Samstag, Februar 15, 2014

Kurzreviews Februar/I/2014

Lange Zeit habe ich in meinem Blog keinen Tod von Filmstars mehr betrauert. Dann kam die traurige Nachricht, dass Philip Seymour Hoffman am 2. Februar 2014 gestorben ist, vermutlich wegen Drogenkonsums. Das hat mich doch ein wenig schockiert, denn mit 47 Jahren war er noch nicht so alt und hat gerade in den letzten Jahre seine Präszenz von prägnanten Neben- zu tragenden Hauptrollen deutlich ausgebaut. Nach kleineren Rollen in Filmen wie "Boogie Nights" oder "The Big Lebowski", in denen er bereits auffiel, kam sein großer Durchbruch schließlich 2005 mit "Capote", für dessen Darstellung er den Oscar gewann. Danach hatte er Konjunktur, überzeugte in Filmen wie "Before The Devil Knows You're Dead", "Synecdoche, New York", "Glaubensfrage", "Radio Rock Revolution", "The Master" oder "The Hunger Games: Catching Fire", 2010 führte er noch Regie bei seinem eigenen Film "Jack in Love".
Schon zuvor war seine Drogensucht bekannt, zwischenzeitlich soll er davon losgekommen sein, bis er scheinbar einen Rückfall erlitt. So oder so dieser Verlust tragisch, nicht nur für die Filmwelt.

R.I.P.
Nur einen Tag zuvor am 1. Februar 2014 verstarb Maximilian Schell im Alter von 84 Jahren. Wenige Tage zuvor war er en einer Lungenentzündung erkrankt, von der er sich wieder erholte, am 30. Januar wurde er am Rücken operiert und erwachte nicht mehr aus der Narkose. Der gebürtige Österreicher gewann 1962 den Oscar als bester Hauptdarsteller für "Das Urteil von Nürenberg", darüberhinaus spielte er in Filmen wie "Topkapi", "Steiner - Das eiserne Kreuz" oder "Die Brücke von Arnheim" mit, war zudem als Regisseur und Produzent tätig. Zu seiner Hochzeit galt er als einer der erfolgreichsten deutschen Schauspieler weltweit.
 R.I.P.
Am 10. Februar 2014 starb zudem Shirley Temple eines natürlichen Todes. Der Inbegriff des Hollywood-Kinderstars, als der sie auch entsprechende vermarktet wurde, hatte eine vergleichbar kurze Filmkarriere die in ihrem 21. Lebensjahr endete. 1958 zog sie sich endgültig aus dem Showgeschäft zurück und trat als Republikanerin in die Politik ein. Ihre politische Karriere wurde in den 70er Jahren von einer Brustkrebserkrankung unterbrochen, später wurde sie Botschafterin in Ghana. Sie hinterlässt drei Kinder. 

 R.I.P.

Hiermit präsentiere ich wiederrum die 14 Filme und 4 Serienstaffeln (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Februar gesehen habe:

Serien-Staffeln
Sex and the City (Season 1) (1998) - (6,5/10)
Sex and the City (Season 2) (1999) - (7/10)
The IT Crowd: The Last Byte (2013) - (6,5/10) 
Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer (Season 2) (2013) - (9/10)

Filme
True Lies - Wahre Lügen (1994)
Vermutlich Arnold Schwarzeneggers vergnüglichster Versuch Komödie zu spielen, natürlich ohne auf die Action zu verzichten. Und die ist bei James Cameron in guten Händen. Insgesamt sehr 90er, sehr spaßig. (7/10)

