Montag, November 17, 2014

Kurzreviews Oktober/November/I/2014

Hiermit präsentiere ich wiederum die 15 Filme und 2 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Oktober und im ersten Teil des Novembers gesehen habe:


Serien-Staffeln
Archer (Season 1) (2009-2010) - (6-6,5)
Per Anhalter durch die Galaxis (1981) - (7-7,5)

Filme
Password - Das Rätsel (2005)
Der Schockeffekt einer Synchro liegt bei mir nach "Acarophobia" und "Horror Aliens" inzwischen ganz weit unten, der hier kommt gerade in die Nähe. Dazu gibt es dilettantischen Mumpitz made in italy, eine katastrophal misslungene Mischung aus Krimi, Action, Thriller und Science Fiction mit entsprechender Inszenierung und Schauspielleistung. (Trash-Skala: 2)

Judge Dredd (1995)
Der Versuch die satirisch-zynische Comic-Vorlage in ein massentaugliches, um Rob Schneider ergänztes Blogbusterkonzept zu zwängen, konnte nie gelingen, uns bleibt das Sly Stallone Edel-Trash-Action-Vehikel. Guilty Pleasure. (6)

The Return of the First Avenger (2014)
aka "Captain America: The Winter Soldier". Erstaunlich gelungenes Marvel-Sequel, das es wagt, sich in Maßen zu politisieren, durch die Polit-Thriller-Atmosphäre Bonuspunkte sammelt, trotzdem nicht auf gute Action-Szenen verzichten muss und einen überzeugenden Bogen zum Erstling schlägt. (7,5)

Die Unbesiegbaren 5 (1978)
Shaw Brothers-Klassiker, Prügeleien auf hohem Niveau gepaart mit einem Krimi-Anteil bis Whodunit. Kann stellenweise etwas drastisch werden, bleibt gerade wegen der fünf unterschiedlichen Kämpfer und ihrer Kampfstile, sowie dem Umstand, dass sie erst nach und nach enthüllt werden im Gedächtnis. (7,5)

Oblivion (2013)
Ein bildschöner Science-Fiction-Film in ebenso schönen Aufnahmen, ein optischer Leckerbissen in dem Maße, dass es so gerade reicht, die schwache Story abzudecken, die insbesondere gegen Ende immer nachlässiger wird. Tom Cruise gibt nach wie vor einen charismatischen Lead, die Atmosphäre zu Beginn ist besonders gelungen. (6)

Riddick - Überleben ist seine Rache (2013)
Entgegen dem im Pomp untergegangenen Vorgänger versucht David Twohy den Erstling zu channeln. Somit sind Riddicks Survival-Eskapaden zu Beginn derart albern, dass sie auf eine abstruse Art wieder cool werden, woran Vin Diesel mit seinem Badass-Charisma großen Anteil hat. Die späteren Kopfgeldjägerbanden sind hinreichend charakterisiert, das Katz-und-Maus-Spiel macht Spaß, der aus "Pitch Black" entlehnte Überlebenskampf misst hingegen dessen Dramatik. Nichtsdestotrotz ein akzeptabler Riddick-Re-Run. (Bonuspunkte für Vin Diesel: 7)

Marco Polo - Im Reiche des Kublai Khan (1975)
Der Eindruck eines Abenteuerfilms aus dem Haus Shaw Bros. täuscht, der eponyme Marco Polo wird rasch in eine bessere Nebenrolle mit unüberzeugender Charakterentwicklung gedrängt, zu Gunsten eines Quartetts, das sich klassisch einem Ausbildungsszenario durch kapriziöse Trainingsmethoden unterziehen muss, um schlussendlich die handelsübliche "tapfere Chinese gegen böse Unterdrücker"-Formel zu bemühen. Wirkt abgenutzt, das Vierfach-Training hat man besser gesehen, dahingegen macht der finale Kampf ordentlich Laune, insbesondere wenn einer der Protagonisten eine anstürmende Armee mit riesigen Steinblöcken vermöbelt. (6,5)

