Samstag, Februar 25, 2017

Kurzreviews Januar/2017

Ja, ja, von wegen 15. Februrar, ich faule Sau. Trotzdem noch eine kleine ergänzende Bemerkung zu den Titel: sollten der deutsche Titel und der Originaltitel identisch sein, entfällt die zusätzlich Nennung in Klammern

Jetzt aber ohne weitere Verzögerungen präsentiere ich wiederrum die 10 Filme und 12 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Januar gesehen habe:


Serien-Staffeln
Doctor Who (Series 1) (2005) - (7,5-8,5)
Doctor Who: The Christmas Invasion (2005) - (6,5)
Doctor Who (Series 2) (2006) - (7-8,5+)
Doctor Who: The Runaway Bride (2006) - (7+)
Doctor Who (Series 3) (2007) - (7,5-9)
Doctor Who: Voyage of the Damned (2007) - (7,5+)
Doctor Who (Series 4) (2008) - (8-9,5)
The Sarah Jane Adventures: Invasion of the Bane (2007) - (6)
Geschichten aus der Gruft [Tales from the Crypt] (Season 1-2) (1989-1990) - (6-7+)
Shaun das Schaf [Shaun the Sheep] (Season 1) (2007) - (8-9)
The Pacific (2010) - (6,5-8,5)

Filme
Die Addams Family in verrückter Tradition [Addams Family Values] (1993)
Gefällt mir schlussendlich sogar einen Schuss besser, allein wegen des alptraumhaften Feriencamps, dass dankbarerweise Christina Ricci mehr Raum zur Entfaltung gibt. Nicht zu vergessen: die glänzende, spielfreudige Schauspielriege, ergänzt um die innbrünstig manische Joan Cusack. Herrlich! (7,5)

Shaun das Schaf - Der Film [Shaun the Sheep Movie] (2015)

Das Verlorene Wochenende [The Lost Weekend] (1945)
Billy Wilders oscarprämiertes Alkoholiker-Drama, anfangs in seiner Regie zurückgenommen, um seinen Hauptdarsteller Ray Milland in den Vordergrund zu stellen, eine schwierig zu schluckende Darbietung zwischen charmant und unerträglichem Arschloch, das alles in seiner Macht tut, die Leute, die ihm zur Seite stehen wollen, zu hintergehen und betrügen. Sobald Milland zusehends tiefer in den ihn niederreißenden Sog gerät, bis er am Rande der Selbstzerstörung steht, tritt Wilders Geschick deutlicher zu Tage, er gibt seinen Protagonisten einem alptraumhaftem Martyrium anheim, das zunehmend einen glücklichen Ausgang undenkbar macht. In all diesem gibt der Film nicht ausschließlich die Leseweise alkoholkranker Verzweiflung her, sondern einer Sinn- und Existenzkrise an sich, aus der der Alkoholismus als tragisches, destruktives Symptom hervortritt. Ein komplexer, wichtiger, hervorragend gespielter, gewiss jedoch kein leichter Beitrag. (9)

Blues Brothers [The Blues Brothers] (1980)
Die Blues Brothers als Phänomen zu erfassen - kein leichtes Unterfangen. Der wilde Mix aus teils absurder Komödie, Road-Trip, Musik- und Actionfilm verwehrt sich jeden einseitigen Regelsetzungen und Genre-Grenzen, lässt sich nicht beengen oder simpel kategorisieren, breitet sich rotzfrech über alles aus, was er in die Finger kriegen kann. Aber bei Gott, es ist ein unmöglich zu kopierendes, unerreichtes Erlebnis, das vor Energie, Lust und Laune strotzt, grandiose Musikeinlagen mit legendären Cameos verbindet, sich ganz und gar dem Irrwitz hingibt und somit zur Legende reift. (8,5)

