Das bedeutet selbstredend nicht, dass keine guten Filme oder herausstechende Darstellerleistungen prämiert werden. Ganz und gar nicht. Dennoch neige ich zur Vorsicht und leider auch zur Herablassung, wenn ein Film bei den Academy Awards abräumt. Bin ich doch der Ansicht, dass bei den Oscars wirklich beachtenswerte Leistungen häufig genug gar nicht erst ins Programm aufgenommen werden (Martin Scorsese oder Leonardo DiCaprio wurden z.B. jahrelang von der Academy ignoriert), um Platz für die Werbung an sich schon großer Filmprojekte, welche das zusätzliche bisschen Publicity nun wirklich nicht nötig hätten, zu machen.
Speziell "The King's Speech" mutet seltsam an, einfach wegen der Thematik, die von sich aus schon nach dem Oscar schreit: Historiendrama/-komödie, Freundschaft, Überwindung und natürlich Behinderung (allerdings "sympathische Behinderung"). Das wirkt sehr berechnend und "Oscar orientiert". Gleichwohl habe ich den Film noch nicht gesehen und jeder herablassender Kommentar basiert bei mir auf Vorurteilen. Das sei mir verziehen.
Letztendlich ändert das nichts an meiner Meinung über dieses große Ereignis, das im Grunde alles repräsentiert, was in der Filmbranche falschläuft. Ich gehe mal mit David Mamit d'accord, wenn er die Haltung von (amerikanischen) Schauspielern so zusammenfasst:"Sie [Schauspieler] haben gelernt, daß sie für die Szene verantwortlich sind, sie haben gelernt, emotional zu sein, sie haben gelernt, jede Rolle als Vorsprechen für die nächste zu sehen. Jeden kleinen und kostbaren Moment auf der Bühne oder der Leinwand die "Bedeutung" des ganzen Stücks tragen zu lassen und ihre Waren zur Schau zu stellen [...]. Leider bringen die meisten Schauspieler nur wenig zustande, weil sie schlecht ausgebildet, unterbeschäftigt und besorgt sind, gleichzeitig "gut" zu sein und ihre Karriere zu fördern."
Als Abschluss noch eine kleine, humorvolle Ausschau auf die Oscars der Zukunft von Anthony Lane, denn letztendlich sollte man sowas immer mit einem Lächeln bedenken:
Ich hab 3 von den 10 Film-Nominierungen gesehen und muss sagen, dass The King's Speech der beste war (gegenüber Inception und True Grid).
AntwortenLöschenBei True Grid haben mich die letzten 10 Minuten echt enttäuscht.
Von "True Grit" kenne ich arbeitsbedingt die letzten paar Minuten, die mich in der Tat ebenso nicht überzeugt haben. Zudem ist dieses Lied furchtbar und mir ziehen sich dabei jedes mal die Nägel hoch. Grauselig.
AntwortenLöschen"The Social Network" hingegen war ein ausgezeichneter Film.