Die Duellisten (1977)
Ridley Scott erster abendfüllender Spielfilm gefällt durch Ausstattung und Atmosphäre, sowie schöne Bilder und Musik, bedient ferner überwiegend eitle Männerfantasien von Ehre, hetzt seine zwei guten Hauptdarsteller in vielfältigen Konfrontationen aufeinander, versucht immer mal wieder, nicht kritiklos die Ausgeburten ihres Duell-Wahns im Kontext ihrer Umgebung zu präsentieren. (7)

Knights of Badassdom (2012)
Wirkt als Fan-Film etwas professioneller als etwa  "Der letzte Lovecraft", bietet LARPern garantiert einige nette Anspielung, misst jedoch Tempo und Witz, die er vielleicht in den letzten zehn Minuten entwickelt, um seinen Unterhaltungsfaktor darüber hinaus aufrecht zu erhalten. Ein strafferes Drehbuch und eine sicherere Regie hätten gut getan. (4)

Feuertanz - Horror Infernal (1980)
Vorzeigebeispiel für die Subalternität der Narration in Dario Argentos Filmen, beinahe vollständig von seiner Geschichte losgelöst, vornehmlich durch in ästhetisierten Farb- und Raumkompositionen kadrierten Bildern ausgedrückt. Schafft einerseits eine interessante Atmosphäre, unterliegt bei aller optischen Vielfältigkeit trotzdem dem Selbstzweck, der Schnitt ist teils miserabel und, wie oft genug bei Argento, stört die Musik eher als zu akzentuieren. Zwar gewinne ich ihm jedes Mal was neues ab, indes nicht nur Gutes. (6)

Zhao - Der Unbesiegbare (1972)
Ein weiterer Archetyp: Rivalität zwischen der rechtschaffenden Kung-Fu-Schule einerseits und der niederträchtigen andererseits. Mit dem Fokus auf der sogar abwechslungsreichen Geschichte, die ein bisschen Charakterdynamik zulässt, fallen die Kampfeinlagen diesmal beinahe zu pflichtgemäß inszeniert aus, missen die übliche Dramatik. Wird niemals mein Liebling. (6,5)

RoboCop (1987) 
Paul Verhoevens feiner Science-Fiction-Action-Cop-Thriller reißt einen von Anfang an mit durch die glaubhaft skizzierte Dystopie, samt dem typisch-Verhoeven eingestreuten Medienbezug, und subtilen Satire-Anklängen. Die Geschichte erzählt er straight ohne unnötige Abweichungen und konzentriert sich auf die Mensch-Maschine-Fusion, setzt geschickt Gewaltspitzen ein. Ein wilder Mix aus Blut und Stahl. (8,5)

Godzilla (2014)
Dass man Gojira die meiste Zeit nur angeteasert hat, ihn relativ spät in seiner ganzen Pracht bewundern durfte, ist nicht das Problem. Das ist in Ordnung, das schürt die Erwartungshaltung. Was gänzlich misslungen ist, ist das Gareth Edwards, immer wenn es etwas zu sehen geben könnte, zu gänzlich unwichtigen Dingen umschneidet. Mit Vorliebe legt er den Fokus auf Aaron Taylor-Johnson, ein absoluter Langweiler als Protagonist, der nicht in einer Szene etwas sinnvolles zur Handlung beitragen kann, seine Familie gleichermaßen. Papi Bryan Cranston wird als einzig brauchbarer Charakter ganz fix abgemurxt, die ganze Geschichte um ihn führt letztendlich nirgendwo hin. Mitleid empfand ich überdies für Ken Watanabe, der in einer selten dämliche Rolle verbraten wird. Wenn wenigstens der Spektakelfaktor stimmen würde, könnte man die hundsmiserable Charakterisierung getrost vergessen, aber die Monsterprügeleien sieht man so gut wie gar nicht, ein Schlag wird angedeutet und dann zu Taylor-Johnson, der wieder mal nichts tut, oder glubschäugien Kindern geschnitten. Es gibt keine Dramatik, keine Spannung, selbst vernünftiges apokalyptisches Flair misst man. Man gewinnt den Eindruck, dass vielleicht zwei Städte Kaijū-Hausbesuche bekommen, die nicht in einer Zerstörungsorgie münden, sondern in einem "Upps, wir waren mal da und haben 'nen Gateway eingedellt", da helfen auch keine Assoziation mit kontemporären Katastrophen wie Fukushima. Es ist nichts gegen eine Versuch einzuwenden, etwas "anders" zu machen, selbst (oder gerade) gegen beinharten Fan-Protest, aber man sollte wenigstens ETWAS machen oder zumindest etwas interessantes. Schade um die guten Effekte und stellenweise gelungene Kameraarbeit. (4)
Kill Zone SPL (2005)
So was wie die damalige HK-Actionfilm-Renaissance, zögert die Martial-Arts Höhepunkt ebenfalls bis zum Finale heraus, liefert vorher höchstens Kostpröbchen, um die Vorfreude dann in irren Kämpfen zu entladen - die ich allerdings nicht immer als gelungen gefilmt empfand, vielleicht liegt's an meiner DVD. Die Geschichte um die Gruppe Cops, die den gefährlichsten Gangsterboss der Stadt jagen, trieft hingegen vor Melodramatik, trägt gerne dick auf, besonders musikalisch, schafft es trotzdem nicht, dass man sich um die Protagonisten schert, die sich stellenweise wie Arschlöcher aufführen. Donnie Yens Charisma kommt dennoch zur Geltung, seine Kampfsport-Fähigkeiten selbstredend auch. Für das Finale lohnt es sich. (6)

