Ergänzend dazu:
Was genau macht eigentlich den Ruf von Dario Argento aus? Natürlich gibt es "Suspiria" und "Profondo Rosso", die in dieser Liste auch auftauchen. Doch abseits davon? Zudem ist selbst von den beiden genannten einzig "Suspiria" ein wirklich guter Film und ohne Frage Argentos Meisterwerk, während "Profondo Rosso" zwar ein gelungener Giallo ist, dennoch deutliche Schwächen hat. Insbesondere der Score von Goblin wirkt im Gegensatz zu "Suspiria" eher negativ, zerstört er doch die bedrohliche Atmosphäre des Öfteren durch die typisch elektronischen Klänge. Und das ist durchaus ein umfassenderes Problem in Argentos Filmen, die Musik. Sie missen zumeist einem kräftigen Score, der Argentos durchaus sicheres Händchen für Atmosphäre unterstreichen würden. Stattdessen ist es entweder Goblin, die zwar in "Suspiria" der surrealen Atmosphäre zuträglich waren, ansonsten selten zum Horrorgenre passen (eine Ausnahme ist mit Sicherheit "Dawn of the Dead"), oder Argentos schlimmster Einfall, der Einsatz von Hard Rock- und Metal-Stücken. Eine unglaublich deplazierte Musikauswahl, die jedewede stimmungsvolle Atmosphäre unmittelbar vernichtet. Bestes Beispiel dafür: "Phenomena", der problemlos zu Argentos besten Filmen (nach "Supiria") hätte werden können, hätte er denn auf Iron Maiden verzichten können.
Allerdings erwuchs diese Frage in meinem Kopf nicht von ungefähr. Man wir es sich schon denken können: der Zahnarzt meines Vertrauens eröffnete mir gestern während des obligatorischen Kontrolltermins, dass die 8er weg müssen - alle. Naja, bis auf einen. Ich freue mich schon auf die anschließenden Weh-Wehchen...

Jesse Stone - Sea Change (2007)
Ich bin ein bisschen unfair, denn ich habe die Vorgänger nicht gesehen. Daher entgeht mir viel von der umfassenderen Charakteristik. Nichtsdestotrotz ist der hier ein guter TV-Krimi, etwas altmodisch in der Machart und sehr geruhsam, wie humorlos. Aber gut, leidlich spannend und mit guten Darstellern, allen voran natürlich Tom "Magnum" Selleck, der eine souveräne Vorstellung gibt. Erinnert ein wenig an "Insomnia". (6/10)
Das Vierte Protokoll (1987)
Michael Caine jagt Pierce Brosnan. Gelungener Spionage-Thriller nach Frederic Forsythe, wirkt realitätsnah, allerdings auch höhepunktslos. Hier und da gibt es kurze Gewaltausbrüche, aber durchaus spannend. (7/10)
Asterix erobert Rom (1976)
Der einzige Asterix-Film, der auf keinem Comic basiert, sondern von René Goscinny und Albert Uderzo extra für die Leinwand entwickelt wurde. Die selbstironischen, nationale Klischees ausnutzenden, bisweilen anachronistischen Gags finden sich auch hier mit bestem Witz und Esprit ein und die Geschichte ist eine wahre Freude - ein richtiges Asterix-Abenteur. Habe ich als Kind andauernd geguckt, kriegt dementsprechend einen DICKEN Kinheits-Nostalgie-Bonus. (9/10 mit DICKEM Kinheits-Nostalgie-Bonus)
Falsches Spiel mit Roger Rabbit (1988)
Irre Mischung aus Realfilm und Cartoon, mit auch heute noch beeindruckenden Spezialeffekten. Die Film-Noir-ähnliche Geschichte ist vor allem gegen Ende etwas konfus, doch dabei solch eine herrliche Parodie und gleichzeitige Hommage an Cartoons. Und wie gesagt: die Effekte! (7,5/10)
Sideways (2004)
Großartiger Midlife-Crisis-Roadtrip! Zwar mit besonderem Anreiz für Weinfanatiker, doch nicht weniger für den "normalen" Genussmenschen, dank den sympathischen und dennoch stets menschlichen, weil nicht fehlerfreien, Protagonisten, superb dargestellt von Paul Giamatti und Thomas Haden Church. Hervorragend in Szene gesetzt von Alexander Payne. (8,5/10)
Armour of God (1987)
aka "Der Rechte Arm der Götter". Jackie Chan meets Indiana Jones - klingt toll und ist... reichlich dröge. Es herrscht ein Mangel an Action, die Charaktere sind uninteressant und die Musik ist selbst für asiatische Verhältnisse grauenhaft. Aber, ach, es ist Jackie Chan und auch dieser Film hat seine zwar seltenen, doch nichtsdestotrotz hervorragenden Action-Szenen. Dennoch hätte er mehr sein können. (5,5/10)
Armour of God 2 (1991)
aka "Mission Adler - Der starke Arm der Götter". Jackie Chan meets Indiana Jones, die zweite. Wesentlich unterhaltsamer und kurzweiliger. Lustiger und actionreicher, jedoch unbedingte Kreischresistenz vorrausgesetzt, denn Jackie Chan hat hier gleich 3 Damsels-in-Distress am Hals. Also: simple Story, gute Action, viel Alberei und viel, viel, viel, sehr viel Geschrei. Nicht Jackies Bester, aber unterhaltsam. (7/10)
Im Zeichen des Bösen (1958)
Orson Welles stargespickte Krimi-Spielerei, die etwas zäh in die Gänge kommt, dafür gegen Ende um so fesselnder ist. Und natürlich hervorragend inszeniert, keine Frage. Und, was soll ich sagen, Janet Leigh hat einfach kein Glück mit Motels, doch wahre Freude bereitet in diesem Film das Mexikaner-Make-Up von Charlton Heston. (7,5/10)
Gefahr und Begierde (2007)
Ang Lees wohl persönlichster Film wirkt zwar optisch sehr edel und bildgewaltig, offenbart dabei jedoch so wenig unter der Oberfläche. Wo genau Lee hinsteuert, was er konkret zu vermitteln versucht, erklingt nur schwer unter der eindrucksvollen Bebilderung. Zwar schön anzusehen und man erahnt, wohin der Regisseur will, doch umso weniger bietet der Film. Schöne Bilder, gute Darsteller, tolle Musik, und doch leider nicht gezielt genug. (6,5/10)
9 - 7,2 (64,5)