Dienstag, Februar 03, 2015

Kurzreviews Januar/2015

Hiermit präsentiere ich wiederum die 21 Filme und 6 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Januar gesehen habe:


Serien-Staffeln
Dark Angel (Pilot) (2000) (6,5)
Dark Angel (Season 1) (2000-2001) (7-7,5)
Shogun (1980) (9-10)
Malcolm Mittendrin (Season 4-5) (2002-2004) (6,5-7)
True Detective (Season 1) (2014) (8-9)

Filme
G.I. Joe - Die Abrechnung (2013)
Hat seine unterhaltsamen Actionmomente, entfremdet jedoch durch das im Kern komplett ersetzte Helden-Team und forcierte Soldaten-Coolness an Stelle des naiven Comic-Charmes des Vorgängers, nimmt sich viel zu ernst. Unterstützt allgmein den Eindruck, dass man einen Nebenschauplatz betrachtet. 5 Minuten lustloser Bruce Willis-Cameo tragen nicht zu Bereicherung bei. (5,5)

Der Hobbit: Smaugs Einöde (2013)
(Extended Version) Viele wichtige Szenen-Erweiterungen, insbesondere Beorn betreffend, manche alberne Szenen wie die Fassreiter-Sequenz wirken wegen ihre relativen Position innerhalb der längeren Laufzeit besser intergriert. Trotzdem ist das ein sehr langer Film, der manchmal durchgestanden werden muss, Bilbo ist immer noch zu sehr Nebenfigur, die Fassreiterszene bleibt albern, das Smaug-Finale kann nicht verhehlen, dass es eigentlich gar nicht existieren dürfte. Nichtsdestotrotz: ein schöner überlanger Abenteuertrip nach Mittelerde, durch die zusätzlichen Minuten noch schöner. (8,5)

Kagemusha - Der Schatten des Kriegers (1980)
(Internationale Fassung) Mit der Zeit ändern sich Meinungen bisweilen. Als ich "Kagemusha" das erste mal Rücken an Rücken mit "Ran" gesehen hatte, gefiel er mir deutlich besser. Das hat sich mittlerweile ins Gegenteil verkehrt, denn, so hervorragend der Film ist, er besteht größtenteils aus Menschen in detaillierten Kostümen durchkomponiert positioniert in chichen Kulissen, ein Eindruck, der der Aussage entspricht, das "Kagemusha" im Grunde die Kostümprobe für den späteren "Ran" darstellt. Nichtsdestotrotz gelingen Akira Kurosawa eindrucksreiche Bilder, die er als Maler vorwegnahm, und obgleich die Geschichte um den Kagemusha seinen Protagonisten stellenweise zu obeflächlich behandelt, gelingen einige starke Charakter-Momente. (8)
The Raid 2 (2014)
Vollendete Kampf-Choreographien, schnell, athletisch, grandios choreographiert, dynamisch, gleichwohl übersichtlich gefilmt. Von der Kameraführung in den Kämpfen bin ich immer wieder fasziniert, auch hinsichtlich der Zurschaustellung von Brutalität, die in gehobenem Maße den Konfrontationen zu Eigen ist, indes durch Perspektive und gewähltem Ausschnitt nie zum unmittelbaren Fokus wird, sondern durch heftige Spitzen akzentuiert. Angenehm zudem die alles einrahmende Undercovergeschichte, die keine innovativen Bahnen einschlägt, als narratives Gerüst dessenungeachtet mehr als tauglich ausfällt. Eine Action-Offenbarung. (8,5)

Die Farbe (2010)
Eine kleine deutsche (schon deswegen einen Blick wert) Genre-Produktion nimmt sich Lovecraft an, gegen Widerstände, mit wenig Geld und unbekannten Darstellern realisiert. Oblgeich es sich bemerkbar macht, dass dies keine durch Fördergelder großzügig finanzierte Produktion ist, wird Trash- oder Heim- und Fanvideoqualität vermieden, ganz im Gegenteil die Vorlage atmosphärisch eingefangen. Als sehr gelungen empfand ich die Evokation einer kaum greifbaren Bedrohung, ein Verzicht auf platten Horror nach Jump-Scare-Paradigma zu Gunsten schleichender ungewisser Furchtbarkeit, was im Gegenzug ein gemächliches Tempo miteinschließt. Gut gefilmt, größtenteils solide bis gut gespielt, einfach einen Blick wert. (Mit Wohlwollen: 7)