House (1986)
aka "House I - Das Horror-Haus". So sähe es wohl aus, hätte Sam Raimi zu "Evil Dead II"-Zeiten "The Amityville Horror" verfilmt. Steve Miner schlägt jedenfalls mit diesem schrägen, fantasievollen Geisterhaushorror eine ähnlich derb-groteske Richtung ein, kombiniert schöne handgemachte Effekte und die Geschichte eines Vietnamveteranen, der neben seinem Kriegstrauma das Verschwinden seines Sohnes überwinden muss, zu einem fachgerechten Horrorcocktail, der gänzlich dem Geiste der 80er-Jahre entsprungen ist. Ein kurioses Abenteuer, wenn auch nur bedingt gruselig. (7)

Das Böse [Phantasm] (1979)
Ich muss von Vorneherein klar stellen, dass ich kein großer Fan der Reihe bin und noch nie war. Zumindest steckt hinter dem ersten Teil ein Potenzial bietendes Konzept: die Verarbeitung von Tod, Verlust und Verlustängsten aus der Sicht eines Teenagers nektiert Don Coscarelli nicht unklug mit Horror und dosiertem Science Fiction, konfrontiert sein Publikum über die unmittelbarste Schnittstelle zwischen Tod und Leben, dem Friedhof und dem Leichenbestatter, die auf einen sich in der Entwicklung befindenden Menschen, zumal selbst vom Tod der Eltern belastet, zwangsläufig eine konfliktnährende Faszination ausüben müssen. Die vielen bizarren Einfälle und die alles durchziehend hypnotische Unruhe haben letztlich ihren Reiz, die Reihe ist reich an unverkennbaren ikonischen Komponenten, für mich hat das ganze hingegen nie hundertprozentig harmoniert, der harte Schnitt, der wechselhafte emotionale Ton und die Charaktere überzeugen mich bis heute nicht, alles wirkt wie eine reichhaltige Idee, die schwer in Bilder und Worten zu fassen ist, möglicherweise zu schwer. Übrigens: die Origin-Story der Jawas! (6,5)

Das Böse II [Phantasm II] (1988)
Unter der Ägide von Universal folgte fast zehn Jahre später das Sequel, eine merklich geradlinigere, actionorientierte, weniger ambivalente Angelegenheit mit Zugeständnissen an das Studio, wie ein ausgetauschter Hauptdarsteller und ein weiblicher Love Interest. Daher dürfte der zweite Teil den Zugänglichsten der Reihe darstellen, obwohl Don Coscarelli an der fremdartigen, surrealen Atmosphäre des Erstlings erfolgreich festhält. (6)

Das Böse III [Phantasm III - Lord of the Dead] (1994)
Für den dritten versammelte Don Coscarelli im Wesentlichen das Team des Erstlings, holte zuvörderst A. Michael Baldwin zurück ins Boot, landete jedoch gleichzeitig im Bereich des 90er-Jahre Horror-Trashs, mit abstrusem Charakteren und einer eher absonderlichen Vertiefung der Mythologie. Trashig Unterhaltsam. (B-Movie-Skala: 6)

Blind Woman's Curse [怪談昇り竜 Kaidan nobori ryû] (1970)
Ishii Teruos Film ist in erster Linie ein visuell bestechender Genuss in prächtigen Farben, schicken Kulissen und ansprechend gefilmt, die Geschichte um verfeindete Yakuza-Clans hingegen zwar voller bunter Vögel, aber auch wirr und unübersichtlich, schwankend im Ton zwischen ernst, pathetisch, amüsiert und surreal, am Rande ergänzt um ein wenig Rachethematik (mit Kaji Meiko zur Abwechslung am anderen Ende des Spektrums) und dezente Horrorelemente. (6,5)

Das Böse IV [Phantasm IV: Oblivion] (1998)
Den vierten zu bewerten muss gezwungenermaßen unfair ausfallen, die Produktion hatte schwer mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen und konnte mit Sicherheit nicht mal die Hälfte von dem umsetzen, was Don Coscarelli im Sinn hatte. Herausgekommen ist ein zusammengeschustertes, unnötig verkompliziertes, unsinniges Werk, voller unvollständiger Ansätze, unzähliger neuer Fragen, ohne eine Lösung zu bieten oder zufriedenzustellen. (3)


























10 - 6,8 (68,0)

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