Freitag, August 25, 2006

Herzlich willkommen in der Oberstufe!!!

Ja, ja. Nach einem mehr oder weniger glorreichen Abschluss der 10, bin ich nun endlich in der Oberstufe. „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens!!!“ „Zentralabitur!!!“ etc.

Tja, mit solchen schönen Reden wurde man schon die ganze Zeit vorher auf die viel bedeutende Oberstufe vorbereitet und auch heute noch wird einem die ganze Leier vorgetragen.
Nicht, das ich das nicht ernst nehmen würde, aber gewisse Ereignisse, lassen mich doch an der Ernsthaftigkeit meiner Schule zweifeln.

Was aber erwartete einen nun in den ersten Wochen der Oberstufe?

Es fing alles schön an mit dem geordneten Chaos. Schulbeginn, Treffen in der Aula. Die Regeln bei Abwesenheit der Schüler wurden geklärt und die Stundenpläne verteilt. Letzteres hatte allerdings seine Macken. Danach ging es direkt rein in die ersten Schulstunden der Oberstufe.

Man bekam seine Kurse genannt und musste dann seine Kurse, mit Hilfe einer Liste, in dem alle Kurse eingetragen waren, in einen Stundenplan eintragen. Klingt einfach, wär’s auch gewesen, hätten sie es simpel gemacht und nicht so kompliziert. Genauere Details erspare ich euch jetzt, aber jedenfalls endete das in einem Chaos, weil niemand genau wusste, wann er was hat und wann nicht und wann wo.

Ohne eine einzige Erklärung mussten wir uns durch diesen Stundenplan arbeiten, was bei diesem System wirklich zu blöd war. Der Autor des Plans muss entweder ein Genie gewesen sein, dass er dabei den Überlick behalten hat, oder er hat gemerkt wie unübersichtlich das ganze ist, hatte aber keinen Bock... äh ich meine natürlich keine Zeit mehr es zu ändern und beschloss es unverändert den Schülern vorzusetzen (schließlich ist man ja Gymnasium, also wird man das schön können) und sich bloß im dunkelsten Loch zu verstecken, um bloß nichts von dem Chaos erklären zu müssen (besagter Lehrer ist übrigens z.Zt. krank).

Eines der größten Probleme ist anscheinend die Raumeinteilung. Denn manchmal ist ein Kurs in einem Raum im zweiten Stock und manchmal im Raum im Erdgeschoss – nur wann wo… das scheint nicht einmal das Genie zu wissen, das den Stundenplan entworfen hat. Selbst jetzt noch, ist es häufig nicht eindeutig, wo der Unterricht denn genau stattfindet. Und mal abwechelnd von ganz oben nach ganz unten zu rennen oder auch umgekehrt, um am Ende nur festzustellen, dass die Stunde ausfällt oder ein ganz anderer Raum benutzt werden muss, ist nun mal nicht besonder spassig.

Besonders intelligent geregelt: die Sport-Kurse, derer vier an der Zahl. Mal abgesehen davon, dass es etwas ungünstig war, die Sport-Kurse in die siebte und achte Stunde zu verlegen, denn die Motivation der Schüler ist zu diesem Zeitpunkt gleich null, findet die Doppelstunde Sport am Donnerstag (die andere Doppelstunde ist Mittwochs) für die Kurse etwas kompliziert versetzt statt. Nämlich wechseln sich die Kurse alle 2 Wochen ab. In der ersten Woche hat Kurs 1 und 2 Sport, in der Woche darauf 3 und 4, der folgenden Woche wieder 1 und 2. Leider wusste zunächst keiner, wer in welchem Kurs ist und welcher Kurs in welcher Woche nun die Doppelstunde am Donnerstag hat.

Nächstes Problem: viele Kurse kriegen keine Bücher. Für die Geschichtskurse sind zu wenig da, die Spanischkurse kriegen erst gar keine, Mathe-, Deutsch- und Englischbücher musste man sich selber besorgen. Für einen Lehrer, der sich an den Lehrplant hält und dieser Arbeit mit den Büchern vorschreibt, nicht gerade praktisch.

Damit sind wir aber noch nicht am Ende der perfekt organisierten Oberstufe 11 2006/2007: ca. 6 Lehrer sind z.Zt. erkrankt, davon die Hälfte über einen längeren Zeitraum. D.h. das der Unterricht, den diese 6 Herren und Damen hätten geben sollen, ausfällt. Außer im Fall eines Englischkurses, war die Schule nicht in der Lage Vertretungen für diese Zeit zu organisieren. Das kann sich dann in einem völlig zerhackten Stundenplan äußern.