The Scorpion King (2002)
 Der kinderfreundliche "Conan"-"Xena"-"Herkules"-Mix schlechthin, guckt sich viel besser weg als er sollte. Als Abenteur-Jux mit vielen Schwertprügeleien und Dwayne "The Rock" Johnson einfach Gold wert, durch die knappe Laufzeit tatsächlich äußerst kurzweilig. Sollte ich noch die ganzen Mängel ansprechen? Nö! (6/10)
The Happening (2008)
Etwas überhypt wegen seiner nicht vorhandenen Qualität (selbst negative Publicity ist letztendlich Publicity). Ein ganz, ganz öder M. Night Shyamalan, der die Leistung vollbringt, jeden Schauspieler hoffnungslos im Stich zu lassen und beinahe jede Szene, wenn schon nicht langweilig, zumindest unfreiwillig komisch in den Sand zu setzen. Ergänzend ist das Drehbuch derart  mies geschrieben, dass ich beinahe empfehle, diesen Film als Antibeispiel zu konsumieren. Andererseits lohnt eigentlich gar nichts an diesem Werk. (2/10)

Wir waren Helden (2002)
Einer der schlimmsten, hypokritischsten, Amerika und kriegsverherrlichenden Filme, die ich je gesehen habe. Ganz, ganz furchtbar, mit Mel Gibson im Gottes-Rache-Modus und "Stars 'n Stripes"-Szenen zum Fremdschämen en masse. Der typisch amerikanische Anti-Anti-Kriegsfilm. Eigentlich sollte der weg (warum habe ich den gekauft?), doch habe ich mich auf seine Qualitäten als erschreckendes Mahnmal und Monument dieser Gattung besonnen: der könnte als Studienobjekt über amerikanische Kriegstreiberei in Zukunft mal ein lehrreiches Studienobjekt werden. Die Action ist gut... sollte sie das sein? (1,5/10)

Amos & Andrew - Zwei fast perfekte Chaoten (1993)
Für eine Komödie zu wenig Gags, für ein Drama zu humorvoll (gemeint), für einen Thriller zu unspannend. Immerhin sind Nicolas Cage und Samuel L. Jackson als Duo sympathisch. (4,5/10)

Harley Davidson & the Marlboro Man (1991)
Verlierertypen mit Machoallüren legen sich mit den Falschen an. Es wird ein bisschen geballert, hingegen sind weder die eponymen Protagonisten interessant, noch alles abseits der Schießereien aufregend, spannend oder witzig. Gesehen und vergessen. (4/10)

Money Train (1995)
Wesley Snipes und Woody Harrelson geben ein gutes Duo, selbst Jennifer Lopez tut dem Film nicht zu schlimmes an, nur fehlt der Handlung ein dezidierter Fokus. Primär geht es um die Bro-Beziehung zwischen den Hauptdarstellern zwischen die JLo gerät oder auch nicht, weitere Elemente wie der pöse, pöse Boss und sein Money Train (der bis auf das Finale kaum eine Rolle spielt), ein verrückter Attentäter oder Geldprobleme sind bestenfalls halbherzig durch die "Helden" nektiert, haben episodenhaften Charakter. Zuviel ein bisschen von allem. (5/10)

Joint Security Area (2000)
Zu Beginn den Anschein eines Militärthrillers wahrend, wechselt Park Chan-wook bald zu einem Plädoyer für Verbrüderung, versucht eine Brücke zu schlagen ohne die eine oder die andere Seite zu favorisieren. Dabei geht er den Weg über den einfachen Mann bzw. den einfachen Soldaten, den am weitesten von politischen Verwicklungen entferntesten Punkt. Die Freundschaft zwischen den Soldaten geht zu Herzen, die Katastrophe und ihre Folgen wirken für sich. Trotzdem bemüht Park Chan-wook redundanterweise die einzelne Träne im Gesicht der Betroffenen zu oft, die Darstellung abseits der vier Protagonisten ist eher angerissen, insgesamt bleibt ein tragischer Film mit wichtiger Botschaft. (7,5/10)
Der Rechte Arm der Götter - Armour of God (1987)
Jackie Chan in einer Art Indiana Jones-Variation klingt auf dem Papier reizvoll, leider ist der Film über weite Strecke zu klamaukig und die Zahl aufregender Martial Arts- oder Stunt-Szenen bleibt sehr überschaubar, bis auf den hervorragenden, hyperkinetischen finalen Amazonenfight und den beeindruckenden Ballonsprung. Somit bleibt dieser Abenteuer-Ausflug etwas dröge. (5/10)