Der Blade Runner (1982)
Ästehtisches, visuelles und atmosphärisches Wunderwerk, unbeschreiblich in Design und Umsetzung einer futuristischen Vision, ein Bilderrausch der erlebt sein will, ferner eine ergreifende Reflexion über das Menschsein oder Sein überhaupt. Meisterwerk! (10)

Sin City 2: A Dame to Kill For (2014)
Viel zu spätes, einzig von beinharten Hardcore-Fans gefordertes Sequel, das eben wie ein solches wirkt: von atavistisch-euphorischen Anhänger des Erstling in amateurhafter Eigenregie auf Youtube-Nachstell-Niveau. Das Novum des Looks und Stils kann die Verfilmung nicht mehr für sich beanspruchen, wirkt tatsächlich billiger und absolut uninspiriert inszeniert. Die Dichte des Vorgängers erreichen Robert Rodriguez und Frank Miller zu keinem Zeitpunkt, jede Geschichte, von der die mit Joseph Gordon-Levitt irgendwie noch am besten gefällt, steht isoliert, ist allerhöchstens pflichtgemäß runtergekurbelt. Pure Langeweile. (4)

American Sniper (2014)
Bedeutungsarme Aneinanderreihung von Schlachtszenen ohne tiefergehende Reflexion, damit ein Rückschritt in der Evolution des Kriegsfilms. Traumata des Protagonisten werden allzu oberflächlich behandelt, das Heldenlied auf seinen Soldaten, der im Grunde, seien wir ehrlich, nichts anderes ist als ein Massenmörder, der 160 Menschen eiskalt erschossen hat, erzeugt des Öfteren Magenschmerzen, da er ohne kritische Auseinandersetzung (wie ich es eigentlich nach dem Trailer erwartet hatte) sympathisiert und als Helden mystifiert wird (ganz Schlimm: der Abspann), effektiv den Hass gegen die "Feinde Amerikas" schürt. Clint Eastwoods nüchterne Regie vermeidet in Schlachtszenen zum Glück ausufernden Pathos, Szenen, in denen Chris Kyle seinem grausigen Handwerk nachgeht, wirken gerade auf diese Weise erschütternd, einige Actionsequenzen können für sich bestehen, Sienna Miller darf als Eheweib hingegen wenig beisteuern. Mich wundert es keine Sekunde, dass dieser Film in Amerika Besucherrekorde gebrochen hat. Schlimm. (4,5)

Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
Ich bin gänzlich ohne Erwartungen an den Film rangegangen und fand mich bald fasziniert von der wendungsreichen, spannenden Geschichte, in einem Maße, das mich sehr überraschte. Es macht Spaß den Enthüllungen, Twists und dem allgemeinen Taktieren der Protagonisten zu folgen, insbesondere im Zusammenspiel mit der Medienwelt. Letzteres hätte trotzdem ausführlicher ausfallen dürfen, um mehr Satire Raum zu schaffen. Nichtsdestotrotz vergehen die 150 Minuten ohne Länge, David Finchers Inszenierung ist brilliant, Rosamund Pike erschafft eine unheimlich Präsenz. Zwar empfinde ich den Film in seiner Gesamtheit "nur" als vergnüglichen Thriller und bin der Meinung, er endet an der Stelle, wo es beinahe am interessantesten hätte werden können, dennoch ist das gutes Thriller-Futter. (7)

Sin City (2005)
Selbst 10 Jahre später besteht Robert Rodriguez Comichuldigung als Gesamtkunstwerk, Stil und Atmosphäre sind dicht, greifen zusammen mit Inszenierung, Musik und den ausgewählten Geschichten wie ein gut funktionierendes Zahnradgetriebe ineinander. Es ist in erster Linie ein visueller Rausch, der die recht flachen Geschichten und ihre teils fragwürdige Moral, wie ideologische Grundlage übertüncht, stilisierte Comic-Gewalt und düsterer Film-Noir. Aber die Rezprozität aller Elemente untereinander halten dieses künstlerische Gebilde nach wie vor zusammen. Ein großer Wurf. (8,5)

Im Dutzend billiger - Chaos hoch 12 (2003)
Exakt die Art widerlicher amerikanischer Familiensülzen-Kitsch (ich habe nicht grundsätzlich was gegen Familienfilme), die mir bereits durch ihre Musik Magenkrämpfe verursacht. (2)