Bsp.:

1.Stunde

Deutsch

2.Stunde

Deutsch

3.Stunde

Frei (eigentlich Informatik)

4.Stunde

Frei (eigentlich Informatik)

5.Stunde

frei

6.Stunde

Mathe

7.Stunde

-

8.Stunde

-

Tja, so was kann dann häufiger vorkommen. In diesem speziellen Fall ist es heut sogar noch schöner. Das ist mein Freitag und obwohl ich alle 12 Kurse belegt habe, sind meine Schultage nicht nur am Freitag so bruchstückhaft.


Heute war allerdings die Krönung:

Man ist zu spät losgegangen, beeilt sich ein bisschen und kommt gerade rechzeitig zum Gongschlag (der übrigens verändert wurde und es jetzt bei jedem Gong klingt, als würde eine Durchsage am Kölner Hauptbahnhof gemacht) und wartete dann gemeinsam mit dem Rest des Kurses vor dem (möglicherweise richtigen) Raum, in dem der Deutsch-Unterricht hätte stattfinden sollen. 10 Minuten vergehen und kein Lehrer kommt. Ein Schüler regt sich schon auf: „Eh, wenn der jetzt krank, dieser Bastard! Ich hätte heut ausschlafen können!“.

Schließlich begeben sich 2 Schülerinnen zum Vertretungsplan (auf dem werden Stunden die ausfallen, sowie Vertretungen bekannt gegeben), um nachzuschauen, ob man nicht irgendwas verpasst hat. Doch was findet man? Das hier!

Der halbe Deutschkurs begibt sich deswegen in den Oberstufenraum und der Rest wartet weiter. Schließlich machen sich 2 Schüler auf den Weg ins Sekretariat, um herauszufinden, was denn mit dem Deutschlehrer los sei. Große Überraschung: der Deutschlehrer hat sich krank gemeldet!!! Allerdings habe er Aufgaben hinterlegt!

Wunderschön, 5 Freistunden, also ab nach Hause und über die Schule ärgern. Man sollte meinen als gequälter Schüler kann einem das ganz recht sein, aber ich würde schon gern einen halbwegs vernünfitgen Abschluss kriegen und bei so einer perfekt organisierten Institution fragt man sich ja denn doch, wozu man überhaupt morgens austeht.

Aber so ist nun mal der Ernst des Lebens in der Oberstufe.

5 Kommentare:

Darth Puma hat gesagt…

Das Nichts kommt von mir. *g*
Wow, bei diesem Stundenplan oder sollte ich besser Freistundenplan wundert es mich nicht mehr, warum mancher Student oder Berufstätige so nichtwissend oder im günstigsten Falle halbwissend durch die Welt läuft. ;-)
Nee, wirklich so etwas muß wirklich nicht sein. Die Lehrer, sprich Beamten, sind größtenteils veraltet und verlieren den Bezug zur Wirklichkeit, sprich den Schülern. Die "ausgebrannten" Lehrer schimpfen über die Schüler und wundern sich, daß die Schüler dementsprechend unmotiviert sind. Traurig, aber leider Alltag.
Ach ja: viel Spaß noch in der Schule. ;-)

Okami Itto hat gesagt…

Ja, aber das ZENTRALABITUR wird ja jetzt alles besser machen. -.-
Nee unsere Bildungspolitk ist mal so salopp gesagt für den Arsch.

aworldtocome hat gesagt…

Das is bei uns genauso. Hab auch immer mal 2 Freistunden mittendrin, oder abwechselnd Unterricht/frei. Is schon doof,ja, aber is überall so denk ich mal.

Aufklärungszentrale hat gesagt…

Also in Bayern ham wir auch Zentralabi und des war echt nicht wild. Dann wird außerhalb unserer Weiß-Blauen-Gefilde doch total einfach sein.

Und zur Stundenzahl, in der K12 hatte ich 35 Wochenstunden in der K13 26. Das ist doch echt nicht schlimm. Aber ichbin sowas von dermaßen froh, dass ich noch nicht G8(für alle Preißen Achstufiges-Gymnasium). Ein echter Hohlmeier-Stoiber- Fehlschuss. Was würden wir nur ohne unseren Landesvater machen...

PS: Der Stundenplanautor ist ein PC
PPS: Euer Schulsystem ist anscheinend noch Chaotischer als das unsrige. Hm.

Okami Itto hat gesagt…

Naja, das Zentral-Abi sollte nicht so das große Prob werden hoffe ich (nur Mathe und alles was damit mehr oder minder zusammenhängt bei mir halt net).

Und Sundenplanautor ist auch ein Lehrer.
Und ja unsere System ist mehr als nur Chaos. Aber weitere Geschichten erspar ich euch vorerst.