Ninja - Pfad der Rache (2013)
Isaac Florentine besinnt sich auf Scott Adkins Anti-Helden-Qualitäten und schickt ihn auf einen Rachefeldzug. Mit guten Martial-Arts-Kloppereien, ein wenig Ninja-Action und Nebendarstellern wie Vithaya Pansringarm und besonders Kane Kosugi ergibt sich ein solider B-Action-Beitrag. Wie der Vorgägner mag er bei einer zweiten Sichtung besser abschneiden. (6,5/10 auf einer B-Movie-Skala)

Metro (1997)
Das Geisel-Unterhändler-Thema ist schnell abgeschlossen, ansonsten erweist sich der Film trotz ein paar ordentlicher Verfolgungsjagden, obwohl Thomas Carter Eddie Murphy über weite Strecken im Griff hat und Michael Wincott als Antagonist überzeugt, als ein großer Langweiler, was teils daran zu verorten ist, das der Beziehung zu Murphys Love-Interest zu viel Bedeutung beigemessen wird und entsprechende Szenen sich ziehen wie Kaugummi. (5/10)

Jade (1995)
Das Erotik-Thriller-Pendant zu "Metro". Zwar auf Hochglanz poliert, vergleichbar öde, Erotik ist spärlich gesät und das Geplänkel um Macht und Intrigen weiß höchstens leidlich zu fesseln. (4,5/10)

Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück (2001)
Für eine romantische Komödie ordentlich und erfrischend, der schwarz-humorige Biss hätte ausgeprägter sein dürfen, der Einsatz von Pop-Songs ist mal passend, mal störend, nichtsdestotrotz ist Renée Zellweger eine sympathische Protagonistin und ihr Liebesleben angenehm ungezwungen ohne Kitsch. (6,5/10)

Cast Away - Verschollen (2000)
Ich habe eine Faible für Robinsonaden und sobald Tom Hanks auf der Insel angekommen ist, entwickelt sich ein schön atmosphärisches Setting - bis ein Zeitsprung alle interessanten Entwicklungen auf der Insel überspringt und direkt zur Rettung übergegangen wird. Das Ende ist interessant, die Charakterisierung des Protagonisten leider zu unausgewogen, die Werbung für FedEx unangenehm penetrant (der Raum, der dafür aufgewendet wurde, wäre besser in Charakterentwicklung investiert worden). Tom Hanks Leistung ist angesichts des mangelnden Spielraums, den ihm das Drehbuch gibt, gut. Insgesamt verschenkt. (5,5/10)

Die Piratenbraut (1995)
Renny Harlins Piratenspektakel und Finanzdebakel ist eigentlich zu Unrecht gefloppt, denn er ist alles und mehr, weswegen Leute heute in Filme wie "Transformers" oder "Pirates of the Caribbean" strömen: laut, hyperaktiv und actionreich - dahingegen kann Renny Harlin, wenn auch nicht meisterlich, im Vergleich zu Michael Bay vernünftig inszenieren. Der Film ist halt genau so, wie man sich als kleiner Junge Piratenabenteuer vorgestellt hat: mit Holzbeinen, Augenklappen, Rum, Piratenspelunken, geheimnisvollen Schätzen auf Trauminseln, zu denen kryptische Karten führen, Seeschlachten, Säbelrasseln und Fieslingen. Das ist weder logisch, noch brilliant geschrieben oder gespielt, jedoch hat man sich genügend kindliche Naivität bewahrt, macht das so, so viel Spaß. (6/10)
















15 - 5,1 (76,5)

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