Ninja - Pfad der Rache (2013)
Das Traum-Duo Isaac Florentine/Scott Adkins garantiert abermals fantastische Martial-Arts-Action, garniert mit ein wenig Ninja-Flair, verpackt in einer straighten Rache-Geschichte, die viel Raum für Konfrontationen lässt. Jetzt bringt bitte noch Kane Kosugi groß raus. (B-Action-Skala: 7)

Castle Freak (1995)
Mit überschüssigem Taschengeld erlaubte Full Moon Entertainment Stuart Gordon eine weitere irgendwie Adaption nach Lovecraft mit Jeffrey Combs. Trotz des kärglichen Budgets holte er dabei wieder das Maximum raus, kreiert ein bemitleidenswertes Monster, das in einem schaurigen Schloss umhergeht und der angereisten, dysfunktionalen Familie das Fürchten lehrt. Ein gelungener kleiner Genre-Beitrag, bedenkt man Produktionsfirma und Umstände. (B-Movie-Skala: 6)

City Slickers - Die Großstadt-Helden (1995)
Ausbruch aus der Midlife-Crisis, Männer dürfen lamentieren, die Ehefrau sitzt verständnisvoll daheim die Kinder hütend, während Männeke sich selber finden darf. Nun sind Billy Crystal und seine Kumpane, plus die erweiterte Belegschaft im Cowboy-Workshop knuffige Typen, die in einigen witzigen Szenen ihre Großstadtmentalität mit Cowboy-Romantik konfrontiert sehen. Ein harmloser Spaß. (6,5)

Dick und Jane (2005)
Eine Art komödiantischer Bonnie und Clyde in gewaltfrei. Dabei macht besonders der tiefe Sturz, den Jim Carrey und Téa Leoni durchleben, Spaß, immer tauchen neue Probleme auf, bis sich die beiden schlussendlich auf illegalem Territorium bewegen und für etwas Situationskomik sorgen. Ganz nett. (6)

Meine erfundene Frau (2011)
Adam Sandler und Happy Madison haben schon wesentlich schlimmeres fabriziert. Im Grunde drehen sie einen Film um ihren Sommerurlaub herum, gelungenen Klamauk gibt es trotzdem, und mit meiner Schwäche für die handelsüblichen Liebesfilme trifft sogar das Paar Sandler/Jennifer Aniston meinen Nerv. (5,5)

Firewall (2006)
Standard Enführungs/Erpresser-Thriller mit soliden spannenden Momenten und einem guten Paul Bettany als bedrohlichen Oberbösewicht. Mit Harrison Ford kann man nie viel falsch machen, allerdings ist er für die actionreicheren Momente merklich zu alt. Gesehen haben muss man das nicht. (5,5)

Der Gestiefelte Kater (2011)
Beweist, dass Antonio Banderas Kater alleine einen Film tragen kann, mit viel Western- und Fantasy-Charme, inklusive der kleinen Seitenhiebe auf das Latino-Lover/Zorro-Image und mit einigen Witzen für Katzenliebhaber und -kenner. Temporeiches Abenteuer nicht nur für Kinder. (6,5) 

Know1ng - Die Zukunft endet jetzt (2009)
Nach dem stimmungsvollem Anfang kann Alex Proyas, trotz brauchbarer Bilder und ein wenig mysteriösem Flair, die Spannung nicht halten, das Ende ist gar ärgerlich mit seiner sektenreifen religösen Auflösung. Nicht mal Nicolas Cage chargiert befriedigend. (4)

Ninja Assassin (2009)
Man merkt, das hier die Wachowskis ihre Finger im Spiel haben, denn das ganze wirkt wie eine Live-Action-Manga-Verfilmung, die statt auf ausgefeilte Martial-Arts-Kämpfe auf hibbelige, undurchsichtige, dafür überstilisierte Actionszenen setzt. Optisch ganz nett, kann dabei weder die Action, noch die labbrige Geschichte auf Dauer fesseln. (5)

Die Nackte Kanone (1988)
Total gaga wie alle Zucker/Abrams-Parodien, doch gerade die zahlreichen Absurditäten, die Details im Hintergrund, die bizarren Dialoge, alles abseits des Slapsticks, machten seit je her für mich den besonderen Reiz ihrer Filme aus und dies hier ist in diesem Sinne ein Prima inter pares. (7)



















21 - 6,3 (132,5)

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