt. Das resultiert leider in einigen eher lustig gemeinten Scherzen, insbesondere das amerikanische Zombie-Jäger-Trio und der ständig mies gelaunte Polizeichef wirken viel zu gewollt, sind selten leibhaftig witzig. Und doch gibt es unterhaltsame Szenen, teils mit sehr schwarzem Humor, und die finale Schlacht zwischen Zombie-Nazis und Zombie-Kommunisten ist schon ein Späßchen. Aber nie ganz der Spaß, der den Vorgänger ausgemacht hat. Bonuspunkte für die Titanic-Referenz. (6)

Sex on the Beach 2 (2014)
Vielleicht liegt es daran, dass ich zwischenzeitlich die Serie gesehen habe, aber der zweite Ausflug der Inbetweeners ist sicherer im Umgang mit seinen Charakteren und der Situationskomik. Nachdem sie im Wasserpark jedoch ihren Höhepunkt erreicht haben, passiert eigentlich nichts aufregendes mehr. Für Fans. (6)


















18 - 5,9 (107,0)


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