Die Todeshand des gelben Adlers (1979)
Chice Kulissen, tolle Stab-Kampf-Choreographien, Ti Lung - eigentlich sollten ich den mögen, aber die Geschichte zieht sich zu sehr, der Hauptcharakter lässt sich viel zu lange von den offensichtlichen Fieslingen an der Nase herumführen, sein Lehrling wirkt nachgereicht, die ganze Geschichte halbherzig. (6)



















15 - 6,0 (90,5)

Kommentare:

Flo Lieb hat gesagt…

Dieses Mal kann ich zu dem, was ich gesehen habe, eigentlich nahtlos zustimmen. Insbesondere die Meinung zu GODZILLA ließ es mir warm ums Herz werden.

Der Imperator hat gesagt…

Seh ich das Richtig? Der aktuelle Godzilla also noch Schlechter als der erste westliche Zillaversuch vom Emmerich?

Okami Itto hat gesagt…

@ Flo:
Freut mich! :-)

@ Imperator:
Mmmmmmmnnnnja... soweit würde ich nicht gehen. Aber Emmerich hatte im Vergleich zu Edwards zumindest Gespür dafür, Godzillas Auftreten "groß" erscheinen zu lassen. Leider, leider muss ich zudem folgendes anmerken: er hatte sowas wie Charaktere. Abziehbilder freilich, nervtötend, aber im Vergleich zu dem Nichts von Aaron Taylor-Johnson... wobei sich argumentieren ließe, ob das Nichts den flachen Stereotypen sogar vorzuziehen wäre, andererseits kann ich mich durch den dämlichen Running Gag wenigstens an den Namen von Matthew Brodericks Charakter erinnern.

So oder so: beide sind misslungen.

aworldtocome hat gesagt…

Den Godzilla Film fand ich ehrlich gesagt ok.
Oblivion fand ich katastrophal scheisse, vor allem wie du sagst gegen Ende hin, was eine Schande ist, wenn man bedenkt wie toll der Film über weite Strecken aussieht.

Okami Itto hat gesagt…

@ prophet:
"Godzilla" kann man sicherlich ok finden, aber schwach ist der dennoch. Ich bin allerdings kein großer Godzilla-Gucker, muss ich gestehen.

"Oblivion" kann man auch nicht gut finden, katastrophal scheisse hingegen sehe ich den Film nicht. Dafür steckt ehrlich gesagt zu wenig Inhalt drin, den man tatsächlich scheisse finden könnte. Abgesehen davon: dafür, dass Du "Tron: Legacy" ganz gut zu finden scheinst, der im Grunde "Oblivion" sehr ähnlich ist, inklusive aller Stärken und Schwächen, gehst Du mit dem recht hart ins Gericht. Liegt's vllt. an Tom Cruise? ;-)